Bürgerinitiative Gegenwind Husarenhof
Keine Windkraftanlage zwischen Ingersheim und Husarenhof

  Berichte der Bürgerinitiative Teil 2


Was läuft in Beilstein aus Sicht der Bevölkerung anders als in Ingersheim ?

(wm/241010) - Wie die Lokalpresse berichtete, ist der von 6 Initiatoren  -  davon nur 2 mit Wohnsitz in Beilstein  -  in der Nähe von Beilsteiner Wohngebieten geplante Bau einer großen Biogasanlage aufgrund des übergroßen Widerstands der Beilsteiner Bevölkerung bereits vor Einleitung des behördlichen Antragsverfahrens kläglich gescheitert, nachdem große Teile der Bevölkerung in einer von der „IG Hasensprung“ anberaumten Versammlung ihrem Ärger „Luft machte“ und nur gravierende Nachteile  -  aber kaum Vorteile  -  auf sich zukommen haben sehen u.a. wie folgt:

  •  Verlust an Lebensqualität der Beilsteiner Bevölkerung
  •  drohende gesundheitliche Risiken aufgrund entstehender Immissionen (mögliche  Langzeitwirkung)
  •  große Wertverluste vieler Immobilien in Beilstein, insbesondere in angrenzenden  Wohngebieten
  •  irreparable Landschaftsverschandelung und Einbrüche beim sanften Tourismus
  •  Beschneidung der weiteren städtebaulichen Entwicklung und der Zukunftsfähigkeit Beilsteins  zu Lasten der nachfolgenden Generation

Außenstehende Beobachter führen dieses in freier Willensbildung zustande gekommene klare Votum der Beilsteiner Bevölkerung vor allem auch darauf zurück, daß  -  anders als in Ingersheim  -  der Beilsteiner Bürgermeister gegenüber der Gesamtbevölkerung trotz der unter starken Emotionen geführten Diskussion zu keinem Zeitpunkt seine ihm von der Gemeindeordnung als Bürgermeister zugedachte Rolle als neutraler Mittler verlassen hat.

Damit war sichergestellt, daß die betroffene Bürgerschaft in ihrer ureigenen Angelegenheit und ohne Bevormundung durch die Gemeindeverwaltung quasi in einem „Bürgerentscheid“ ihre Meinung äußern konnte. Das Votum fiel  -  wie schon beim ersten Anlauf für einen anderen Beilsteiner Standort  -  wiederum so eindeutig aus, daß die Initiatoren ihre Lektion gelernt haben und wohl kaum mehr einen dritten Anlauf nehmen dürften: Das Thema „Biogasanlage“ dürfte in Beilstein damit endgültig „ad acta“ gelegt worden sein.

Schon gar nicht mußten Beilsteiner Bürger aufgrund ihrer Meinungsäußerung für oder gegen den Bau der Biogasanlage Repressalien bzw. Nachteile vonseiten der Gemeindeverwaltung befürchten und Beilsteiner Geschäftsleute unterstützten die Gegner der Biogasanlage, indem sie ihnen im Vorfeld der Auseinandersetzung in der Innenstadt ihre Schaufenster als Plattform zur Bekanntgabe ihrer Argumente zur Verfügung gestellt haben, ohne daß dies für sie zu erkennbaren Nachteilen geführt hätte.

Anders in Ingersheim: Obwohl unter den jetzt nahezu 2 000 gegen den geplanten Bau einer 180 m hohen Enercon E-82 geleisteten Unterschriften auch sehr viele Bürger aus Ingersheim sind, hat sich ein nicht unbedeutender  -  ebenso den Bau der E-82 vehement ablehnender  -  Teil der Ingersheimer Bürgerschaft von der Haltung der Ingersheimer Gemeindeverwaltung „pro Windrad“ einschüchtern lassen und eine Unterschrift (noch) nicht geleistet, obwohl die oben genannten Nachteile und noch einige mehr auch auf den geplanten Standort Ingersheim zutreffen (vgl. hierzu unsere in unserer Homepage in Vormonaten eingestellte Beiträge).

Dieser Teil der oftmals auch auf ehrenamtlicher Basis in Vereinen tätigen Ingersheimer Bürger bzw. der eine oder andere Gewerbetreibende befürchtet nach seinen uns gegenüber vertraulich gegebenen Auskünften  -  auf Vereinsebene, privat oder geschäftlich  -  Repressalien bzw. Nachteile, wenn ihre in dieser Angelegenheit  g e g e n  die Gemeindeverwaltung eingenommene Haltung publik würde, weil man ja nicht wisse, ob man künftig in anderer Angelegenheit auf das Entgegenkommen der Gemeindeverwaltung angewiesen sei…: Man befürchtet, auf Druck der Initiatoren  -  deren Einfluß aufgrund personeller Verflechtungen, geschäftlicher Abhängigkeiten und verwandtschaftlicher Beziehungen bis in den Gemeinderat hinein reicht (in einem Fall besteht sogar Personalunion zwischen Initiatoren und Gemeinderat)  -  von der Gemeindeverwaltung bei späterer Gelegenheit „abgestraft“ zu werden.

Allerdings ist angesichts der Entwicklung in den letzten Monaten klar geworden, daß es für den Bau einer 180 m hohen Industrieanlage an einem derart raumbedeutsamen  -  im Vergleich zum Norden / Küste  - relativ windarmen Standort inmitten eines ausschließlich landwirtschaftlich genutzten Gebiets in unmittelbarer Nachbarschaft eines als Rückzugsgebiet für die Tierwelt dienenden Grünzugs zwar eine Mehrheit bei SPD, Grünen und der Linke geben mag, obwohl auch dort an der einen oder anderen Stelle langsam „die Fronten bröckeln“; insgesamt besteht jedoch nach unserer Wahrnehmung in der gesamten Bevölkerung  -  vor allem im direkten Wirkungskreis im Umfeld von ca. 5 Km vom geplanten Standort  -  eine deutliche und weiter ansteigende Mehrheit gegen den Bau der geplanten Anlage, im politischen Spektrum gestützt vor allem durch CDU, Freie Wähler, FDP und unabhängige Wählergruppierungen.

Von Stromerzeugung durch Windkraft an windarmen Standorten im Binnenland jedenfalls wird von verantwortungsvollen Energiepolitikern nicht mehr gesprochen, vielmehr konzentriert sich die Debatte nur noch darum, wie der durch starkes Windaufkommen in Windkraftparks an der Küste oder „off-shore“ erzeugbare Strom ohne Leitungsverluste über den Ausbau einer technisch optimierten Netzkapazität trotz Blockaden der Grünen gegen den Ausbau der Leitungsnetze zu den Abnehmern in das Binnenland gelangen kann.

Die hier kurz angerissenen Fragen werden vermutlich auch im jetzt langsam „ins Rollen“ kommenden Wahlkampf zur BW-Landtagswahl im März 2011 eine zentrale Rolle spielen, wenn deutlich gemacht wird, welcher Unfug eine am vergleichsweise windarmen Standort geplante, 180 m hohe E-82 darstellt vor dem Hintergrund, daß ein Bau nur zu massiven Nachteilen der Bevölkerung und zu keinerlei Vorteilen führen würde und der Bau daher auch aus Sicht potentieller Investoren  -  wegen relativer Windarmut und deshalb deutlich unter den propagierten Hochrechnungen bleibender Stromproduktion  -  schon „vor dem ersten Spatenstich“ eine Fehlinvestition darstellt.

 
Dipl.-Kfm. Walter Müller / Pressewart „Gegenwind Husarenhof“

                                    

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Plan zum Bau einer Biogasanlage in Beilstein wegen großem Widerstand in der Bevölkerung wie Seifenblase geplatzt

(wm / 231010) - Die Pläne einer aus 6 Landwirten  -  davon nur 2 aus Beilstein stammend  -  bestehenden Investorengemeinschaft zum Bau einer Biogasanlage im Beilsteiner Gewann „Hasensprung“ sind nach Meldungen der Lokalpresse wegen des hartnäckigen und übergroßen Widerstands der Beilsteiner Bevölkerung kläglich gescheitert und mußten bis auf weiteres ad acta gelegt werden.

