Bürgerinitiative Gegenwind Husarenhof
Keine Windkraftanlage zwischen Ingersheim und Husarenhof

                                H  i  s  t  o  r  y

Wie Ingersheims Bürgermeister Volker Godel und einige Gemeinderäte Ingersheims zur WKA-Standortauswahl auf der Ingersheimer Höhe kamen  -  zu Lasten Besigheimer und eigener Ingersheimer Bürger !

 


Wie sich die Besigheimer Bevölkerung  -  insbesondere die Bewohner im Weiler Husarenhof und der Wartturmsieldung  -  gegen die Verschlechterung ihrer Lebensqualität und gegen drohende, mit dem Bau der WKA entstehende Gesundheitsrisiken wehren: 10 Jahre Abwehrkampf gegen den Bau einer Windkraftanlage auf der Ingersheimer Höhe (Gemarkungsgrenze Besigheim – Ingersheim, Husarenhof / Lerchenhof) !
 

-  Die Vorgeschichte  -


(Recherche: Walter Müller, Pressewart Bürgerinitiative „Gegenwind Husarenhof“)

An die Ingersheimer WKA-Initiatoren:

„Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg’ auch
 keinem andern zu !"


A   Fundstellen: Lokalzeitungen im Kreis Ludwigsburg
(wm/270310) - Die unter Punkt B enthaltenen Kritikpunkte sind aus den nachfolgenden Fundstellen A 1) – 7) der Lokalzeitungen „Ludwigsburger Kreiszeitung“ (LKZ), „Neckar- und Enzbote“ (NEB) und der „Bietigheimer Zeitung“ (BZ)  abgeleitet.  


 

1     Bietigheimer Zeitung vom 05.04.2001: „Windrad:                      Keine Aussicht auf Genehmigung?

Das Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) hat sich als höhere Raumordnungsbehörde zu der beim Husarenhof geplanten Windkraftanlage geäußert: Nach Auffassung des RPS ist die Windkraftanlage nicht genehmigungsfähig. Sie steht offensichtlich im Widerspruch zu Zielen der Raumordnung und Landesplanung: Der Standort für das mit rund 77 Metern Nabenhöhe und 100 Metern Gesamthöhe raumbedeutsame Vorhaben liege an exponierter Stelle inmitten eines regionalen Grünzuges. Der Regionalplan des Verbands Region Stuttgart sehe jedoch vor, dass die in der Raumnutzungskarte ausgewiesenen regionalen Grünzüge als zusammenhängende Bereiche zu sichern seien und keiner weiteren Belastung  -  insbesondere durch Bebauung  -  ausgesetzt werden dürften.

In Besigheim befasst sich der Technische Ausschuss des Gemeinderats am heutigen Donnerstag, 5. April, ab 18.00 Uhr erneut mit dem Thema.                             

Ende des BZ-Artikels

2     LKZ / NEB vom 6.4.2001: „Eine Windkraftanlage gibt es in der "Langen Heg'' nicht - Technischer Ausschuß lehnt das Baugebiet ab"


Besigheim -  Eine Windkraftanlage wird es in der „Langen Heg“ nahe des Weilers Husarenhof nicht geben. Der Technische Ausschuss hat gestern Abend das bereits mehrfach diskutierte Baugesuch abgelehnt.

Mehrere Faktoren haben die Entscheidung des Gremiums beeinflusst. Vor allem aber die Frage nach der Wirtschaftlichkeit konnte für die Gemeinderäte nicht zufriedenstellend beantwortet werden. Das wurde in mehreren Äußerungen während der Sitzung deutlich.

Der Technische Ausschuss musste gestern entscheiden, weil heute die Frist abläuft, in der er sein Ja oder Nein kundtun muss.

Wie berichtet, hat der Ausschuss zusammen mit weiteren Interessenten, darunter auch Bewohnern des Husarenhofs, am Montag eine Anlage in Bopfingen besichtigt, die baugleich mit der in der „Langen Heg“ gewesen wäre. Nach der Besichtigungsfahrt haben die Bewohner des Husarenhofs im Rathaus eine Unterschriftenliste gegen das Windkraftrad abgegeben, die den Ausschussmitgliedern gestern vorlag. Das bedeutet, dass sich die Meinung in dem Weiler seit der Informationsveranstaltung, die der Besigheimer Ingenieur Heiner Blasenbrei-Wurtz abgehalten hat, um 180 Grad gedreht hat, denn damals war, wie berichtet, die Stimmung gegenüber dem Windrad noch positiv eingestellt gewesen. Blasenbrei-Wurtz hat im Auftrag des Solarfonds Besigheim auch den Bauantrag gestellt.

