Bürgerinitiative Gegenwind Husarenhof
Keine Windkraftanlage zwischen Ingersheim und Husarenhof

Politische Entwicklung - lokale Haltung der Parteien und Politiker zur Windkraft


EU-Kommissar Öttinger: Höhere Strompreise vorprogrammiert ! Meldung am Rande der Hannover-Messe: Seit dem 17.3.2011 ist Deutschland Stromimport-Land   

Bezug von Atomstrom aus französischen (Fessenheim u.a.) und tschechischen Kernkraftwerken (Temellin), deren Sicherheitsstandard deutlich u n t e r   den Standards der jetzt abgeschalteten deutschen Kernkraftwerke liegen

(wm / 040411) - Einer Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa) vom 2.4.2011 ist zu entnehmen, daß nach Berechnungen des EU-Energiekommissars Günter Öttinger der Ausbau des Stromnetzes von Nord nach Süd erhebliche Summen verschlingen wird. Fachleute sprechen von mehreren 100 Mrd €.

Nach dem bereits erfolgten Abschalten von 8 KKW und dem geplanten zeitlich forcierten, früheren Ausstieg aus der Atomstrom-Gewinnung werden relativ rasch neue Stromtrassen benötigt für die Durchleitung des im windstarken Norden regenerativ erzeugten Wind- und Solarstroms  -  wo kaum Industrie vorhanden ist und wo deshalb mangels Strombedarf regenerativ erzeugte Stromüberschüsse vorherrschen  -  in die windschwachen Binnenländer im Süden Deutschlands, wo aufgrund relativer Windarmut keine nennenswerten Volumina an Windstrom erzeugt werden können, wo jedoch aufgrund starker Industriedichte ein immer größer werdender Strombedarf vorhanden ist.

Das jetzt vorhandene Stromnetz ist veraltet, die Durchleitung ist mit viel zu hohen Stromverlusten versehen. Noch gravierender ist, daß die Durchleitungs-Kapazität vor allem in Strombedarfs-
Spitzenzeiten  -  schon vor dem Abschalten der 8 KKW  -  nicht mehr ausgereicht hat, den im Norden erzeugten und im windarmen Süden benötigten Strom durchzuleiten; schon mehrmals waren kritische Situationen zu verzeichnen, in denen die Netze kurz vor ihrem Zusammenbruch standen. Diese Situation hat sich nach dem Abschalten der 8 KKW noch weiter verschärft.

Problematisch an der Situation ist weiterhin, daß einerseits Grün / Rot in „der hohen Politik“ ein dauerhaftes Abschalten der bereits abgeschalteten 8 KKW und ein weiteres schnelles Abschalten der restlichen noch am Netz verbliebenen 11 KKW fordert  -  manche fordern sogar ein Sofort-Abschalten  -  während andererseits die vor Ort operierenden und vor allem von  Grün / Rot / Linke unterstützten „Bodentruppen“ im Norden und in der Mitte Deutschlands sich vehement gegen den zur Schließung der Stromlücke dringend notwendigen Bau neuer Trassen von Nord nach Süd sperren nach dem Motto „…Hauptsache dagegen, der Strom kommt ja ohnehin aus der Steckdose…“.

Die jetzt in Kürze einzuleitenden bzw. bereits abgeschlossenen Gesetzesnovellierungen zur schnelleren Realisierung volkswirtschaftlich dringend benötigter Infrastrukturmaßnahmen sind daher zu begrüßen.

Der Bevölkerung muß außerdem schonungslos klar gemacht werden, daß die Strompreis-Spirale in den kommenden Jahren sich deutlich  -  oftmals zweistellig und vor allem aufgrund des jetzt (vor)schnell und angesichts der allgemeinen, durch die Japan-Ereignisse ausgelösten  Hysterie überhastet realisierten Ausstiegsszenarios  -  steil nach oben zeigen wird, denn die oben grob bezifferten Kosten werden ausschließlich über den Strompreis  und damit vom Stromkunden  -  finanziert.

Schon jetzt steigt der Strompreis jährlich an, zuletzt erfolgten Erhöhungen zum 1.1.2011, der Rest der Stromversorger hat jetzt zum 1.4.2011 Preiserhöhungen durchgesetzt, die in den letzten Jahren allesamt deutlich über 5 % p.a. und damit erheblich über der Inflationsrate lagen. Nach dem jetzt verfügten Abschalten von 8 KKW werden die Strompreise noch deutlich stärker ansteigen.

Eine der Hauptursachen für die jährlichen Preiserhöhungen sind die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegten Einspeisevergütungen = Subventionen, die den Solaranlagen- und Windrad-Betreibern zufließen und von allen privaten Stromkunden durch Zwangsumlagen über höhere Preise über ihre Stromrechnung finanziert werden. Diese haben im Jahr 2009 netto bereits rd. 12 Mrd € betragen, Tendenz steigend.

Da der Zubau mit Windrädern und Solaranlagen weiter fortschreitet, obwohl der regenerativ erzeugte Strom  u n s t e t i g  anfällt, deshalb nicht planbar ist und daher oftmals  -  wenn kein entsprechender Strombedarf besteht  -  „unter Preis“, d.h. unter Gewährung von Subventionen verkauft oder gar verschenkt wird, werden die dem Betreiber über 20 Jahre garantierten Einspeisevergütungen = Subventionen weiter ansteigen und damit ebenfalls die Strompreise.

Aus Sicht des Stromkunden ist zu hoffen, daß dieser Subventions-Schwachsinn möglichst bald aufhört und von verantwortungsvollen Energiepolitikern  -  die das Ganze im Blickfeld haben  -  unterbunden wird, damit Fehlanreize zur Überproduktion von Strom unterbleiben. Im übrigen werden durch die Gewährung dieser Subventionen in immer stärkerem Umfang vor allem asiatische Arbeitsplätze gesichert, während deutsche Arbeitsplätze in der Solar- und Windkraftbranche gefährdet werden, weil deutsche Solaranlagen- oder Windkraftbetreiber verstärkt die kostengünstigeren Module und Windräder der asiatischen Anbieter kaufen.

Am Rande der Eröffnung der Hannover-Messe wurden Informationen bekannt, wonach seit dem Abschalten von 8 KKW  -  d.h. ab dem 17.3.2011  -  Deutschland Stromimport-Land ist, da der durch das Abschalten bedingte Strom-Ausfall aus dem Ausland  -  vorwiegend aus Frankreich und Tschechien  -  zugekauft werden muß, nachdem die durch das Abschalten aufgetretene Strom-Lücke über Jahre hinaus auch nicht nur ansatzweise durch regenerativ erzeugten Wind- / Sonne-Strom  -  mangels Speicherfähigkeit  -  ersetzt werden kann, obwohl der Zubau mit Windrädern und Solaranlagen in den letzten Jahren Rekord-Umfang angenommen hat und jährlich weiter geht. Der Wind weht bzw. die Sonne scheint eben nicht auf Knopfdruck…und oftmals gerade dann nicht, wenn gerade Strombedarf vorliegt…

Damit wurden die zuvor geäußerten schlimmsten Befürchtungen wahr, wonach das Abschalten von deutschen, auf relativ hohem Sicherheitsstandard betriebenen KKW dazu führt, daß Atomstrom aus ausländischen, in unmittelbarer Nachbarschaft zur deutschen Grenze liegenden KKW (z.B. Fessenheim / Elsaß oder Temellin / Tschechien u.a.) bezogen wird, deren Sicherheitsstandards nach Ansicht von Fachleuten deutlich  u n t e r  den Standards der jetzt abgeschalteten 8 deutschen KKW liegt.

Diese von Grün / Rot / Linke gebetsmühlenhaft erhobene Abschalt-Forderung hat unter dem Gesichtspunkt von Sicherheitsaspekten und zum Nachteil der Bevölkerung genau zum Gegenteil dessen geführt, was unter dem Eindruck der Ereignisse in Japan eigentlich das Gebot der Stunde gewesen wäre, nämlich der Bezug von Atomstrom von den KKW mit dem höchsten Sicherheitsstandard so lange, wie nach dem Auslaufen der Brückentechnologie alternative schadstoffarme und kostengünstige Energieträger zur Verfügung gestanden hätten.

Das am relativ windschwachen Binnenland-Standort Ingersheim mit einer Investitionssumme von rd. 3,7 Mio € geplante Windrad kann sich mangels ausreichender Stromproduktion nur unter Berücksichtigung der 20 Jahre durch das EEG garantierten Einspeisevergütung = Subvention finanziell „über Wasser halten“.

Eine an relativ windschwachen Standorten wie Ingersheim vorwiegend aus Gründen der Symbolik durchgeführte Windrad-Investition verschärft die hier geschilderten volkswirtschaftlichen Nachteile weiter, weil einerseits kaum Strom in nennenswertem Umfang erzeugt wird und andererseits die hier nach dem Gießkannenprinzip zu Lasten aller privaten Stromverbraucher ausgeschütteten Einspeisevergütungen = Subventionen  -  wenn sie schon gewährt werden  -  sinnvoller an windstärkeren Standorten eingesetzt werden könnten.

Es bleibt zu hoffen, daß bei den Ingersheimer Windrad-Genossen die vorwiegend ideologische Sichtweise zugunsten einer eher rationalen, den Gesamtinteressen der Allgemeinheit verpflichteten Sichtweise Platz macht, von den in Ingersheim im Falle des Windrad-Baus eintretenden Nachteilen ganz zu schweigen…

 

Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“

zur dpa-Meldung über höhere Strompreise hier klicken



www.gegenwind-husarenhof.de



Seitenanfang


Etikettenschwindel beim Bezug von (vermeintlichem) Öko-Strom aus dem Ausland  -  Wie sich der deutsche Bürger einmal mehr vom grün angehauchten Mäntelchen der knallharte Interessen verfolgenden Öko-Industrie bzw. von Rot / Grün / Linke an der Nase herumführen läßt 

 -  Auszug aus der Bundestagsdebatte zur Energieversorgung vom 24.3.2011  -

(wm / 250311)  -  Bei einer gestern vom Sender Phönix live übertragenen Bundestagsdebatte kam einmal mehr die ganze Verlogenheit der von Rot / Grün  / Linke zum jetzigen Zeitpunkt bewußt  -  schließlich sind am 27.3. in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Landtags-Wahlen und Rot / Grün wittern wegen der dramatischen und bedauernswerten Ereignisse in Japan und danach von Rot / Grün / Linke in der Bevölkerung geschürten Hysterie „Morgenluft“  -  inszenierten Energiedebatte zum Ausdruck: Aus einem Redebeitrag des kürzlich in Österreich weilenden und vor Ort über die dortige Energiesituation sich informierenden CDU-Abgeordneten Michael Fuchs geht hervor, daß seinen Recherchen entsprechend die in Österreich tätigen großen Energieversorgungsunternehmen beim nahe gelegenen tschechischen Kernkraftwerk Temelin sehr  b i l l i g e n  Atomstrom einkaufen, der dann über das bestehende Leitungsnetz nach Österreich geleitet und in den österreichischen Pumpspeicher-Werken dazu verwendet wird, das Wasser vom tiefer gelegenen Talbecken in das höher gelegene Speicherbecken hoch zu pumpen, um danach durch erneut ins Talbecken abzulassendes Wasser den durch Turbinenbetrieb erzeugten Strom  t e u e r   -  versteht sich  -  und als Öko-Strom ausgezeichnet  -  versteht sich ebenfalls  -  an das benachbarte Deutschland zu verkaufen, wo dann von Rot / Grün / Linke dem wieder einmal sich „an der Nase herumführen“ lassenden „deutschen Michel“ derart manipulierte Statistiken präsentiert werden, wie hoch der Anteil von Öko-Strom am gesamten Stromverbrauch sei und wie schnell und problemlos doch der Umstieg von sofort abzuschaltenden KKW bzw. von mit Kohle oder Öl betriebenen Kraftwerken auf die mit regenerativer Energie betriebenen Energieträger möglich sei….

Angesichts dieser Konfrontation mit den Tatsachen war auf den Bänken der ansonsten eher zum Feixen aufgelegten Rot / Grün / Linke-Opposition im Deutschen Bundestag betretenes Schweigen zu sehen, kein Wunder, paßt diese Tatsachenschilderung  -  die ohne weiteres mit anderen Beispielen fortgesetzt werden könnte  -  nicht ins vorgefaßte Weltbild einer vor allem mit Ideologie und Symbolik behafteten Energiepolitik der Bundestags-Opposition von Rot / Grün / Linke.

Derart manipulierte Statistiken machen Schule und gehören wohl zum von Rot / Grün / Linke betriebenen Geschäft mit dem Ziel, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen.

Bedenklich stimmt jedoch gerade bei dem hier geschilderten Vorgang, daß das im benachbarten Tschechien immer noch und wohl auch künftig betriebene Kernkraftwerk in Temelin eines der ältesten am Netz befindlichen KKW ist und im Vergleich zu den in Deutschland bis vor kurzem betriebenen und jetzt vom Netz gegangenen KKW mit deutlich schlechteren Sicherheitsstandards ausgerüstet ist, auch im Vergleich zu den ebenfalls weiter laufenden KKW im europäischen Ausland, die ebenfalls einen Sicherheitsstandard haben, der ebenfalls deutlich unterhalb des Sicherheitsstandards der deutschen KKW liegt.

