Bürgerinitiative Gegenwind Husarenhof
Keine Windkraftanlage zwischen Ingersheim und Husarenhof

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Leserbrief von Frau Ingrid Maier,
veröffentlicht in der Ludwigsburger Kreiszeitung am 29.12.2010

Ein Alibi-Windrad reicht nicht aus

Originalversion

Gestern noch schnell die gesammelten Unterschriften GEGEN den Standort des Windrades abgegeben – von den Antragstellern fehlen noch 3 Unterlagen -  trotzdem deutet alles auf das vorläufige Ende des Genehmigungsverfahrens hin. Das LRA Ludwigsburg hat sich sehr viel Zeit genommen, um nach bestem Wissen und Recht den Bauantrag zu bearbeiten, sie hatten es damit sicherlich nicht leicht, weil es für sie auch ein neues Feld war. Leider kommt der Windatlas für ganz BW erst im Februar auf den Tisch, ich bin überzeugt, manche Dinge hätten sich von alleine erledigt. Wie einfach wäre es gewesen, wenn da mehr Klarheit geherrscht hätte. Ich vermute, dass der Standort nicht die nötige Wind  bzw. Strommenge bringt, mit dem man so ein Bauwerk rechtfertigen kann. Mit dem Windatlas hätte sicherlich der Regionalverband damals den Platz nicht ausgewiesen. (hatte sie ja auch gestrichen!!! Und er wurde dann aber von der Genossenschaft auf einem silbernen Tablett  wieder angeboten. Warum sollte man so ein Geschenk ablehnen?)

Das gleiche gilt für die Abstände zur Bebauung. Warum  gibt es keine einheitliche Regel für alle Bundesländer? Damit könnte man Diskussionsstoff vermeiden.

Außerdem wäre eine Volksbefragung der angrenzenden Gemeinden zum Vorteil gewesen. Das  ist gelebte  Demokratie. Damit kann ich mich mit meinem Demokratieverständnis abfinden! Auch wenn es vielleicht anders ausgehen würde, wie ich es vielleicht wünsche. Schließlich  ist es unser Dorf! Es gehört nicht wenigen, die eine Idee haben und auch nicht Anlegern, die oft auch gar nicht hier wohnen, die aber  Erträge erwarten.

Egal wie die Entscheidung ausgeht, die unendliche Geschichte geht weiter, keine Seite wird sich zufrieden geben! Ich hoffe nur, dass die Befürworter einsehen werden,  dass es nicht ausreicht, ein Alibiwindrad monströsen Ausmaßes gegen die WOLKE in die Landschaft zu setzen, sondern sie auch Ihren Mitbewohnern  verpflichtet sind.

Herr Landrat Dr. Haas hat gestern gesagt, dass, wenn die Befürworter noch schnell alles Fehlende liefern, die Entscheidung ganz schnell fallen wird.

Na dann -  schöne Bescherung!

Ingrid Maier , Ingersheim, den 14.12.10




noch unveröffentlichter Leserbrief von Herrn Günther Heitel vom 9.12.2010

Real ist nichts

Schon die Überschrift führt in die Irre. Es gibt keinen deutschen Solarstrom mit realer Rendite. Die Kosten für die Erzeugung betragen hierzulande ein Vielfaches des Marktwertes. Die Differenz und die künstlich mit der Einspeisevergütung erzeugte Rendite zahlen die Verbraucher über die erhöhten Strompreise. Wir sind Solarweltmeister und Preisweltmeister beim Strom. Es gibt von mir keine Empfehlung die Bankkonten zu plündern und in "Dachsparkassen" zu investieren. Eher ist das Gegenteil der Fall. Die Auswirkungen der deutschen Solarförderung sind preistreibend und unsozial. Was die Infrastruktur angeht, da gibt es nicht nur bei den  Netzen Investitionsbedarf, auch Speicher sind für den nicht bedarfsgerecht erzeugten Sonnenstrom Mangelware. Der Einspeiser muss das nicht kümmern, er hat die zwanzig Jahre lange Abnahmegarantie, ob der Strom gerade gebraucht wird, gespeichert werden kann oder nicht. Der Verbraucher zahlt auch diese Zeche alleine. Dass Herr Zeller in mir einen Solarstromgegner ausgemacht hat, ist ein weiterer Irrtum. Die Nutzung der Sonnenenergie hat Zukunft und ist unverzichtbar, allerdings dort wo es Sinn macht und sich rechnet.  Die deutsche Solarweltmeisterschaft ist eine irrsinnige Milliardenumverteilung und Verschwendung.  Die Hälfte der Weltproduktion wurde hier auf die Dächer und in die Landschaft, oft wenig umweltfreundlich, verbaut. Dem Klima, der Umwelt oder der Versorgungssicherheit hilft das wenig.

Peter Zeller nennt eine mögliche Rendite von sieben Prozent. Es sind unter den aktuellen Bedingungen weit höhere Eigenkapitalrenditen möglich. Aber welches Risiko müsste ein Anleger bei der genannten Rendite eingehen. Einfach mal bei der Bank nachfragen, ob es da zur Zeit eine Anlage mit zwanzigjähriger staatlicher Garantie gibt.  Es gibt weltweit keine extremere Solarstromförderung zu Lasten der Verbraucher.

Dieser Tage war auch von der Direktvermarktung in der Zeitung zu lesen. Hier tut sich für die Verbraucher ein neuer Preistreiber bei der EEG-Umlage auf.  Stromanbieter, die mindestens 50 Prozent ihres Stroms statt an der Börse direkt von EE-Anlagen kaufen, werden von der Umlage befreit. Das Rezept: Man nehme die Hälfte vom billigsten EEG-Storm, zum Beispiel aus Grubengas, Biomasse und die andere Hälfte Atom- oder Kohlestrom, schon hat man nicht nur das Grünstromprivileg, sondern auch eine Profitoptimierung erzielt.  Die teuersten Erzeugungen wie der Sonnenstrom verbleiben im Umlagensystem  und müssen von einer kleiner werdenden Zahl von Kunden bezahlt werden. Die EEG-Umlagen-Belastung wird bei dieser Direktvermarktung zusätzlich kräftig steigen. So einseitig unsozial und verbraucherunfreundlich sind diese lobbygestrickten deutschen Energiegesetze gemacht. Die Verbraucher müssen sich mehr informieren und darum kümmern.

Günter Heitel

Dann möchte ich Sie noch auf einen heutigen Artikel der Frankfurter Rundschau hinweisen:
Mit freundlichem Gruß

Günter Heitel



Leserbrief von Frau Ingrid Maier, veröffentlicht in der
 Bietigheimer Zeitung am 16.12.2010

Na dann - schöne Bescherung

Gestern noch schnell die gesammelten Unterschriften gegen den Standort des
Windrades abgegeben 1 von den Antragstellern fehlen noch drei Unterlagen 1
trotzdem deutet alles auf das vorläufige Ende des Genehmigungsverfahrens hin.
Das LRA Ludwigsburg hat sich sehr viel Zeit genommen, um nach bestem Wissen
und Recht den Bauantrag zu bearbeiten, sie hatten es damit sicherlich nicht leicht,weil es für sie auch ein neues Feld war. Leider kommt der Windatlas für ganz BW erst im Februar auf den Tisch, ich bin überzeugt, manche Dinge hätten sich von alleine erledigt. Wie einfach wäre es gewesen, wenn da mehr Klarheit geherrscht hätte. Ich vermute , das der Standort nicht die nötige Wind beziehungsweise Strommenge bringt, mit dem man so ein Bauwerk rechtfertigen kann. Mit dem Windatlas hätte sicherlich der Regionalverband damals den Platz nicht
ausgewiesen (hatte er ja auch gestrichen! Und er wurde dann aber von der
Genossenschaft auf einem silbernen Tablett wieder angeboten. Warum sollte man
so ein Geschenk ablehnen?).

Das Gleiche gilt für die Abstände zur Bebauung. Warum gibt es keine einheitliche
Regel für alle Bundesländer? Damit könnte man Diskussionsstoff vermeiden.

