Bürgerinitiative Gegenwind Husarenhof
Keine Windkraftanlage zwischen Ingersheim und Husarenhof

                   Trotz gutem Windmonat Dezember   –   Ganzes Jahr 2011               wieder kein gutes Windjahr

Der Dezember 2011 verhinderte ein Total-Desaster für die Windkraftbetreiber

(ts / 160112) - Der Dezember 2011 war nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) einer der erfolgreichsten Windmonate aller Zeiten in Deutschland. Ähnlich gute Ergebnisse gab es in den letzten 10 Jahren nur im Januar 2007 und im Februar 2002.

Das Verhältnis windstarker zu windschwacher Monate geht allerdings klar zu Gunsten der windschwächeren Monate aus und die durchschnittlichen Jahres-Windstromerträge je installierter Windkraftanlage  -  also die Ergebnisse aller 12 Monate des Gesamtjahrs 2011  -  sind weiterhin enttäuschend. Jubelarien der Windkraft-Fans und in der Presse sind also völlig fehl am Platz. Das gilt besonders für die Windkraftanlagen an windarmen Standorten, aber auch für viele Anlagen selbst an vermeintlich windstärkeren Windrad-Standorten auf der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald , die vom relativ windstarken Dezember 2011 in Form von besseren Ergebnissen gegenüber dem Jahr 2010 nicht mehr profitieren konnten.

Exemplarisch sind hier zwei Beispiele zu nennen: Die Alb-Windkraft GmbH hat zwar gegenüber dem Jahr 2010 ca. 1,46 Millionen kW/h mehr Ertrag, liegt aber immer noch mit minus 19,21 Prozent erheblich unter den Prognosen. Nur einmal in 6 Jahren seit 2006 konnten die Erwartungen mit einem Plus von 5,25 Prozent über den Planzahlen erfüllt werden. Insgesamt fehlen seit Januar 2006 mehr als 15 Millionen Kilowattstunden in den Bilanzen der Gesellschaft. 

Diese Defizite im 6-Jahreszeitraum 2006 - 2011 sind viel zu hoch, um noch im verbleibenden 14-Jahreszeitraum der 20-jährigen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer auch nur annähernd ausgeglichen werden zu können, zumal das jährliche Windaufkommen im vergangenen 10-Jahreszeitraum rückläufig war und alle verläßlichen Prognosen darauf hindeuten, daß dieser rückläufige Trend auch mittel- und längerfristig weiter anhält: Keine rosigen Aussichten für Windkraft-Enthusiasten im ohnehin windärmeren Binnenland.

Die sechs Windkraftanlagen der Regiowind Freiburg haben trotz der guten Dezemberwerte in 2011 gegenüber dem Vorjahr noch einmal weniger Ertrag gebracht. Gegenüber  dem schon schlechten Jahr 2010 fehlen nochmals 450.000 KilowattstundenIn den letzten beiden Jahren fehlten nun schon im Schnitt über 25 Prozent pro Jahr, in Bezug zu den nach eigenen Angaben erwarteten 16 Millionen Kilowattstunden.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass es auch einige wenige Windkraftanlagen mit einem besseren Ergebnis gegenüber 2010 gibt, z.B. bei der Anlage auf dem Brandenkopf oder bei den beiden Anlagen der Regiowind St. Peter. Aber auch im Fall St. Peter bleiben die WKA´s weit hinter den prognostizierten Erwartungen zurück.

Wenn also an vermeintlich „windigen“ Standorten die „3. Potenz der Windkraft“  nicht einmal zu ausreichenden Ergebnissen führt, dann zeigt das einmal mehr, dass in Baden-Württemberg die Windkraft  -  allein von den topografischen Gegebenheiten und von den physikalischen Gesetzmäßigkeiten her  -  nicht die Rolle spielen kann , die uns manche Politiker und Windkraft-Propheten und selbsternannte Klima-Weltverbesserer weismachen wollen. Die Standortsuche muß objektiv und seriös gestaltet werden und darf sich nicht nach den Wünschen von Betreibern, Grundstücksverpächtern, Ethik-Kommissionen, oder gar nur nach ideologischen Gesichtspunkten bzw. symbolischen Aspekten  -  wie z.B. in Ingersheim nach eigenen Angaben der Windrad-Initiatoren erfolgt  -  richten.