Nach den Plänen der Initiatoren war vorgesehen, die staatlich subventionierte Biogasanlage mit Grüngut und Mais aus Beilstein zu beschicken, an einem Standort, der von 5 Beilsteiner Wohngebieten umgeben ist.

Dies hatte zum starken Widerstand vor allem der in dieser Gegend lebenden Bewohner geführt, von denen sich nicht wenige wegen der landschaftlich reizvollen und auch verkehrsgünstigen Lage zu den großen Arbeitgebern im dichtbesiedelten Großraum Stuttgart (Daimler, Bosch, Porsche u.a.) für den Bau eines Hauses und künftigem Altersruhesitz im Bottwartal am Standort Beilstein entschieden haben.

Zwar ist die noch andauernde Auseinandersetzung um den geplanten Bau eines mit 180 m Höhe am Standort Husarenhof / Lerchenhof in Ingersheim vorgesehenen Windrads nicht unbedingt mit dem Streit um den Bau der Biogasanlage Beilstein vergleichbar; beides sind für sich zu betrachtende Einzelfälle.

Allerdings gibt es jedoch auch einige Parallelen, denn einige der von den Gegnern bzw. von der „Interessengemeinschaft Hasensprung“ vorgebrachten Nachteile  -  die letztlich den Ausschlag gegen den Bau der Biogasanlage gebracht haben  -  treffen auch uneingeschränkt für den geplanten Windrad-Standort Ingersheim zu und haben dort ebenfalls zur Gründung einer Bürgerinitiative „Gegenwind Husarenhof“ sowie zu einer überaus erfolgreichen Unterschriften- 
sammlung geführt.

Folgende  N a c h t e i l e  wurden gegen den Bau der Biogasanlage von der Beilsteiner Bevölkerung ins Feld geführt:

  • erhebliche Minderung der Lebensqualität der Bevölkerung u.a. wegen
  • starker Verkehrsbelästigung wegen des befürchteten zunehmenden „Agrartransits“ mitten durch die Gemeinde und Wohngebiete infolge der Beschickung der Anlage mit Mais und Grüngut aus der Umgebung
  • irreparable Landschaftsverschandelung führe zu einer Beeinträchtigung des sanften Tourismus, auf den gerade Beilstein als Weinort und als exponierter Standort in landschaftlich reizvoller Lage im Bottwartal angewiesen sei
  • starke Geruchsbelästigung wegen Gülletransporte
  • erhebliche Wertminderung von Grundstücken und Gebäuden bis zur Unverkäuflichkeit  im  Radius der geplanten Biogasanlage, da kein Mensch in der Umgebung einer Biogasanlage  wohnen bzw. seine Freizeit verbringen wolle
  • gesundheitliche Risiken infolge zu befürchtender Immissionen wegen des viel zu geringen Abstands von lediglich ca. 80 m zur Zivilbevölkerung; dies widerspreche eindeutigen  EU-
  • Vorgaben
  • Beschneidung der weiteren städtebaulichen Entwicklung Beilsteins und Einschränkung der Zukunftsfähigkeit, da mit dem Bau einer Biogasanlage am vorgesehenen Standort das letzte  noch freie Gebiet zum späteren Ausweis von Wohngebieten ohne Not zu Lasten der  nachfolgenden Generation geopfert werde

Eine weitere Parallele ist, daß die Beilsteiner Investoren zuvor ebenfalls bereits an einem anderen Standort in Beilstein versucht haben, eine Biogasanlage zu bauen. Auch an diesem Standort konnte die Biogasanlage wegen des schon damals frühzeitig einsetzenden Widerstands der negativ betroffenen Bevölkerung nicht gebaut werden.

Mit der jetzt erfolgten zweiten Ablehnung einer die Lebensqualität vieler Beilsteiner Bürger beeinträchtigenden Biogasanlage ist man in Beilstein gegenüber dem geplanten Standort Ingersheim  -  aus Sicht der jeweils betroffenen Bevölkerung  -  vom Verfahrensstand her einen Schritt weiter.

Zwar haben Gemeinderat der Stadt Besigheim, Landratsamt Ludwigsburg, Regierungspräsidium Stuttgart und Staatsministerium Baden-Württemberg den ersten Bauantrag der Windmühlen-Initiatoren zum Bau einer damals geplanten und lediglich ca. 50 m hohen Windkraftanlage auf Besigheimer Gemarkung  -  „hart“ an der Gemarkungsgrenze zu Ingersheim  -  in den Vorjahren (2002 ff) einhellig abgelehnt.

Der zweite Antrag für einen Standort  -  ebenfalls „hart“ an der Gemarkungsgrenze  -  jetzt aber auf Ingersheimer Gemarkung, liegt z. Zt. zur Prüfung beim Landratsamt Ludwigsburg.

Nach den zwischenzeitlich der Bürgerinitiative vorliegenden Informationen hat es sich herausgestellt, daß die von den Windrad-Initiatoren eingereichten Unterlagen wie von vielen befürchtet

  • an vielen Stellen lückenhaft  (fehlende Unterlagen)
  • völlig falsch (falsche Berechnungen / falsche Angaben in Gutachten u.a.) und
  • total veraltet ((alte und daher durch den Zeitablauf „überholte“ (Gefälligkeits-) Gutachten))

sind.

Daher geht die Bürgerinitiative „Gegenwind Husarenhof“ davon aus, daß die Antragsunterlagen einer materiellen Prüfung nicht standhalten und deshalb zu einer Ablehnung des Baugesuchs führen werden, soll ein dies bestätigender Rechtsstreit vermieden werden.

Folgende, in Beilstein zur Ablehnung einer Biogasanlage führende Nachteile werden auch von großen Teilen der Bevölkerung in Ingersheim, Besigheim, Pleidelsheim und Umgebung gegen den geplanten Bau eines 180 m hohen Windrads in Ingersheim ins Feld geführt:

  • Verlust an Lebensqualität der im Einzugsbereich innerhalb von 5 Km vom geplanten Standort lebenden Bevölkerung (insbesondere Bürger Ingersheims, Pleidelsheims und Besigheims betreffend), denn: Wer will schon dauerhaft in Sichtweite eines mit 180 m Höhe an dieser  Stelle völlig überdimensionierten Windrads leben oder dort seine Freizeit bzw. seinen  Lebensabend verbringen ? Das dort geplante Windrad hat eher den Charakter einer  Industrieanlage und gehört allein schon deshalb nicht ein ausschließlich landwirtschaftlich  genutztes Gebiet, das umgeben ist von Naturschutzgebieten !
  • drohende gesundheitliche Risiken (Langzeitwirkungen) infolge der durch Windräder unzweifelhaft entstehenden Immissionen wegen Lärm, Schattenschlag und Infraschall, die  durch wissenschaftliche Abhandlungen von Medizinern, Psychologen u.a. belegt und an  anderen Standorten (Norddeutschland, Brandenburg) bereits eingetreten sind und die nach  medizinischen Erkenntnissen im unmittelbaren Wirkungskreis (Radius von ca. 5 Km Entfernung  vom Standort einer Windkraftanlage) eintreten können
  • Wertverluste von Immobilien (Grundstücke und Gebäude) von durchschnittlich 20 %-30%,  im Einzelfall bis zur Unverkäuflichkeit; in Gerichtsverfahren vor oberen Gerichten in  Norddeutschland wurden Wertverluste bei Immobilien bestätigt, die durch den Bau von  Windrädern oder durch den Ausweis von Windvorranggebieten verursacht wurden. Bestätigt  wird dies auch durch Maklerberichte, Aussagen von Kreditinstituten bzw. Bausparkassen im  Rahmen von Kreditverhandlungen, vor allem in Gebieten in Norddeutschland, Brandenburg  oder NRW (vgl. hierzu Fundstellen in Google-Suchmaschine, Stichwort: „Windrad  Wertminderung“: 28 900 Einträge in 0,25 Sekunden !).
  • Irreparable Landschaftsverschandelung einer Jahrhunderte alten Kulturlandschaft durch  Bau einer „raumbedeutsamen“ Windkraftanlage im dicht besiedelten, jedoch im Vergleich zu  anderen Standorten innerhalb Baden-Württembergs (Albaufstieg, Schwäbische Alb,  Hohenlohe u.a.) oder außerhalb Baden-Württembergs (Küstenländer Norddeutschland,  „off-  shore“ = im Meer, Brandenburg) deutlich windärmeren Großraum Stuttgart
  • Beschneidung der weiteren städtebaulichen Entwicklung Ingersheims; zwar dürften in Ingersheim mit der Umsetzung der Neubau-Gebiete „Brühl“ in absehbarer Zeit keine weiteren Neubaugebiete mehr ausgewiesen werden. Es ist jedoch nicht vorhersehbar, wie die  Entwicklung in ca. 10  - 20 Jahren aussehen wird. Soweit ersichtlich, ist das links und rechts  der  Landesstraße L 1113 Richtung Besigheim verlaufende Gebiet das einzige  zusammenhängende, noch für die nachfolgende Generation zur Verfügung stehende  potentielle Neubau-Gebiet in Ingersheim. Mit dem auch nach Meinung vieler Ingersheimer  Bürger unbedachten und vorschnellen Ausweis dieses Gebiets als Windvorrang-Gebiet steht  dieser Bereich für eine ggfs weitere, spätere städtebauliche Nutzung nicht  mehr zur  Verfügung, denn wie gesagt: Wer möchte schon einen Großteil seiner Ersparnisse  in eine  Immobilie (Haus oder Wohnung) anlegen, das im oder in Sichtweite zu   einem Windvorrang-  Gebiet liegt, wo mangels Höhenbegrenzung Windräder gebaut werden   (können),  die heute  180 m hoch sind und morgen bereits 220 m (aktuell weltweit höchstes  Windrad)  hoch oder  noch höher sein können.

Weitere Nachteile am geplanten Standort in Ingersheim sind

  •  der Verlust wertvollen Ackerlands
  •  Beeinträchtigung der Natur (z.B. durch Wegfall von Rückzugsgebieten für die Vogelwelt)
  •  erhebliche Kosten für zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen (Neubau, Instandhaltung und  Rückbau für das benötigte Feldwegenetz u.a.)
  •  keine zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen zu Gunsten Ingersheims wegen Ertragslosigkeit  der Anlage infolge spärlichem jährlichem Windaufkommen am geplanten Standort

Fazit:   Mit dem Bau eines 180 m hohen Windrads kämen auf die Bevölkerung im Umkreis des geplanten Standorts nur Nachteile zu, denen keinerlei Vorteile gegenüber stehen !

Wann setzt sich auch in Ingersheim  -  wie schon in Beilstein  -  die Vernunft durch ?

 

Dipl.-Kfm. Walter Müller / Pressewart „Gegenwind Husarenhof“

 


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Widerstand gegen geplante Biogasanlage in Beilstein  -  Anlieger wehren sich: Bürgerinitiative „IG Hasensprung“ gegründet  -  Parallelen zum geplanten WKA-Standort Ingersheim


(wm / 280910) -  Die Pläne zur Umsetzung regenerativer Energiegewinnung in dichtbesiedelten Regionen, in denen die Lebensqualität der dort lebenden Bevölkerung durch Immissionen und Beeinträchtigung der Infrastruktur zu leiden hätte, stoßen immer mehr auf Widerstand. So auch in Beilstein, wo 5 Landwirte und ein Großinvestor im Gebiet „Hasensprung“ eine industriell betriebene Biogas-Anlage bauen wollen.

Gegen diese Pläne hat sich eine hauptsächlich aus Beilsteiner Bürgern bestehende „Interessengemeinschaft Hasensprung“ gegründet, die durch Unterschriftensammlung und Verteilung von Flyern versucht, möglichst viele Bürger gegen die geplante Anlage zu mobilisieren (vgl. Berichterstattung in der Lokalpresse).

Im Flyer heißt es u.a.: „Es kann nicht sein, daß die Profitgier von 5 Bauern und einem Großinvestor dazu führt, daß Bürger in Beilstein nachhaltig geschädigt werden.“ Betroffene Bürger werden dazu aufgefordert, „ihren Wertverlust“ an Grundstücken und Gebäuden gegenüber der Stadt Beilstein geltend zu machen.

Als Gründe gegen eine Biogas-Anlage in Beilstein wurde der Verlust an Lebensqualität genannt, der nach Ansicht der Gegner im wesentlichen durch folgende Faktoren ausgelöst werde:

  • Stark zunehmendes Verkehrsaufkommen und dadurch ansteigender Verkehrslärm sowie dadurch zusätzlich entstehende CO2-Schadstoffimmissionen wegen „Agrartransit“, da die Verkehrs-Logistik bei Anlieferung durch die Innenstadt und durch Wohngebiete in der Peripherie geleitet werde; auch die Bewirtschaftung der benötigten Anbauflächen in der Gegend werde zu einem weiteren Anstieg des Verkehrs mit den dadurch verbundenen Nachteilen führen
  • Wertverlust von Immobilien und Grundstücken im Umfeld der geplanten Anlage; insbesondere gerade neu bezogene Wohngebiete und dort zugezogene junge Familien seien durch einen Wertverlust bis hin zur Unverkäuflichkeit besonders stark betroffen, da auf ihren Neubauten normalerweise noch ein relativ  hoher Fremdkapitalanteil laste
  • zuviel Gestank durch den Betrieb der Anlage
  • Wegfall eines eigentlich als künftiges Wohngebiet vorgesehenen Geländes und Beschneidung der weiteren Entwicklung Beilsteins im Hinblick auf den Ausweis neuer Wohngebiete für die nachfolgende Generation 
  • drohende Landschaftsverschandelung führe zu einem Rückgang des Tourismus- aufkommens in Beilstein bzw. zu dessen Verlagerung in nicht betroffene Gebiete des  Bottwartals (negative „Flüsterpropaganda)

Gemeinderat und Gemeindeverwaltung Beilstein distanzieren sich von den Vorwürfen der Interessengemeinschaft, da bisher lediglich ein Aufstellungsbeschluß des Beilsteiner Gemeinderats vorliege, jedoch noch keine Baugenehmigung.

Mitglieder des Gemeinderats teilen überdies gemäß in Ende September 2010 in der Lokalpresse veröffentlichten Berichten mit, daß dem Gremium zum jetzigen Zeitpunkt noch keine genauen Informationen vorlägen und daher auch noch keine abschließende Stellungnahme möglich sei. Insofern sei die zum jetzigen Zeitpunkt gewählte Vorgehensweise der „IG Hasensprung“ aus Sicht des Gemeinderats inakzeptabel.