So wird z. B. von Rot / Grün / Linke  - vermutlich bewußt und in eindeutigen Absichten  -  verschwiegen, daß der mit Investitionskosten von umgerechnet ca. 300 Mio € in den 70-er Jahren erbaute Block I des KKW Neckarwestheim bisher mit weiteren rd. 600 Mio € (Gesamt-Investition: rd. 900 Mio €) laufend nachgerüstet und den im Zeitablauf sukzessive gestiegenen Sicherheitsanforderungen zeitnah angepasst wurde. Alle nachträglichen Überprüfungen unabhängiger Prüf-Institutionen haben bestätigt, daß gerade der in Neckarwestheim nach neuesten Sicherheitserkenntnissen laufend nachgerüstete Standort deutlich und mit weitem Abstand über dem von der internationalen Atomaufsichtsbehörde in Wien geforderten Sicherheitsstandard liegt; damit werden die vor allem auf Angstmacherei basierenden und mit dem Ziel, weniger objektiv informierend sondern eher Unsicherheit in der Bevölkerung schürenden Stellungnahmen und auf Bruch von Gesetzen basiererende Aktionen von Gruppierungen wie Greenpeace u.a. widerlegt.

Überdies wird einmal mehr deutlich, daß der schon zu Kaisers Zeiten außer Kraft gesetzte Grundsatz „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ erst recht heute und vor allem im Hinblick auf die Energiepolitik der europäischen Staaten, der USA und in Asien völlig fehl am Platze ist:

So bleibt z. B. unser unmittelbarer Nachbar Frankreich auch nach den bedauernswerten Ereignissen in Japan bei seiner vor allem auf Atomstrom ausgerichteten Energiepolitik, wonach weiterhin rd. 80 % des französischen Energiebedarfs aus Atomstrom von den weiterhin am Netz gehaltenen 56 KKW bezogen wird  -  einige davon am Hochrhein unmittelbar an der deutschen Grenze, wie z.B. Fessenheim, deren Sicherheitsstandards nach Auskunft von Fachleuten ebenfalls unter den Standards deutscher  -  zwischenzeitlich abgeschalteter KKW liegt. Obwohl Frankreich im Vergleich zu Deutschland viel größere und deutlich windstärkere Küstengebiete besitzt mit für Windenergie eigentlich optimalen Standortbedingungen, setzt Frankreich unvermindert seine Schwerpunkte auf die Stromerzeugung durch KKW und weniger auf regenerative Energie, die wegen des zeitlich unvorhersehbaren „Sonnenscheinens“ (mal scheint die Sonne und mal nicht) und „Windwehens“ (mal weht der Wind und mal nicht) als unzuverlässig im Hinblick auf eine mit fest kalkulierbarem Energiebedarf charakterisierte Industrienation angesehen wird.

Ebenso verfolgt die Schweiz ihre Pläne zum Bau neuer KKW und zur Suche geeigneter Endlagerstätten unbeirrt weiter, wie auch Großbritannien und viele andere Länder der EU. Skandinavische Länder wie Schweden  -  das in Sachen Kernkraft vorwiegend aus Umweltschutzgründen eine völlige Kehrtwendung vollzogen hat und vom völligen Atomausstieg wieder zum Atomeinstieg umgeschwenkt ist  -  sowie Finnland bauen weitere KKW.

Tschechien, Polen und vor allem Rußland forcieren ebenfalls ihre Pläne zum Bau weiterer KKW, erst recht die USA, China und Indien: Insgesamt sollen in den nächsten Jahren weltweit 152 (!!) neu errichtete und jetzt schon im Bau befindliche KKW ans Netz gehen, weitere sind geplant. Dabei handelt es sich nach Auskunft von Fachleuten i.d.R. um solche KKW, deren Sicherheitsstandards immer noch unterhalb des Niveaus der in Deutschland stehenden KKW  -  auch der jetzt abgeschalteten  -  liegt.

Den in Deutschland nach wie vor in der Hoch-Technologie „KKW-Bau“ tätigen Welt-Konzernen wie Siemens u.a. wäre zu empfehlen, angesichts der Entwicklung in Deutschland Überlegungen zur Standortverlagerung seiner Sparte „KKW-Bau“ ins Ausland anzustellen, denn es ist unschwer zu erraten, daß ein Hoch-Technologie-Konzern mit Sitz in Deutschland es beim weltweiten Kampf um lukrative und die Arbeitsplätze in Deutschland sichernde Aufträge zum Bau neuer KKW sich viel schwerer tut als ausländische Konzerne, deren Länder den Bau weiterer KKW und dem damit verbundenen Ausbau der Hoch-Technologie weiter fördern, als sie  -  „blind“, vorschnell und überstürzt  -  sofort abzuschalten, wie von ROT / Grün / Linke gefordert.

Was bedeutet dies für die Energieversorgung Deutschlands ? Nach Lage der Dinge wird der durch Abschalten von KKW bedingte Stromausfall  -  vor allem in Spitzenzeiten  -  durch Importstrom (vor allem von Atomstrom aus KKW, deren Sicherheitsstandard deutlich unter dem der in deutschen KKW herrschenden Standard liegt) gedeckt, da die mit dem Abschalten bei bestimmten Bevölkerungskreisen verbundene Hoffnung, wonach diese  -  mit jedem vorzeitigen und abrupten Abschalten sich vergrößernde  -  Stromlücke überwiegend durch regenerative Energie  -  „1:1“  -  ersetzt werden könne, sich einmal mehr als von Rot / Grün / Linke in die Welt gesetztes Märchen erweisen wird….

Die deutsche Wirtschaft und der private Stromabnehmer müssen sich auf deutlich steigende Stromkosten einstellen, da mit dem Abschalten der deutschen, sichereren und kostengünstiger produzierenden KKW der Wettbewerb auf dem internationalen Energiemarkt eingeschränkt wird. Dies führt vermutlich dazu, daß auf dem Markt verbleibende, vor allem ausländische Stromkonzerne ihre dadurch entstandene größere Marktmacht zur Durchsetzung höherer Strompreise ausnutzen, mit allen in Deutschland spürbaren negativen Folgen für Konsum, Investitionen, Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, Arbeitsplätze, Finanzierbarkeit und langfristige Sicherheit der Sozialversicherungssysteme u.a…..

Der Bundesfinanzminister wird vermutlich einen Großteil der in den Budgets kommender Jahre schon jetzt fest eingeplanten zusätzlichen Steuereinnahmen aus der erst kürzlich neu beschlossenen Brennelemente-Steuer von 2 Mrd € je Jahr abschreiben müssen (Steuerausfall bei 12 Jahren Laufzeit: 24 Mrd €), die bei über längere (jetzt vermutlich wegfallende) KKW-Laufzeiten entstehende Zusatz-Gewinne entstünden und die zur Finanzierung verstärkter Förderung und Erforschung regenerativer Energien eingesetzt werden sollten, insbesondere zur Erforschung der industriellen Speicherfähigkeit regenerativ erzeugten Stroms. Ohne Lösung dieses Problems dürfte die regenerative Stromgewinnung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten dauerhaft kaum über ein Nischendasein hinauskommen; schon heute sind die für die nächsten Jahre großspurig verkündeten Ziele bei der regenerativ erzeugten Stromgewinnung noch nicht einmal das Papier wert, auf dem sie stehen…

Vermutlich wird die in Deutschland im Falle eines vorschnellen Abschalten entstandene, durch regenerative Energie zeitgleich und bedarfskongruent nicht zu schließende Stromlücke und der dadurch auf dem internationalen Energiemarkt sich zusätzlich ergebende Bedarf nach Importstrom entsprechend den Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage sich dergestalt auswirken, daß die an Deutschland angrenzenden Anrainerstaaten ihre Pläne zum Ausbau weiterer KKW noch forcieren, um sich möglichst schnell und langfristig noch ein größeres Stück des in Deutschland aufgrund der neueren Entwicklung zur Verteilung anstehenden lukrativen  „Energiekuchens“ abschneiden zu können…. Dies wäre ein weiteres Mal ein Musterbeispiel dafür, wie naive, nur auf dem Papier bzw. in Sandkastenspielen und isoliert von der Entwicklung im Ausland entstandene Vorstellungen von Rot / Grün / Linke auf dem Gebiet der Energiepolitik in totaler Verkennung der wirtschaftlichen Realitäten zu nationalen Alleingängen Deutschlands führen, deren Folgen in Nachteilen bei der langfristigen Energieversorgung Deutschlands münden…

Noch nie gab es in Deutschland so viele selbst ernannte Energie-Experten wie heute; deren Zahl ist vor allem durch die Ereignisse in Japan explosionsartig gestiegen. Dies hat nicht unbedingt zu einer Steigerung der „Ratio“ in der Bevölkerung, sondern vielmehr zu einer Steigerung der Hysterie geführt.

Betrachtet man diese sogenannten Energie-Experten und ihre Verlautbarungen einmal näher, kommt man sehr schnell zu der Erkenntnis, daß es sich hier vorrangig um Leute aus überwiegend „schöngeistigen“  -  und weniger der Wirtschaft und Technik nahestehenden  -  Berufen handelt.  Vermutlich dürfte bei einer Vielzahl dieser sogenannten Energie-Experten deren schulische Leistungen in den naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik und Chemie in der Notenskala mit „mangelhaft“ oder „ausreichend“ bzw. höchstenfalls mit „befriedigend“ bewertet worden sein und bei dem einen oder anderen waren die Leistungen in diesen Fächern sicherlich so, daß die Versetzung unterblieb oder die Fächer abgewählt wurden.

Dem schweigenden Rest der Bevölkerung ist zu raten, sich bei Beantwortung der hier andiskutierten Fragen sich weniger von der durch selbst ernannte Energie-Experten verbreiteten Hysterie als vielmehr durch kühlen Kopf und selbst angestellte Überlegungen leiten zu lassen. Dabei sollte sich die rational überlegende Bevölkerung auch nicht von in die allgemeine Hysterie einstimmende, durch Sensations-Journalismus geprägte und Weltuntergangs-Szenarien verbreitende Presse-Berichterstattung beeinflußen lassen…


Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“

 
www.gegenwind-husarenhof.de


Seitenanfang





FDP Ortsverband Besigheim und Umgebung e.V.

(Besigheim, Bönnigheim, Erligheim, Freudental, Gemmrigheim, Hessigheim, Kirchheim / N., Löchgau, Mundelsheim, Walheim)

Pressemitteilung

Erklärung zum Schutz des Pleidelsheimer Wiesentals  -  Verhinderung eines Windrads am geplanten Standort in Ingersheim

 

Monika Chef / MdL

Bürgermeisterin Gemmrigheim

FDP-Kandidatin

Landtags-Wahlkreis Bietigheim-Bissingen



A      Vorbemerkungen


I        Pleidelsheimer Wiesental

A      Vorbemerkungen


I        Pleidelsheimer Wiesental

Durch nachhaltigen ehrenamtlichen Einsatz des Ludwigsburger Ornithologen Professor Dr. Claus König (langjähriger Leiter der Ludwigsburger Vogelwarte; langjähriger Direktor des Stuttgarter Naturkundemuseums; langjähriger ehrenamtlicher Bundesvorsitzender von Vorläuferorganisationen des heutigen NABU) und weiterer Unterstützer vor allem aus der Kommunalpolitik (im wesentlichen damals amtierende Bürgermeister und Gemeinderäte der Anrainergemeinden Pleidelsheim, Freiberg / N. und Ingersheim) ist es seinerzeit gelungen, das Pleidelsheimer Wiesental in seiner heutigen Form als im Stuttgarter Großraum einzigartiges Natur- und Vogelschutzgebiet zu erhalten, nachdem Ende der 60-er bzw. Anfang der 70-er Jahre zunächst geplant war, die damals stillgelegten Baggerseen aufzuschütten, um im Anschluß daran das Gebiet weiteren Verkehrsinfrastruktur-
Maßnahmen (Bau von Straßen, Verlegung des Neckarlaufs u.a.) zuzuführen.

Dies hätte das Ende des Pleidelsheimer Wiesentals als Natur- und Vogelschutzgebiet bedeutet.

Die Bestrebungen zum Erhalt des Pleidelsheimer Wiesentals wurden damals auch von allen auf der kommunalpolitischen Ebene vertretenen Parteien (CDU, SPD, FDP, FWV)  -  die Grünen gab es damals noch nicht  -  sowie vom damaligen Ludwigsburger Bundestagsabgeordneten Matthias Wissmann / CDU unterstützt.

Im Zuge dieser Bemühungen wurde das Wiesental von den Behörden zum Natur- und Vogelschutzgebiet mit EU-Schutzstatus erhoben.

Das Wiesental dient heute einer Reihe von Vogelarten als Nahrungs-, Brut- und Rückzugsgebiet sowie als Zwischenstation bei ihrem Flug in die Winterquartiere. Zur Futtersuche reichen die Flugrouten der dort brütenden Vögel  -  insbesondere auch der dort lebenden Greifvögel  -  bis zum Bietigheimer Forst, der Besigheimer / Bietigheimer Enzaue, dem Besigheimer Neckarhäldenwald und darüber hinaus.