Nicht nur den Windkraftfans im Landkreis Ludwigsburg sollten die o.g. Daten zu denken geben. Als ein weiteres Beispiel sei an dieser Stelle der „Grüne Heiner“ bei Korntal-Münchingen erwähnt. Gegenüber den 12 Monaten des Geschäftsjahrs 2010 fehlen im Gesamtjahr 2011 nochmals 24638 Kilowattstunden und somit wurden in 2011 nur bescheidene rund 1129 Volllaststunden erreicht. Mit nur 8883 Kilowattstunden im November wurde ein Minusrekord seit der Inbetriebnahme im März 2000 erzielt. Mag der Windatlas des TÜV Süd für die anderen, vermeintlich windstärkeren Regionen, wie Schwäbische Alb, Schwarzwald oder der Hohenloher Ebene noch halbwegs eine vernünftige Grundlage bilden, so ist dieser für den Landkreis Ludwigsburg mit größter Vorsicht zu genießen. Der Grund: Die im Windatlas angegebenen Windgeschwindigkeiten wurden nicht gemessen sondern hochgerechnet und als Grundlage diente hierzu, weil die einzige Windkraftanlage vor Ort, in erster Linie die WKA  „Grüne Heiner“. Diese Windkraftanlage konnte im Dezember 2011 von den starken Windgeschwindigkeiten ebenfalls nicht im vollen Umfang profitieren und die Betreiber müssen nun weitere schlechte Erträge hinnehmen.

Ohnehin empfiehlt der im November 2010 / Februar 2011 erstellte TÜV-Süd-Windatlas für Baden-Württemberg keinerlei Windrad-Standorte im Landkreis Ludwigsburg, weil im ganzen Landkreis Ludwigsburg an keinem einzigen Standort die für einen dauerhaft wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb als notwendig erachtete jahresdurchschnittliche Windgeschwindigkeit (d.h. die durchschnittliche Windgeschwindigkeit an 365 Tagen im Jahr) von 5,8 Meter / Sek - 6,1 Meter / Sek auch nur annähernd erreicht wird. Diese Negativ-Aussage des TÜV-Süd-Windatlas wird durch die jetzt real vorliegenden Ist-Ergebnisse aller Windrad-Standorte  -  insbesondere an potentiellen Windrad-Standorten im Landkreis Ludwigsburg und in den angrenzenden Landkreisen  -  eindrucksvoll bestätigt.   

Das ganze Dilemma der Windkraft in Baden-Württemberg  zeigt eine von Wilfried Heck erstellte Grafik auf, die die gesamte Windleistung  -  getrennt nach Monaten  -  des Jahres 2011 enthält. Die Einspeisung aller Windkraftanlagen betrug in diesem Zeitraum lediglich 420.695,25 MWh. Das entspricht einer Auslastung von nur (!!)10,5 Prozent und war damit noch schlechter als 2010 mit einer damaligen Auslastung von 12,32 Prozent und ist auch weit unter dem ebenfalls nicht gerade berauschenden bundesweiten Durchschnitt von knapp 19 Prozent.  Zudem konnten die Windräder in Baden-Württemberg mit einer insgesamt 326,5 stündigen NULL-Einspeisung aufwarten.

Da bleibt nur zu hoffen, dass es in Zukunft  genügend durch Öl-, Gas-, Kohle oder Kernkraft betriebene Backup-Ersatz-Kraftwerke oder lieferbereite Anrainerstaaten (Frankreich / KKW Fessenheim ?) , (Tschechien KKW Temellin ?) oder Österreich (extra wegen Strom-Notversorgung Deutschlands „hoffnungslos“ veraltete konventionelle, eiligst reaktivierte und mit Kohle und Öl betriebene „Dreckschleudern“, mit allen Nachteilen für die Klimabilanz) gibt, die als Ersatz einspringen, sonst könnte vielerorts in manchen Landstrichen für die Bevölkerung eine vorübergehende Stromrationierung notwendig werden  -  Notfallpläne bestehen schon und werden von den Behörden aus verständlichen Gründen noch unter Verschluß gehalten  -  und an manchen Werkstoren könnte  -  insbesondere wenn es einen lang anhaltenden und strengen Winter gäbe und das Ausland als Stromlieferant ausfällt, weil es die eigene Bevölkerung und seine Wirtschaft vorrangig versorgen muß  -  dieses Schild hängen:






Das Auseinanderklaffen von Schein und Wirklichkeit  -  Wie die Öffentlichkeit beim „Bürgerwindrad“ in Vogtsreichenbach / Vincenzenbronn durch weit überhöhte Prognosen der Initiatoren „hinters Licht“ geführt wurde

  

(wm/280410) - Seit 2001 ist das unter der Firma „Rangau Wind Verwaltungs GmbH & CO. Bürgerwindrad Vogtsreichenbach KG“ laufende Bürgerwindrad am Netz. 