Die Antragsteller (Beilsteiner Landwirte) distanzieren sich ebenfalls von den ihrer Meinung nach zu Unrecht erhobenen Vorwürfen der „Interessengemeinschaft Hasensprung“, betonen die Zielsetzung eines ökologisch nachhaltigen Projekts und teilen via Lokalpresse einige charakteristische Merkmale der geplanten Biogas-Anlage mit, wie z.B.:

  •   Größe der Anlage:     1,2 ha Fläche
  •   Energieerzeugung:     625 Kilowatt elektrische und 700 Kilowatt thermische Energie je Jahr
  •  Benötigte Rohstoffe:  10 000 Tonnen Silage im Jahr
  •   Transport / Verkehr:  rd. 3 000 Fahrten / Jahr

Wenn auch die beiden zu Bürgerprotesten  -  insbesondere von Anliegern im jeweiligen Wirkungskreis der geplanten Anlagen  -  führenden Sachverhalte „geplante Windkraftanlage Ingersheim“ und „geplante Biogas-Anlage Beilstein“ jeweils getrennt zu beurteilende Einzelfälle sind, so gibt es doch einige bedeutsame Parallelen, die zu folgenden Fragestellungen führen:

1 ) Ist es gerechtfertigt, daß vor dem Hintergrund der energiepolitischen, EU-weit gewünschten und auch von uns gewünschten Zielsetzung 

„Verminderung der Erderwärmung durch deutliche EU-weite Vorgaben zur Reduzierung von CO2-Schadstoffimmissionen“

 und

 auf Basis des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG)  -  das den Antragstellern / Investoren 20 Jahre lang garantierte Einspeisevergütungen = Subventionen gewährt, die von allen privaten Stromverbrauchern (d.h. der Allgemeinheit)  über höhere Strompreise zu finanzieren sind

Maßnahmen im dichtbesiedelten Binnenland „angestoßen“ und durchgeführt werden, die ohne Gewährung dieser Subventionen von den Antragstellern niemals  -  weil bei weitem nicht kostendeckend bzw. dann aus „der eigenen Tasche zu zahlen“  -  ins Auge gefaßt werden würden bzw. worden wären ?

2 ) Ist es gerechtfertigt, die unter 1) beschriebenen Maßnahmen im dichtbesiedelten, südlichen  Binnenland an Standorten mit deutlich schlechteren Standortfaktoren  -  zumindest Windkraft-Standorte betreffend  -  durchzuführen, obwohl es in nördlicheren Bundesländern deutlich besser geeignete Standorte gibt, die bei gleichem Einsatz an Ressourcen zu einer erkennbar besseren Effizienz bei der Stromgewinnung führen ?

3 ) Ist es gerechtfertigt, daß die von einer Minderheit (Antragsteller / Investoren) im dichtbesiedelten Binnenland „durchgedrückte“ Maßnahme zum Bau einer Windkraft-Anlage oder Biogas-Anlage zu Nachteilen zu Lasten eines Großteils der in der Region wohnenden Bürger führt, z.B. der drohenden dauerhaften Wertminderung von Grundstücken und Gebäuden (vgl. oben) oder möglichen Gesundheitsschäden u.a., obwohl die Durchführung derselben Maßnahme an anderen Standorten in weniger dicht besiedelten Teilen des Bundes- oder Landesgebiets zur Vermeidung dieser Nachteile führen würde ?

An dieser Stelle ist auch auf einige Grundsätze des von der Bundesregierung jetzt aktuell vorgestellten Energiekonzepts hinzuweisen (vgl. Nachrichtenberichterstattung der Fernsehanstalten / Tageszeitungen / Bundestagsdebatte am 26., 27., 28.9.2010):

  • Der insgesamt in Deutschland anfallende und vermutlich weiter steigende Stromverbrauch entfällt mit ca. 40 % auf den Westen (NRW) und die Mitte Deutschlands, mit weiteren 40 % auf die südlichen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern und mit lediglich ca. 20 % auf den (industrieärmeren) Norden (im wesentlichen Niedersachsen).
  • Der Anteil der regenerativen Energien am Gesamtstromverbrauch in Deutschland beträgt z. Zt. ca. 16 %, Tendenz steigend. Davon entfällt ein Großteil auf die Windenergie. Ein Großteil  -  ca. 50 % bis 60 %  -  der erzeugten Windenergie entfällt auf den vom Windaufkommen her deutlich begünstigten Norden (Schwerpunkt Niedersachsen).
  • Nach jetziger Planung sollen Im Jahr 2030 bereits ca. 35 % des gesamten  Stromverbrauchs aus regenerativen Energien kommen und gegen Ende der  40-Jahres-Planung im Jahr 2050 sollen ca. 80 % des Gesamtstromverbrauchs aus regenerativer Energie stammen.
  • Gemäß den jetzt bekannt gewordenen Planungen der Bundesregierung soll der Zuwachs bei regenerativer Energie vor allem aus dem zügigen Ausbau der Windenergie im Norden (on-shore + off-shore) kommen und zwar einerseits im Wege des Repowering „on-shore“, d.h. in küstennahen = windstarken Gebieten (im wesentlichen Niedersachsen, Schleswig-Holstein) sollen die leistungsschwächeren Windkraft-Räder der 1. Generation (Baujahre 1985 ff) ersetzt werden durch erheblich leistungsstärkere, aber auch höhere Windkraftanlagen der 2. Generation. Von Neu-Investitionen im (windarmen) Binnenland war in allen Diskussionsbeiträgen und in den Stellungnahmen der beteiligten Bundesministerien keine Rede, andererseits durch Neu-Investition „off-shore“, d.h. in großen Windparks vor der Küste bzw. in Großbritannien, wo das Windaufkommen am höchsten ist.
  • Zum Transport des vorwiegend im Norden am effizientesten produzierten Stromvolumens in den Süden reicht die jetzt vorhandene Leitungsnetzkapazität nicht aus, die überdies wegen völliger Überalterung der Stromleitungen nicht mehr auf dem technisch neuesten Stand ist und daher jetzt schon zu nicht mehr akzeptablen Leitungsverlusten führt. Beim jetzt begonnenen und in den nächsten Jahren durchzuführenden Ersatz alter durch neue Stromleitungen fällt nahezu kein Leitungsverlust an.

Den Antragstellern  -  insbesondere für den geplanten Windkraft-Standort Ingersheim  -  sei ein genaues Studium der hier erwähnten Fundstellen empfohlen, in der Hoffnung, daß  -  ausgehend von den hier zusammenfassend dargestellten Planungen und Empfehlungen der Bundesregierung  -  doch noch der eine oder andere Gedanke  -  den geeigneten WKA-Standort betreffend  -  auch bei den WKA-Initiatoren ankommt.

Walter Müller / Pressewart „Gegenwind Husarenhof“

              

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Pressemitteilung des Schwäbischen Heimatbunds SHB zur Ablehnung der Windkraftanlage in Ingersheim: „180 Meter sind zu hoch !“


(wm / 270910) -  Der Schwäbische Heimatbund (SHB) hat in seiner Pressemitteilung vom 12.8.2010 die geplante Windkraftanlage in Ingersheim mit der Begründung abgelehnt: „180 Meter sind zu hoch !“ In seiner Pressemitteilung appelliert der Vereinsvorsitzende Fritz-Eberhard Griesinger an den Ludwigsburger Landrat Dr. Rainer Haas, „die geplante Windkraftanlage am Husarenhof bei Ingersheim nicht zu genehmigen. Das 180 Meter hohe Bauwerk beeinträchtige das Landschaftsbild in nicht wieder gut zu machender Weise.“

Und weiter: „Die geplante Anlage wäre nahezu aus dem gesamten Kreisgebiet und darüber hinaus sichtbar“, so der Vereinsvorsitzende Fritz-Eberhard Griesinger.

„Dadurch wird das Landschaftsbild der besonders reizvollen Neckar- und Enztallandschaft massiv beeinträchtigt. Ein Eingriff in dieser Dimension kann nicht durch Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen kompensiert werden“, schreibt Griesinger in einem Brief an den Ludwigsburger Landrat. „Für uns ist nicht nachvollziehbar, daß man sich an einem für die Windkraftnutzung derart grenzwertigen Standort für eine solch gigantische Anlage entscheidet und das Vorhaben mit einem irreversiblen Verlust an freier Landschaft in einem dicht besiedelten Gebiet erkauft. Die Wirtschaftlichkeit des Projekts steht in keinem Verhältnis zum Umwelteingriff.“

In der Pressemitteilung heißt es weiter: „Der Schwäbische Heimatbund stehe der Nutzung regenerativer Energie und damit auch der Windkraft grundsätzlich positiv gegenüber. Die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes müssten aber genauso berücksichtigt werden wie der Denkmalschutz, etwa beim Bau von Solaranlagen auf oder im Umfeld von Baudenkmalen.“

Immer mehr Bürger lehnen den Bau der geplanten Anlage ab und begründen dies ebenso wie der SHB mit der „Raumbedeutsamkeit“ der Anlage, die zu einer kaum mehr gut zu machenden Verschandelung einer Jahrhunderte alten Kulturlandschaft an Neckar- und Enz führen würde.