Von Prof. König und seiner Frau angefertigte Dokumentarfilme und seine wissenschaftlichen Arbeiten belegen die Artenvielfalt in der dort vorhandenen Vogelwelt, die auch eine Reihe seltenster und vom Aussterben bedrohter Vogelarten umfaßt. Einige davon stehen seit längerem auf den Schutzlisten des Bundes und der EU, da deren Population akut gefährdet ist.

Auch nach seiner Pensionierung betreut Prof. König das Gebiet weiterhin, vor allem auf wissenschaftlicher Ebene.

Unter sachkundiger Führung von Professor König erfolgte am Freitag, 18.3.2011 eine Besichtigung des Natur- und Vogelschutzgebiets im Pleidelsheimer Wiesental.


II       Geplantes Windrad am Standort Ingersheim

Am Standort Ingersheim soll zwischen Husarenhof, Lerchenhof und Birkenhöfe (Ingersheim) ein 180 m hohes Windrad entstehen. Es wäre bisher das größte jemals in Deutschland gebaute Windrad. Das in Vorjahren dort ausgewiesene Windvorrang-Gebiet bietet Platz für mehrere Windräder ähnlicher Größe.

Die Bevölkerung ist tief gespalten, ebenso das politische Parteienspektrum.

Der ablehnende Teil befürchtet gravierende Nachteile, falls es zum Windrad-Bau käme:

·    Störung von Natur und Umwelt, da in unmittelbarer Nachbarschaft ein bisher durch contra-Windkraft geprägte frühere Entscheidungen von Regierungspräsidium Stuttgart, Landratsamt Ludwigsburg und Gemeinderat Besigheim geschützter Grünzug, sowie der Neckarhäldenwald, Bietigheimer Forst, Enzaue und weitere Öko-Gebiete liegen, deren negative Beeinträchtigung bzw. die Störung des ökologischen Gleichgewichts zu befürchten wäre.

Da die Vogelschwärme bei ihrem Flug in die Winterquartiere nicht den Flußläufen von Neckar und Enz folgen, sondern  -  wie festgestellt  -  über einen über dem geplanten Standort auf der Ingersheimer Höhe liegenden Vogelzugskorridor fliegen, ist zu befürchten, daß ein Teil der dort fliegenden Vogelschwärme -  aber auch die dort den Aufwind nutzenden Greifvögel  -  zu Schaden kommen, wie bereits mehrfach bei ähnlichen Sachverhalten an anderen Windrad-Standorten belegt. An anderen Windrad-Standorten wurde festgestellt, daß insbesondere bei Nachtflug oder Nebel sich die Zahl der durch Rotorschlag zu Tode gekommenen Vögel erhöht, da die Evolution die Tiere auf diese Gefahren nicht vorbereitet hat.

·    Möglicherweise drohende Langzeit-Gesundheitsschäden infolge schädlicher, vom Windrad verursachter Immissionen (Lärm, Infraschall u.a.), die bisher noch nicht abschließend medizinisch erforscht sind

·    langfristige Zerstörung der Vogelwelt im nur in rd. 2 Km vom geplanten Standort liegenden Pleidelsheimer Wiesental, da die dort lebenden Vögel bei ihrer Futtersuche das Gebiet am geplanten Standort regelmäßig durchfliegen

·    weitere Abwertung des als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung im Ludwigsburger und Stuttgarter Großraum dienenden Gebiets

·    irreparable Verschandelung des Landschaftsbilds durch einen mindestens für 20 Jahre lang andauernden Eingriff in die Natur, der den Charakter einer Industrieanlage hat; aus diesen Gründen haben bedeutende Institutionen wie z.B. der Schwäbische Heimatbund mit Sitz in Stuttgart (ca. 5 000 Mitglieder) und weitere für Pflege der Natur und Erhalt der Landschaft eintretende Vereine, Gruppen u.a. den geplanten Standort abgelehnt

·    nach den Erfahrungen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und anderen Windrad-Standorten: Spürbare Wertminderung von Grundstücken und Häusern im Umkreis von rd. 5 Km bzw. in Sichtweite zur geplanten Anlage liegenden Immobilien, wie an vielen Windrad-Standorten nach Ausweis eines Windvorrang-Gebiets bzw. nach Inbetriebnahme eines Windrads festgestellt

·    Minderung der Lebens- und Wohnqualität der in Sichtweite zum geplanten Windrad lebenden Bewohner vor allem in Ingersheim, aber auch in Pleidelsheim und Besigheim oder Bietigheim

·    drohende Beeinträchtigung der Existenzgrundlage der im Umfeld der geplanten Anlage liegenden bäuerlichen Existenzen

·    negative Beeinträchtigung des nach Jahren der Stagnation im leichten Aufwind befindlichen sanften Tourismus, der sich vor allem für die durch Wein- und Obstbau sowie der Landwirtschaft in der Region entlang von Enz und Neckar und im Zabergäu positiv auswirkt

·    Anfall zusätzlicher kostenintensiver Infrastrukturmaßnahmen und Finanzierung zu Lasten kommunaler Haushalte wegen Ausweitung, Instandhaltung und ggfs späterem Rückbau des am geplanten Standort für derartige Anforderungen nur unzureichend vorhandenen Feldwegenetzes, das den mit einem Windrad-Bau entstehenden Logistik-Anforderungen kaum entsprechen dürfte

·    Beschneidung der langfristigen Zukunftsfähigkeit Ingersheims, da wegen des relativ großflächig ausgewiesenen Windvorrang-Gebiets dieses Gebiet sowie das daran angrenzende Arreal für nachfolgende Generationen nicht mehr  -  z.B. für eine spätere Wohnbebauung  -  zur Verfügung steht

Demgegenüber stehen kaum wahrnehmbare Vorteile eines Windrad-Betriebs am geplanten Standort, da  -  auch nach Meinung von mit dem Bau von Windrädern betrauten und daher eher pro-Windkraft eingestellten Experten  -  das durchschnittliche jährliche Windaufkommen am nur 298 m über Meeresspiegel liegenden Standort Ingersheim und die dadurch generierte Stromproduktion deutlich viel zu niedrig ist für einen dauerhaft wirtschaftlichen  -  d.h. rentablen, sich selbst tragenden Betrieb eines Windrads.

Dies wurde auch durch den kürzlich veröffentlichten, vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg beim TÜV SÜD in Auftrag gegebenen Windatlas durch objektive Gutachter und Sachverständige festgestellt.

Danach befinden sich die windstärksten Standorte im ohnehin gegenüber den Nordländern windschwachen Binnenland Baden-Württemberg in Hohenlohe, am Albaufstieg, auf der Schwäbischen Alb sowie auf den Höhenrücken des Südschwarzwalds. Nach den Empfehlungen des TÜV SÜD sollten an diesen Standorten  -  und keinesfalls im Mittleren Neckarraum  -  Windvorrang-Gebiete konzentriert werden, um die weitere Verspargelung der Landschaft durch nur unwirtschaftlich zu betreibende Windräder zu unterbinden.


B       Erklärung: Schutz des Pleidelsheimer Wiesentals  -  Ablehnung des geplanten Windrad-Standorts in Ingersheim

Aufgrund der hier stichwortartig dargestellten Fakten trete ich für den Erhalt und den Schutz des Pleidelsheimer Wiesentals ein. Dieses wird von namhaften Natur- und Vogelschützern in seinem nachhaltigen Bestand mit nachvollziehbaren Argumenten als gefährdet angesehen, falls es zum geplanten Bau eines Windrads in Ingersheim käme.

Grundsätzlich trete ich  -  wie schon in früheren Erklärungen zu diesem Sachverhalt mehrfach zum Ausdruck gebracht und nicht erst seit den dramatischen Ereignissen in Japan  -  für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien ein, allerdings nicht aus blindem Aktionismus heraus und nur an Standorten, wo ein Betrieb langfristig wirtschaftlich sinnvoll ist und in ausreichendem Sicherheitsabstand zur im Umfeld wohnenden Bevölkerung.

Entsprechende Entscheidungen sollten jeweils nur nach Einzelfallprüfung und unter Abwägung aller Vor- und Nachteile sowie erst nach Einbezug der Öffentlichkeit von Anfang an bei größtmöglicher Transparenz  -  auf der Basis der im baden-württembergischen Windatlas objektiv getroffenen Standort-Empfehlungen  -  getroffen werden.

Ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb am geplanten Standort Ingersheim ist  -  insbesondere ohne Berücksichtigung der das Windrad-Projekt in Ingersheim nur knapp „über Wasser haltenden“ und zu Lasten aller privaten Stromverbrauchern über ihre Stromrechnung zu Gunsten einiger Privat-Anleger zu finanzierenden Einspeisevergütung  -  mangels ausreichendem Windaufkommen und daher vergleichsweiser geringer Stromproduktion dauerhaft nicht gegeben.

Andere, deutlich windstärkere Standorte eignen sich für den dauerhaften Betrieb eines Windrads besser.

Da diese Voraussetzungen für den geplanten Windrad-Standort in Ingersheim definitv nicht vorliegen und die angeführten schwerwiegenden Nachteile die  -  wenn überhaupt vorhandenen  -  vergleichsweise marginalen Vorteile deutlich überlagern, lehne ich den für ein 180 m hohes Windrad geplanten Standort in Ingersheim ab.

Gemmrigheim / Pleidelsheim, im März 2011 (Erklärung i.d.F.v. 18.3.2011)

 

Monika Chef / MdL

(Bürgermeisterin Gemmrigheim)

 

FDP-Kandidatin

Landtags-Wahlkreis Bietigheim-Bissingen


Seitenanfang




NRW / Neuer Windenergieerlass von Rot / Grün: Ein Vorgeschmack dessen, was Baden-Württemberg bei einem Regierungswechsel zu Rot / Grün in Sachen „Windkraft“ droht !

(wm / 210311)  -  Aus einem dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) vorliegenden und am 7.2.2011 veröffentlichten Windenergieerlass der aus SPD / Grüne unter Duldung der Linken gebildeten NRW-Landesregierung geht hervor, daß die Windenergieerzeugung in NRW in den nächsten Jahren  -  zumindest solange, wie Rot / Grün in NRW an der Macht ist  -  massiv ausgebaut werden soll. So soll der Anteil der Windenergie von heute 3 % auf 15 % im Jahr 2020 erhöht werden, obwohl NRW  -  ebenso wie Baden-Württemberg  -  ein im Vergleich zum Windaufkommen in den Nord-Küstenländern relativ windarmes Binnenland ist. Entsprechend ist die Stromerzeugung je installierter Nenn-Leistung an Binnenland-Standorten um ein Vielfaches geringer als an windstärkeren Standorten im Norden oder Osten Deutschlands bzw. an off-shore-Standorten.

Um diese fast utopischen Ziele auch nur annähernd erreichen zu können, müßte NRW flächendeckend  -  d.h. nicht nur an windstärkeren NRW-Standorten, sondern auch dort, wo regelmäßig nur „ein laues Lüftchen“ weht oder gar überwiegend Windstille herrscht  -  mit einem „ganzen Teppich“ neuer Windräder mit der heute technisch möglichen Maximal-Höhe von rd.
220 m überzogen werden.

Legt man die prozentuale Steigerung von 3 % (2011 / heutiges NRW-Ist) auf 15 % (2020 / NRW-Plan) zugrunde, ergibt sich ein Faktor 5. Angewendet auf die heute in NRW stehenden und vielfach sich wegen relativer Windarmut und daher nur bescheidener Stromproduktion finanziell nur knapp „über Wasser haltenden“ bzw. in Verlustsituation vor sich „hindümpelnden“ 2 152 Windräder, bedeutet dies, daß bis zum Jahr 2020 insgesamt 10 760 Windräder  -  die allermeisten mit einer Höhe von 220 m oder noch höher  -  in Betrieb wären, würden die Pläne von Rot / Grün in den nächsten 9 Jahren realisiert: In den nächsten 9 Jahren müßten demzufolge 8 608 neue Windräder hinzukommen, d.h. jährlich durchschnittlich neue 956 Windmühlen allein in NRW.

Demgegenüber wurden unter der CDU / FDP geführten Landesregierung im Zeitraum lediglich 2005 - 2008 lediglich 162 neue Windräder in NRW errichtet, d.h. durchschnittlich 40 neue Windräder jährlich.

Schon bei diesem in den letzten Jahren relativ bescheidenen Zuwachs ist die Zahl der Bürgerinitiativen stark angestiegen. Werden die Pläne von Rot / Grün auch nur ansatzweise umgesetzt, dürfte die Zahl der Bürgerinitiativen in NRW weiter sprunghaft ansteigen und die Zahl der sich gegen eine Verschlechterung ihrer Lebensqualität wehrenden und im Umfeld der Windräder lebenden Bürger dürfte weiter hoch schnellen; die Verwaltungsgerichte brauchen sich in den nächsten Jahren über mangelnde Arbeit nicht zu beklagen…

Denn eines ist klar: Wenn die Stromerzeugung aus Windenergie von jetzt 3 % auf 15 % im Jahr 2020 steigen soll und hierfür in den nächsten 9 Jahren rd. 8 600 neue Windräder hinzu kommen sollen, können die Windräder nicht mehr  -  wie bisher größtenteils unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgt  -  an den windstärkeren Standorten konzentriert werden. Vielmehr führt diese Steigerungsrate dazu, daß eine mehr oder weniger gleichmäßige und relativ dichte Verteilung übers ganze Land  -  nach dem „Gießkannenprinzip  -  erfolgt.