Auf deren Homepage steht pathetisch: 

„Seit dem 3. Dezember 2001 wird nach vierjähriger Vorbereitungszeit auf dem Bergrücken zwischen Vogtsreichenbach und Vincenzenbronn emissionsfrei Strom erzeugt. Der Ertrag der DeWind-D4, einer 600 kW-Anlage mit 70 m Nabenhöhe und 48 m Rotordurchmesser, wird 

nach  u n s e r e n   B e r e c h n u n g e n (1)  bei jährlich 750 000 kWh liegen.

Das ist mehr als die 168 Familien, die dieses Gemeinschaftsprojekt realisiert haben, verbrauchen. Eine faktische Selbstversorgung also.“ 

1) Hervorhebung der Schreibweise durch den Verfasser dieses Berichts

      
Nicht mehr ganz so pathetisch klingt es, wenn man den Hinweis „Wie die Ernte wirklich ist, sehen Sie hier“ anklickt, denn:

Der 8-Jahresvergleich von 2002 – 2009 führt zu katastrophalen Ergebnissen, wenn man die von den Betreibern prognostizierte Jahresleistung (Soll) der tatsächlich erzeugten Jahresleistung (Ist)
gegenüberstellt.

Die zusammengefassten  -  von den Betreibern selbst ins Internet gestellten  -  Jahreszahlen zeigen folgende Negativ-Abweichungen: (d.h. das durchschnittliche jährliche Windaufkommen ist  im 8-Jahreszeitraum deutlich hinter den von den Initiatoren großspurig verkündeten Prognosen geblieben; Ähnlichkeiten mit den von den Ingersheimer Initiatoren auf Hochglanzpapier prognostizierten Zahlen sind rein zufällig…).

                 Soll                                    Ist                          Real

                                                   Tatsächlich             Abweichung

               Prognose                  erzielter  Ertrag           bezogen auf           - =  Minderertrag

Jahr     in kWh   in %             in kWh    in %            Prognose in %            + = Mehrertrag

  1         2        3                 4        5                  6

 

2009    750 000  100              528 768   70,5            - 29,5              Spalte 6 = Spalte 5 - Spalte 3

2008    750 000  100              636 996   84,9            - 15,1                                       dto

2007    750 000  100              758 389 101,1             +  1,1                                                 dto

2006    750 000  100              564 365   75,2            - 24,8                                                  dto

2005    750 000  100              588 372   78,4            - 21,6                                                  dto

2004    750 000  100              683 553   91,1            -   8,9                                                  dto

2003    750 000  100              516 366   68,8            - 31,2                                                  dto

2002    750 000  100              625 684   83,4            - 16,6                                                  dto

 

Die hier über eine Betriebsdauer von 8 Jahren realisierten Negativabweichungen können niemals mehr aufgeholt werden, da das für dieses negative Ergebnis verantwortliche und am Standort vorhandene durchschnittliche Windaufkommen viel zu gering ist, um künftig positive Ergebnisse erzielen zu können. 

Dieses enttäuschende Ergebnis ist kein Einzelfall: Vielmehr sind derartige Negativ-abweichungen zwischen Soll (Versprechen der Initiatoren  v o r  Realisierung der Anlage) und Ist (tatsächlich erzielter Ist-Ertrag aufgrund des durchschnittlichen Windaufkommens n a c h  dem Bau der Anlage) deutschlandweit eher der Normalfall, wobei die höchsten Negativabweichungen nach den vorliegenden Ergebnisstatistiken verständlicherweise im eher windarmen Binnenland (d.h. in NRW, Bayern, Hessen, BW) eingetreten sind.