Diese Woche ging im Rathaus eine Stellungnahme des Regierungspräsidiums ein. Die Windkraftanlage liege inmitten eines regionalen Grünzuges des Regionalplans und widerspreche so einem Ziel der Raumordnung. Erster Beigeordneter Erwin Bauer bewertete deshalb in der Sitzung die Chance, dass das Landratsamt als Genehmigungsbehörde der Anlage zustimmen könnte, als nicht gegeben ein. Grundsätzlich sprachen sich die Gemeinderäte und Bürgermeister Steffen Bühler für Windkraft aus, jedoch sollten Windräder an Standorten aufgestellt werden, wo sie die Landschaft nicht so beeinträchtigen wie in der „Langen Heg“. Denn sollte die Anlage dort gebaut werden, müsse sie wirtschaftlich sein, was nicht der Fall sei. Dazu seien die Windstärken im Jahresmittel zu gering.

Deshalb unterstützten CDU, Freie Wähler und SPD die Bewohner des Husarenhofs in ihrer Ablehnung. Außerdem wollten sie kein „Abschreibungsobjekt“. Sabine Weiler (BMU) verlangte, dass bei anderen Maßnahmen Grünzüge voll und ganz respektiert werden sollten. Sie enthielt sich der Stimme. Blasenbrei-Wurtz machte den Vorschlag zu prüfen, ob ein Windrad eventuell auf der Ottmarsheimer Höhe gebaut werden könnte.“              

Ende des LKZ- / NEB-Artikels

Anmerkung: Auch ein ins Auge gefasster Standort auf der Ottmarsheimer Höhe wurde von der Besigheimer  / Ottmarsheimer Bevölkerung und dem Besigheimer Gemeinderat abgelehnt.


3     LKZ / NEB vom 31.1.2002: „Energie / Positives Signal an die Region - gegen Windkraftanlage nicht abgeneigt -  Ingersheimer Gemeinderat regt Untersuchung an"


Mit großer Mehrheit hat sich der Ingersheimer Gemeinderat dafür ausgesprochen, vom Verband Region Stuttgart die Voraussetzungen für eine Windkraftanlage bei den Birkenhöfen untersuchen zu lassen.

Vorausgegangen war, wie berichtet, ein überparteilicher Antrag. Initiiert wurde er von Hanne Hallmann, Mitunterzeichner waren Albrecht Spahlinger, Rainer Nothacker (FWG), Hermann Buekers von der CDU und Hilde Grabenstein (SPD).

Dieses Engagement wurde von Bürgermeister Volker Godel in der Sitzung allerdings etwas gedämpft. So müsse man das Thema nicht von A bis Z durchsprechen, da das Gremium profunde Infos von verschiedenen Seiten brauche. Auch im Bezug zur Region, letztendlich Planungsträger für eine Windkraftanlage, mahnte der Bürgermeister das Gremium. Man solle sich so verhalten, wie es andere auch von der Gemeinde erwarten, wenn diese Planungsträger sei.

Hanne Hallmann warb in der Sitzung heftig für den überparteilichen Antrag, die Windkraftanlage könne ein „Wahrzeichen“ für nachfolgende Generationen werden. Diese Form der Energiegewinnung berge kein Restrisiko wie die Kernkraft, sie sei Stromerzeugung ohne Umweltbelastung und werde dort produziert, wo sie gebraucht wird. Beim Birkenhof, so rechnete Hallmann vor, könne man mit einer 600 kW-Maschine in 78 m Nabenhöhe einen Jahresertrag von rund 670 000 kW/h erzeugen  -  Energie für 300 Haushalte. Und noch ein Nebeneffekt sah die Gemeinderätin: Mit der Anlage decke man ein Thema der Lokalen Agenda 21 ab, die in Ingersheim bislang noch kein Thema sei.

Zustimmung kam von der SPD. „Wir müssen umdenken, schon zu viel ist versäumt worden“, sagte Heinrich Kurz. Hilde Grabenstein meinte, man sollte in Ingersheim noch mehr auf alternative Energiegewinnung setzen, „wichtig ist der erste Schritt“. Man müsse das Experiment eingehen, pflichtete Irene Heine von den Grünen bei.