Außerdem wäre eine Volksbefragung der angrenzenden Gemeinden zum Vorteil
gewesen. Das ist gelebte Demokratie. Damit kann ich mich mit meinem
Demokratieverständnis abfinden. Auch wenn es vielleicht anders ausgehen würde,
wie ich es vielleicht wünsche. Schließlich ist es unser Dorf! Es gehört nicht
wenigen, die eine Idee haben und auch nicht Anlegern, die oft auch gar nicht hier
wohnen, die aber Erträge erwarten.

Egal wie die Entscheidung ausgeht, die unendliche Geschichte geht weiter, keine
Seite wird sich zufrieden geben! Ich hoffe nur, dass die Befürworter einsehen
werden, dass es nicht ausreicht, ein Alibiwindrad monströsen Ausmaßes gegen die
Wolke in die Landschaft zu setzen, sondern sie auch Ihren Mitbewohnern
verpflichtet sind. Herr Landrat Dr. Haas hat gesagt, dass, wenn die Antragsteller
noch schnell alles Fehlende liefern, die Entscheidung ganz schnell fallen wird.

Na dann eine schöne Bescherung!

Ingrid Maier



Leserbrief von Herrn Eberhard Pfitzner, veröffentlicht in der
 Bietigheimer Zeitung am 14.12.2010 und Ludwigsburger Kreiszeitung  am 16.12.2010

Zur Windernergieanlage Husarenhof - Vogelsterben einkalkuliert ? 

Als Naturfreund und letztlich Befürworter von  Energiegewinnung  aus natürlichen Ressourcen ist es für mich schockierend, dass ein Windrad der größten Kategorie mitten im Binnenland in windfraglicher Gegend und sogar in der Nähe von Wohnbebauung  beim Husarenhof errichtet werden soll.

Denn bisher ist allen Befürwortern, Gegnern und Genehmigungsbehörden sicher entgangen, dass es beidseits der Enz  Vogelfluglinien gibt. Im letzten Herbst konnte ich mich mit einigen Bekannten davon überzeugen, dass Vogelschwärme unterschiedlicher Arten, von Besigheim sowohl über die Lug, als auch über den Forst am Husarenhof vorbei in Richtung Süden ziehen, oft in Höhe der geplanten Windradflügel.

Ferner kann doch nicht billigend in Kauf genommen werden, dass neben den durchziehenden Vogelschwärmen  zusätzlich  hier lebende Greifvögel dem Windrad zum Opfer fallen können. Denn diese kreisen häufig majestätisch  in Höhen von 100-200 m über dem ausgewiesenen LSG „Enztal zwischen Bietigheim und Besigheim“ und Umfeld.

Besonders nachdenklich zur Windkraftthematik hat mich der sehr gut recherchierte objektive Beitrag  des SWR (bitte in voller Länge anschauen!) vom 19.11.09 gestimmt, abrufbar unter dem Link: http://www.gegenwind-husarenhof.de/video2.html.

Ich möchte meinen Enkeln in Jahren noch Greifvögel in der Natur zeigen können und nicht nur stilisiert auf Tafeln, welche Landschaftsschutzgebiete ausweisen.




Leserbrief von Herrn Günter Heitel, veröffentlicht in der
 Bietigheimer Zeitung am 01.12.2010

EEG-Umlage ist wenig sozial

Peter Zeller schreibt, der Netzausbau wäre schon für sechs Milliarden Euro zu haben. Da kommen Zweifel auf, und zu den Vorstellungen der zuständigen EU-Kommission besteht noch eine kleine Differenz. Um Energiesicherheit zu gewährleisten und um die Klimaziele zu erreichen, muss nach deren Ansicht in den nächsten zehn Jahren wohl eher das Hundertfache aufgebracht werden. Rund eine Billion Euro müssen in die EU-Energieinfrastruktur investiert werden. Alleine 30 000 Kilometer Stromleitungen müssten gebaut oder modernisiert werden, heißt es in der "Energiestrategie 2020", die Anfang November von EU-Energiekommissar Günther Oettinger präsentiert wurde. Wer das wohl bezahlen wird?

Was die EEG-Umlage betrifft: Die Stromverbraucher bezahlen ab Januar 4,20 Cent je Kilowattstunde für diesen Zuschlag. Nachdem die Stadtwerke die EEG-Umlage eins zu eins weiterreichen, bezahlen die Verbraucher in der Grundversorgung so für den Verbrauchspreis statt 18,68 Cent 22,88 Cent für die Kilowattstunde Strom. Wir haben so die höchsten Strompreise in Europa.

Die vielen Milliarden sollten nicht verschwendet, sondern zielführend ausgegeben werden. Aufwand und Nutzen stehen beim deutschen Solarstrom in keinem Verhältnis. Finanziert werden unwirtschaftliche Kosten und zweistellige, 20 Jahre garantierte Renditen für Investoren. Die Umlage ist wenig sozial, sie kommt einer Umverteilung von Arm zu Reich gleich. Mieter zahlen die Kosten und Renditen beispielsweise für die Dachanlagen- und Solarparkbetreiber mit dem überhöhten Strompreis. Der Effekt des deutschen Solarstormbeitrags für Klima und Umwelt ist dabei minimal und im Saldo gar umstritten. Die Sonne scheint in unseren Breiten nunmal unzuverlässig und im Schnitt nur zu einem Sechstel der Zeit.

Günter Heitel,

Bietigheim-Bissingen 



Leserbrief von Herrn Thilo Schäfer, veröffentlicht in der
 Ludwigsburger Kreiszeitung (LKZ/NEB) am 09.08.2010

Nicht bei uns

Wie viel hässliche (Industriebau-)leichen (zum Beispiel Kraftwerk Marbach) oder Ähnliches wollen wir in unserer Region noch(?), dazu auch noch in so exponierter Lage? Auf der Gemarkung Freiberg in Richtung Ludwigsburg stehen im Übrigen noch eine Vielzahl von Strommasten für die Überlandleitungen unserer Stromkonzerne.

Es ist unumstritten, dass wir alternative Energien benötigen. Aber sicherlich nicht in dieser Region und vor allem in dieser Höhe 180 Meter(!!!) Das Projekt darf nicht realisiert werden. Man stelle sich nur vor, jede Gemeinde schlägt diesen Weg ein.

Thilo Schäfer

Freiberg a./N.



Leserbrief von Herrn Thomas Schöller, veröffentlicht in der
 Ludwigsburger Kreiszeitung (LKZ/NEB) am 26.07.2010

Anmerkung der BI: Es hat 17!!! Tage gedauert, bis dieser Leserbrief abgedruckt wurde. Warum wurde er nicht schon vor der Besigheimer Gemeinderatssitzung veröffentlicht? Wir stellen den Leserbrief daher ungekürzt ein.

Wie im Sprichwort

Die Einigkeit der Ingersheimer Gemeinderäte sollte doch stutzig machen. Im Hinblick auf die
Abstimmung im Pleidelsheimer Gemeinderat, wo das Abstimmungsergebnis zugunsten der WKA sehr
knapp war und wohl nur durch die Stimme des Bürgermeisters gerettet werden konnte, fällt mir dazu nur ein – Eine Krähe hackt der anderen kein  Auge aus. Die Beiträge der sich zu Wort gemeldeten Gemeinderatsmitglieder waren weitgehend nur Worthülsen, wirkten wie bestellt von einem Skript abgelesen und besonders bedenklich war die Tatsache, dass ein Mitglied des Gemeinderats unverhohlen für eine Beteiligung an der Genossenschaft warb. Das hat nicht nur ein Gschmäckle, sondern ist schlichtweg ein Skandal. Leider saß dieser Herr mit dem Rücken zur Familie Zeltwanger und konnte nicht sehen, wie sich im Laufe des Abends angesichts diverser Aussagen die Angst in deren Gesichter einschlich.

Auch die Behauptung bei der Planung wurde stets mit offenen Karten gespielt, ist etwas weit hergeholt.Als einzige Gegenstimme kam Volkmar Beck (FWG) zu Wort und er hat seine Ablehnung zur geplanten WKA glaubhaft zum Ausdruck gebracht. Darüber konnte ich im Artikel nichts lesen. Vielmehr wird gleich zu Anfang des Artikels wieder der Eindruck erweckt, die Mitglieder der Bürgerinitiative Gegenwind Husarenhof wären nur Querulanten. Einige Gründer der Energie- 
genossenschaft haben das ja schon deutlich mit noch schärferen Worten zum Ausdruck gebracht. Wenn es um erneuerbare Energien geht, wird halt kein Widerspruch geduldet, basta.