Kein Wunder, denn im eher windarmen (südlichen) Binnenland (Hessen, Bayern, Baden-Württemberg) ist das durchschnittliche Windaufkommen im Vergleich zu den nördlichen Bundesländern an der Küste (Niedersachsen, Schleswig-Holstein) bzw. gegenüber Brandenburg ca. 2 - 3 Mal geringer. Dies geht aus dem deutschen Windatlas bzw. aus Statistiken des Deutschen Wetterdiensts (DWD) und anderer unabhängiger Wetterdienste hervor, die über alle deutschen Bundesländer hinweg ein flächendeckendes Netz von Messstationen betreiben und deren Daten Grundlage von kurz-, mittel- oder auch längerfristigen (Wind- und) Wetterprognosen sind. 

Die von den Ingersheimer Initiatoren öfters als Modellfall zitierte Windkraftanlage „Grüner Heiner“ (Stuttgart / Weilimdorf; Nähe Autobahn) liefert bisher ebenfalls eher enttäuschende Ergebnisse, denn auch hier hinkt der im Mehrjahreszeitraum erzielte kWh-Ertrag (Ist) deutlich hinter den seinerzeit von den Initiatoren viel zu hoch prognostizierten Leistungen hinterher. Denn: Auch auf dem „Grünen Heiner“ ist das durchschnittliche Windaufkommen viel zu niedrig, um die von den Initiatoren ursprünglich prophezeiten kWh-Leistungen (Stromproduktion) erzielen zu können.

Man braucht keine hellseherischen Fähigkeiten, um jetzt schon sagen zu können, dass die Leistungszahlen zur Stromproduktion am geplanten Standort auf der Ingersheimer Höhe mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls desaströs ausfallen werden, denn auch hier gilt:

Das unterjährige durchschnittliche Windaufkommen ist hier  -  d.h. wie fast überall im Mittleren Neckarraum an Standorten, die lediglich ca. 300 m über Meeresspiegel liegen  -   ebenfalls viel zu gering, um die von den Initiatoren prophezeiten kWh-Leistungen (WKA-Stromproduktion) dauerhaft erzeugen zu können. Insofern werden sich vermutlich dieselben Negativabweichungen einstellen, falls es zum Bau der WKA in Ingersheim kommen sollte.

An dieser Stelle fragt man sich, weshalb es eher der Normalfall ist, dass die von den Initiatoren prophezeite kWh-Leistung oft und derart weit über der tatsächlich erzeugten Ist-Leistung geschätzt wird.

Die Antwort ist denkbar einfach: Die vom Gesetzgeber im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) den WKA-Betreibern über i.d.R. 20 Jahre lang garantierten Subventionen werden nur dann gewährt, wenn am vorgesehenen WKA-Standort in 50 m Höhe eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von mindestens 5 m / sec erreicht wird (= notwendige Voraussetzung). Diese vom Gesetzgeber verlangte Mindestvoraussetzung ist  v o r  Bau und Inbetriebnahme der WKA zu belegen; eine spätere Nachprüfung hat der Gesetzgeber (leider) nicht vorgesehen; d.h., werden im späteren Ist-Betrieb die ursprünglich gutachterlich (oftmals viel zu hoch) prognostizierten kWh-Leistungen nicht erreicht, laufen die Subventionen trotzdem weiter und müssen nicht zurückerstattet werden. 

Das Vorliegen dieser Mindestbedingung ist durch 2 unabhängig voneinander auf Kosten der Inititiatoren zu erstellende Gutachten nachzuweisen. 

Viele dieser Gutachten sind oftmals als reine Gefälligkeitsgutachten zu charakterisieren, da bei der Gutachtenerstellung im Normalfall und im Interesse der Auftraggeber (= WKA-Befürworter) Gutachter aus dem Umfeld der Windkraft-Lobby zum Zuge kommen und allein schon aufgrund des Auftragsverhältnisses („wes Brot ich ess, des Lied ich sing…“) eine gewisse Abhängigkeit entsteht, die allein schon deshalb die Objektivität des Gutachtens einschränkt: Ein Gefälligkeitsgutachten „bestätigt“ i.d.R. das vom Auftraggeber (d.h. den Initiatoren) gewünschte Ergebnis. 