Gegenwind erhielt Hanne Hallmann aus den eigenen Reihen. Edith Schembera zweifelte an der Wirtschaftlichkeit der Windkraftanlage, ihren Berechnungen nach reiche die gewonnene Energiemenge nur für 120 Haushalte. Um den ganzen Ort zu versorgen, müssten daher mehrere Windräder aufgestellt werden, und aus diesem Grund lehne sie den Antrag ab.

Peter Bareiß sagte, eine Windkraftanlage ziehe Schaulustige und damit weiteren Verkehr an. Unfair sei es auch gegenüber den Bewohnern des Husarenhofes  -  dort wurde eine Windkraftanlage jüngst abgelehnt. Seiner Ansicht werden auch Wald und Wild gestört, Einzelinteressen hinter dem Antrag seien nicht auszuschließen. Bareiß sah auch keine Vorteile für die Gemeinde, weder finanzieller noch ideeller Art. Sein Fazit: Man solle sich wichtigeren Dingen, wie etwa dem Thema Umgehungsstraße zuwenden, und sich nicht auf „Nebenkriegsschauplätzen“ aufhalten. Dagegen widersprach Michael Fritz (SPD) heftig. Windkraft sei durchaus ein wichtiges Thema, weil es sich um eine saubere Energiegewinnung handle.

Man mache nichts kaputt, wenn man dem Antrag zustimmt, glättete Bürgermeister Godel die kommunalpolitischen Wellen, „ wir müssen uns der Thematik annehmen“. So sah es auch die Mehrheit, mit zwei Nein-Stimmen ging der Antrag über den Tisch.“     

      Ende des BZ-Artikels


4     LKZ / NEB vom 2.03.2002: „Gemeinde möchte Standort  für Windkraftanlage sein - Im Regionalplan sind jedoch keine Flächen dafür vorgesehen - SPD-Fraktion  informiert sich"

Bürgermeister Volker Godel machte es deutlich: Die Gemeinde wäre gerne Standort für eine Windkraftanlage. Mitglieder der SPD-Fraktion im Regionalparlament schauten sich vor Ort um.

Die Region hat eine Liste von sogenannten Eignungs- und Vorranggebieten ausgearbeitet. In diesen Städten und Gemeinden werden diese Vorschläge diskutiert. Ablehnung und Zustimmung gibt es da.

Ingersheim jedoch steht nicht auf der Liste. Der Gemeinderat und Schultes Volker Godel stehen einer solchen Anlage jedoch positiv gegenüber. Als eventueller Standort wird das freie Feld südlich des Birkenhofes am Rande der Gemarkung zu Besigheim ins Gespräch gebracht. Besigheim hat einen Antrag zum Bau einer Windkraftanlage beim Husarenhof wegen des Widerstands der Anwohner abgelehnt.

„Wir wollen die Gemeinden besuchen, die ein Ja zur Windkraft sagen“, betonte der SPD-Fraktionschef im Regionalparlament, Klaus Schmiedel. Baden-Württemberg liege im Ländervergleich hintenan, was die Windkraft betreffe, betonte Schmiedel. „Wir wollen jedoch auch nicht auf jedem Hügel ein Windrad.“

In der Anhörungsphase müsse der Plan von Standorten neu definiert werden. Gemeinden, die so einen Standort wollten, müsste man entgegenkommen, zumindest müsse ihr Wunsch geprüft werden.

Das ist auch das Anliegen von Schultes Godel, der einerseits auf eine Fachauswertung des Standorts setzt und andererseits einen breiten Konsens anstrebt. Windkraftanlagen seien keine Objekte für „windige Bürger“, sagte er.

Die Regions-Politiker schauten sich an Ort und Stelle um und konnten dabei feststellen, dass ihnen dort der Wind kräftig ins Gesicht bläst.“ 

Ende des LKZ- / NEB-Artikels

5     LKZ / NEB vom 24.7.2003: „Im Landkreis bläst es nicht kräftig genug - Nun doch keine Standorte für regionalbedeutsame Windkraftanlagen"

Aus zehn mach null: Der Kreis bleibt frei von regionalbedeutsamen Windkraftanlagen.