Den schwarzen Peter hat jetzt jedenfalls das Landratsamt. Dieses musste zugeben dass hier Neuland betreten wird. Einige Fragen sind demnach immer noch offen und man muss sich dazu, laut Herrn Häberle, selbst erst erkundigen und fremden Rat einholen. So steht zu befürchten, dass dann wohl viele Ergebnisse keine Ist-Werte, sondern genau wie das Schallgutachten tituliert wird, nur Prognosen sein werden. Da werden die zukünftigen Genossenschaftsmitglieder gute Nerven brauchen, wenn eventuell die erste gerichtlich verfügte Zwangsabschaltung ins Haus steht.

Volker Godel sieht die Windkraftanlage ja als Zeichen der Zeit. Da könnte er an diesem Standort auch eine Uhr aufstellen. Ein Zeichen der Zeit wäre für mich zum Beispiel, wenn die politische Kaste als Vorbild auf die erhöhte Einspeisevergütung bei ihren eigenen PV-Anlagen verzichtet, sich privat ohne staatliche Subventionen sofort ein teures Elektroauto anschafft sowie auf den Zweitwagen verzichtet und auch die Dienstwagen kleiner werden. So könnten dann tatsächlich doch noch einige Ingersheimer Bürger vom Strom der fraglichen Windkraftanlage profitieren oder geht das etwa technisch gar nicht?


Thomas Schöller

Marbach



Leserbrief von Herrn Thomas Schöller, veröffentlicht in der
 Bietigheimer Zeitung (BZ) am 22.06.2010

Mindestabstand gefordert

Zum offenen Brief des Werner Wölfle vom 17. Juni 2010

Die CO2- Leier der Grünen kann ich schon nicht mehr hören. Die halbe Welt weiß, dass die Daten der Klimaforscher bezüglich der Erderwärmung vorsichtig ausgedrückt zu falschen Ergebnissen geführt haben. Kopenhagen war ein Desaster, das Kyoto-Protokoll hat keine Kraft mehr. Kanada vermeldet aktuell, dass es die Verpflichtung zur Verminderung des CO2 Ausstoßes um 90% senkt und zwar aus wirtschaftlichen Gründen. Weitere Länder werden bald folgen.

Wenn es Werner Wölfle und seinen Mitstreitern auch um die von den Windkraftanlagen betroffenen Menschen gehen würde, dann würden sie dafür Sorge tragen, dass es zu Windkraftanlagen in Baden-Württemberg endlich verbindliche Mindestabstände gibt. Erfahrungen in den anderen Bundesländern zeigen, dass ein Mindestabstand von 1500 m zu Siedlungen und Gehöften dringend notwendig ist.

Die Plattitüden des Herrn Wölfle sind jedenfalls nicht geeignet um mit ihm die Friedenspfeife zu rauchen.

Thomas Schöller
Marbach


Leserbrief von Frau Ingrid Maier, veröffentlicht im
 Stadtanzeiger Ludwigsburg  am 02.06.2010

"Wir Gegner sind keine Chaoten"

Vielen Dank für den Bericht über das Windrad. Es war einer der wenigen Berichte, die sehr sachlich das Thema angingen.

Ich gehöre nicht zu den Befürwortern , werde aber nie die andere Seite nieder machen, den das ist kein demokratisches Gebaren. Wir Gegner des Standorts im verdichteten Raum Ludwigsburg sind nämlich keine Chaoten, sondern Menschen, die eben anderer Meinung sind.

Im Kommentar des Journalisten kann er seine Meinung vertreten, ein Bericht ist eben etwas anderes. Warum wird das so oft falsch gehandhabt?

Ingrid Maier
per E-Mail



Leserbrief von Frau Renate Fischer, veröffentlicht in der
Ludwigsburger Kreiszeitung (LKZ / NEB) am 28.05.2010

unveränderte Originalversion

Werbeveranstaltung

so jedenfalls ist mein Eindruck von diesem Abend. Blieb deshalb auch der angekündigte Herr Dr. Greising vom Wirtschaftsministerium dem Vortrag fern, weil er sich nicht vor den Werbekarren spannen lassen wollte? Wie oft der Name Enercon genannt wurde, kann ich gar nicht mehr sagen, irgendwann habe ich aufgehört zu zählen.

Die Veranstalter gingen wohl davon aus, dass die Besucher wenig Sachkenntnisse haben. Die Ausführungen waren eher oberflächlich. Die erhebliche Belästigung und die gesundheitlichen Risiken der Windenergie wurden verniedlicht. Technische Aussagen stark übertrieben. So etwa, daß die neue Generation von Windkraftanlagen  auch schon unter einer Windgeschwindigkeit von 2 m/s Strom erzeugen könne. Wieviel das ist haben sie nicht gesagt. Jedenfalls, eine Enercon E-82 erzeugt bei 2,0 m/s lächerliche 3 KW. Bezogen auf die Nennleistung von 2000 KW also gerade mal 0,15% der möglichen Leistung. Deshalb läuft die Anlage auch erst mit Verzögerung ab 2,5 m/s an und produziert dann bei dieser Windgeschwindigkeit nicht einmal lausige 20 KW.

Nun befinden wir uns aber im Landkreis LB in einer der windärmsten Gegenden Deutschlands, wo das für einen wirtschaftlich sinnvollen Betrieb von Windrädern erforderliche Windaufkommen nicht vorhanden ist.

Ich denke, hinter diesen Aussagen steckt nur die Absicht eine plausible Erklärung zu verkaufen, warum in Zukunft in Murr, Benningen und anderen Orten eine 180 m oder noch höhere Windkraftanlage zu stehen hat. Ökonomische und ökologische Bedenken sind unerwünscht, es geht hier um politische und wirtschaftliche Erwägungen. Da kann man nur froh sein, dass eine Nutzung der Windkraft in Ludwigsburg-City sich tatsächlich nicht lohnen soll.

Aber auch da werden Herr Schweizer und Herr Blasenbrei-Wurtz sicherlich noch einen Weg finden.


Renate Fischer

Marbach



Leserbrief von Herrn Thomas Schöller, veröffentlicht in der
  Bietigheimer Zeitung (BZ) am 01.06.2010

gekürzte Texte sind fett markiert

Zum Leserbrief "von Herrn Dr. Kock - Argumentation der Gegner ist verräterisch" 

Was Herr Dr. Kock mit verräterisch meint sei mal dahingestellt. Seine Aussagen verraten mir jedoch, dass er sich selbst nicht so mit dem Thema Windkraft auskennt. Bezüglich der Aussage über die Windgeschwindigkeit von 5 m die Sekunde gemessen in 30 m Höhe bleibt festzustellen, dass die Höhe einer Windkraftanlage für diese Aussage keine Rolle spielt.

Vielmehr handelt es sich hier um eine Referenzwertangabe die für eine Beurteilung der Windgeschwindigkeit und des Windenergieertrags einer WKA bezogen auf die Nabenhöhe herangezogen werden kann und diese Angabe ist auch für eine Beurteilung der Wirtschaftlichkeit geeignet. Die Windgeschwindigkeit wird dann mittels weiterer Oberflächenparametern wie Weibullparameter und Rauhigkeitslänge  auf die Nabenhöhe der WKA hochgerechnet.

Im obigen Beispiel wäre die Windgeschwindigkeit in 10 m Höhe gerundet bei 4 m die Sekunde. Auf den Seiten des Wirtschaftsministeriums von Baden-Württemberg steht zum Thema Energetisches Potential - "Eine mittlere Windgeschwindigkeit von 4 m/sek in 10 m Höhe ist die absolut unterste Grenze einer sinnvollen Nutzung der Windenergie; sicherer ist es, als Messlatte für eine Investitionsentscheidung eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 4,5 m/sek in 10 m Höhe anzusetzen.

Dort steht auch zum Thema Investitionskriterien einiges drin, das einen Investor doch nachdenklich stimmen sollte. Das hat wohl auch jüngst die Stadtwerke Fellbach dazu veranlasst, sich von ihren Windkraftanlagen auf der Schwäbischen Alb zu verabschieden. Der Grund: zu wenig Wind (die Gutachter sahen das aber nicht so) und daraus folgend war offensichtlich keine Wirtschaftlichkeit gegeben. Die Stadtwerke Fellbach versprechen sich und jetzt Achtung – mehr Stromerträge durch einen Offshore-Seepark in der Ostsee!