Daneben beziehen auch immer mehr Kommunal- und Landespolitiker vor allem aus dem bürgerlichen Lager (CDU, FDP, FWV sowie unabhängige Wähler-Vereinigungen)  -  unterstützt durch im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes an der Basis ehrenamtlich Tätige  -  Stellung gegen die geplante Anlage, an der Spitze

  • Manfred List (langjähriger Oberbürgermeister von Bietigheim-Bissingen und langjähriger CDU-Landtagsabgeordneter im Wahlkreis Bietigheim-Bissingen; Mitglied im Verwaltungs-

  •  ausschuß im Verband der Region Stuttgart sowie Mitglied im Kreistag Ludwigsburg) und
  • Monika  Chef (amtierende FDP-Landtagasabgeordnete im Wahlkreis Bietigheim-Bissingen; Bürgermeisterin von Gemmrigheim) sowie

  • Steffen Bühler (Bürgermeister der Stadt Besigheim; CDU-Kreistagsmitglied)

Der Schwäbische Heimatbund und seine jetzt ca. 5 200 Mitglieder setzen sich seit 1909 für die Erhaltung und qualitätsvolle Weiterentwicklung kultureller und natürlicher Grundlagen in Württemberg und den angrenzenden Regionen ein. Schwerpunkte der Vereinsarbeit u.a. sind die Denkmalpflege sowie der Kulturlandschafts- und Naturschutz.

Zur Zeit zeigt der Schwäbische Heimatbund in seiner Wanderausstellung Bilder unvergleichlich schöner Kulturlandschaften Württembergs. Die Wanderausstellung war bis vor kurzem auch im Besigheimer Ratshaus zu sehen, weitere Besichtigungsmöglichkeiten sind unter der Homepage:   www.schwaebischer-heimatbund.de ersichtlich.

Walter Müller / Pressewart „Gegenwind Husarenhof“


        zur Pressemitteilung des Schwäbischen Heimatbunds hier klicken



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„Milliardenverschwendung mit der Sonne“ : McKinsey-Gutachten kommt zu vernichtendem Urteil und empfiehlt radikales Umdenken bei Ausbau und Förderung regenerativer Energien


(wm / 230910) -  Die renommierte und weltweit führende Unternehmensberatung McKinsey kommt in ihrem aktuellen, dem Handelsblatt (HB) exklusiv vorliegenden Gutachten über die künftige Energieversorgung in der EU  -  insbesondere am Standort Deutschland  -  zu einem vernichtenden Ergebnis und empfiehlt wegen jetzt schon bestehender und zusätzlich drohender „Milliardenverschwendung“ ein radikales Umdenken bei Investition und Förderung regenerativer Energien.

Im Handelsblatt vom 16.9.2010 heißt es u.a.: „Die Sonne ist umsonst - diese Meinung wird von vielen vertreten. Der SPD-Politiker Ludwig Stiegler hat den Satz gesagt, der Journalist und Querdenker Franz Alt und viele Bundestagsabgeordnete der Grünen auch.

Die Wahrheit aber ist: Wer der Sonne die Sonnenenergie abtrotzen will, muß tief in die Tasche greifen. Vor allem die Deutschen zahlen für ihre Art der Solarförderung wahnwitzige Summen. Auf 120 Milliarden € schätzt das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI die Kosten für die Energieverbraucher  -  Kosten, die allein durch die bis Ende 2011 auf deutschen Dächern und Feldern installierten Solaranlagen entstehen.“

Diese „Wahrheit“ trifft auch auf die Stromerzeugung durch Windkraft zu. Zwar sind die bis 2011 für die Stromerzeugung aus Windkraft anfallenden Subventions-Kosten gegenüber den Photovoltaik- / Sonne-Subventionen geringer, weil die gesetzlich garantierte und von allen privaten Stromkunden über ihre Strom-Rechnung zu bezahlende Einspeisevergütung gegenüber der Förderung der Sonnenenergie je eingespeister Einheit geringer ist.

Gleichwohl steckt in der Subventionierung der Windkraft ebenfalls ein künftig kaum mehr finanzierbarer Sprengsatz, weil aufgrund des in den letzten Jahren erfolgten ungezügelten und flächendeckenden sowie künftig weiter forcierten Ausbaus der Windkraftstandorte ein sich jährlich über eine Laufzeit von 20 Jahren  -  in denen die Subventionsgelder den Betreibern durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert werden  -  stark steigendes Steigerungspotential an Subventionen ergibt, falls das Windaufkommen und damit das Einspeisevolumen in den nächsten Jahren nicht noch drastisch zurückgeht, was kaum anzunehmen sein dürfte.

Nach HB / McKinsey „wird die Förderung erneuerbarer Energien auch dadurch ökonomisch unsinnig, daß jedes Land in Europa sein eigenes Tempo, seine eigenen Richtlinien und Vorlieben verfolgt.“

Im HB heißt es weiter: „Auf Zusatzkosten von mehr als zwei Billionen €  -  das sind zweitausend Milliarden  -  schätzt die Unternehmensberatung McKinsey die Kosten für nationale Alleingänge innerhalb der EU. Laut der Studie ist die Ausgangslage wie folgt: Selbst wenn sich die Mitgliedsstaaten abstimmen, wird der radikale Umstieg auf erneuerbare Energien von 2020 bis 2050 mindestens 6,6 Billionen € kosten. Jedenfalls, wenn die EU-Vorgaben eingehalten werden sollen. Denen zufolge müssen die Mitgliedsstaaten den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 bis 2050, verglichen mit dem Basisjahr 1990, um 80 % senken. Gleichzeitig sollen dann 80 % des Stroms mit Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse produziert werden  -  dreimal mehr als für 2020 geplant.

Sollten die Mitgliedsstaaten wie bisher nur ihre nationalen Interessen verfolgen und sich weiterhin nicht abstimmen, würden die Kosten um noch einmal 30 % bis 35 % höher liegen.“

Kernaussage des McKinsey-Gutachtens laut HB-Bericht:    „Um das zu verhindern, sollte nach Ansicht von McKinsey der Strom da produziert werden, wo die Sonne am meisten scheint  -  also in Südeuropa. Und die Windräder sollten am besten da stehen, wo stets eine steife Brise weht, also in Küstenregionen, vorzugsweise im Norden.“

Und: „…Es besteht die Gefahr von Fehlinvestitionen. Dabei sollten wir unser Kapital zusammen halten und nur dort einsetzen, wo es wirklich Sinn macht“, so ein für das Gutachten verantwortlicher McKinsey-Consultant.

Die Berater von McKinsey weisen die Richtung. Sie haben mehrere Alternativ-Szenarien analysiert, „wie sich die Stromversorgung ändern muß, damit die EU ihre ambitionierten Klimaschutzziele am besten erreichen kann.“

Danach heißt es im HB weiter: „Die Rechnung ist simpel. Grüner Strom sollte dort produziert werden, wo jeweils die Bedingungen am besten sind. Solaranlagen sind in Südeuropa und gegebenenfalls in Nordafrika am effizientesten, wo die Sonne am stärksten strahlt. Windräder drehen sich dort am besten, wo der Wind am stärksten und längsten bläst und sich die Anlagen am  günstigsten bauen lassen  -  beispielsweise vor der britischen Küste. Länder in Zentraleuropa, die zwar viel Industrie haben, wo die klimatischen Bedingungen für erneuerbare Energien aber vergleichsweise schlecht sind, sollten dagegen ihr Geld nicht mit unrentablen Investitionen vergeuden, sondern immer mehr Strom importieren. Für Deutschland würde die Importquote 2050, wenn Europa den günstigsten Weg einschlägt, bei fast der Hälfte liegen.“

Gemäß Handelsblatt-Bericht empfiehlt McKinsey: „Um den Strom von den Kraftwerken zum Verbraucher zu bringen, wären McKinsey zufolge zwar gewaltige Investitionen in das Stromübertragungsnetz nötig: Die Kapazitäten der Höchstspannungsleitungen müssen sich verfünffachen. Trotzdem sei das viel günstiger, als die Erneuerbare-Energien-Techniken bei den Stromverbrauchern zu bauen, sagt McKinsey-Partner Thomas Vahlenkamp.“ Damit spricht sich McKinsey  - aus Kostengründen  -  klar gegen die dezentrale Stromerzeugung aus.