Zuerst waren zehn vorgesehen: in Affalterbach, Bönnigheim, Ingersheim, Löchgau, Münchingen, Mundelsheim, Murr, Pulverdingen, Steinheim und Aurich. Der Grund für den Verzicht: Es bläst nicht so kräftig wie es sich der Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart wünscht. Er legte sich gestern auf eine Windgeschwindigkeit von mindestens fünf Meter pro Sekunde in 50 Meter Höhe über Grund fest. Regionsweit bleiben von 42 Standorten nur elf übrig. Grüne kritisieren: „Den populären Grünen Heiner würde es mit diesem Katalog gar nicht geben.“ Die Region betreibe Verhinderungsplanung auf Weisung der Landesregierung.“ 
  
Ende des LKZ- / NEB-Artikels

6     LKZ / NEB vom 5.11.2003: „Ingersheimer Windrad könnte  Strom für 300 Haushalte liefern - Planungsbehörde und neues Gesetz der Bundesregierung machen den Bau trotzdem unwahrscheinlich"

….fahren Leute aus dem ganzen Kreis dort hin, um ihre Drachen steigen zu lassen“, sagt Hanne Hallmann, Gemeinderätin und Windkraft-Verfechterin. „Deshalb haben wir uns gedacht: Dort könnten doch gute Bedingungen für ein Windrad herrschen.“ Gedacht, getan. Im vorigen Sommer stimmte der Ingersheimer Gemeinderat mit 14 zu zwei Stimmen dafür, nördlich des Holderfriedhofs ein Jahr lang die Windstärke messen zu lassen.

Die Ergebnisse liegen jetzt vor: Laut Gutachten des Besigheimer Energieexperten Heinrich Blasenbrei-Wurtz bläst der Wind dort im Schnitt mit 5,05 Metern pro Sekunde. Der Experte, der auch die Windkraftanlage auf dem Grünen Heiner bei Korntal betreut, schätzt, dass mit einem Ingersheimer Windrad etwa 800 000 Kilowatt-Stunden Strom im Jahr erzeugt werden könnten. Das entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 300 Haushalten. Mit einem größeren Windkraftrad könne man für den doppelten Preis sogar dreimal soviel Energie gewinnen.

Trotzdem gibt es politische Gründe, die gegen die Anlage sprechen. Grund Nummer eins: Die geänderte Politik der Planungsbehörde, des Verbands Region Stuttgart. Demzufolge gilt Ingersheim nicht als „vorrangiger“ Standort für ein Windrad. „Momentan herrscht im Verband die politische Tendenz vor, nur in Vorranggebieten Windkraftanlagen zu bauen“, sagt Bürgermeister Volker Godel. Weil Godel „persönlich ein Befürworter der Anlage“ ist, will er in den nächsten Wochen noch einmal „den Kontakt mit dem Regionalverband suchen“. Auch Hanne Hallmann findet, dass „mit diesem Messergebnis eigentlich die wichtigsten Genehmigungskriterien erfüllt sind.“

Zweites Hemmnis: Die Bundesregierung plant eine Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Diese sieht eine geringere Anschubfinanzierung für Anlagen dieser Art vor und soll im Sommer beschlossen werden. Die Neuerung würde die Rentabilität des Projektes stark in Frage stellen. „Wir bräuchten dann entweder effizientere oder erheblich billigere Windräder, beides gibt es beim heutigen Stand der Technik noch nicht“, beklagt Gemeinderätin Hallmann. Angesichts der unsicheren Lage sei derzeit noch unklar, ob die Initiative einen Bauantrag stelle. „Das Windrad sollte als Bürger-Rad vollständig vom Privatvermögen einiger Ingersheimer finanziert werden, ohne Wirtschaftlichkeit läuft deshalb nichts“, so Hallmann.        
Ende des LKZ / NEB-Artikels

7     LKZ / NEB vom 14.5.2004: „Windkraft: Einige Gemeinderäte scheinen kalte Füße zu kriegen - Standort Birkenhöfe spaltet die Fraktion der Freien Wähler - Bürgermeister Godel warnt vor Schaukämpfen"

Ingersheim  -  Ingersheims Bürgermeister Volker Godel hatte in der jüngsten Sitzung sichtlich Mühe, einen Konflikt bei den Freien Wählern unterm Deckel zu halten….Die Sitzung war fast vorüber, als Gemeinderat Peter Bareiß beim Punkt „Verschiedenes“ das Thema Windkraft aufgriff. Wie bereits berichtet ist der Ingersheimer Standort im Bereich der Birkenhöfe von der Region Stuttgart als Vorranggebiet für eine Windkraftanlage eingestuft worden.

