Bürgerinitiative Gegenwind Husarenhof
Keine Windkraftanlage zwischen Ingersheim und Husarenhof

In letzter Zeit ist zum Thema Erneuerbaren Energien immer öfter von sogenannten Bürgerwindrädern die Rede. Dazu wird in den meisten Fällen von den Initiatoren eine Beteiligung in Form eines Genossenschaftsanteils angeboten, mit einer Vertragsdauer von bis zu  20 Jahren.

In der Regel sind die Initiatoren nicht aus dem Fachbereich der Windenergie und der Kapitalanlagebranche. Interessierte Anleger sollten sich daher bei ihrer Anlageentscheidung nicht von der allgemeinen Euphorie um die erneuerbaren Energien blenden lassen. Vielmehr sollten daher die wichtigsten Punkte beachtet werden:


Absolute Bedingung

Gibt es einen Beteiligungs oder Emissionsprospekt? Liegt ein Investitionsplan vor?

Gibt es personelle oder gesellschaftsrechtliche Verflechtungen bei den beteiligten Personen?

Kalkulation der Kosten für die restliche Laufzeit nach Ablauf des Garantievertrags (Rücklagen)

Kalkulation und Finanzierung der Rückbaukosten - Bankbürgschaft erforderlich - sind diese Kosten in ausreichender Höhe in den Gesamtkosten der Anlage schon enthalten?

Absolute Bedingung

Ertragsspezifische Investition = Gesamtkosten zu Netto-Jahresenergieertrag, diese sollten derzeit den Maximalwert von 0,65 Cent/kWh/a nicht überschreiten. Verlustriskio !

Beispiel: Gesamkosten 3,6 Mio. € geteilt durch Netto-Jahresenergieertrag von 3,3 Mio KW = 1,09 Euro. Eindeutig zu hoch. Für den Maximalwert müßte der Netto-Jahresenergieertrag 5,538 Mio KW betragen.

Der wirtschaftliche Erfolg hängt jedoch in der Hauptsache von seriösen Windgutachtern und korrekten Windgutachten ab. Gegenüber den Küstenregionen sind die mesoskaligen Strömungsverhältnisse im Binnenland durch verschiedene Faktoren stärker überlagert. An Windprognosen werden daher höhere Anforderungen gestellt. Zur Windpotentialbestimmung wird normalerweise das WASP-Programm eingesetzt. Zeigt das Programm im Küstenbereich gute Ergebnisse, so hat es doch bei komplexerem Gelände seine Schwierigkeiten. Es kann hier teils zu erheblichen Abweichungen  von den prognostizierten Werten kommen.


Ein Beispiel, was falsche Messungen der Windgeschwindigkeit
für die Energieprognose bewirken können:
Korrekte Messung
10 m Messung = 4.4 m/s
30 m Messung = 5.3 m/s
Daraus ergibt sich eine Rauhigkeitslänge von 0.047m bzw. eine Windstärke in 85 m Höhe von 6,15 m/s Eine WEC mit 1500 kW Leistung und einer Nabenhöhe von 85 m wird an diesem Standort im Jahr produzieren:

2.892 MWh
Mögliche Fehlmessung
entstanden durch:
  • Keine Kalibrierung
  • Falsche Montage
  • Schräganströmung
10 m Messung = 4.2 m/s
30 m Messung = 5.5 m/s
Daraus ergibt sich eine Rauhigkeitslänge von 0.288 m bzw.
eine Windstärke in 85 m Höhe von

6.73 m/s
Durch diese geringe Fehlmessung lautet die Prognose mit der gleichen beispielhaften WEC jetzt:

3.544 MWh
Messfehler bei der 10m Messung = - 0.2 m/s (-4,5% )

Messfehler bei der 30m Messung = + 0.2 m/s (+3,8%)
Überbewertung bei der Energieprognose =

 22,5%
Quelle: Marion Große, Ammonit Gesellschaft für Messtechnik mbH

Bei einem Vergütungspreis pro kWh von zum Beispiel 0,08 €, ergibt sich durch diese Prognose ein Jahresfehlbetrag von € 50.000 für eine einzige 1500 kW-Windkraftanlage!

Einfache Regel: Ein Meßfehler von 5% bei der Windgeschwindigkeit führt zu einem Fehler von 15% beim prognostizierten Energieertrag.

Dies zeigt, wie wichtig eine genaue Messung der Windgeschwindigkeit ist.



Anforderung an Windgutachten:

Allgemeine Kriterien



Zwei nach BWE-Standard erstellte Gutachten von zwei verschiedenen Gutachtern
Berücksichtigung des neu berechneten Windindex von 2004
Ältere Gutachten müssen diesem Windindex angepasst werden !!
Liegt der 60% Referenz-Nachweis zum Erhalt der erhöhten Einspeisevergütung vor?
Technische Abschläge vom Bruttoertrag von 4 - 6%
Kaufmännischer Sicherheitsabschlag von 7-10%

Standort und Meßinstrumente



Es sollten hochwertige Anemometer eingesetzt werden. Möglichst Klasse 1
Die Anemometer sollten vor Beginn der Messungen im Windkanal kalibriert werden 
Der Abstand der beiden Anemometer zueinander muss mindestens 15 m bis 20 m betragen
Höhe des Meßmasts mindestens 40 m. Komplexe Geländeformen erfordern höhere Meßpunkte
Bei Gelände wie in Ingersheim sind Messungen in 30 m und 50 m Höhe erforderlich
Die Messeinrichtung ist korrekt an dem für die WKA vorgesehenen Standort aufzubauen 
Alle Windsensoren müssen absolut senkrecht montiert sein. Geringe Abweichungen führen zu einer Schräganströmung
Wenn nicht auf Nabenhöhe gemessen wurde - erfolgte die Extrapolation auf Nabenhöhe über das logarithmische Windprofil mittels des WERNER Verfahrens?

Referenzanlagen


Falsche Referenzanlagen - Problem: Bei der Übertragung von Betriebsergebnissen mit niedriger flächenspezifischer Nennleistung (z.B. Enercon E-40/500 KW - Grüner Heiner)) auf geplante WEA mit hoher flächenspezifischer Nennleistung (z.B. Enercon E-82/2000 KW - Ingersheim) werden bedingt durch die zu breit berechnete Häufigkeitsverteilung zu hohe Energieerträge berechnet. Dies ist bedingt durch die Tatsache, dass in Deutschland wenig Windmessdaten aus Höhen von 100 m oder darüber vorliegen. 

Die Vermittlung von Genossenschaftsanteilen ist für jedermann zulassungsfrei.
Diese Vertriebsform wird als <<Der Clou für den Finanzvertrieb>>  beschrieben, weil -
Wer Genossenschaftsanteile verkauft oder vertreibt, benötigt keine Zulassung nach § 34 c oder
§ 34 d der GewO ( Gewerbeordnung ). Die geforderte Sachkundeprüfung vor der IHK gemäß VersVermV entfällt ebenso, wie der Nachweis einer Vermögensschaden – Haftpflichtversicherung. 

Die übliche Registrierung als Finanzvermittler mit Eintrag in der AVAD kommt nicht zum tragen. Einzig eine Gewerbeanmeldung nach §14 GewO sollte vorliegen. Es wird deshalb dringend angeraten, bei einem 
Verkaufs oder Beratungsgespräch vom Verkäufer oder Berater ein Gesprächsprotokoll erstellen zu lassen, 
dass dann von beiden Seiten unter- schrieben wird. Das Original sollte dann beim Kunden verbleiben.

Für Finanzgeschäfte jeglicher Art gibt es einen Leitfaden von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht: 

 Download 






Templates