Jedenfalls liegt Herr Prof. Quambusch in diesem Fall wohl nicht so falsch. Vielleicht sind seine anderen Ausführungen dann auch richtig?

Thomas Schöller
Marbach



Leserbrief von Herrn Thomas Schöller, veröffentlicht in der

 Ludwigsburger Kreiszeitung (LKZ / NEB) am 26.05.2010

Die Katze aus dem Sack gelassen

hat an diesem Abend die Windrad-Genossenschaft Ingersheim, wenn man der im Artikel gemachten Aussage vertrauen kann, das sich die Einnahmen durch den Stromverkauf  auf  333 000 Euro belaufen. Nun plötzlich würde der Ertrag drastisch auf etwas über 3,3 Millionen KW sinken. Dieser Ertrag errechnet sich aus der Angabe der Einnahmen durch den Stromverkauf und der Angabe der Einspeisevergütung, sowie durch die direkte Aussage eines Gründungsmitglieds der Genossenschaft am gleichen Tag.

Auf der Veranstaltung der Initiatoren am 12. März in der SKV-Halle in Ingersheim, haben die Betreiber vor versammelter Gemeinde den Energieertrag der Windkraftanlage mit 4,14 Millionen KW angegeben, nachdem im Vorfeld der damaligen Versammlung dieser Ertrag auch schon niedriger angegeben war. Was stimmt also nun? Auch von der erwarteten Rendite von 10% p.a. ist nicht mehr die Rede.

Schlimmer noch, durch diesen wohl geringen Energieertrag ist auch der Erhalt der gesetzlich vorgesehen Einspeisevergütung in Frage gestellt. Aus meiner Sicht werden die 60%  Referenzertrag-Kriterien deutlich unterschritten, wenn man die Zahlen vom FWG (Födergesellschaft Windenergie e.V.) heranzieht.

Das Verhalten der Genossenschaftsgründer ist nicht seriös. Dazu passt auch die Aussage der Initiatoren, sie wollen bei der Sache nichts verdienen. Das gilt zumindest nicht für Albert Krauter, der kann sich wohl über einen hohen Pachtertrag für seinen Acker erfreuen.

Thomas Schöller
Marbach



Leserbrief von Herrn Gerhard Dupper, veröffentlicht in der
  Bietigheimer Zeitung (BZ) und Ludwigsburger
Kreiszeitung (LKZ / NEB) am 22.04.2010

"Wir können alles, außer Wind"

Besteht an der Windkraftanlage überhaupt ein überwiegendes öffentliches Interesse, oder ist es das Steckenpferd einiger privater kapitalkräftiger Initiatoren, die mit Sponsoring, Zuschuss und Fördermittel aus dem Steuertopf ihr Steckenpferd verwirklichen und sich ein Denkmal setzen wollen?

Garantieren die von der GbR eingekauften Gutachten die auftragsorientiert dargestellten Ergebnisse, oder garantiert die Natur, die angenommenen Ausgangswerte dauerhaft zu liefern? Wer entschädigt die von den Nachteilen der Anlage Betroffenen, wenn die Ergebnisse nicht erreicht werden? Wer entschädigt das verschwundene Landschaftsbild und die negativen Naturveränderungen? Alle diese Fragen sind vor einer Genehmigung von der Genehmigungsbehörde, dem Landratsamt, bindend abzuwägen, und das Protokoll ist hierfür öffentlich zugänglich zu machen.

Ich bin gewiss kein Gegner von regenerativer Energiegewinnung, da ich anderweitig bereits beteiligt bin. Wenn an diesem Standort die Nennleistung erreicht würde, könnte ich Verständnis dafür aufbringen. Auf jeden Fall müssen die Grundlagen für eine annähernde Konkurrenzfähigkeit zu anderen Windkraftanlagen gegeben sein.

Obwohl mit dem heutigen technischen Stand von derartigen Anlagen nur ein Teil der Nennleistung an diesem Standort erreicht werden kann, ist das Gebiet als geeigneter Standort ausgewiesen, vielleicht unter dem Landesmotto: " Wir können alles.....auch ohne Wind". Mir erweckt sich der Eindruck, im Wettstreit der Windradenergie unbedingt mitspielen zu wollen, koste es was es wolle. Diese arrogante Einstellung entwertet das Original des Landesmottos und könnte in Sachen Leistung und Wirtschaftlichkeit im Lande Schild zuhause sein.

Ohne Hinzuziehung eines staatlichen, neutralen Gutachtens bleibt die Genehmigung zweifelhaft und führt vor allem bei den Betroffenen zur Unglaubwürdigkeit und Verdruss gegenüber der Verwaltung.

Gerhard Dupper,
Besigheim


Leserbrief von Frau Gisela Raschick, veröffentlicht in der

  Bietigheimer Zeitung (BZ)) am 21.04.2010

Höher als der Frankfurter Dom

Wir besuchen immer mal wieder das malerische Städtchen Besigheim mit seiner wunderschönen Umgebung. Besonders die Bauernhöfe "Husarenhof" haben es unseren Kindern angetan, denn dort laufen Hühner, Gänse, Schafe, Ziegen und Pferde frei herum. Auch sind dort sehr seltene Greifvögel zu beobachten, Eulen, Käuzchen und Milane. Nun haben wir erfahren, dass in unmittelbarer Nähe davon ein Windrad in Höhe von 180 Metern gebaut werden soll. Das ist ja fast doppelt so hoch wie der Turm des Frankfurter Domes!

Und bei einem Windrad wird es wahrscheinlich nicht bleiben. Welch ein Einschnitt in die Landschaft, in die Tierwelt, und was für eine Zumutung für die "Husarenhöfer" Bauern. Wenn dieses Windrad steht, ist für uns Besigheim als Urlaubsort gestorben!

Gisela Raschick
Frankfurt/Main


Leserbrief von Herrn Hans Moser, veröffentlicht in der
  Bietigheimer Zeitung (BKZ)
vom 01.04.2010,und Ludwigsburger Kreiszeitung (LKZ) am 19.04.2010

Infraschall ist laut Abhandlung gefährlich

Den Interessierten an der Windkraftanlage in Ingersheim empfehle ich dringend, im Internet die Abhandlung von Prof. Erwin Quambusch und Martin Lauffer "Infraschall von Windkraftanlagen als Gesundheitsgefahr" sehr aufmerksam zu lesen.

Dort heißt es unter anderem: "Windkraftanlagen erzeugen unzweifelhaft Infraschall. Im Gegensatz zu den Äußerungen von Behörden und den den Anlagebetreibern nahestehenden Institutionen, Infraschall sei völlig harmlos, verweist eine zunehmende Zahl von Wissenschaftlern auf die gesundheitliche Gefährlichkeit des Infraschalls.

Die Gefahr stellt sich inzwischen als so hinreichend wahrscheinlich dar, dass an die Stelle der bisher gepflegten Ignoranz staatliche Maßnahmen der Gefahrenabwehr und der Gefahrenvorsorge treten müssten."

Von befragten Anwohnern einer Windkraftanlage klagten "82 Prozent über Schlafstörungen, 80 Prozent über innere Unruhe, 80 Prozent über Herz- und Kreislaufprobleme und 60 Prozent über einen erhöhten Blutdruck." Und weiter heißt es: "Von naturwissenschaftlicher Seite wird ein Mindestabstand von etwa 2,5 Kilometer empfohlen."

Ich glaube jeder Kommentar erübrigt sich. Aber bitte nochmals zur Klarstellung: Ich bin nicht gegen die Windkraft, sondern gegen die Errichtung einer Anlage an dem jetzt vorgesehenen Ort, in der vorgesehenen Höhe von 180 Meter und in einer Entfernung von 370 Metern zum nächsten Bauernhof.

Es kann nicht sein, dass der energiepolitische Fortschritt auf dem Rücken von einigen wenigen Bürgern ausgetragen wird.