Zwar sei eine vollkommen abgestimmte EU-Energiepolitik z. Zt. noch unrealistisch, es gebe aber eine pragmatische Alternative zu Alleingängen: regionale Kooperationen. Nach McKinsey sollte Deutschland versuchen, mit Ländern mit besseren Standortfaktoren zu kooperieren. So könnte Deutschland Windstrom von der französischen Atlantikküste importieren, Solarstrom aus Italien und Strom aus Wasserkraft aus Skandinavien und dafür die Netze zu diesen Ländern zielgerichtet ausbauen. „Das wäre immer noch günstiger, als alles allein zu machen“.

Im Klartext: Eine vor allem von

  • der SPD (vgl. Gesetzentwurf vom 22.3.2010 Landtags-Drucksache 14 / 6058, 1. Beratung am 14.4.2010 im Landtag von Baden-Württemberg)

  • den Grünen und

  • der Linke (Bietigheimer Zeitung: Leserbrief vom 9.8.2010 eines Funktionärs der                    Linken aus Bietigheim-Bissingen; 

verstärkt empfohlene dezentrale Energieversorgung mit einem möglichst flächendeckenden Netz an kleinen (aber mangels günstiger Strom- und Windkraftressourcen völlig unwirtschaftlich zu betreibenden und nur über dauerhafte Milliarden-Subventionen aufrecht zu erhaltenden)  Standorten für Photovoltaik- und Windkraftanlagen ist in Deutschland wegen sehr ungünstiger Standort- bzw. Produktionsbedingungen bei

  • Sonnenenergie / Photovoltaik: im Vergleich zu Süd-Ländern in der EU wie Italien, Spanien usw. gibt es in Deutschland viel zu wenige Sonnentage

  • Windstrom: im Vergleich zum Norden bzw. zu Großbritannien viel zu geringes Windaufkommen im deutschen Binnenland

völlig unwirtschaftlich und würde jährlich Unsummen in Milliardenhöhe verschlingen, die dauerhaft vom jetzt schon finanziell angeschlagenen Staat und von der Bevölkerung nicht mehr finanziert werden können.

Letztendlich würden die Vorschläge von SPD und Die Grünen bei Realisierung in eine energiepolitische Sackgasse führen, da die Versorgungssicherheit von Wirtschaft und privaten Haushalten mangels Finanzierbarkeit auf Dauer nicht mehr aufrecht erhalten werden könnte.

Die Bürgerinitiative „Gegenwind Husarenhof“ wird in ihrer seit ihrer Gründung im Januar 2010 artikulierten Ablehnung einer mit 180 m hohen und am Standort Ingersheim völlig deplazierten Windkraftanlage eindrucksvoll bestätigt, unter anderem

  • durch das jetzt bekannt gewordene McKinsey-Gutachten (Fundstelle vgl. unten)

  • durch die jetzt vor der Küste Großbritanniens aufgrund des dort vorhandenen stärksten Windaufkommens neu entstehenden Windparks großer europäischer Energiekonzerne, die ihre Investitionen  -  dem ökonomischen Prinzip entsprechend  -  grundsätzlich an Orten mit den besten Standortbedingungen (d.h. dem höchsten Windaufkommen) tätigen und

  • durch die Änderung der Windkraft-Investitionstätigkeit von ca. 40 großen kommunalen baden-württembergischen Stadtwerken (z.B. Fellbach oder Waiblingen), die ihre Windkraftanlagen bzw. ihre Beteiligungen an im Vergleich zum Norden deutlich windärmeren Standorten im Süden abbauen und sich an Windparks an Standorten im windstarken Norden („off-shore“) beteiligen

Abschließend bleibt zu hoffen, daß sich die ebenfalls mit einem gesunden Menschenverstand ausgestatteten

  • Ingersheimer Windkraft-Initiatoren sowie die

  • Gemeindeverwaltung Ingersheim

den gegen einen Windkraft-Standort Ingersheim immer erdrückender werdenden Argumenten nicht weiter verschließen und ihre Überlegungen ggfs  in Aktivitäten zur Beteiligung an Windkraftanlagen im deutlich windstärkeren und damit  -  bei höherer Sicherheit ihrer Anteile  -  ertrags- und kostengünstigeren Norden umleiten… 

Walter Müller / Pressewart „Gegenwind Husarenhof“

                        Zum Handelsblatt-Artikel über McKinsey-Gutachten hier klicken:


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„Offener Brief“ unseres Mitglieds Peter Bareiß aus Ingersheim zur geplanten Windatlas-Erstellung durch den TÜV SÜD  -  Auswirkungen für den geplanten WKA-Standort Ingersheim ?


(wm / 260910) - Wie in der Presse berichtet, hat das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg den TÜV SÜD beauftragt, für das Land Baden-Württemberg einen Windatlas aufzustellen, um in einem objektivierten Verfahren mit großer Transparenz und auf Basis wissenschaftlicher Methoden Standorte zu bestimmen, die aufgrund des durchschnittlichen jährlichen Windaufkommens geeignet sein sollen für Standorte von Windkraftanlagen.

Unser Mitglied in der Bürgerinitiative „Gegenwind Husarenhof“ Peter Bareiß aus Ingersheim  -  jahrelang Gemeinderat von Ingersheim und Mitglied der Freien Wählervereinigung  -  hat im Zusammenhang mit der Aufstellung eines Windatlas für Baden-Württemberg einen „Offenen Brief“ an das Landratsamt Ludwigsburg (Genehmigungsbehörde) und an das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg geschrieben, dessen Anliegen wir unterstützen und der unten angehängt ist. Er wird in unsere Homepage übernommen.

Hintergrund ist die sich immer mehr verbreitende Erkenntnis, daß ein Großteil der bis jetzt in Baden-Württemberg ausgewählten Windkraft-Standorte oftmals aufgrund „ungenauer“, von der Windanlagen-Betreiberseite in Auftrag gegebenen Gutachten empfohlen worden ist.

Durch „Gefälligkeits-Gutachten“ von oftmals im Umfeld der Windkraft-Lobby angesiedelten „Gutachtern“ und über seinerzeit objektiv nicht mehr nachvollziehbare Abläufe kamen „Empfehlungen“ zum Ausweis von Windvorrang-Gebieten bzw. zur Realisierung von Windkraft-Standorten zustande, die bei einem ordnungsgemäßen Verfahren nach Ansicht der Windkraft-Gegner so vermutlich nicht zustande gekommen wären.

Das Wirtschaftsministerium BW geht in einer Stellungnahme davon davon aus, daß mindestens ca. 25 % - 30 % der jetzt (noch) ausgewiesenen WKA-Windvorranggebiete wegen mangelndem Windaufkommen völlig ungeeignet sind für den Betrieb einer Windkraftanlage.

Aufgrund dieses Sachverhalts sind Bürgerproteste entstanden, die sich verstärkt in der Gründung von Bürgerinitiativen u.a. niederschlugen mit dem Ziel, den Ausweis von ihrer Meinung nach auf Grundlage fragwürdiger Entscheidungen zustande gekommener Windvorrang-Gebiete bzw. den Bau von Windrädern an diesen mit Fragezeichen versehenen Standorten zu verhindern.