Vergleicht man die bisher unter Schwarz / Gelb geltende restriktivere Genehmigungspraxis mit den jetzt im neuen NRW Windenergieerlass von Rot / Grün angekündigten erheblich gelockerten Genehmigungsvoraussetzungen, sind folgende vor allem zu Lasten der Bevölkerung im Einzugsgebiet der Windkraft-Standorte sich auswirkende Punkte zu erwähnen:


a)         Abschaffung der Höhenbegrenzung

Die bisher in der Regierungszeit von CDU / FDP für den Bau neuer Windräder geltende Höhenbegrenzung von 100 m je Windrad wird abgeschafft bzw. freigegeben. Danach können neue Windräder aufgrund des technischen Fortschritts bis zur heute technisch maximal möglichen Höhe von 220 m gebaut werden.

Die technische Entwicklung wird weitergehen, daher ist künftig mit noch höheren Windrädern zu rechnen, allein schon deshalb, um durch zusätzliche Höhen ein (geringfügig) höheres Windaufkommen „einzufangen“, damit an sich vom Windaufkommen her eher bescheidene Standorte leichter zu kaschieren sind… Dies entspricht der Vorgehensweise am geplanten  -  relativ windarmen  -  Standort Ingersheim (vgl. Windatlas Baden-Württemberg), wo in Vorjahren zunächst der Bau eines lediglich 60 m hohen Windrads beantragt wurde…

Die Windkraft-Konzerne werden  -  unterstützt durch ihre Lobby  -  künftig alles tun, um aus Gründen der Umsatzsteigerung noch gigantischere Windräder zu entwickeln, um künftig noch mehr als bisher auch an relativ windschwachen Binnenland-Standorten weitere Marktanteile zu gewinnen…

b)        Geringere (Sicherheits)Abstände zur Wohnbebauung

Die Abstände der Windrad-Standorte zur Wohnbebauung werden deutlich kleiner. Gemäß NRW-Windenergieerlass werden sie auf die alten, geringeren und vor 2005 unter der damaligen Rot / Grünen-Landesregierung geltenden gesetzlichen Mindestabstände reduziert. Die Sicherheitsabstände wurden dann ab 2006 von CDU / FDP im Interesse der angrenzenden Wohnbebauung und zum Schutz der Bürger deutlich ausgeweitet, was zur Folge hatte, daß mancher schon geplante Windrad-Standort „ins Wasser fiel“…

c)         Verringerung der von Schwarz / Gelb eingeführten „Tabuflächen“

Zusätzlich sollen die von CDU / FDP eingeführten „Tabuflächen“  -  auf denen kein Windrad gebaut werden durfte  -  deutlich reduziert werden. Auch Freiflächen im Wald  -  auf denen bisher aus Gründen des Natur- und Umweltschutzes ebenfalls nicht gebaut werden durfte  -  sollen jetzt mit Windrädern überbaut werden dürfen.

Wer zunächst gedacht hatte, daß der bisher mit rd. 22 000 installierten Windrädern erreichte Zustand hinsichtlich der bundesweit erreichten Standort-Dichte und aufgrund des von Nord nach Süd stark nachlassenden Windaufkommens kaum mehr steigerungsfähig sei, wird nun eines Besseren belehrt: Werden die Richtlinien des neuen NRW-Windenergieerlasses in Kürze umgesetzt, dürfte es nochmals zu einer Welle neuer Windräder zunächst im Rot / Grün regierten NRW, und später  -  ggfs bei weiteren Rot / Grün geführten Landesregierungen  -  auch in diesen Ländern kommen.

Akut betroffen sind Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, wo am 27.3.2011 Landtagswahlen anstehen.

Was dies für die jetzt schon vielfach verspargelte und durch Windräder an ungeeigneten Standorten geschändete Landschaft, für Natur- und Umweltschutz sowie für die weitere Steigerung der jetzt schon jährlich mit 16 Mrd €   -  davon mit 4 Mrd € allein die von Anfang an hochsubventionierte Windkraftenergie betreffend  -  und allein von den privaten Stromkunden über höhere Stromrechnungen zu bezahlenden Subventionen (Einspeisevergütungen) bedeutet, möge sich jeder selbst ausmalen…

Einziger Lichtblick aus Sicht der im Umfeld von Windrad-Standorten lebenden Bürger ist die im NRW-Windenergieerlass enthaltene Empfehlung, wonach neue Standorte vor allem entlang der Autobahnen, Eisenbahnlinien u.a. gefunden werden sollen, d.h. an Standorten auf minderwertigem Grund und Boden und in größerem Abstand zur Zivilbevölkerung, die in diesem Fall durch die von Windrädern ausgehenden schädlichen Immissionen (Lärm, Infraschall, Schattenschlag) weniger stark betroffen wäre als an anderen Standorten…

Genau diese Empfehlung  -  wonach neue Windräder vor allem auf wertlosem und von der Bevölkerung weiter entferntem Gelände mit dort stärkerem Windaufkommen gebaut werden sollten: Albaufstieg, Schwäbische Alb, Hohenlohe u.a.  -  hatten wir in unsere bereits Anfang 2010 verteilten Informationsblätter (Nr. 1 und Nr.2) aufgenommen; es erfüllt uns mit Genugtuung, daß dies nun auch im seit Dezember 2010 / Februar 2011 für Baden-Württemberg vorliegenden und vom TÜV SÜD erstellten Windatlas so gesehen wird, wenn nach dessen Empfehlungen neue Windrad-Standorte vor allem in Hohenlohe, am Albaufstieg, der Schwäbischen Alb oder auf den Höhenrücken des Südschwarzwalds  -  also weit ab von bevölkerungsreichen Ballungsräumen und an Standorten mit deutlich höherem Windaufkommen als in Ingersheim im windschwächeren Mittleren Neckarraum  -  ausgewählt werden sollten…

Abgesehen von der Entwicklung in NRW ist zu begrüßen, daß sich in der Energiepolitik immer mehr die Erkenntnis durchsetzt, daß der weitere Ausbau der Windenergie langfristig nur dann Erfolg haben kann, wenn wirtschaftliche Gesichtspunkte bei der Standortauswahl Hauptkriterium bei der Standortsuche sind. In diesem Sinne ist es zu begrüßen, wenn nach der immer stärker voran schreitenden Konzentrierung von Standorten mit hohem Windaufkommen  -  d.h. vor allem in norddeutschen Küstenländern bzw. off-shore  -  nun daran gegangen wird, durch neue Trassenführungen den dort erzeugten Windstrom von Nord nach Süd ins windarme Binnenland dahin zu leiten, wo aufgrund der stärkeren Industriealisierung Energie verstärkt gebraucht wird.

 

 Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“


Seitenanfang


Stellungnahme von Monika Chef / MdL (FDP)zum geplanten Standort einer Windkraftanlage in Ingersheim  -  Ablehnung des Standorts

Windkraft-Interessenten planen, auf Ingersheimer Gemarkung  in der Nähe des Besigheimer Weilers Husarenhof und des Lerchenhofs eine 180 m hohe Windkraftanlage zu bauen, nachdem ihre Anträge zum Bau eines lediglich rd. 60 m hohen Windrads auf Besigheimer Gemarkung in Vorjahren von den Behörden bereits einstimmig abgelehnt wurden.

Grundsätzlich unterstütze ich den weiteren Ausbau regenerativer Energieträger. Für den Bau von Windkraftanlagen in einem eher windschwächeren Binnenland wie Baden-Württemberg sollte jedoch eine Reihe von Voraussetzungen vorliegen.

Insbesondere sollte ein ausreichender Sicherheitsabstand zur Bevölkerung eingehalten werden, damit es zu keiner Absenkung der Lebensqualität von Bürgern kommt, die im Wirkungskreis der Anlage leben. Ausreichende Sicherheitsabstände sollten allein schon deshalb vorliegen, damit möglicherweise zu Lasten der Bevölkerung drohende Gesundheitsrisiken aufgrund der von Windkraftanlagen ausgehenden Immissionen (Infraschall, Lärm) von vornherein ausgeschlossen sind.

Ein Bau sollte dort unterbleiben, wo es an raumbedeutsamen Standorten zu dauerhaften landschaftsverschandelnden Eingriffen in das Landschaftsbild kommt.

Ebenso nicht zu akzeptieren wäre, wenn Grundstückseigentümer aufgrund des Windradbaus eine Wertminderung ihres Grund und Bodens sowie von Häusern und Wohnungen erleiden würden, wie dies bereits bei vielen Immobilien an anderen Windkraft-Standorten bzw. an Standorten in der Nähe von Windvorrang-Gebieten der Fall ist.

Im Übrigen befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft Landschafts- und Naturschutzgebiete (Besigheimer Neckarhäldenwald, Bietigheimer Forst) sowie das für seltene Vogelarten als Rückzugsgebiet dienende Pleidelsheimer Wiesental, das schon länger als FFH-Schutzgebiet ausgewiesen ist und das im Falle des Windrad-Baus mit großer Wahrscheinlichkeit einer langsamen Zerstörung ausgesetzt wäre.

Auch der jetzt vorliegende und vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg beim TÜV Süd in Auftrag gegebene Windatlas belegt, daß der im Vergleich zu Standorten im Norden und auch gegenüber anderen, deutlich besser geeigneten Standorten in Baden-Württemberg eher windarme und nur 298 m über Meereshöhe liegende Ingersheimer Standort aufgrund relativer Windarmut denkbar ungeeignet ist für einen Windrad-Standort.

Aufgrund dieser Punkte und mangels Voraussetzungen lehne ich den Bau eines Windrads am geplanten Ingersheimer Standort ab.

Gemmrigheim, im Dezember 2010

gez. Monika Chef / MdL (FDP)



Seitenanfang


Wenn Ideologie die Vernunft ausblendet !

(wm / 180910) -  Dies ist die Überschrift zu einer Replik, mit der „DIE LILIENTHALER Wählergemeinschaft e.V.“  -  als überparteiliche Wählergruppierung eine von mehreren Fraktionen im Lilienthaler Gemeinderat  -  Stellung bezieht zu einer in der Wümmer Zeitung vom 15.5.2010 erschienenen Pressemitteilung der Gemeinderatsfraktion „Bündnis 90 / Die Grünen“.

Was können der Ingersheimer und Pleidelsheimer Bürgermeister sowie ein Teil der  f ü r   den Windkraftanlagen-Standort Ingersheim stimmenden Gemeinderäte in Ingersheim, Pleidelsheim und Besigheim aus dieser kommunalpolitischen Auseinandersetzung in Lilienthal lernen ?

Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Frage, ob ein am Standort Lilienthal, Ortsteil Oberende (Niedersachsen) mit 5 Windkraftanlagen bereits bestehender Windkraftpark noch mit 3 weiteren Windkraftanlagen mit einer Höhe von je ca. 150 m vergrößert werden soll.

Nachdem sich vorher schon massiver Widerstand der Bevölkerung gegen den Windpark geregt hat, verstärkt sich der Widerstand vor Ort gegen die jetzt geplante Erweiterung.

Die Grünen-Fraktion erhebt den Vorwurf, daß die Wählergemeinschaft „die Windenergie ablehnen würde“. Dies wird von der Wählergemeinschaft entschieden bestritten:

„Kein vernünftig denkender Mensch in diesem Land würde die erneuerbare Energie ablehnen, auch die Wählergemeinschaft nicht ! Ganz im Gegenteil.

Aber darum geht es beim Windkraftpark in Oberende überhaupt nicht. Hier geht es nicht um die grundsätzliche Frage Windenergie Ja oder Nein, sondern hier geht es nur und ausschließlich um die Frage des Standortes Oberende. Es ist bezeichnend für die Grünen, sich mit den Detailfragen nicht auseinander setzen zu wollen, wenn denn nur die ideologische Ausrichtung stimmt. Bereits im Fachausschuß hatte der Grünen-Vertreter eine Grundsatzrede Pro Regenerative Energien und Contra Atomkraft gehalten. Dafür ist der Lilienthaler Gemeinderat allerdings das falsche Podium. Hier beschäftigt man sich lediglich mit der Standortfrage.

Der Landkreis selbst bezeichnet im Raumordnungsprogramm den ausgewiesenen Standort für den Windkraftpark in Oberende als „wenig geeignet“ und dies aus Gründen

·         des Umweltschutzes,

·         des Schutzes der Menschen vor Lärmbelästigung und

·         aus Gründen des visuellen Erscheinungsbildes der Landschaft…

Das vom Landkreis erarbeitete Leistungspotential zur Landschaftsbildbeeinträchtigung weist für den Standort Oberende das schlechteste Ergebnis im Vergleich zu den anderen 11 Standorten im Landkreis aus. Aus diesem Grund lehnt die Wählergemeinschaft, die Bürgerinitiative „5 sind genug“ und die Mehrheit der Lilienthaler Bürger den Standort Oberende im Interesse der Menschen und der Umwelt ab.“

Und weiter: „Alle Bürger dieses Landes leisten als Stromverbraucher mit milliardenschweren Subventionen über hohe Strompreise ihren Beitrag zum Ausbau der Windenergie…. Die Bürger, die durch die Windkrafterzeugung heftig zur Kasse gebeten werden, haben aber einen Anspruch darauf, daß mit ihren Geldern unideologisch und mit hohem Verantwortungsbewußtsein umgegangen wird.