Hans Moser

Besigheim



Leserbrief von Herrn Thomas Schöller,
veröffentlicht in der Bietigheimer Zeitung (BKZ) am 13.04.2010

ZUM ARTIKEL "BUND SETZT SICH FÜR WINDRAD IN INGERSHEIM EIN"

Nicht mehr ruhig schlafen

Wo hätten die Leute vom BUND den gerne die weiteren tollen Standorte für WKA´s im Kreis? Zugunsten des angeblich und nicht bewiesenen Klimawandels durch den Menschen opfern diese Leute die Natur und die knappen Erholungsgebiete ihrer Heimat. Wie weit würden sie dafür gehen?

Wenn es nachvollziehbare Qualitätskriterien geben würde, käme man zu dem Ergebnis, dass es im Kreis überhaupt keine Windkraftanlage geben dürfte. In einem hat der BUND recht, der Standort Ingersheim ist nicht besser geeignet als andere in der Gegend. Er ist nämlich genauso ungeeignet wie die anderen Standorte.

Die Herrschaften sollten sich erst mal eine solche 179 m hohe Anlage anschauen und dann noch mal ihre Kompromissformel für die WKA in Ingersheim überdenken. Noch besser, gehen Sie in die Gemeinde ESTINNES in der Vallonie, Belgien. Dort hat man diese Gemeinde vor einigen Monaten als Versuchskaninchen für die Enercon E-126 mit 200m Höhe hergenommen. Mittlerweile liegen einige Bewohner im Krankenhaus. In einem Umkreis von einem 1km können die meisten nicht mehr ruhig schlafen.

Solche Zustände könnte es bald auch bei uns geben, wenn weiterhin dermaßen radikal die Windkraft gefordert wird.

Thomas Schöller

Marbach



Leserbrief von Herrn Ernst Theobald, veröffentlicht in der
 Ludwigsburger Kreiszeitung (LKZ) / Neckar-Enzbote (NEB) am 4.03.2010

Windkraft erhöht den Strompreis

Wer Windkraft baut, verlängert die Laufzeit von Atomkraftwerken oder baut Gaskraftwerke. Und: Wer Wind sät, wird doppelten Strompreis ernten!

Die Aussage „Windkraft kann 1000 Haushalte mit Strom versorgen“ ist eine propagandistische Lüge der Windindustrie. Dies will ich begründen. Windkraft ist parasitär: Sie braucht immer einen Flautenfüller-Sklaven, der als Doppelinvestment errichtet werden und im Doppelbetrieb mitlaufen muss.

Sklave, weil er 82 Prozent (zirka 19 Stunden pro Tag) arbeitet und der Wind nur 18 Prozent (fünf Stunden). Wer kann als Sklave arbeiten? Wir haben die Wahl zwischen Pest und Cholera: Atomkraftwerke können als Sklave arbeiten. Das heißt, wir brauchen zweimal die installierte Windleistung als Windsklave. Bei Gaskraftwerken genügt einmal die Windleistung als Sklave.
Beispiel: 2009 wurden in Deutschland zirka 1000 neue Windräder mit zusammen zwei Gigawatt Leistung gebaut. Um deren Windflauten zu füllen, müssen Neckarwestheim und Biblis mit zusammen rund vier Gigawatt auf Dauer am Netz bleiben.
Wen wundert es da noch, dass Doppelinvestment und Doppelbetrieb nach wissenschaftlichen Studien mittelfristig zu mehr als dem doppelten Strompreis führen? Alle Zusatzkosten zahlt letztlich jeder zwangsweise mit der Stromrechnung. Das ist Umverteilung von unten zu den reichen Kapitalanlegern, die sich an Windkraftwerken und Stromkonzernen und deren Gewinnen beteiligen können. Und wegen der Doppelbelastung bringen Windkraftwerke keinerlei CO2-Einsparung. Nur Gemeckere? Oder sehe ich auch Wege? Ja ! Alle nachhaltigen Energiequellen, die alleine bedarfsgerecht Strom liefern können, zum Beispiel Geotherme, Wasser, Biomasse.

Ernst Theobald


Leserbrief von Herrn Gerhard Schembera, Ingersheim;
 veröffentlicht  am 4.03.2010 in der Bietigheimer Zeitung

Landschaftsbild wird verunstaltet

Beim Streuobstpflegetag in Ingersheim gab Bürgermeister Godel folgenden Satz von sich: „Unser Landschaftsbild soll erhalten bleiben.“ Meine Frage hierzu ist,  muss diese Aussage nicht nur für den Erhalt der Streuobstwiesen gelten, sondern auch für das Verhindern des geplanten Windrades ? Wenn Godel ein Verfechter unseres Landschaftsbildes ist, wie kann er dann gleichzeitig ein Befürworter eines 180 Meter hohen Windrades sein, das dann auch noch an der exponiertesten Stelle unserer Gemarkung stehen soll, unmittelbar vor der Türe unserer Nachbargemeinde Besigheim ? Godel wird doch nicht allen Ernstes glauben, dieser „Oschi“ passt an diese Stelle und trägt zur Verbesserung des Landschaftsbildes bei.

Die Überschrift der BZ über diesen Streuobstpflegetag lautete übrigens: „Heimische Lebensräume retten.“ Welche Ironie !  

Gerhard Schembera
Ingersheim


Leserbrief (zum Standortstreit im Jahr 2002: Husarenhof /
Lange Heg / Neckarhäldenwald) v. Herrn Jürgen K. Berner, Steinheim,
veröffentlicht am 30.03.2002 in der LKZ / NEB

Wunsch Windkraft

Zum Thema Windkraft als alternative Energie gibt es vage Wunschhypothesen, aber leider keine zuverlässigen Aussagen über die Effizienz und Wirtschaftlichkeit für den täglichen Energiebedarf der Bundesrepublik. Dass sich Widerstand seitens der Bevölkerung gegen die Vergewaltigung mit Windrädern durch den Gesetzgeber und so genannte Windradbetreiber formiert und organisiert, ist zwangsläufig. Zunehmend wird erkannt, dass eine wachsende Anzahl von Profiteuren mit Erlaubnis des Gesetzgebers rücksichtslos gegenüber den betroffenen Anwohnern und der Naturlandschaft vorgeht. In Aufklärungsveranstaltungen seitens der Betreiber bleibt die Wahrheit allzu oft auf der Strecke beziehungsweise wird unterschlagen:

Dass Schallgeräusche von Windkraftanlagen über Kilometer transportiert werden und bei ungünstiger Windachse betroffene Bürger besonders nachts darunter zu leiden haben. Über die Belastung durch Infraschall wird überhaupt nicht geredet, obwohl eine Gesundheits-Belastung durch die nicht hörbaren Schallwellen festgestellt wurde. Untersuchungen haben gezeigt, dass Infraschall zu Vibrationen in Gebäuden führt, diese Vibrationen sind in Gebäuden stärker wahrnehmbar als im Freien.

Kontrollmessungen beschränken sich jedoch bisher auf die Erfassung im „hörbaren“ Bereich. Alle Steuerzahler subventionieren den Windstrom mit und nur die Betreiber und ihre Geldgeber profitieren. Dass eine große Anlage zum Beispiel ein Dorf mit ausreichend Strom versorgen kann, entspricht nicht der Wahrheit. Fossile Kraftwerke müssen immer in Betrieb gehalten werden, um bei Windstille sofort einspringen zu können, unabhängig von den Atomkraftwerken, falls diese eines Tages ganz abgeschaltet würden. 3,5 % des in Jahren erst erzeugten Strombedarfs sind schlicht und einfach zu wenig, um Windkraftwerke professionell zu betreiben.

Fossil betriebene Kraftwerke belasten also auch bei Wind unseren Luftraum weiter. Auch Aussagen, wie das Landschaftsbild sei durch Hochspannungsleitungen und Straßenbau sowieso schon verunstaltet, sind infam. Soll denn die Bevölkerung zusätzlich von Windrädern gestört und das Landschaftsbild zusätzlich belastet werden? Mit solchen Aussagen setzen sich angeblich „Grüne“ selbst vor die Tür. Behördlich angeordnete Nachmessungen an bereits bestehenden Anlagen werden ohne Mitspracherecht der Betroffenen zeitlich so gewählt, dass die Richtwerte nach der technischen Anleitung „Lärm“ den Schutzansprüchen der Betroffenen scheinbar genügen. Nicht betroffene Bürger sollten ihre Begeisterung für das Windrad nicht erst überdenken, wenn sich auf jedem Hügel solch eine Anlage befindet, denn dann ist es zu spät für einen Sinneswandel.                            