Durch die jetzt erfolgte Beauftragung des TÜV SÜD zur Erstellung eines auf objektivierten Windmessdaten beruhenden „Landes-Windatlas“ durch das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg fühlt sich unsere Bürgerinitiative in ihren Kritikpunkten und in der Ablehnung des Standorts Ingersheim bestätigt; vor allem darin, daß der Standort Ingersheim aufgrund mehrerer im Vergleich zu anderen Standorten nachteiligen Standortfaktoren  -  insbesondere das Windaufkommen betreffend  -  völlig ungeeignet ist zum dauerhaften, 20 Jahre oder länger dauernden Betrieb einer rund 180 m hohen Enercon E-82.

Bei der Auseinandersetzung um den Standort Ingersheim machen die vor allem im direkten Umfeld der geplanten Windkraftanlage wohnenden Bürger von Ingersheim, Besigheim und Pleidelsheim Bedenken geltend wegen ihrer Ansicht nach 

  • zu geringem Sicherheitsabstand zu Aussiedlerhöfen (Lerchenhof, Husarenhof u.a.) und zur        Bevölkerung in Ingersheim, Besigheim, Pleidelsheim 
  • zu hohen Lärmimmissionen tagsüber und nachts 
  • zu starkem Schattenschlag bei Sonnenlicht im Wirkungskreis der Anlage 
  • zu starkem Infraschall im direkten Wirkungskreis von 5 Km Entfernung zum geplanten                 Standort sowie 
  • viel zu geringem durchschnittlichem jährlichem Windaufkommen im Vergleich zu vielen anderen potentiellen Standorten in (Albaufstieg, Hohenlohe u.a.) und außerhalb von Baden-Württemberg (Norddeutschland, „off-shore“, Großbritannien u.a.) wodurch sich ergibt, daß ausgeglichene oder (leicht) positive Ergebnisse sich nur unter Einbeziehung der für 20 Jahre nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantierten Einspeisevergütung (dauerhafte Subvention zu Lasten aller privaten Strombezieher) ergeben; aus dieser Erkenntnis wird die Forderung abgeleitet, daß so definierte und von vornherein als „Fehlinvestition“ einzustufende Windkraftanlagen nicht zum Nachteil der Allgemeinheit gebaut werden sollten

Der jetzt für Baden-Württemberg in Auftrag gegebene Windatlas wird nach Meinung der gegen den Standort Ingersheim eintretenden Gegner aufzeigen, daß der jetzt in Ingersheim geplante WKA-Standort mangels ausreichendem Windaufkommen völlig ungeeignet ist und es inner- und außerhalb von BW genügend besser geeignete Standorte gibt mit deutlich höherem Windaufkommen.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative „Gegenwind Husarenhof“ unterstützen daher die Aufstellung des Windatlas für BW.

Sie haben die Hoffnung, daß ein insoweit eindeutiges Ergebnis durch die Erstellung des Windatlas bestätigt wird und sich danach auf Seiten der WKA-Befürworter die Erkenntnis durchsetzt, daß der geplante Standort wegen stark überwiegender Nachteile im Interesse der übergroßen Mehrheit in der Bevölkerung dieser Region aufgegeben wird zu Gunsten eines noch zu findenden Standorts, der alle Standortfaktoren erfüllt, die für den Bau und dauerhaften Betrieb einer Windkraftanlage vorliegen sollten.

Walter Müller  / Pressewart „Gegenwind Husarenhof“


           zum „Offenen Brief“ unseres Mitglieds Peter Bareiß hier klicken


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TÜV SÜD erstellt Windatlas für Baden-Württemberg  -  Klarheit über Windaufkommen am geplanten WKA-Standort Ingersheim ?


(wm / 230910) -  Mehreren Pressemitteilungen ist zu entnehmen, daß der TÜV SÜD im Auftrag des Stuttgarter Wirtschaftsministeriums einen Windatlas für Baden-Württemberg aufstellt. Laut LKZ-Artikel vom 22.9.2010 soll „ein Windatlas zur besseren Nutzung regenerativer Energie“ erstellt werden.

Weiter heißt es im LKZ-Artikel: “Durch eine methodisch einheitliche Windkartierung für das ganze Land soll den kommunalen Planern und Regionalverbänden eine Entscheidungsgrundlage für die Ausweisung von Vorrangflächen für mögliche Windparkgebiete an die Hand gegeben werden.“

Danach soll die Windkartierung mit einem speziellen Berechnungsmodell durchgeführt werden, das auch in komplexen Gebieten aussagekräftige Ergebnisse liefern soll. Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP): „Wenn alles nach Plan läuft, liegen noch vor Jahresende erste Ergebnisse für die landesweite Kartierung vor“. Bis zum Frühjahr 2011 sollen detaillierte Karten für die Regionen verfügbar sein.

„Wir brauchen mehr und bessere Windvorranggebiete im Land“, so die Zielrichtung des Ministers. Das Wirtschaftsministerium erhofft sich von der Windpotenzialanalyse „eine Versachlichung der Winddiskussion im Land“, die vorhandene Datenlage soll deutlich verbessert werden.

Wie bekannt, hat die Ingersheimer Gemeindeverwaltung in den Jahren 2001 ff  -  unterstützt durch eine Handvoll Windkraft-Initiatoren im Umfeld einer FWV-Gemeinderätin, deren Anträge auf Bau einer (damals lediglich) ca. 50 m hohen Windkraftanlage auf Besigheimer Gemarkung zuvor wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit infolge zu geringen Windaufkommens, zu starken Eingriffen in Belange des Naturschutzes u. ä. vom Gemeinderat Besigheim, Landratsamt Ludwigsburg, Regierungspräsidium Stuttgart und Staatsministerium Baden-Württemberg einhellig abgelehnt wurde  -  in einem äußerst fragwürdigen Verfahren durchgesetzt, daß ein im wesentlichen aus Streuobstwiesen, Baumgrundstücken und Äckern zwischen Ingersheim und Besigheim entlang der

L  1113 bestehendes Areal vom Verband der Region Stuttgart (VRS) letztlich doch noch als sogenanntes „Windvorrang-Gebiet“ ausgewiesen wurde, obwohl das gleiche Gebiet kurz zuvor von demselben VRS in einem objektiven Verfahren auf Basis der damals geltenden Entscheidungsregeln wegen zu geringen Windaufkommens als ungeeignet durchgefallen war.

Wäre es bei der ursprünglichen Entscheidung des VRS geblieben, wären alle 14 seinerzeit  in der engeren Auswahl gewesenen Standorte des Kreisgebiets Ludwigsburg  -  inklusive Ingersheim  -  mangels ausreichendem Windaufkommen  -  ohne Windvorrang-Gebiet geblieben, wie schon damals von der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung in der Region gewünscht.

Während die Bürgermeister aller am Auswahlverfahren beteiligten Gemeinden nach der für ihre Gemeinde positiven Entscheidung  -  im Sinne einer gewollten Ablehnung ihrer Gemeinde  -  vermutlich „erleichtert aufatmeten“ und „drei Kreuze machten“ angesichts der Tatsache, daß an ihnen bzw. ihrer Gemeinde der „bittere Kelch“ eines „Windvorrang-Gebiets“ vorbei gegangen war und die damit für ihre Gemeinde verbundenen Nachteile vermieden werden konnten, hat der Ingersheimer Bürgermeister sich als einziger Vertreter einer in das Auswahlverfahren einbezogenen Gemeinde mit dem Ablehnungsbescheid nicht zufrieden gegeben und in einer zweiten Runde die VRS-Verantwortlichen  -  unter Unterstützung einiger Kreistags-Mitglieder der SPD und Grünen (vgl. Bilder in der damaligen Lokalberichterstattung)  -  „überzeugt“, daß der direkt an der Gemarkungsgrenze zu Besigheim liegende Ingersheimer Standort trotz zuvor vom VRS attestiertem mangelndem Windaufkommen geeignet für den Ausweis eines „Windvorrang-Gebiets“ sei.