Bareiß machte nun deutlich, dass nicht das gesamte Gremium hinter der Windkraft stehe, die Abstimmung vom Januar 2002 wiederholt werden müsse. Seinerzeit hatte die Gemeinde auf Initiative von FWV-Ratsfrau Hanne Hallmann die Untersuchung des Ingersheimer Standortes beantragt, der gar nicht von der Region ausgeguckt worden war. Jetzt ist er einziger Favorit im Landkreis, und einige Ratsmitglieder scheinen deshalb kalte Füße zu bekommen.

Hanne Hallmann hat mit Peter Bareiß und Edith Schembera Gegenspieler in den eigenen Reihen. Sichtlich erbost machte sie deutlich, dass zu keiner Zeit ein Grundsatzbeschluß zur Windkraft gefällt worden sei, es habe sich nur um den Auftrag für eine Standortuntersuchung gehandelt. Hallmann hat inzwischen 50 Bürger mit ins Boot bekommen, die Windmessungen im Birkenhof finanziert haben und auch eine künftige Anlage als Bürgerwindrad betreiben wollen. Doch jetzt befinde man sich erst einmal in der Sondierungsphase, ein Baubeschluss sei längst noch nicht gefällt.

Das versicherte auch der ebenfalls als Windkraftbefürworter geltende Bürgermeister Volker Godel, der vor Schaukämpfen warnte. Man könne wieder diskutieren, wenn es um baurechtliche Angelegenheiten gehe, sagte Godel. Währenddessen hatte eine wegen des Bareiß-Vorstoßes erzürnte Hanne Hallmann Mühe, ihren Groll im Zaum zu halten.“
Ende des LKZ/ NEB-Artikels

B Kritikpunkte zu einigen gemäß  Fundstellen (Lokalzeitungen; vgl. A) erfolgten Aussagen der WKA-Befürworter aus Ingersheim

Für sehr viele Bürger in Besigheim und Ingersheim  -  auch außerhalb dieser beiden Orte  -  ist es bis heute nicht nachvollziehbar, wie der Ingersheimer Bürgermeister Volker Godel in einer derart kontrovers und emotional geführten Diskussion seine an sich nach der Idealvorstellung eines objektiven schwäbischen Schultes gebotene neutrale Haltung verlassen konnte, um sich auf die Seite der WKA-Befürworter zu begeben.

Dies obwohl
  • Gesuche der nahezu personenidentischen WKA-Befürworter seinerseits bereits zweimal in Besigheim (Standorte in Besigheim-Ottmarsheim und nahe Kirschenanlage „Lange Heg“) vom Gemeinderat der Stadt Besigheim deutlich abgelehnt wurde
  • in einem objektiven Auswahlverfahren der jetzt geplante Standort Ingersheim bei rd. 55 ursprünglich durch den Verband der Region Stuttgart geprüften Standorten durchgefallen ist und daher wegen objektiv attestierter  „Windarmut“ und relativer Windstille und daraus resultierender nachhaltiger Unwirtschaftlichkeit erst gar nicht in die engere Auswahl kam
  • der jetzt geplante Standort ,,Ingersheimer Höhe" erst durch nachträgliches intensives Bewerben, Nachfassen und ,,Bearbeiten" des Verbands der Region Stuttgart durch die Ingersheimer Gemeindeverwaltung nachträglich ausgewählt und durchgesetzt wurde (vgl. auch die Protokolle des Planungsausschusses des Verbands Region Stuttgart, sowie oben angeführte Berichte der Lokalzeitungen über öffentliche Gemeinderatssitzungen in Ingersheim)
  • das Mittlere Neckartal im Einzugsgebiet von Stuttgart ohnehin zum bevölkerungsreichsten Gebiet in Baden-Württemberg und der betroffene Landkreis Ludwigsburg zu den waldärmsten Landreisen in Baden-Württemberg gehört und die Landschaftsversiegelung gerade hier weiter stark fortschreitet
  • viele andere Gemeindeverwaltungen von zunächst in die Auswahl einbezogenen Gemeinden - im Gegensatz zu Ingersheim - alle „Hebel in Gang“ setzten, damit der „ bittere Kelch“ einer WKA an ihrer Gemeinde vorüberging
Diese für viele Bürger nach wie vor nicht nachvollziehbare Haltung hat dazu geführt, dass vor allem in Ingersheim ein tiefer Riss durch die Bürgerschaft geht.

Nach Ansicht von Mitgliedern der Bürgerinitiative  -  die von sehr vielen Ingersheimer Bürgern geteilt wird  -  hätte der Ingersheimer Bürgermeister in dieser Frage bei einer geheimen und freien Wahl (Bürgerbefragung) keine Mehrheit hinter sich.