Jürgen K. Berner
Steinheim


Leserbrief v. Frau Ingrid Maier, Ingersheim,
veröffentlicht in der Ludwigsburger Kreiszeitung (LKZ) / Neckar-Enzbote (NEB)
am 18.03.2010

Offene Fragen

Das muss man den Befürwortern des Windrades lassen: Die Veranstaltung am vergangenen Freitag war professionell aufgezogen.

Der Standort ist also als Vorranggebiet ausgewiesen und damit ist jeder Widerstand laut der Verwaltung und den zuständigen Behörden zwecklos !Ich frage mich nur, wie es dann Besigheim gelungen ist, dass das Windrad nicht auf die dortige Markung kommt. Anscheinend hört man doch auf die Gemeinden, wenn sie so etwas ablehnen ? Auch die Abstände des Windrades zur Bebauung möchte ich hinterfragen, da sie ja wohl jedes Bundesland selber regeln kann. In den nördlichen Bundesländern gibt es viel freie Fläche und dort wohnen wenige Menschen. Trotzdem sind die einzuhaltenden Abstände viel größer.

Sollte man hier nach dem Prinzip verfahren, wir in Baden-Württemberg machen die Abstände einfach kleiner, weil sonst kein Windrad möglich ist ? Es muß doch Zahlen geben, die ausweisen, wie viele Meter zumutbar sind. Der Hersteller Enercon hat andere Zahlen genannt, als hier üblich sind. Das macht nachdenklich ! Ich hoffe, das Landratsamt als Genehmigungsbehörde wird da gründlich recherchieren.
Die meist sachliche Diskussion war sehr erfreulich. Besonders sachlich war der Beitrag des Landwirts Klaus Zeltwanger, der sich im Selbstversuch mit seiner Familie die Mühe gemacht hatte, unter einem Windrad zu stehen und den Schattenschlag zu erfahren. Er muss schließlich mit dem Windrad leben. Sogar Befürworter des Windrades bekamen danach Bedenken. Das lässt hoffen !

Im Übrigen bleibt immer noch die Frage, wie eine Industrienation wie Deutschland ihre Energieversorgung 365 Tage im Jahr sicherstellen will, ohne Atomstrom (wegen der Gefahr) und ohne Kohlekraftwerke (wegen des CO2-Ausstoßes). Hoffentlich nicht mit Tausenden von Windrädern ! Ich appelliere an das Landratsamt: Auch menschliches Wohlbefinden ist

Ingrid Maier
Ingersheim



Leserbrief v. Herrn Günter Heitel, veröffentlich in

 den Stuttgarter Nachrichten am 27.02.2010

Wind- und Sonnenstrom

Was für Windstrom gilt, trifft erst recht für den Sonnenstrom zu und da sind wir im so sonnigen Deutschland ja schon Weltmeister. Schattenkraftwerke sind erst recht beim Solarstrom erforderlich. Die Sonne scheint in Deutschland nur zu 10 - 20 Prozent der Zeit. Da sieht es beim Wind schon noch besser aus. Gefördert wird der PV-Strom aber wie keine andere erneuerbare Energieform. Die sogenannten Solarschulden, die die Verbraucher in den nächsten zwanzig Jahren per Umlage abbezahlen müssen betragen schon jetzt mehr als 100 Mrd. €. Wie man sieht, ist die Politik zu einer echten Korrektur nicht in der Lage. Die Schweizer haben jetzt ihre bescheidene und für die Verbraucher gedeckelte Förderung um 18 Prozent gesenkt, mit Rückwirkung zum 1. Januar 2010! Es werden weitere Milliarden an Belastungen für den deutschen Verbraucher hinzukommen. Für jede eingespeiste kWh Solarstrom wird aktuell im Schnitt 50 Cent bezahlt. Der Marktpreis beträgt rund 6 Cent, die Differenz zahlt der Verbraucher!

Die Ziele des Energiewirtschaftsgesetzes, die Verbraucher so günstig wie möglich, umweltfreundlich und sicher zu versorgen, werden hier nicht verfolgt. Es geht um die besondere Förderung und Stützung einer einzelnen Branche, die nicht konkurrenzfähig ist und es geht um die Verlustdeckung und den Profit der Einspeiser. Die Umlage stellt quasi eine schleichende Enteignung der Verbraucher zu Gunsten Dritter dar. Eine Enteignung ist allerdings nur im Ausnahmefall zu Gunsten der Allgemeinheit nach unserem Grundgesetz zulässig. In diesem Jahr zahlen die Verbraucher für jede kWh-Strom schon 2,44 Cent EE-Umlage. Wenn Tonnen von Solarzellen im Jumbos kurz vor Jahresende aus China eingeflogen werden um sich die höchste Förderung für 20 Jahre zu sichern, dann zeigt das die Profitorientierung. Mit Interesse am Klimawandel oder der Umwelt hat das nicht mehr viel zu tun. CO2-frei und unschädlich ist da auch nichts. Manche der installierten Zellen sind mit Cadmium beschichtet. Auch dieser Schrott wird entsorgt werden müssen.


Leserbrief v. Herrn Olivier Fiechter, veröffentlich in
 den Stuttgarter Nachrichten am 21.02.2010

Windkraft-Initiative beginnt Info-Kampagne

Ja, das Gutachten, Betreffend der Vögel und Fledermäuse möchte ich doch mal gerne durch lesen. Den ich kann mir nicht vorstellen das in einem Jahr 3 Fledermäuse durchgeflogen sind über das angesproche Gebiet. Für mich ist es schon fast provokativ eine solche Aussage zu machen. Da ich das Gebiet selbst kenne und ein bisschen weiss wie es um den Fledermausbestand steht, frage ich mich wie man auf diese Zahlen kommt. Wurde hier eine Zählung von Laien durch geführt oder war immer schlechtes Wetter wo keine flogen? Hier geht für mich die Rechnung absolut nicht auf und habe das unbestimmte Gefühl das da was absolut nicht stimmt. Zu den Vögel ist zusagen das vor allem die Greifvögel Probleme bekommen werden, allen vorn der Rotmilan, der sich in diesen Höhen von 13-150m sehr gerne aufhält und zu den mit Abstand am häufigsten erschlagen Vögel zählt. Ich bin absolut kein Gegner von Windkraftanlagen, aber es müssen nun mal die Bedingungen stimmen, den sonst wird das nie was richtiges. Den wenn dann doch tote Tiere gefunden werden, geht es erst richtig wieder los.
 
Mit freundlichen Grüssen
Olivier Fiechter


Leserbrief v. Herrn Heinz Michelmann, veröffentlich in
 den Stuttgarter Nachrichten am 20.02.2010

Windkraftanlagen sind ein barbarischer Akt der Umweltzerstörung

Zu den Standardlügen der Windindustrie gehört z.B.: „Eine einzelne Anlage liefert genug Strom für bis zu 5000 Haushalte“. Eine - oder beliebig mehr – Anlagen liefern nicht den Strom für 5.000 Haushalte. Bei zu wenig Wind liefern sie überhaupt keinen Strom, die 5.000 Haushalte stehen im Dunkeln und bei Starkwind fliegen sämtliche Sicherungen raus. Fazit: zur Netzstabilisierung benötigt man kontinuierlich ein konventionelles Kraftwerk fast gleicher Leistung – ein sog. Schattenkraftwerk – damit die 5.000 Haushalte ständig den Strom zur Verfügung haben, den sie benötigen. Das Märchen, dass sich der Strom aus Wind deutschlandweit ausgleicht, wird täglich durch die Veröffentlichungen der EEX widerlegt. Die oft kolportierte Aussage: „Will ich Kohlekraftwerke, Atomkraftwerke, oder will ich alternativen Strom“ ist eine bewusste Verdrehung der Tatsachen. Wie oben gezeigt, sind WKA ohne konventionelle Kraftwerke nicht möglich, will man den Verbrauchern ein stabiles Netz garantieren. Die Frage muss folglich lauten: „Welches Schattenkraftwerk wollen Sie? Kohle, Atom oder Gas (über Nabucco von Fischer, GRÜNE oder über Gazprom von Schröder, SPD)? Dass CO2 auf diese Weise eingespart wird, ist nach dem oben Gesagten ebenfalls grober Unsinn. Es entstehen die Emissionen nicht an der WKA, sondern sie werden auf das Schattenkraftwerk verlagert. Windkraftanlagen sind ein barbarischer Akt der Umweltzerstörung zugunsten des Profits weniger.