Der damals schon aufgrund der einsetzenden politischen Diskussion hinsichtlich des Ausweises von Windvorrang-Gebieten unter einem gewissen Erwartungsdruck stehende VRS nahm die ihm von der Ingersheimer Gemeindeverwaltung unerwartet zugehende „Steilvorlage“ dankend auf und wies das fragliche Gebiet prompt als „Windvorrang-Gebiet“ aus, wobei als Begründung in den VRS-Kartierungs- und Planunterlagen auf das aktive Bewerben Ingersheims Bezug genommen wurde.

Nur am Rande sei erwähnt, daß nach der Erinnerung von damals mit den Vorgängen im Ingersheimer Gemeinderat befassten Zeitzeugen und gemäß der Berichterstattung in den Lokalzeitungen es für Außenstehende bis heute nach wie vor fraglich ist, ob dem Vorgehen zur Bewerbung für den Ausweis eines Windvorrang-Gebiets überhaupt ein rechtskräftiger Beschluß des Ingersheimer Gemeinderats zugrunde lag.

Des weiteren ist aus Sicht unserer Bürgerinitiative und nach Meinung vieler ob dieses Vorgehens nur noch „mit dem Kopf schüttelnder“ Bürger  mindestens ebenso fraglich, ob der  in unmittelbarer Nähe zum Lerchenhof  jetzt „endlich“ gefundene, nach zuvor erfolgtem mehrmaligem geografischem, über mehrere Jahre sich hinziehendem  „Verschieben“ und in Richtung Besigheim / Lerchenhof / Husarenhof / Wartturmsiedlung bzw. Groß-Ingersheim (Neubau-Gebiete) entlang der Gemarkungsgrenze „wandernde“ Standort auf Basis eines rechtskräftigen Beschlusses des Ingersheimer Gemeinderats  festgelegt wurde.

Nicht wenige Beobachter bezweifeln überdies, ob überhaupt der erste, danach jedoch aus verschiedenen Gründen (Anrainer-Steitigkeiten; zu  geringe „Windhöffigkeit“  u.a.) wieder verworfene Standort auf Basis eines rechtmäßigen Gemeinderatsbeschlusses ausgewählt worden war.

Im übrigen wirft ein Großteil der im direkten, ca. 5 Km umfassenden Wirkungskreis der geplanten, 180 m hohen Enercon E-82 lebenden und um ihre Lebensqualität fürchtenden Bevölkerung der Ingersheimer Gemeindeverwaltung, den für den WKA-Standort eintretenden Gemeinderäten sowie den VRS-Planern vor, daß den damals nichtsahnenden und mit den im „Zusammenspiel“ mehrerer Behörden mit einzelnen Finessen nicht vertrauten Bürgern hinsichtlich der  -  bewußt oder unbewußt  -  offen gelassenen Höhe einer geplanten WKA kein „reiner Wein eingeschenkt“ wurde.

Im Klartext: Einem Großteil der jetzt im Umfeld der geplanten WKA wohnenden und um ihre Lebensqualität fürchtenden Bevölkerung wurde (auch) aufgrund der damals erfolgten Lokalpresse-Berichterstattung  -  die im Vergleich zur heute geplanten Dimension von einem 
geradezu niedlichen und „nur“ ca. 50 m hohen Windkraftrad berichtete  -  und durch den monatelang für jedermann ersichtlichen und als Messstation dienenden, ebenfalls nur ca. 44 - 46 m hohen Baukran suggeriert, daß die geplante WKA am ursprünglich vorgesehenen  -  vom jetzigen ca. 1 – 2 Km entfernt liegenden  -  Standort lediglich ca. 50 m hoch werden sollte.

Die Bürgerinitiative und viele im Wirkungskreis der geplanten WKA lebende und direkt betroffene Bürger sehen die als Grundlage der seinerzeitigen Genehmigung zugrunde gelegten Plan-Unterlagen als reine Makulatur an und sprechen von einem „Wegfall der Geschäftsgrundlage“.

Dies und viele andere Gründe haben dazu geführt, daß viele Kommunalpolitiker, Gemeinderäte (vorwiegend aus Besigheim, Pleidelsheim und Ingersheim), Bürgermeister, Abgeordnete und weitere im öffentlichen Leben stehende Persönlichkeiten sich  -  obwohl der Nutzung der regenerativen Energien grundsätzlich positiv gegenüber stehend  -  wegen der deutlich zum Nachteil dieser Region im Falle eines 180 m hohen WKA-Baus sich auswirkenden Belastungen vom geplanten WKA-Standort Ingersheim distanzieren. Dieser Trend zur Ablehnung des WKA-Standorts Ingersheim dürfte sich im Zuge von näher rückenden Wahlen (Landtags-, Bundestags-, Bürgermeister- und Kommunalwahlen) noch einmal deutlich verstärken.

Davon, daß im behördlichen Verfahren zum Ausweis des Windvorrang-Gebiets  -  bewußt oder unbewußt  -  keine Höhenbegrenzung vorgesehen war und damit den WKA-Initiatoren faktisch ein „Freifahrtschein“ zur unbegrenzten Höhenausweitung eingeräumt wurde, hatte vermutlich kein einziger Bürger Kenntnis, geschweige denn von den Nachteilen, die sich im Falle des völlig überdimensionierten Baus für die im Umkreis wohnenden Bürger ergeben würden. Leider hat auch die an sich zur kritischen Presseberichterstattung aufgerufene Lokalpresse nicht „rechtzeitig“ über diesen zu Lasten vieler Bürger bestehenden Missstand berichtet.

Zu welchen Auswüchsen dies führen kann, zeigt die vor wenigen Monaten in Belgien erfolgte Installation einer 220 m hohen WKA, die neuer „Höhen-Weltmeister“ aller WKA-Typen ist und die damit die in Ingersheim mit „nur“ 180 m Höhe vorgesehene WKA als weltweit höchste WKA abgelöst hat. Es ist unschwer, vorherzusagen, daß eine derartige Entwicklung im Falle des Baus auch am Standort Ingersheim droht, wenn nach 20 Jahren betriebsgewöhnlicher Nutzungsdauer eine dann im Wege des „Repowering“ noch höhere Windmühle installiert wird.

Abzuwarten bleibt, ob die mit dem Ausweis eines Windatlas gewünschte und eingangs erwähnte Zielsetzung „…einwandfreie Windvorrang-Gebiete…, …Sachlichkeit bei Festlegung von WKA-Standorten…“ auch am Standort Ingersheim tatsächlich erreicht werden wird, insbesondere die Akzeptanz durch die WKA-Initiatoren eines dann ggfs wissenschaftlich belegten, aufgrund schlechtem Windaufkommens ungeeigneten WKA-Standorts mit den entsprechenden Konsequenzen (Absage des Baus). Darüber sind Zweifel angebracht, wenn man die bisher erfolgten Meinungsäußerungen der zu allem entschlossenen „Hardliner“ unter den WKA-Initiatoren betrachtet.

Vom zeitlichen Ablauf her dürften die wissenschaftlich fundierten Wind-Messergebnisse noch rechtzeitig vor dem jetzt sich abzeichnenden verzögerten Baubeginn  -  falls eine 
Genehmigung überhaupt erteilt würde  -  vorliegen, nachdem die ersten Ergebnisse zum Jahresende 2010 bzw. im Frühjahr 2011 in Aussicht gestellt wurden und der ursprünglich geplante Baubeginn  -  im Falle der Genehmigung  -  aufgrund einer jetzt schon eingetretenen deutlichen Verzögerung des Genehmigungsverfahrens aus jetziger Sicht um mindestens 3 – 4 Monate (d.h. frühestens auf das Frühjahr 2011) verschoben werden muß.
 

Dipl.-Kfm. Walter  Müller / Pressewart „Gegenwind Husarenhof“






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