Oftmals werden in diesen Fällen die an sich zu beachtenden Grundsätze der Objektivität, der Unbefangenheit und Neutralität des Gutachters (bewusst) außer Acht gelassen; dies vor allem in den Fällen, bei denen eine objektive Gutachtenerstellung zum Ergebnis führen würde, dass die im EEG geforderte Mindestvoraussetzung (durchschnittliche Windgeschwindigkeit in 50 m Höhe: mindestens 5 m / sec) zur Erlangung von Subventionen nicht erreicht wird: In diesem Fall müsste die Genehmigungsbehörde den WKA-Bauantrag ablehnen…. 

Vor diesem Hintergrund wird klar, dass ein Großteil der vor allem für WKA-Standorte im windarmen Binnenland von der Allgemeinheit über Zwangsumlagen gezahlten Subventionen (die den WKA-Betreibern gezahlten und i.d.R. 20 Jahre garantierten Einspeisevergütungen werden aufgrund gesetzlicher Vorgaben von den Energieversorgern auf den von allen Stromabnehmern zu bezahlenden Strompreis umgelegt: höhere Strompreise sind die Folge)  -  rückwirkend betrachtet und unter Gegenüberstellung von Soll (= von den Initiatoren prognostizierte Zahlen) zu Ist (tatsächlich erzielte kWh-Leistung)  -  zu Unrecht gezahlt wurden. Dies betrifft vor allem Fälle mit dauerhaften Negativabweichungen zwischen Soll und Ist wie im oben dargestellten Fall. 

Unter Berücksichtigung der für den Mittleren Neckarraum objektiv aus Messergebnissen des Deutschen Wetterdiensts (DWD) bekannten Windverhältnisse sowie aufgrund von Messergebnissen, die vom VRS der ursprünglichen Ablehnung des Antrags zum Ausweis des Standorts als Vorranggebiet zugrundegelegt wurden (vgl. diverse Presseberichte der Lokalpresse aus Vorjahren)   -  = Messergebnisse, die unterhalb der im EEG als Mindestvoraussetzung verlangten durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 5 m / sec liegen  -  wird es dort mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls zu Negativabweichungen zwischen Soll und Ist kommen, d.h. die Voraussetzungen zur Gewährung von Subventionen (Einspeisevergütungen) liegen am geplanten WKA-Standort Ingersheim ebenfalls nicht vor.

Abschließend bleibt zu fragen:

Wie lange sieht der Staat angesichts leerer Staatskassen und hochdefizitärer öffentlicher Haushalte diesem vor allem im windarmen Binnenland weit verbreiteten Subventionsschwindel  -  zu Gunsten einiger Initiatoren / Investoren / Kapitalanleger / Grundstücksverpächter u.a. und zu Lasten der zwangsweise zur Finanzierung von Einspeisevergütungen herangezogenen Allgemeinheit (Steuermittel) -  noch zu ?

 

Dipl.-Kfm. Walter Müller / Pressewart „Gegenwind Husarenhof“







Auf den richtigen Standort kommt es an

 
(wm / 210410) - Die Rentabilität einer Investition hängt von einer Reihe von Produktionsfaktoren ab, die darüber entscheiden, ob die Investition sich trägt oder ob sie als Fehlinvestition anzusehen ist. Im letzteren Fall droht der (Total)Verlust des investierten Kapitals. Um dies zu vermeiden, muss ein Investor vor der Investition alle bekannten Risiken abwägen, bevor er seine Investitionsentscheidung trifft.

Ein sehr wesentlicher Produktionsfaktor für das Gelingen einer Investition ist der Standort: Die deutsche Stahlindustrie beispielsweise hat ihren optimalen Standort in NRW, da dort neben einer Vielzahl weiterer günstiger Standortbedingungen die notwendigen Kohlevorkommen sind, die für den Betrieb der Hochöfen benötigt werden und ein Eisverkäufer macht seine Geschäfte weniger in der Antarktis bei den Eskimos als vielmehr im Süden, wo die Sonne scheint.

Auch bei einer Investition in eine Windkraftanlage (WKA) hängt Erfolg oder Misserfolg des Investments von einer Reihe von Produktionsfaktoren ab: Der wesentlichste Produktionsfaktor bei einer Windkraftanlage ist deren Standort.