C Bedenken des früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel (CDU) gegen eine geplante Windkraftanlage in Ingersheim
   
1 Schreiben des Staatsministeriums Baden-Württemberg vom 20.3.2002 (Aktenzeichen: III/4583) an die seinerzeit gegründete Bürgerinitiative Besigheim / Husarenhof zur Verhinderung eines Windkraftrades auf Ingersheimer Gemarkung, das von vorwiegend Ingersheimer Initiatoren im Bereich der Birkenhöfe gebaut werden sollte, wegen nachbarschaftlicher Standortstreitigkeiten und relativer Windstille an diesem Standort jedoch letztlich nicht gebaut wurde :

„Sehr geehrte…….,

im Auftrag von Herrn Ministerpräsident Erwin Teufel danke ich für Ihr Fax vom 6. März 2002 zum geplanten Standort für Windenergieanlagen in Ingersheim. Er hat mich gebeten, Ihnen zu antworten.

Ihre kritische Haltung zur Errichtung von Windenergieanlagen teilt der Herr Ministerpräsident. Er ist der Meinung, dass unsere wertvollen Kultur- und Erholungslandschaften vor dem Wildwuchs von Windenergieanlagen bewahrt werden müssen.

Vor diesem Hintergrund ist es ihm ein besonderes Anliegen, künftig bei der Nutzung der Windenergie dem Landschaftsschutz eine stärkere Bedeutung als bisher beizumessen……

...Der Ministerrat hat darüber hinaus das Wirtschaftsministerium und das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum beauftragt, weiterhin in geeigneter Weise die Baurechtsbehörden bzw. die Naturschutzbehörden für die hohe Bedeutung des Landschaftsschutzes zu sensibilisieren.

Die zuständigen Genehmigungsbehörden sind über diesen Kabinettsbeschluss informiert worden.

Mit freundlichen Grüßen

(Referent….)

D


Ablehnende Haltung der Husarenhof-Bewohner
1 Schreiben der Bürger des Weilers Husarenhof (Besigheim) an den Verband Region Stuttgart vom 19.3.2002

Bürger des Husarenhofs        Besigheim, den 19.März 2002

Husarenhof

74354 Besigheim

 

Verband Region Stuttgart

Kronenstraße 25

70174 Stuttgart

  

Protest gegen eine Windkraftanlage auf der Gemarkung der Gemeinde Ingersheim

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir, die Bürger des Husarenhofs, Stadtteil der Stadt Besigheim, wenden uns heute an Sie.

Die Belastungen, denen die Bürger des Husarenhofs ausgesetzt sind, sind heute schon enorm. Im Osten und Westen führen mehrere Starkstromleitungen aus Richtung Freiberg kommend nahe an den Siedlungsgrenzen des Husarenhofs vorbei. Die durchführende Landstraße L 1113 ist Abkürzung der auf der B 27 aus Richtung Heilbronn kommenden Pendler in Richtung Ludwigsburg. Durchgeführte Messungen über 24 Stunden, haben ein Fahrzeugaufkommen von ca. 5 000 - 6 000 Fahrzeugen in einer Richtung gezählt. Das heißt, es durchfahren ungefähr 10 000 – 12 000 Fahrzeuge den Husarenhof. Dies bedeutet natürlich eine enorme Lärmbelästigung, vor allem am Morgen und am Abend.

Gleichzeitig ist die Gegend um den Husarenhof ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel. Hier führt der Hauptwanderweg Nr. 10, Stromberg - Schwäbischer Wald - Weg entlang. Viele Wanderer und Sportler nutzen, vor allem am Wochenende, die Gegend um den Husarenhof zur Ausübung ihres Hobbys bzw. zur Erholung. Die Lage des Husarenhofs am Rande eines regionalen Grünzuges trägt natürlich viel dazu bei.

Im Jahr 2001 wurde der Bau eines Windrades auf der Gemarkung der Stadt Besigheim von der Stadt Besigheim abgelehnt. Dazu beigetragen hat auch der Protest der Bürgerinnen und Bürger des Husarenhofs. Hauptargumente waren damals die nahe Lage zur Siedlungsgrenze Husarenhof, Verbau des Grünzuges sowie schädliche Auswirkungen auf Menschen. Die genaue Argumentation haben wir als Anlage beigefügt. In diesem Zusammenhang wurde auch das Regierungspräsidium Stuttgart zitiert, Bietigheimer Zeitung vom 5. April 2001: “Windrad: Keine Aussicht auf Genehmigung “.