Die Grünen verdrängen, daß die Bundesregierung, auch und gerade unter Beteiligung der Grünen in der Regierung, es versäumt hat, die Speicherung von erzeugter Energie durch die Windkraft zu erforschen und zu realisieren. Erzeugter Strom durch Wind, der nicht ins Netz eingespeichert werden kann, weil die Netzkapazität zu gering ist, wird zu Schleuderpreisen an die Energie-
wirtschaft im Inland aber auch ins Ausland geradezu verschenkt. Das passiert insbesondere in den windstarken Herbst- und Wintermonaten. Profiteure sind die Energieunternehmen. Die geringeren Einnahmen, wenn Strom zu Billigpreisen an die Energiewirtschaft oder ins Ausland abgegeben werden muß, werden durch die Subventionsbeiträge für die Windkrafterzeuger durch die Bürger ausgeglichen. Bei überschüssig erzeugtem Strom durch Windkraft reduziert sich der Subventionsbetrag für die Bürger eben nicht. Wo ist der Hinweis von Ihnen in Ihrem Presseartikel, daß Teile des milliardenschweren Subventionsbetrags endlich, wie schon lange und von Experten gefordert, für die Erforschung und Realisierung der Stromspeicherung abgezweigt wird ? Kein Wort verlieren Sie über diesen Irrsinn und die damit verbundene Ungerechtigkeit für die Millionen Stromkunden.

Und auch für Lilienthal gilt, daß die in Oberende erzeugte Energie eben nicht den Lilienthalern zu Gute kommt. Der Strom geht ins bundesweite Netz und nicht in die Hausanschlüsse von Lilienthal….“

a)      Parallelen zur Diskussion „WKA-Standort Ingersheim“

Aus der in Lilienthal  -  stellvertretend für viele andere durch Windkraftanlagen belastete Standorte in Deutschland  -  stattfindenden Diskussion ergeben sich im Hinblick auf die am Standort Ingersheim laufende Auseinandersetzung mehrere parallele Gesichtspunkte, die bezeichnend sind für die Art und Weise der von den WKA-Initiatoren und ihren Unterstützern aus dem politischen Spektrum  -  vorwiegend: Bündnis 90 / Die Grünen, SPD, Linke  -  geführten Diskussion:

b)  Ideologie pro WKA-Standort verdrängt standortbezogene Gegen-Argumente und Einwendungen der Bevölkerung

Die Frage, wie es mit dem Betrieb von Kernkraftwerken weitergeht, wird nicht an einem geplanten Standort einer Windkraftanlage in der Provinz, sondern in der Bundespolitik entschieden: Atomrecht ist Bundesrecht !

WKA-Betreiber und ihre politischen Unterstützer nehmen irreparable Nachteile zu Lasten des geplanten WKA-Standorts Ingersheim und der Bevölkerung der Region in Kauf zu Gunsten einer ideologiebelasteten Symbolik („…eine 180 m hohe Enercon E-82 sehe ich lieber als die Wasserdampfwolken in Neckarwestheim…“).

Diese Nachteile und die damit verbundene Haltung lehnt unsere Bürgerinitiative „Gegenwind Husarenhof“ und die Gegner einer in Ingersheim geplanten Anlage ab. Der Bau einer WKA in Ingersheim hätte auf die Laufzeit des Blocks 1 in Neckarwestheim keinerlei Einfluß, wie die in der letzten Zeit geführte Debatte um die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken überdeutlich gezeigt hat. Insbesondere würde der Bau einer Enercon E-82 in Ingersheim die Laufzeit des Blocks 1 in Neckarwestheim um keine einzige Stunde vermindern.

Andererseits kämen auf die Bevölkerung und die Region im Falle eines WKA-Baus in Ingersheim nur  N a c h t e i l e   e r h e b l i c h e n  A u s m a ß e s  zu .

Diese Erkenntnis sollte sich zwischenzeitlich auch bis ins Pleidelsheimer Rathaus herum gesprochen haben. Wie bekannt, hatte sich der Pleidelsheimer Bürgermeister bei seiner Gemeinderatssitzung am 17.6.2010 dafür ausgesprochen, von Seiten Pleidelsheims keine Einwendungen gegen den geplanten WKA-Standort auszusprechen, vorwiegend mit der Begründung, ein Zeichen gegen Strombezug aus Kernkraftwerken setzen zu wollen.

c)  Falsche Darstellung von Fakten durch WKA-Initiatoren führt zur Irreführung der            Ingersheimer Bevölkerung

Wie „Bündnis 90 / Die Grünen“ in Lilienthal behaupten auch die Ingersheimer WKA-Initiatoren fälschlicherweise, daß der durch eine Windkraftanlage vor Ort erzeugte Strom den Bürgern am Ort der Windkraftanlage zu Gute komme.

Dies ist Unfug und Volksverdummung, denn sowohl für Lilienthal als auch für Ingersheim gilt, daß der vor Ort durch eine Windkraftanlage erzeugte Strom ins bundesdeutsche Netz und nicht in die Hausanschlüsse von Lilienthal oder von Ingersheim geht.

Der über eine WKA in Ingersheim ggfs erzeugte Strom käme nur dann  -  und nur dann  -  Ingersheimer Haushalten zu Gute, wenn der vom Enercon / E-82-Generator in Ingersheim erzeugte Strom über ein separates lokales Ingersheimer Leitungsnetz direkt den Ingersheimer Haushalten zugeleitet werden könnte. Ein separates Stromleitungsnetz ist in Ingersheim jedoch  -  wie wir alle wissen  -  weder vorhanden noch ist es geplant.

d)  Fehler der früheren rot-grünen Bundesregierung werden heute von „Bündnis 90 /       Die Grünen“, SPD und Linke totgeschwiegen  -  Zu Recht von der CDU /                             FDP-Bundesregierung durchgesetzte Kürzungen von „Wildwuchs“ bisher                         fehlgeleiteter Subventionen läßt künftige Zuwachsraten bei regenerativer Energie       abflachen  -  Langfristige Überlebenschance der Windkraftenergie nur unter dem           Vorbehalt der Speicherfähigkeit von durch regenerativer Energie gewonnenem             Strom

Die frühere von Rot-Grün geführte Bundesregierung  -  insbesondere deren längst abgewählte Bundesumweltminister Jürgen Trittin / Grüne und Siegmar Gabriel / SPD  -  hat es versäumt, die Speicherung von durch Windkraft oder Sonne erzeugbarer Energie zu erforschen und zu realisieren.

Solange die Speicherung regenerativ erzeugten Stroms in großem Stil in der Praxis nicht möglich ist, wird die regenerativ erzeugte Energie  -  insbesondere die Windkraftenergie  -  mangels Versorgungssicherheit für Wirtschaft und privaten Verbrauch  -  über ein Nischen-Dasein (gemessen am gesamten Strombedarf in Deutschland bzw. in Baden-Württemberg) nicht hinauskommen: Darüber können auch die jetzt noch bemerkenswerten jährlichen Zuwachsraten nicht hinwegtäuschen, die vor allem durch milliardenschwere, von allen privaten Stromempfängern zu finanzierende Subventionen „künstlich“ initiiert und gepusht werden. Ohne diese Milliarden-Subventionen wäre der Industriesektor „regenerative Energie“ in Deutschland nicht selbständig wettbewerbsfähig: Er würde keine Rolle spielen.

Wie die zur Sanierung öffentlicher Haushalte durch die Bundesregierung zu Recht eingeleiteten Konsolidierungsbemühungen zeigen, wird der jetzt schon kaum mehr finanzierbare „Wildwuchs“ gerade dieser Subventionen spürbar „zurück gestutzt“, die jetzt zu Recht eingeleiteten Kürzungen der  -  im Vergleich zur Anzahl der Strombezieher  -  nur wenigen WKA-Betreibern zu Gute kommenden Einspeisevergütungen ist erst der erste Schritt eines noch länger andauernden Konsolidierungsprozesses. Auch EU-Nachbarstaaten sowie z.B. die USA haben ihre für die Ankurbelung der regenerativen Energie zunächst vorgesehenen Milliarden-Subventionen im Zuge der Finanzkrise drastisch zusammen gestrichen, um eine schnellere Konsolidierung staatlicher Haushaltsdefizite zu erreichen.

Falls die jetzt im Zusammenhang mit der Sanierung öffentlicher Haushalte publik gewordenen Überlegungen zur Einführung einer Windkraftsteuer künftig realisiert werden, würde damit faktisch und „unter dem Strich“ auch in den „Alt-Besitzstand“ derjenigen WKA-Betreiber eingegriffen, die von der jetzt beschlossenen Kürzung der Einspeisevergütung noch „ungeschoren“ davon gekommen sind, m.a.W.: Eine künftige Windkraftsteuer würde auch die Zeichner von Anteilen einer WKA in Ingersheim  -  je nach Ausgestaltung der Steuer  -  finanziell empfindlich treffen.

An der jetzt durch die CDU / FDP-Regierung festgelegten Kürzung der durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegten Einspeisevergütungen (Subventionen)  -  die von allen privaten Stromabnehmern zwangsweise über höhere Strompreise finanziert werden  -  führt kein Weg vorbei, da die öffentlichen Haushalte in Deutschland schon jetzt durch die dadurch heute und  in den nächsten 20 Jahren anfallenden Milliardenbelastungen  so stark wie weltweit in keinem anderen Land stranguliert werden.

Soll die durch Windkraft erzeugte Energie künftig ohne Subventionen wettbewerbsfähig und zu einem wichtigen Grundpfeiler eines integrierten und nachhaltigen Energiekonzepts werden, muß die unter „Rot / Grün“ in den Vorjahren sträflich vernachlässigte Erforschung der Speicherfähigkeit von durch Windkraft erzeugter Energie forciert werden.

Daher ist es richtig, daß die  -  infolge von der CDU / FDP-Bundesregierung beschlossene Laufzeitverlängerung voll abgeschriebener Kernkraftwerke  -  jährlich entstehenden Zusatzgewinne in Milliardenhöhe vom Fiskus abgeschöpft und größtenteils zur Finanzierung der Erforschung einer industriellen Speicherfähigkeit von durch regenerativen Energieträgern gewonnenem Strom eingesetzt werden, denn:

Nur dann, wenn eine industrielle Speicherung von durch regenerative Energiequellen gewonnenem Strom in absehbarer Zeit möglich ist, hat die regenerative Stromgewinnung in hoch entwickelten Industrieländern wie in Deutschland eine Überlebenschance.
 

Dipl.-Kfm. Walter Müller / Pressewart „Gegenwind Husarenhof“
 

            Zum Schreiben der Lilienthaler Wählergemeinschaft e.V. hier klicken



Seitenanfang



Ex-Ministerpräsident von Baden-Württemberg und Brüsseler EU-Energiekommissar Günther Öttinger / CDU geht auf Distanz zu erneuerbaren Energien  -  insbesondere zur Windkraft  -   Windmühle auf dem Grünen Heiner lediglich  ein Symbol

(wm / 230810) - Immer mehr führende CDU-Politiker gehen auf kritische Distanz zu den erneuerbaren Energien: Nachdem kürzlich die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag angesichts der zunehmenden Verspargelung Thüringens einen sofortigen Stopp des weiteren Ausbaus der Windkraft gefordert und der CDU-Bauminister der CDU / SPD-geführten Landesregierung in Thüringen eine Berufung gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Meiningen angekündigt hat, das für 2 Windräder in Sichtweite zur Wartburg bei Eisenach (seit ca. 10 Jahren UNESCO-Weltkulturerbe) eine Baufreigabe erteilt hatte (vgl. unseren am 22.8.2010  unter www.gegenwind-husarenhof.de in der Rubrik „politische Entwicklung“ eingestellten Beitrag „CDU warnt vor Ausbau der Windkraft in Thüringen“), geht nun auch Günther Öttinger  -  früherer Ministerpräsident von Baden-Württemberg und seit einigen Monaten EU-Energiekommissar in Brüssel) immer mehr auf Distanz zu den erneuerbaren Energien, insbesondere zur Windkraft.

Bei einem kürzlichen energiepolitischen Frühschoppen seines CDU-Heimat-Ortsverbands Ditzingen profiliert er sich einem Bericht der Stuttgarter Nachrichten („Audienz bei der Ditzinger EU-Exzellenz“) vom 9.8.2010 zufolge als „Kritiker der erneuerbaren Energien und als Förderer der Atomkraft“, wobei er die Windmühle auf dem Grünen Heiner in Sichtweite zur Autobahn „ironisch als dieses wunderschöne Windrad bei Korntal-Münchingen“ titulierte, das für ihn „lediglich ein Symbol, eine Monstranz“ sei.

Zutreffenderweise erkennt er den Schwachpunkt der Windkraft in Bezug auf eine zuverlässige Energieversorgung: „Oft wehe genau dann, wenn Strom gebraucht werde, kein Wind. Deshalb drohen seiner Meinung nach künftig Engpässe und Stromausfälle. Windräder möge man am besten im Meer bauen und überall dort, wo sie niemanden stören. Beim Thema Atomstrom könne die EU hingegen zeigen, wie einig sie inzwischen sei. Große Hoffnungen habe er wegen eines aktuellen Forschungsprojekts, an dessen Ende die Kernfusion als Energiequelle ohne jedes Risiko stehen
solle.“

Insbesondere seine Formulierung „…Windräder möge man am besten im Meer bauen und überall dort, wo sie niemanden stören…“ läßt aufhorchen, ist dies doch genau dieselbe Begründung, mit der Thüringens Bauminister Carius / CDU unlängst ebenfalls den weiteren Ausbau der Windkraft in Thüringen abgelehnt hat (Fundstelle in der Homepage unserer Bürgerinitiative „Gegenwind Husarenhof“ vgl. oben).