Leserbrief v. Herrn Dieter Großhans, Ludwigsburg, veröffentlich in der Ludwigsburger
Kreiszeitung (LKZ) / Neckar-Enzbote (NEB) am 20.03.2010

Lieber in der Nordsee

Wenn die SPD im Kreis Ludwigsburg das Windkraft-Projekt Ingersheim politisch unterstützt, so ist das reiner Populismus und zeigt, wie laienhaft und unprofessionell die Genossen an dieses Projekt herangehen. Selbst der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Knapp, propagiert den Einsatz von derartigen Anlagen im Nordschwarzwald, aber um Himmelswillen doch nicht in Ingersheim.

Ich war kürzlich im Schliffkopf-Hotel und genoss den Ausblick auf die Natur. Dort stehen auf auf nahezu 1000 Meter geodätischer Höhe Windkraft-Anlagen. Da die Bauwerke im Vergleich zur geplanten Anlage in Ingersheim wesentlich kleiner sind, fügen sie sich angenehm in das Landschaftsbild ein.


Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hat zwei weitere Windparks in der Nordsee genehmigt. Nördlich des Hochsee-Windparks „He Dreight“ kann die EnBW zusätzlich 39 Anlagen erstellen. Sie haben eine Leistung von 53 Megawatt. Die EnBW lädt Partnerstädte dazu ein, sich an diesen Projekten zu beteiligen. Wobei insbesondere Stadtwerke aus Baden-Württemberg besonderes Interesse an einer solchen Kooperation zeigen.


Das Beteiligungsmodell ist so aufgebaut, dass Interessenten zunächst eine Option auf eine Beteiligung erwerben. Erst wenn der offshore-Windpark in Betrieb gegangen ist und alle Wirtschaftlichkeitsdaten vorliegen, können die Stadtwerke ihre endgültige Investitions-Entscheidung treffen.


Ein großer Vorteil ist die Begrenzung des Risikos für potenzielle Partner. Die Stadtwerke können von den Betriebserfolgen profitieren, ohne die Risiken während der Bauphase mittragen zu müssen. Das wäre, anstelle des Standorts Ingersheim, eine elegante Lösung für die Investoren!

Sehr geehrte Frau Ziesenhenne-Harr, Sie führen in Ihrem Leserbrief aus: „ Sobald das Windrad steht und die Flügel sich drehen, werde ich mich an dem Anblick erfreuen in der Gewissheit, dass gerade auf nachhaltige Weise Energie entsteht.“ Könnten Sie diese Freude nicht in verstärktem Maße erleben, wenn Sie sich daran erinnern, dass eine solche, von Ihnen unterstützte Anlage an der Nordsee stehtund unter viel günstigeren Voraussetzungen Energie erzeugt?                                           
 
Dieter Großhans
Ludwigsburg


Leserbrief v. Herrn Adolf Eisenmann (Vorsitzender der FWV Freien Wählervereinigung
Besigheim und FWV -Fraktionschef  im Besigheimer Gemeinderat), veröffentlicht
unter "Ein gewaltiger Störfaktor" in der Bietigheimer Zeitung am 20.03.2010

Ein gewaltiger Störfaktor

Der Mittlere Neckarraum besitzt nur noch wenig Freiflächen. Deshalb müssen wir damit sehr sorgsam umgehen. Die Anlage E 82 wäre die erste dieser Größe in Baden-Württemberg mit rund 180 m Höhe. Der Gesetzgeber verlangt einen Abstand zu Wohngebieten von 400 Metern. In anderen Bundesländern wird in der Regel ein Abstand zwischen 900 und 1000 Metern verlangt. Der in Baden-Württemberg geforderte Abstand mag wohl für Windräder der ersten Generation ausreichend gewesen sein.
Für die Riesenräder der neuen Generation sind 400 Meter zu wenig. Der Husarenhof liegt mit 700 Metern Abstand noch im Wirkungsfeld der Anlage. Dieses monumentale Bauwerk bliebe, wenn es errichtet wird, ein gewaltiger Störfaktor in der Landschaft.

Selbst wenn es den Betreibern gelingen würde, im Landkreis fünf dieser Anlagen aufzustellen, würde weder eine andere Leitung abgebaut, noch irgendein Kraftwerk abgeschaltet. Auch die weitere Entwicklung in Neckarwestheim wird von dieser Anlage nicht im geringsten beeinflusst. Um ein AKW zu ersetzen, ist eine dreistellige Zahl solcher Anlagen notwendig.

Die angeführten Argumente für den Bau haben mich nicht überzeugt, und nur etwas bauen, damit man sagen kann „Wir haben auch etwas getan“ ist mir im Endeffekt zu wenig.

Adolf Eisenmann
Besigheim


Leserbrief v. Frau Dorothea Bronner, Besigheim; veröffentlicht am 24.03.2010
  in der Bietigheimer Zeitung unter "Sachlichkeit ist die Devise" und am
25.03.2010  in der LKZ  / NEB unter "Lieber Sonne"

Sachlichkeit ist die Devise

Windrad oder Sonnenkollektoren ? Sachlichkeit ist die Devise der Windrad-Befürworter. Die Gegner argumentieren jedoch ebenso sachlich. Vergleiche ich nun die Argumente beider Parteien, dann muss ich, eine aktive Umweltschützerin, zugeben, dass der vorgesehene Standort Ingersheim für das geplante Windrad tatsächlich äußerst ungünstig liegt.

Das Umland ist dicht besiedelt,  -  der nächste Hof liegt gerade mal 350 Meter entfernt  -, es ist relativ Wind arm und die Gegend wird intensiv genutzt. Ein Windrad an diesem Ort hätte geringen Nutzen und würde die gewachsene Kulturlandschaft empfindlich stören.
 
Einen weitaus größeren Schaden würden seine Infraschallwellen verursachen. Wie viele Berichte gibt es bereits über Depressionen, Schlaflosigkeit und andere Erkrankungen im weiteren Umfeld von Windrädern! Wollen wir in Besigheim, Ingersheim, Pleidelsheim, Bietigheim, Freiberg usw. uns und unseren Kindern das wirklich antun?

Wie wäre es, wenn die Ingersheimer Gemeinde auf sämtliche öffentlichen Gebäude Sonnenkollektoren bauen ließe? Das wäre doch ein vorbildlicher Anfang für eine nachhaltige und effiziente Energiegewinnung ohne die negativen Auswirkungen eines Windrades am falschen Ort.

Dorothea Bronner
Besigheim



  Leserbrief v. Herrn  Peter C. Ulrich, Besigheim,
am 16.03.2010 Bietigheimer Zeitung

ZUR BERICHTERSTATTUNG ÜBER DAS GEPLANTE WINDKRAFTRAD*Schuld ist die Politik

Jeglicher Couleur

Der Tenor der Versammlung: Die Windkraft kommt, nun wird alles gut - weit gefehlt: Die Bedenken der Standortgegner konnten nicht entkräftet werden.

Erstaunlich ist die Gefühlskälte, mit der die Vernichtung der Existenz der Familie Zeltwanger (Lerchenhof) betrieben wird. Schuld an der aufgeladenen Atmosphäre ist die Politik jeglicher Couleur, die bewusst versäumt hat, den Bürger in Baden-Württemberg vor den negativen Auswirkungen dieser Anlagen zu schützen.

Peter C. Ulrich
Besigheim

 
Leserbrief v. Herrn Michael Bötz, Bietigheim-Bissingen,
am 25.02.2010 Bietigheimer Zeitung

Leserbrief zur geplanten Windkraftanlage in Ingersheim (ungekürzte Fassung)

 Ingersheim im Dornröschenschlaf?