Die Gemeinde Ingersheim will nun im Bereich nahe des Birkenhofes eine Windkraftanlage errichten. Diese Anlage soll in Richtung Süden, in nur ca. 200 m – 300 m Entfernung zur, von der Stadt Besigheim abgelehnten Anlage, errichtet werden. Die von uns damals vorgebrachten Ablehnungsgründe wären somit weiter beständig. Betroffen wären wieder vor allem der Husarenhof aber auch das Wohngebiet Holderweg der Gemeinde Ingersheim sowie der Aussiedlerhof Kurz in Richtung Kleiningersheim.

Gegen dieses Bauvorhaben werden wir bei der Gemeinde Ingersheim Widerspruch einlegen. Gleichzeitig möchten wir sie für dieses Vorhaben um Unterstützung bitten. Ziel von Landesplanung und Raumordnung kann es doch nicht sein, die Lebensbedingungen von Menschen zu verschlechtern bzw. vorhandene Grünzüge einem einzelnen, aus unserer Sicht unrentablen (weil zu wenig Wind) Windrad zu opfern.

Es ist uns nicht bekannt, dass für dieses Windrad irgendwelche Untersuchungen der nutzbaren Windleistung erfolgt sind. Es kann nicht sein, dass eine Feststellung, Zitat: “Die Regionspolitiker schauten sich an Ort und Stelle um und konnten dabei feststellen, dass ihnen dort der Wind kräftig ins Gesicht bläst“, (Bietigheimer Zeitung vom 2. März 2002), für den Bau eines Windrades ausreicht. Abgesehen davon, dass der Standort zu nahe an bewohntem Gebiet liegt, sollten zumindest fundierte Ergebnisse aus Windmessungen vor Ort, natürlich über einen längeren Zeitraum, vorliegen. Zumindest sollten Untersuchungen mit dem dreidimensionalen atmosphärischen Strömungsmodell MCF (mass consistent flow) vorliegen.

Mit freundlichen Grüßen

3 Unterzeichner der damaligen Bürgerinitiative                                                                             Ende des Schreibens 


E Auf Bitten der Husarenhof-Bewohner:
Schreiben der Stadtverwaltung Besigheim an das Bürgermeisteramt Ingersheim vom 19.3.2002; III/Ba/pi-794.62


Standortbereiche für Windkraftanlagen – Teilfortschreibung des Kapitels 4.2 im Regionalplan

Sehr geehrter Herr Kollege, lieber Volker,

Bewohner des Husarenhofs haben sich bei uns gemeldet und auf die von der Gemeinde Ingersheim angeregte Untersuchung im Rahmen der Fortschreibung des Regionalplanes „Windkarftanlagen“ hingewiesen, ob die Ausweisung eines Standorts für eine Windkraftanlage im Bereich der Birkenhöfe möglich ist. Die Bewohner des Husarenhofs wenden sich gegen diesen Standort mit den gleichen Argumenten, mit denen im April 2001 bereits ein Standort auf Markung Besigheim im Bereich der Kirschenanlage „Lange Heg“ abgelehnt wurde und wollen sich in einem eigenen Schriftsatz hierwegen an die Gemeinde Ingersheim und an den Verband Region Stuttgart wenden.

Die Stadtverwaltung wurde gebeten, der Gemeinde Ingersheim daneben noch die Bedenken Träger öffentlicher Belange mitzuteilen, die zu der Ablehnung dieses Standortes beigetragen haben und sinngemäß auch für den von der Gemeinde Ingersheim ins Auge gefassten Standort bei den Birkenhöfen gelten müssten. Dies sind:

·          Verband Region Stuttgart


„Das Vorhaben liegt nach dem geltenden Regionalplan in mitten des Regionalen Grünzuges 1.3. Nach dem Plansatz 3.1.1 (Z) des Regionalplanes werden Regionale Grünzüge als zusammenhängende Bereiche gesichert, die keiner weiteren Belastung insbesondere durch Bebauung ausgesetzt werden dürfen. Dies ist hier von besonderer Bedeutung, da der Bereich Husarenhof durch Hochspannungsleitungen bereits sehr stark belastet ist.

Ferner ist die dem Vorhaben nahe gelegene Hangkante zum Enztal als Landschaftsbild wertvoll, zusammen mit dem Besigheimer Forst ist auch die Erholungseignung hoch zu bewerten.