Nun mögen einige argumentieren, daß Öttinger spätestens seit seinem Rücktritt als Ministerpräsident von Baden-Württemberg zumindest in der Bundes- und vor allem in der Landespolitik von Baden-Württemberg keine allzu bedeutende Rolle mehr spiele und seine Aussagen daher politisch ohne großen Wert seien.

Dies ist einerseits zwar richtig.

Hierbei wird jedoch verkannt, daß der in der allgemeinen Bundes- und Landespolitik eher glücklos agierende Öttinger nach seinem Wechsel auf den Posten eines EU-Energiekommissars einen der wichtigsten, angesichts immer knapper werdender Ressourcen  und daher hinsichtlich der zukünftigen Bedeutung der Energiepolitik einflussreichsten Posten innerhalb der EU-Kommission bekleidet und dadurch Entscheidungen hinsichtlich der weiteren Ausgestaltung auf dem Sektor der europäischen Energiepolitik maßgebend  -  auch zu Gunsten der deutschen Position  -  beeinflussen kann, wobei es für die Effizienz der europäischen Energiepolitik nur von Vorteil sein kann, wenn diese Entscheidungen weniger den Zwängen der Parteiräson untergeordnet als vielmehr vorwiegend unter sachlichen Gesichtspunkten getroffen werden.

Insoweit ist die jetzt publik gewordene Einschätzung Öttingers zur mangelnden Zuverlässigkeit der Windkraft bei der Sicherheit der Energieversorgung des Wirtschaftsstandorts Deutschland richtungsweisend, insbesondere vor dem Hintergrund der gerade jetzt im windarmen Binnenland Baden-Württemberg geführten Diskussion.

Die oben zitierte Einschätzung Öttingers deckt sich zu 100 % mit der Position unserer Bürgerinitiative zur Ablehnung des geplanten WKA-Standorts Ingersheim.

Wie aus jedem unserer an die Bevölkerung im betroffenen Wirkungskreis verteilten Informationsblätter hervorgeht, treten wir ebenfalls für den weiteren Ausbau regenerativer Energien  -  auch der Windkraft  -  ein, jedoch nur an Standorten mit deutlich höherem Windaufkommen (Norddeutschland) als am windarmen Binnenland-Standort Ingersheim und auch nur dort, wo der Dauerbetrieb ohne Beeinträchtigung ökologischer und ökonomischer Gesichtspunkte und einem Mindestabstand von rd. 1 500 m zur Bevölkerung möglich ist, damit es nicht zu einer Minderung der Lebensqualität der Bevölkerung im Wirkungskreis der geplanten Windkraftanlage kommt.

 
Dipl.-Kfm. Walter Müller / Pressewart der Bürgerinitiative


Zum Bericht in den Stuttgarter Nachrichten hier klicken



Seitenanfang

Zu spätes Umdenken beim NABU / Hessen ?  -  NABU verlangt „natur-verträgliche“ Planung bei Windkraftanlagen  -  Hessens NABU-Landesgeschäftsführer  sieht den Schutz der biologischen Vielfalt ausgehöhlt / Was kann der Naturschutz in Baden-Württemberg aus der offenkundigen Fehlentwicklung in Hessen lernen ?

(wm / 200810) - in einem kürzlich vom NABU / Hessen vorgestellten Positionspapier werden „strengere Regeln für den Bau von Windkraftanlagen“ gefordert: „In den vergangenen Jahren seien landesweit zu viele solcher Anlagen in sensiblen Gebieten gebaut und geplant worden, die den Schutz der biologischen Vielfalt ausgehöhlt hätten, kritisierte Landesgeschäftsführer Hartmut Mai am Donnerstag in Gießen. Der Erhalt der biologischen Vielfalt und der Ausbau erneuerbarer Energien sind gleichrangige Ziele einer nachhaltigen Entwicklung Hessens“, fügte Mai hinzu. Weiter heißt es im NABU-Positionspapier: „…Um den Ausbau dieser Energieform aber „naturverträglich“ zu gestalten, brauche man neben sogenannten Windvorranggebieten auch klar definierte Flächen, auf denen aus naturschutzrechtlichen Gründen keine Windkraftanlagen errichtet werden dürften.“ Es könne nicht sein,  „dass Windkraftanlagen vermehrt in Gebieten aufgestellt werden, die überregional für den Schutz von Schwarzstorch, Rotmilan und Fledermäusen von großer Bedeutung sind“.

Nachdem die windreichen Regionen in Norddeutschland (Niedersachsen, Schleswig-Holstein) und Brandenburg größtenteils mit einer Vielzahl von Windrädern bereits großflächig „verspargelt“ sind und die weitere Aufnahmefähigkeit von Windrädern dort auch wegen der stark zunehmenden Bürgerproteste weitgehend erschöpft ist, versucht die Windkraft-Lobby, sich immer mehr in Richtung Mittel- und Süddeutschland  -  auch wenn an vielen Standorten im Binnenland das Windaufkommen deutlich geringer ist und deshalb die oftmals völlig überzogenen Vorhersagen der WKA-Initiatoren nach WKA-Inbetriebnahme wie Seifenblasen zerplatzen   -   auszudehnen, wobei die politische Unterstützung vor Ort je nach landespolitischer Konstellation unterschiedlich stark ist.

So hat es die Windkraft-Lobby beispielsweise in NRW bzw. in Hessen bei einer von Rot / Grün bzw. von SPD / CDU geführten Landesregierung leichter, den Ausweis von Windvorranggebieten gegen Widerstände vor allem aus dem bürgerlichen Lager zu erreichen, wobei öfters auch vor dem Umwidmen von bisher im Interesse des Natur- und Artenschutzes und wegen der biologischen Vielfalt als sensibel und schützenswert angesehenen Gebieten kein Halt gemacht wurde.

Vor diesem Hintergrund ist die Warnung des NABU / Hessen vermutlich schon zu spät, denn neben den bisher in Hessen bereits installierten rd. 600 Windrädern sind ca. 200 – 300 weitere    -   teilweise auch in unter Naturschutzgesichtspunkten äußerst sensiblen Gebieten oder auch in Gebieten, wo wegen mangelndem Windaufkommen der Bau einer WKA ökonomischer Unfug ist  -  bereits genehmigt und weitere sind in Planung.

Bewohner in den betroffenen Gebieten machen sich in Leserbriefen „Luft“ und sprechen von einer „Verhunzung“ ganzer ökologisch bedeutsamer Landstriche (z.B. Vogelsberg).

Daher ist zu befürchten, daß der vom NABU / Hessen jetzt (auf einmal und vermutlich zu spät) angedeutete Meinungsumschwung und die Forderung nach einem deutlich restriktiveren Ausweis von Windvorranggebieten aus Sicht des Naturschutzes -  zumindest in Hessen  -   (wieder einmal) zu spät kommt.

Einmal mehr wird deutlich: Die Windkraft-Lobby hat  -  verstärkt durch key-accounter der Windkraftanlagen-Konzerne  -  ein deutlich größeres Gewicht als der Naturschutz, zumal sich viele selbst ernannte Naturschützer und deren Organisationen als Mittel zum Zweck instrumentalisieren lassen zur Durchsetzung politischer Ziele  -  zum Beispiel dem sofortigen Atomausstieg  -  wobei offensichtlich nicht bemerkt wird, daß damit die ureigenen Ziele des Naturschutzes geopfert werden und „auf der Strecke bleiben.“

Andere wiederum geben ihre Unabhängigkeit auf und lassen sich als „Berater / Experten“  usw. durch Windkraft-Konzerne „einfangen“, korrumpieren und vor ihren Karren spannen: Auch hier bleibt der eigentliche Naturschutz oftmals auf der Strecke, denn es ist klar, daß (oftmals bewußt gesteuerte) Meinungsäußerungen derart befangener „Naturschützer“ durch die im Hintergrund bestehenden Geschäftsbeziehungen in eine von den Windkraft-Konzernen gewünschte Richtung tendieren können.

Die Frage ist: Was kann der Naturschutz in Baden-Württemberg aus offenkundigen Fehlentwicklungen lernen, die in nördlicheren Bundesländern (Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg, NRW, Hessen) durch eine großflächige Industrialisierung ganzer  -  auch ökologisch bedeutsamer  -  Landstriche mit Windkraftanlagen eingetreten sind ?

„Glücklicherweise“ begann der großflächige Verspargelungsprozess vor ca. 20 Jahren nicht im (windarmen) Süden sondern im Norden und benötigte bis zur jetzt dort erreichten Sättigungsgrenze einige Zeit. Es zeigt sich, daß die Marktbearbeitung der Windkraft-Lobby vom Norden in Richtung Süden geht.

Insofern ist es für jeden Landes- und Kommunalpolitiker in BW, für alle mit dem Naturschutz in BW befaßten Behörden und Institutionen sowie für jeden in BW ansässigen Naturschützer durch die in nördlicheren Bundesländern infolge zu dichter „Verspargelung“ mit WKA eingetretene Fehlentwicklung klar ersichtlich, welche irreparablen Folgen in einem dadurch aus dem ökologischen Gleichgewicht gebrachten Naturschutzgebiet entstehen können.

Die negativen Folgen wären bei uns in BW noch schwerwiegender, da BW  -  hier vor allem seine Ballungszentren und der darum herum bestehende Großraum  -  eher wegen des großen Anteils von Mittelstand und Großkonzernen  -  durch Industrie-Infrastruktur gekennzeichnet ist im Gegensatz zu den eher landwirtschaftlich geprägten nördlichen Bundesländern, bei denen jetzt (wegen der zu hohen Dichte) die WKA der ersten Generation sukzessive im Wege des „Repowering“ abgebaut und ersetzt werden durch zwar noch höhere, leistungsfähigere Anlagen der zweiten Generation, deren Standort sich jedoch aufgrund der großen Bürgerproteste immer mehr vom Festland ins offene Meer („off-shore“) verlagert.

Eine derartige Verlagerungsmöglichkeit besteht in südlicheren Binnenländern nicht und die jetzt bei uns in der 2. Generation mit ca. 180 m Höhe  -  auch in Ingersheim  -  geplanten Anlagen würden aller Voraussicht nach mindestens über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von rd. 20 Jahren stehen bleiben, falls sie gebaut würden. Der Naturschutz im Einzugsgebiet des geplanten WKA-Standorts  -  insbesondere der Vogelschutz  -  hätten eine weitere Niederlage erlitten, falls es zum Bau käme.

Zu hoffen bleibt, daß unsere Landes- und Kommunalpolitiker im Landtag, im Verband der Region Stuttgart, in den Kreistagen und Gemeinderäten sowie die mit den WKA-Bauanträgen befaßten Genehmigungsbehörden noch rechtzeitig „aufwachen“, bevor es zu spät ist.

Hoffnung macht, daß

•  engagierte „echte“ Naturschützer wie Wolfgang Huber (BUND-Vorsitzender von Ingersheim; Projektleiter bei der Hutter-Stiftung „Nature Life International“), Conrad Fink (BUND-Vorsitzender von Freiberg / Neckar) und Professor Claus König (weit über die Landesgrenze hinaus bekannter Ornithologe, langjähriger Leiter der Vogelschutzwarte Ludwigsburg und maßgeblich beteiligt am Ausweis des Pleidelsheimer Wiesentals und des Altneckar-Arms als Naturschutzgebiet sowie bis zu seiner Pensionierung Direktor des Landes-Naturkundemuseums Stuttgart)
•  der Schwäbische Heimatbund
•  immer mehr Kommunalpolitiker (z. B. Manfred List / CDU; langjähriger OB von       Bietigheim-Bissingen und langjähriger Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Bietigheim-Bissingen sowie Mitglied des Kreistags Ludwigsburg)
•  viele Gemeinderäte vorwiegend aus dem bürgerlichen Lager in Besigheim, Ingersheim und Pleidelsheim und in den umliegenden Orten des weiteren Einzugsgebiets
•  Bürgermeister (Bürgermeister Steffen Bühler / CDU; Besigheim; Bürgermeisterin Monika Chef / FDP-MdL, Gemmrigheim)
•  sowie immer größere Kreise der Bevölkerung

sich unmissverständlich gegen den Bau einer an dieser Stelle mit 180 m Höhe völlig überdimensionierten Enercon E-82 aussprechen, die im Falle ihres Baus aufgrund des jährlichen nur unterdurchschnittlichen Windaufkommens lediglich zu marginalen Vorteilen einiger Kapitalanleger, aber demgegenüber zu deutlichen und weitaus überwiegenden Nachteilen

•  für die am Naturschutz in dieser Region  interessierte Allgemeinheit (weiterer Wegfall von Rückzugsgebieten seltener Vögel u.a.)
•  für die im Wirkungskreis innerhalb eines Radius von 5 Km lebende Zivilbevölkerung (Gesundheitsrisiken und Verlust der Lebensqualität wegen Lärm, Schattenschlag, Infraschall)
•  wegen zu befürchtender Wertverluste bei Grundstücken und Gebäuden in Ingersheim, Besigheim und Pleidelsheim
•  wegen Verlusts wertvollen Ackerlands
•  wegen möglicherweise drohendem Wegfall der Existenzgrundlage der in Sichtweite liegenden Höfe und Betriebe (Husarenhof, Lerchenhof)

führen würde.