Über die Berichterstattung, Flyer und Aussagen zum Thema Windrad kann man sich nur wundern. Anscheinend ist alles schon so gut wie gelaufen und beinahe  genehmigt. Zahlen, Fakten und der unmittelbare Nutzen sprechen für sich. Ist dem wirklich so? Fakt ist, das der geplante Anlagentyp in einem Offshore Windpark das 8-10 fache an Energie erzeugen würde. Nicht die max. Nennleistung des Herstellers ist maßgebend, sondern die tatsächlich möglichen Strommengen und diese würden nie die angeführten Zahlen erreichen. Wie auch, Studien am Deutschen Zentrum für Luft- u. Raumfahrt, Institut für Technische Thermodynamik in Stuttgart belegen eindeutig, das im Windschatten des Schwarzwalds keine wirklich sinnvolle u. wirtschaftliche Nutzung von Windenergie möglich ist.

Die Fortschreibung des Regionalplans bzgl. Vorrangstandorte ist somit in Frage zu stellen. Die besondere landschaftliche Bedeutung des Neckartals wird vom Verband Region Stuttgart immer wieder betont und sogar ein „Neckarpark“ ausgewiesen - ein Steinwurf weit weg davon sollen andere Maßstäbe gelten? Industrieschandflecken gibt es schon genug, siehe z.B. das Marbacher Kraftwerk. Vom dortigen 162 Meter hohen Kraftwerksturm sieht man in Ingersheim ca. 80 Meter, das Windrad würde 100 Meter höher werden, welch ein Wahnsinn bei der geringen Energieausbeute.  Wie wird eine „weitgehend ausgeräumte“ Landschaft definiert? Da lebt, fliegt, kreucht und fleucht nichts mehr? Nur ein paar Menschen, die im Schlagschatten u. Infraschall leben sollen? Steinkautz, Schleiereule, Mäusebussard, Rotmilan u.a. Tiere sind schon alle fort? Kurze Transportwege, keine Leitungsverluste?

Werden die Ingersheimer alle Stromkunden bei EWS Schönau wohin der Strom verkauft werden soll? Mit Herstellerangaben, schön formulierten Zahlen, bestellten Gutachten und politischer Unterstützung sehen sich die Befürworter vielleicht rechtlich auf der sicheren Seite. Aber wie weit ist es mit der Moral und der Verantwortung gegenüber den Mitmenschen, der biologischen Vielfalt von Flora und Fauna und dem Verlustwertbestimmender Lebensraum- u. Landschaftstypen? Vor Jahren wurde unweit auf Besigheimer Gemarkung der Bauantrag vom Gemeinderat abgelehnt.

Hoffentlich erwachen die Ingersheimer nicht erst aus dem Dornröschenschlaf wenn sich das Windrad dreht. Ich bin absoluter Befürworter und Nutzer von erneuerbaren Energien, wo es Sinn macht. Zitat Hubert Weinzierl (Präsident des Deutschen Naturschutzrings) „Nur eine gute Standortwahl macht Windkraft umwelt- und naturverträglich!“

Michael Bötz

Bietigheim-Bissingen  25.02.2010



Leserbrief v. Herrn Thomas Schöller, Marbach am 17.3.2010 in der

Ludwigsburger Zeitung, ungekürzte Fassung

Dürftige Informationsveranstaltung

die Informationen der Veranstalter waren eher dürftig und konnten nur durch die Fragen der Anwesenden etwas aufgebessert werden. Leider hat der Moderator es versäumt, das die Fragestunde auch zu einer solchen wurde. Er hat es zugelassen, dass bald die Hälfte der Zeit für Statements und Lamentos verloren ging. Die wirklich wichtigen Fragen konnten so mangels Zeit nicht mehr gestellt werden.
Was aber wirklich vielen die Sprache verschlug war die Tatsache, dass die Ingersheimer Bürger ihrer Rechte beraubt werden. Der Bürgermeister machte klar, dass ein Bürgerbegehren nicht in Frage kommt, da sich die Gemeinde bei Zulassung eines solchen Begehrens strafbar machen würde. Hintergrund: Die EU gibt vor, dass in Baden-Württemberg 400 Windräder aufgestellt werden und da es in unserem Bundesland wenig geeignete Standorte gibt, müssen die momentanen und natürlich auch noch die neu zu findenden Standorte mit planwirtschaftlichen Gehabe durchgezogen werden.
Stellen wir uns nur mal vor, dass es sich nicht um ein Windrad sondern um ein Endlager für Brennstäbe handeln würde. Da wären wohl sozialistische 99% Gegenstimmen der Bürger zu erwarten. Es würde aber nichts nützen. Das Ding wird gebaut, basta. Demokratie ade, unser Grundgesetz liegt eh schon Sterben. In diesem Zusammenhang deshalb erwähnenswert §11, Absatz 2 im EEWärmeG-Gesetz. Die Stellungnahme des Bundesrats zu diesem §11 macht für mich die Sache nur noch schlimmer.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Schöller


Leserbrief v. Herrn Erich Grill, Husarenhof am 16.3.2010
in der Bietigheimer Zeitung

Husarenhof -ein gebeutelter Stadtteil Besigheims-  

Der Husarenhof war schon immer ein wenig benachteiligtes Anhängsel der Stadt. Dies mussten die Bewohner des Husarenhofs oft verspüren.

Sie mussten beispielsweise bis 1847 warten und dafür kämpfen, dass sie wenigstens einen Brunnen erhielten um Wasser für die Bewohner und ihre Tiere schöpfen zu können. Infolge der Globalisierung und dem viel zu laschen Einsatz unserer Regierungsvertreter in Brüssel für die Belange und die Existenzsicherung unserer Landwirte sterben diese auch auf dem Husarenhof langsam aus. Vieh,Schweine, Hühner gibt es kaum noch.

Der Beruf des Landwirts wird immer unattraktiver. Man hat den Eindruck, dass andere Agrarländer in der EU sich viel mehr und energischer für ihre Landwirtschaft und den Weinbau einsetzen. Auch zum Teil überzogene Auflagen durch die EU nehmen unseren Landwirten finanzielle Möglichkeiten in Ackerbau, Viehzucht sowie Obstbau einschliesslich Landschaftspflege zu investieren. Wie anderswo sehe ich auch auf dem Husarenhof den Niedergang der Streuobstwiesen . Man kann nur hoffen, dass sich diese Entwicklung nicht eines Tages bitter rächt.

Zu allem Übel mussten die Husarenhöfler in den letzten Jahren immer mehr Eingriffe in ihre Äcker und Baumwiesen verbunden mit erheblichen Wertverlusten hinnehmen. Der Husarenhof ist eingekreist von Öl- u.Gasleitungen, sowie zwei Hochspannungsüberlandleitungen(früher sogar drei). Zur Zeit wird eine Ethylenpipeline durch Äcker, Baumwiesen und Weinberge der Höfler gebaut. Eine grosse Gasleitung ist in Planung und soll ebenfalls durch den Husarenhof geführt werden, die grossen Schaden nach sich ziehen würde. Als Mitbetroffener hätte ich mirwährend des Planungsverfahrens viel mehr Unterstützung von allen Seiten für die Husarenhöfler gewünscht. Die Stadt Bietigheim hat sich beispielsweise bis heute erfolgreich gegen alle Eingriffe in ihr "Hoheitsgebiet"gewehrt.

Auch bezüglich des ständig wachsenden Verkehrs, auch LKW-Verkehrs, hoffen die Bewohner des Husarenhofs immer noch auf geeignete Abhilfe. Tag und Nacht wird viel zu schnell durch den Husarenhof gebraust. Eine feste"Blitze" von Besigheim und Ingersheim her könnte hier für etwas Beruhigung sorgen. Die Busverbindung nach Besigheim lässt ebenfalls zu Wünschen übrig.

Das neueste Ärgernis droht nun den Bewohnern des Husarenhofs und der näheren Umgebung durch die Planung eines überdimensionierten Windrads (179 m hoch) mit all seinen negativen Begleiterscheinungen direkt vor der Haustür. Hier würde wie auch auf der Schwäb. Alb, im Schwarzwald,und anderswo die schöne Landschaft verschandelt. Wo bleibt hier der Aufschrei der Umwelt- und Naturschutzbehörden ? Die Husarenhöfler haben nun wahrlich genug Opfer für die Allgemeinheit erbracht. Es reicht jetzt. Sie wehren sich zu Recht mit allen Mitteln gegen jeden weiteren Angriff auf ihre Gesundheit und ihren Besitz.

Erich Grill
Besigheim


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