Da das Vorhaben Plansatz 3.1.1 (Z) des geltenden Regionalplanes widerspricht und der Standortbereich auch im Rahmen der Regionalplan-Teiländerung Windkraft nicht für eine Windkraftnutzung vorgesehen ist, kann dem Vorhaben aus regionalplanerischer Sicht nicht zugestimmt werden.“


·         Landratsamt  -  Naturschutzbehörde

„Der geplante Standort für die Windkraftanlage unmittelbar jenseits der Straße Husarenhof – Kleiningersheim und damit nahezu direkt angrenzend an die großen Waldrandstrukturen des Landschafsschutzgebietes „Neckartal zwischen Hessigheim und Besigheim“ mit ihren besonderen ökologischen Wechselbeziehungen zwischen geschlossenem Waldgebiet, Übergangsbereich von Obstbaumwiesen und kleinflächiger landwirtschaftlicher Nutzung hinüber zur südlich angrenzenden weiten Feldflur. Das Vorhaben tritt als Fremdkörper außerordentlich in Erscheinung und hat damit einen negativ prägenden Einfluss auf den gesamten dortigen ökologisch wertvollen und gleichzeitig stark frequentierten Naherholungsbereich. Außerdem kann sich die Windkraftanlage auf das im Norden liegende Natura 2000-Gebiet (Naturschutzgebiet „Neckarhälde“) beeinträchtigend auswirken.

Des weiteren werden durch die Windkraftanlage brütende Vogelarten wie Roter und Schwarzer Milan, Schwarzspecht, Waldkauz sowie andere Kleinvogelarten, die in diesem Grenzbereich ihre bevorzugten Habitate haben, beeinträchtigt. Gerade der Rote Milan ist gemäß der Roten Liste eine besondere Art, die stark gefährdet ist. Laut der EU-Vogelschutz-Richtlinie von 1979, Artikel 4 Abs. 1 ist der Rote Milan eine Vogelart, auf dessen Lebensräume besondere Schutzmaßnahmen anzuwenden sind.

Aufgrund der o.g. Gründe kann dem geplanten Standort nicht zugestimmt werden.“

·         Regierungspräsidium Stuttgart

Die geplante Windkraftanlage ist mit rund 77 m Nabenhöhe und 100 m Gesamthöhe ein raumbedeutsames Vorhaben und im Außenbereich von Besigheim an der Kreisstraße 1019 an landschaftlich exponierter Stelle geplant. Der Standort grenzt, nur durch diese Kreisstraße getrennt, an ein Naturschutzgebiet an. Er liegt außerdem inmitten eines regionalen Grünzuges des Regionalplans des Verbands Region Stuttgart. Nach Plansatz 3.1.1 des Regionalplans sind die in der Raumnutzungskarte ausgewiesenen regionalen Grünzüge als zusammenhängende Bereiche, die keiner weiteren Belastung insbesondere durch Bebauung ausgesetzt werden dürfen, gesichert. Der Verband Region Stuttgart hat aus diesen Gründen auch die Grünzüge als Ausschlusskriterium bei der geplanten Ausweisung von Standorten für Windkraftanlagen vorgegeben. Die geplante Windkraftanlage widerspricht der Forderung des Plansatzes 3.1.1 des Regionalplans, d.h. einem Ziel der Raumordnung im Sinne des § 4 Abs. 1 ROG. Ziele der Raumordnung sind von öffentlichen Stellen bei raumbedeutsamen Maßnahmen zu beachten.   

Die ablehnende Entscheidung unseres Technischen Ausschusses wurde auch gestützt auf ein Gutachten des Deutschen Wetterdiensts. Dieses Gutachten ergab eine mittlere Windgeschwindigkeit zwischen 2,5 bis 3,0 m/s. Es war also zu erwarten, dass die Anlage nicht ausreichend in Betrieb ist und eher als Abschreibungsobjekt anzusehen wäre.

Wir respektieren selbstverständlich die Planungshoheit der Gemeinde Ingersheim, bitte jedoch wegen der vergleichbaren Entfernung des geplanten Standortes bei den Birkenhöfen und des im Jahr 2001  ins Auge gefassten Standort bei der Kirschenanlage im Gewann „Lange Heg“ zum Ortsteil Husarenhof, dies in die weiteren Überlegungen wegen der Teilfortschreibung des Regionalplans einzubeziehen.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Bühler, Bürgermeister


Templates