Dipl.-Kfm. Walter Müller / Pressewart der Bürgerinitiative


              Zur Stellungnahme des NABU-Landesverband Hessen hier klicken



Seitenanfang


Bericht der Bürgerinitiative „Gegenwind Husarenhof“ zum Beschluß des Pleidelsheimer Gemeinderats vom 17.6.2010 zur Stellungnahme der Gemeinde Pleidelsheim über den geplanten Bau einer Windkraftanlage (WKA) auf Ingersheimer Gemarkung  

Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Beschlusses wegen Mitwirkung zweier offensichtlich befangener Gemeinderäte


I        Vorbemerkungen


(wm / 230610) - Nachfolgender Bericht enthält als Gedächtnisprotokoll die wesentlichen Punkte einer am 17.6.2010 im Pleidelsheimer Gemeinderat in öffentlicher Sitzung kontrovers geführten Debatte zur Stellungnahme der Gemeinde Pleidelsheim hinsichtlich einer auf dem Wind-Vorranggebiet der Nachbargemeinde Ingersheim geplanten Windkraftanlage.

Einzelne zu bestimmten Punkte aus unserer Sicht gehörende Informationen wurden im nachfolgenden Bericht unter einem separaten Punkt festgehalten.


II       Bericht über die Gemeinderatssitzung / Tagesordnungspunkt „Windkraftanlage“

Das im imissionsschutzrechtlichen Verfahren mit der Prüfung des Baus einer WKA auf der Ingersheimer Höhe betraute Landratsamt Ludwigsburg hat die Gemeinde Pleidelsheim im Rahmen der nachbarschaftlichen Anhörung zur Abgabe einer Stellungnahme aufgefordert. 

In der Gemeinderatssitzung vom 17.6.2010 versuchte Bürgermeister Trettner (CDU) einleitend, die gegensätzlichen Standpunkte darzustellen bevor er seine Stellungnahme in einen  Antrag überleitete, der im Tenor „keine Einwendungen der Gemeinde Pleidelsheim gegen den geplanten Bau einer Windkraftanlage auf Ingersheimer Gemarkung“ vorsah. 

Zwar ging er in seiner Begründung auch kurz auf mögliche Nachteile für die Pleidelsheimer Bevölkerung ein, falls es zum Bau käme. 

Diese für die Gemeinde Pleidelsheim zu befürchtenden Nachteile bestreite er nicht. 

Der Bürgermeister sah die negativen Folgen  -  zusammen mit den 3 SPD- und den beiden CDU-Gemeinderäten, die ebenfalls für seinen Antrag votierten  -  jedoch als nicht allzu schwerwiegend an. Entscheidend für seine Zustimmung zum Bau der WKA sei, dass die Politik den Ausstieg aus der Kernkraftnutzung beschlossen habe und es daher geboten sei, den dadurch entstehenden Ausfall der Stromproduktion durch Ausbau regenerativer Energien zu kompensieren, um die Versorgungssicherheit mit Energie gerade am Industriestandort Baden-Württemberg auch weiterhin zu gewährleisten. 

Ganz anders sahen dies jedoch die 4 Gemeinderäte von WIR, einer unabhängigen und bei der letzten Kommunalwahl am 7.6.2009 erstmals mit großem Erfolg angetretenen Wählervereinigung.

Alle 4 WIR-Gemeinderäte sowie die beiden FWV-Räte sprachen sich gegen den von BM Trettner eingebrachten Antrag aus und votierten für den von WIR-Gemeinderat Jürgen Bolz vorgestellten Antrag, wonach die Gemeinde Pleidelsheim als im direkten Wirkungskreis der geplanten Windkraftanlage liegende Nachbargemeinde in ihrer Stellungnahme gegenüber dem LRA LB Einwendungen gegen den geplanten WKA-Bau vorbringen und daher im Interesse der Pleidelsheimer Bevölkerung  -  die keinen Nutzen, sondern nur erhebliche Nachteile habe  -  den Bau ablehnen möge.

In seiner Begründung stellte Bolz zunächst die grundsätzliche Position heraus, wonach WIR generell für den Ausbau regenerativer Energien eintrete, jedoch am „richtigen“ Standort und nur dort, wo es ökologisch und ökonomisch sinnvoll sei und wo die breite Bevölkerung keine Gesundheitsrisiken und keine Minderung ihrer Lebensqualität befürchten müsse.

Er charakterisierte die geplante WKA als eine mit 180 m Höhe an dieser Stelle völlig überdimensionierte „Industrieanlage“, die nicht in eine Naturlandschaft, sondern in ein Gewerbegebiet gehöre. Er befürchte, dass der Bau einer ersten WKA als Einstieg in einen Windkraftanlagen-Park zu sehen sei, dem bald weitere folgen könnten.

Im weiteren Verlauf der kontrovers geführten Debatte stellte Bolz eine Kosten- / Nutzen-Analyse an und kam zum Ergebnis, dass im Falle des Baus keinerlei Nutzen für die Pleidelsheimer Bevölkerung und die hiesige Region entstehe, wohl aber gravierende und dauerhafte Nachteile, die er mit den Stichworten „Landschaftsverschandelung“, „Beeinträchtigung des Erholungswerts der Region“ und Einstieg in die Negativ-Umwidmung einer bisher landwirtschaftlich geprägten Landschaft in Richtung Gewerbegebiet charakterisierte.

 Zum Punkt „Landschaftsverschandelung“  -  im weiteren Verlauf bezeichnete er die Anlage als „Viech“  -  zitierte er eine Reihe von Urteilen oberer Gerichte, die bei ähnlichen Streitfragen von „raumbedeutsamen“ und „landschaftsprägenden“ Eingriffen in ein bisher intaktes Landschaftsbild sprechen.  

In der Ablehnung des Standorts für eine Windkraftanlage wurde Bolz auch von seinem WIR-Gemeinderatskollegen Albrecht Reuther bestätigt, der als Pleidelsheimer Landwirt eindrucksvoll ausführte, dass er sich beim Anbau seiner Produkte an den an seinem landwirtschaftlichen Produktionsstandort in Pleidelsheim gegebenen Standortbedingungen und Produktionsfaktoren orientieren müsse, wenn er eine Fehlinvestition bzw. Verlustproduktionen vermeiden wolle. Er könne daher z. B. wegen fehlender klimatischer Bedingungen und mangelnder Bodenbeschaffenheit auch nicht ohne weiteres zur „Bananenproduktion“ wechseln.

Im weiteren Verlauf der Diskussion wies WIR-Gemeinderätin Christel Staudenmaier auf die Gefahr der weiteren Zerstörung des an der Gemarkungsgrenze zu Ingersheim liegenden Wiesentals hin, einem in dieser Region einzigartigen Rückzugs-, Brut- und Vogeldurchzugsgebiet für viele und seltene Vögel, das als Einflugschneise und Vogelschutzgebiet voll im engsten Wirkungskreis der geplanten WKA liege. Sie sah sich in ihrer Befürchtung durch das Urteil namhafter Ornithologen bestätigt. 

Abschließend gingen die WIR-Gemeinderäte auch auf die von Bürgermeister Trettner sowie von den 3 SPD- und 2 CDU-Gemeinderäten als Begründung für den WKA-Bau aufgestellte Behauptung ein, man brauche einen Ersatz der Stromproduktion für künftig wegfallende Kernkraftwerke. 

Jürgen Bolz und Christel Staudenmaier empfahlen in ihrer Antwort eine Abkehr von der Symbolik und verwiesen darauf, dass es bei objektiver Betrachtung jedem klar werde, dass allein bei Abschaltung  von Block I des Kernkraftwerks Neckarwestheim und des damit wegfallenden Stroms die Aufstellung weiterer 1 000 – 1 100 Windkraftwerken der 2. Generation (d.h. WKA’ s mit einer Höhe von 150 m – 180 m) benötigt werde, eine völlig utopische Situation, die jenseits jeglicher Realität  -  weil politisch nicht durchsetzbar  -   sei. 

Im Interesse der Pleidelsheimer Bürger blieben die WIR-Gemeinderäte daher bei ihrer Ablehnung des WKA-Standorts in Ingersheim. 


III     Abstimmung und Beschlussfassung

Da sich Klaus Faiss (CDU)  -  der kurz vor Beginn der Sitzung noch Einladungen zu einer am 22.6. in Pleidelsheim geplanten Verkaufsveranstaltung (Zeichnung von Genossenschaftsanteilen) der WKA-Befürworter verteilte  -  und Lothar Muchenberger (SPD) als Mitglieder und Zeichner von Genossenschaftsanteilen der Energiegenossenschaft Ingersheim zu erkennen gaben, stellte Jürgen Bolz (WIR) den Antrag, beide Gemeinderäte wegen Befangenheit von der Beschlussfassung zu diesem Tagesordnungspunkt auszuschließen.

Nachdem bei laufender Beratung die durch den Protokollführer konsultierte und auf der Zuschauerbank die Diskussion verfolgende Hanne Hallmann  -  Hauptinitiatorin der WKA-Betreibergruppe und Ingersheimer FWV-Gemeinderätin   -  wohl einen Formulierungsvorschlag zur Kaschierung des Befangenheitsvorwurfs machte, ließ BM Trettner, dessen Antrag im Falle der vom Gremium festgestellten Befangenheit beider Gemeinderäte keine Mehrheit gefunden hätte, die übrigen Gemeinderatsmitglieder über die Frage der Befangenheit beider betroffener Gemeinderäte abstimmen.

Diese Abstimmung ergab die Ablehnung des Antrags, beide Gemeinderäte wegen Befangenheit von der weiteren Abstimmung auszuschließen; daher wurden beide Gemeinderäte und Mitglieder der Energiegenossenschaft zur weiteren Abstimmung zugelassen. 

Der von WIR-Gemeinderat Bolz eingebrachte Antrag, wonach die Gemeinde Pleidelsheim Einwendungen gegen die auf Ingersheimer Gemarkung geplante Windkraftanlage geltend machen solle, fand bei 6:6-Stimmengleichheit einschließlich der Gegenstimme von BM Trettner und bei Stimmenenthaltung des Gemeinderats der Grünen keine Mehrheit und wurde daher abgelehnt. 

Danach stellte BM Trettner seinen Antrag zur Abstimmung, wonach die Gemeinde Pleidelsheim Kenntnis von der die „Landschaft beeinträchtigenden Maßnahme“ nimmt und der Vogelschutz noch einmal geprüft werden solle. Dieser wurde bei Stimmengleichheit und den sich daraus ergebenden Bestimmungen der Gemeindeordnung angenommen.


IV        Anfechtung des Gemeinderatsbeschlusses wegen Mitwirkung zweier Gemeinderäte,                 die bei der Abstimmung befangen waren

Bei der Abstimmung im Pleidelsheimer Gemeinderat haben nach eigenem Bekunden zwei Gemeinderäte teilgenommen, die zum Zeitpunkt der Abstimmung am 17.6. entweder bereits Mitglied der Ingersheimer Energiegenossenschaft waren und bereits Genossenschaftsanteile gezeichnet hatten oder aber Absichtserklärungen zur Zeichnung von Genossenschaftsanteilen unterschrieben hatten. 

Nach den in der Lokalpresse der vergangenen Tage und Wochen von den Vertretern der Energiegenossenschaft bekannt gegebenen Informationen ist die zunächst als Genossenschaft i. Gr. (in Gründung) firmierende Gesellschaft zwischenzeitlich gegründet. Sie nimmt am allgemeinen Geschäftsverkehr teil, indem sie u.a. Verkaufsveranstaltungen in Ingersheim und Umgebung durchführt, um dort Mitglieder (Genossen) und Zeichnungswillige zu gewinnen, damit die Finanzierung des Kaufs einer ca. 3,7 Mio € teuren Enercon E 82 realisiert werden kann. 

In ihren Verlautbarungen wirbt sie u.a. mit der Erwirtschaftung und Ausschüttung von Gewinnen in angemessener Höhe. 

Ein Mitglied (Genosse) tritt i.d.R. einer in der Rechtsform einer Genossenschaft geführten Firma durch Übernahme von Kapitalanteilen (Genossenschaftsanteilen) gegen Leistung in Geld bei, wobei er mit seinem Beitritt bestimmte Ziele verfolgt.

Ein Ziel des Kaufs von Genossenschaftsanteilen ist in jedem Fall die Erzielung eines wirtschaftlichen Erfolgs, d.h. die Erzielung einer nach den subjektiven Vorstellungen des Zeichners angemessenen Rendite, deren exakte Höhe sich zwar erst nach Ablauf eines Geschäftsjahres ergibt. 

Grundsätzlich steht es auch Gemeinderatsmitgliedern frei, sich im Rahmen einer wirtschaftlichen Betätigung mit Teilen ihres Vermögens an einer Firma in der Rechtsform einer Genossenschaft finanziell zu beteiligen, in der Hoffnung, mit ihrem Kapitaleinsatz eine angemessene Rendite zu erzielen. 