Eine Windkraftanlage soll regenerativen Strom erzeugen. Das Volumen des erzeugten Stroms und damit die Ist-Leistung bzw. der Ist-Ertrag ist entscheidend abhängig vom durchschnittlichen Windaufkommen, das im ganzen Jahr an diesem Standort vorhanden ist, denn: Herrscht am ausgesuchten Standort vorwiegend Windstille oder ist das unterjährige Windaufkommen nur unterdurchschnittlich im Vergleich zu anderen Standorten, ist die Leistung = der Ertrag bei gleicher Investitionssumme eben auch schlechter als an den Vergleichsstandorten mit höherem Windaufkommen.

Baden-Württemberg oder Bayern sind südliche Binnenländer, bei denen das durchschnittliche Windaufkommen im Vergleich zu den nördlichen Bundesländern (Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern) an der Küste oder in Brandenburg deutlich geringer ist.

Objektive und langjährige Windmessungen haben ergeben, dass das Windaufkommen in den nördlichen Bundesländern oder in Brandenburg 3 Mal höher ist als in Baden-Württemberg oder in Bayern.

Vor allem dies ist der Grund, warum sich ca. 80 % - 90 % der bisher rd. 22 000 in Deutschland installierten Windkrafträder im Norden (Küstennähe) und Osten und weniger im Süden befinden.

Noch unter der rot-grünen Bundesregierung wurden in 2006 / 2007 große Windparks im Meer (off-shore) geplant, die an den Jahren 2008 ff. sukzessive realisiert werden. Hauptgrund war die vor allem im Norden sehr stark abnehmende Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber Windkraftanlagen. 


Stichworte:     - Gesundheitsgefährdung (Schattenschlag, Infraschall)

                        - Verschandelung der Landschaft

                        - Zurückdrängen der Natur (Tiere, insbesondere Vögel)

                        - Wertminderung der Grundstücke

                        - Verminderung des Erholungsraums für die Bevölkerung u.a.


Aufgrund dieses Sachverhalts werden z. Zt. mit großem finanziellem und technischem Aufwand sehr große Windparks in der Nordsee sowie vor der englischen Küste realisiert.

Selbst in Baden-Württemberg sind nach wie vor deutlich bessere Standorte für eine Windkraftanlage vorhanden, bei denen


·   wegen einer weniger dicht besiedelten Landschaft höhere Sicherheitsabstände zur Zivilbevölkerung möglich wären: Vermeidung von Gesundheitsgefahren (Infraschall, Schattenschlag)
·   keine Wertminderungen von Grundstücken und Gebäuden zu befürchten sind, weil es sich um Standorte in Autobahnnähe (Albaufstieg, Hohenlohe, Schwäbische Alb u.a.) handelt und damit um relativ wertloses, brachliegendes Land

Der baden-württembergische Wirtschaftsminister hat in mehreren Pressemitteilungen im April 2010 darauf hingewiesen, dass zwar die regenerative Energiegewinnung in BW weiter ausgebaut werden solle, dass aber von den bisher genehmigten, aber noch nicht gebauten Windkraftanlagen ca. 25 % wegen des sehr schlechten Windaufkommens an den ausgewählten Standorten schon jetzt als Fehlinvestition anzusehen seien…

Mehrere objektiv durchgeführte Windmessungen haben ergeben, dass der Standort Ingersheimer Höhe wegen des sehr schlechten Windaufkommens völlig ungeeignet ist für den Betrieb einer Windkraftanlage.

Aufgrund dieser Kriterien halten wir den Standort auf der Ingersheimer Höhe aus ökonomischen und ökologischen Gründen für völlig inakzeptabel.

Wir werden uns daher weiterhin dafür einsetzen, dass die dort geplante Enercon E-82 nicht gebaut wird, damit es zu keinen


·    Langfrist-Gesundheitsschäden der Bevölkerung durch Infraschall und Schattenschlag kommt (Husarenhof, Lerchenhof, Warturmsiedlung, Ingersheimer Bevölkerung)
·    Wertminderungen von Grundstücken in Besigheim und Ingersheim kommt
·    damit der Erholungswert der Gegend für die Bevölkerung und das Rückzugsgebiet für Tiere weiter erhalten bleibt

Fundstellen:
Europa plant riesiges Öko-Stromnetz an der Nordsee
Deutsche Firmen bauen an britischen Windparks mit
80 Windkraftanlagen auf der Nordsee geplant





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