Ein Gemeinderat muß bei seinem Abstimmungsverhalten jedoch frei und unbefangen sein, d.h. die Entscheidungsgründe für sein Abstimmungsverhalten müssen vor allem am Wohl der Gemeinde orientiert sein und dürfen nicht auf private Vorteilsnahme ausgerichtet sein. Auf wirtschaftlichen Interessen basierende Gründe, die möglicherweise Anlaß für ein bestimmtes Abstimmungsverhalten sind oder waren, führen dann zur Befangenheit eines Gemeinderats, wenn das Vorliegen dieser Einflußfaktoren dazu geführt hat, dass der an einer Abstimmung teilnehmende Gemeinderat mit seiner Abstimmung auch einen in seiner Privatsphäre liegenden wirtschaftlichen Erfolg zu seinen Gunsten ursächlich herbeiführt. In diesem Fall wären die Voraussetzungen einer Befangenheit gegeben. 

Zur Vermeidung von Zielkonflikten dürfen Gemeinderäte bei Abstimmungen als Befangene dann nicht teilnehmen, wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass vor allem private, auf wirtschaftliche Vorteile ausgerichtete Zielsetzungen maßgebend sind für das Abstimmungsverhalten. 

Beim vorliegenden Fall waren beide Gemeinderäte sowohl als Mitglieder an der Energiegenossenschaft und als Zeichner von Genossenschaftsanteilen befangen.

Mit ihrem Abstimmungsverhalten traten sie als Interessenvertreter der Energiegenossenschaft auf, an der sie kapitalmäßig beteiligt sind bzw. an der sie sich in Kürze auf Basis ihrer Absichtserklärungen beteiligen wollen und an deren wirtschaftlichem Erfolg sie als Genossenschaftsmitglieder Interesse haben müssen. 

Ihre beiden Stimmen führten zur Ablehnung des von Jürgen Bolz / WIR gestellten Antrags, wonach festgestellt werden solle, dass eine Industrieanlage dieses Kalibers die Landschaft an exponierter Stelle so beeinträchtige und auch „durch Ausgleichsmaßnahmen nicht wettgemacht werden könne“, dass der nur geringe Nutzen die deutlich überwiegenden Nachteile nicht rechtfertige. 

Nach der Abstimmung im Pleidelsheimer Gemeinderat nimmt die Gemeinde Pleidelsheim lediglich Kenntnis von der die „Landschaft beeinträchtigenden Maßnahmen“.

Wir werden diesen Bericht an das Landratsamt Ludwigsburg weiterleiten zur Übergabe an die Rechtsaufsicht / Kommunalaufsicht mit der Bitte, die Rechtmäßigkeit des unter diesem Tagesordnungspunkt erfolgten Beschlusses zu prüfen. 

Die Bürgerinitiative geht davon aus, dass wegen der Befangenheit zweier an der Abstimmung teilnehmenden Gemeinderäte und der dadurch nicht gegebenen Rechtmäßigkeit die Beschlüsse diese nach Prüfung durch die Rechtsaufsicht / Kommunalaufsicht des Landratsamts Ludwigsburg kassiert werden und der Tagesordnungspunkt ohne Mitwirkung der beiden befangenen Gemeinderäte erneut im Pleidelsheimer Gemeinderat zu behandeln ist.


V       Ergänzende Ausführungen zur Diskussion im Pleidelsheimer Gemeinderat

Zur Diskussion im Pleidelsheimer Gemeinderat ist ergänzend festzuhalten, dass es beim jetzt zu entscheidenden Antrag zunächst zwar „nur“ um den geplanten Bau einer 180 m hohen Enercon E-82 geht.

Andererseits steht zu befürchten, dass es bei Baugenehmigung nur eine Frage der Zeit ist, wann ein zweiter, dritter oder gar vierter Antrag zum Bau einer mindestens ebenso hohen Windkraftanlage gestellt wird. Entsprechende Stellungnahmen, Sympathiebekundungen und Absichtserklärungen politisch interessierter Kreise (z.B. SPD, Grüne) auf Kreisebene liegen vor und wurden in der Lokalpresse der vergangenen Wochen zitiert. 

Das auf der Ingersheimer Höhe ausgewiesene Wind-Vorranggebiet erlaubt den Bau von bis zu 4 Windkraftanlagen.

Das Landratsamt Ludwigsburg und der Verband der Region Stuttgart weisen auf Befragung darauf hin, dass weitere WKA-Bauanträge im Rahmen eines sogenannten „Zielabweichungsverfahrens“ behandelt würden. Dieses ist charakterisiert durch ein deutlich „abgespecktes“ Genehmigungsverfahren, da bei einem zweiten  -  als Zielabweichungsverfahren  -  geführten Verfahren auf die Ergebnisse viele Verfahrensschritte aus dem ersten Genehmigungsverfahren zurück gegriffen werden kann. 

Aus Pleidelsheimer Sicht wäre diese mögliche Entwicklung besonders bedenklich, da die geplante WKA im von Pleidelsheim aus gesehen äußersten Winkel des Wind-Vorranggebiets in unmittelbarer Nähe von Lerchenhof und Husarenhof liegt und jede weitere WKA  -  bei einem Mindestabstand von 400 m - 500 m zur ersten WKA  -  unweigerlich noch näher an die Pleidelsheimer Bevölkerung heranrücken würde. 

Schon jetzt beträgt der Abstand der Pleidelsheimer Gemarkung zum kürzlich noch einmal revidierten geplanten Standort lediglich nur noch knapp ca. 2000 m. Pleidelsheim liegt daher schon jetzt  -  bezogen auf möglicherweise wegen Infraschall, Sicht und der Hauptwindrichtung von West nach Ost bei einem WKA-Bau eintretende Gesundheitsrisiken und möglicher Wertverluste von Grundstücken -  voll im engeren, negativen Wirkungskreis der geplanten Anlage. 

In diesem Zusammenhang ist der zu befürchtende Verfall von Grundstückswerten (Bauplatz, Acker, „Stückle“, Gebäude) anzusprechen, wobei auf die an vielen anderen WKA-Standorten in Deutschland gemachten und durch Makler(RDM)-Berichte, Gerichtsurteile u.a. bestätigten Erfahrungen verwiesen wird, wo es zu durchschnittlichen Wertminderungen der Verkehrswerte von Grundstücken und Gebäuden zwischen 20 % - 30 % bzw. in Einzelfällen bis zur Unverkäuflichkeit gekommen ist, nachdem in der Umgebung ein Wind-Vorranggebiet ausgewiesen wurde bzw. die erste Windkraftanlage gebaut worden ist (vgl. in diesem Zusammenhang unsere Info-Blätter 9 ff. auf unserer homepage, Rubrik „Infoblätter“). 

Bemerkenswert zu diesem Punkt ist, dass die Google-Suchmaschine bei Eingabe der Wörter „Windkraftanlage Wertminderung“ innerhalb von 0,62 Sekunden rd. 32 200 Ergebnisse brachte… 

In Bezug auf den umstrittenen Standort kritisieren die Gegner der geplanten WKA vor allem den im Vergleich zum windstarken Norden im windarmen Süden ausgewählten, lediglich 300 m über Meeresspiegel liegenden Standort als eine von vornherein wegen des im flachen Binnenland „lauen“ Windaufkommens feststehende Fehlinvestition, weil das tatsächliche im Jahresdurchschnitt dort vorhandene und in repräsentativen Windmessungen des Deutschen Wetterdiensts ermittelte Windaufkommen  -  maßgeblich für das Volumen der Stromproduktion  -  viel zu niedrig ist, um die auf Hochglanzpapier enthaltenen geschönten Zahlen der Initiatoren auch nur annähernd erreichen zu können. 

Im übrigen muß auch einmal mit dem von den WKA-Initiatoren verbreiteten und von einigen Medien mehr oder weniger kritiklos übernommenen Märchen aufgeräumt werden, wonach die geplante Windkraftanlage bis zu „1 200 Ingersheimer Haushalte“  -  an anderen Stellen wurden gar 4 000 Haushalte genannt  -  das Jahr über versorgen könne. Dies trifft allein schon deshalb nicht zu, weil der in das allgemeine bzw. der EnBW gehörende Stromnetz eingespeiste Strom nicht in einem geschlossenen und nur den Bewohnern der Gemeinde Ingersheim allein zugänglichen Stromnetz 
verbleibt, sondern allen Stromversorgern bzw. Netzbetreibern und deren Kunden in ganz Deutschland zugänglich ist. 

Statistisch gesehen ist es vielmehr so, dass die wegen mangelhaftem Windaufkommen dort ohnehin nur spärliche Stromproduktion bei einer ca. 80 Mio Personen umfassenden Bevölkerung in Deutschland  -  davon schätzungsweise rd. 35 - 40 Mio privaten Haushalten mit eigenem Stromanschluß  -  und bei einem noch einmal höheren Abnahmevolumen von Industrie, Handel und Dienstleistern überhaupt nicht an Ingersheimer Haushalte zurückfließt, sondern im allgemeinen „Nirwana“ aller in Deutschland betriebenen Stromnetze versickert oder gar ins Ausland verkauft bzw. verschenkt wird, denn: 

Deutschland ist auch beim Stromverkauf Exportweltmeister, weil an Tagen mit Strom-Überschußproduktion (z.B.: wenn an sonnenreichen Tagen der über Photovoltaik-Anlagen produzierte und ins Netz eingespeiste Strom wegen zu geringem Bedarf nicht benötigt wird; oder: wenn an einzelnen windreichen Tagen der über Windkraftanlagen deutschlandweit produzierte und ins Netz eingespeiste Strom wegen zu geringem Bedarf nicht benötigt wird) die am Bedarf vorbei produzierte Überproduktion an Strom wegen der nicht möglichen Vorratsspeicherung ins Ausland verkauft oder gar verschenkt wird. 

Selbst dann, wenn Ingersheim ein separates, vom allgemeinen Netz abgekoppeltes und nur die Gemeinde Ingersheim belieferndes Stromnetz betreiben würde, ist die behauptete Selbst-Versorgung von 1 200 Ingersheimer Haushalten völlig unrealistisch, da die für diese Behauptung unterstellte Annahme eine jährliche Stromproduktion der Anlage in Höhe der theoretischen Maximalkapazität (= Nennleistung der WKA, die  -  wenn überhaupt  -  nur bei Dauerbetrieb und extrem hohem Windaufkommen möglich ist) voraussetzt. Dies ist jedoch  -  wegen des an diesem Standort nur spärlichen Windaufkommens  -  völlig unrealistisch. Die lediglich theoretisch denkbare und vom Windaufkommen in der Praxis weit entfernte Maximalleistung wird selbst im windreichen Norden bzw. in den Hochsee-Windparks nicht erreicht, in Gebieten also, in denen das durchschnittliche jährliche Windaufkommen rd. 3 Mal höher als im windarmen BW-Binnenland ist. 

Selbst dann wäre die konstante Stromversorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft nicht gesichert, da die Produktion von Strom aus 1 100 Windkraftanlagen wegen des unsteten Windaufkommens nicht grundlastfähig  -  d.h. nicht dauerhaft  -  gewährleistet sei; allein schon deshalb müssten konventionelle Kraftwerke (Ersatz- / Schattenkraftwerke) in grundlastfähigem („angedrosseltem“ / „stand-by“) Parallelbetrieb vorgehalten werden. Dies unterläuft jedoch die von der Politik gewünschte Reduzierung des CO2-Schadstoffausstoßes und erhöht die Schadstoff-Emissionen je durch Windkraft erzeugter Stromeinheit. 

Im übrigen wird die Frage des Ausstiegs aus der Kernenergie allein auf der politischen Bühne in Berlin und Stuttgart und keinesfalls in Pleidelsheim entschieden. Die dort entstandene Diskussion über die Frage der Begrenzung der Laufzeiten, der Endlagerung sowie die zusätzliche Förderung von Brückentechnologien geht in die richtige Richtung und nach wie vor kommt auch den Möglichkeiten zur Energieeinsparung  -  hier gibt es nach wie vor großes Einsparpotential  -  allerhöchste Priorität zu. 

Zur Frage der Messergebnisse und deren Zustandekommen wird auf einen separaten Bericht verwiesen, der in Kürze in unsere homepage eingestellt wird. Zur Frage der Standortfindung verweisen wir ebenfalls auf unsere Homepage. 

Zur Frage einer möglichen Beeinträchtigung des Naturschutzgebiets „Pleidelsheimer Wiesental“ wird auf unsere Homepage (Rubrik „Aktuelles“ vom 23.6. + 24.6.2010) verwiesen.

VI     Abschließende Bemerkungen

Dieser Bericht geht via Mail dem Landratsamt Ludwigsburg mit der Bitte um Weiterleitung an die kommunale Rechtsaufsicht zu. 

Der guten Ordnung halber geht der Bericht ebenfalls dem Bürgermeisteramt der Gemeinden Pleidelsheim und Ingersheim sowie der Stadt Besigheim zu. 

Er wird in unsere homepage unter Rubrik „Berichte“ und dort unter Unterpunkt „…der Bürgerinitiative“ eingestellt.

Besigheim, 23.6.2010

 

 Dipl.-Kfm. Walter Müller / Pressewart der Bürgerinitiative „Gegenwind Husarenhof“

  

Seitenanfang


Templates