Bürgerinitiative Gegenwind Husarenhof
Keine Windkraftanlage zwischen Ingersheim und Husarenhof

Politische Entwicklung - lokale Haltung der Parteien und Politiker zur Windkraft

Frankfurter Rundschau : „Schöne Windräder als Aussichtspunkte“

Grünen-Politik in Rheinland-Pfalz nach dem 27.3.2011…

Was erwartet uns in BW ?

(wm / 090511) - In einem in der Frankfurter Rundschau (FR) vom 7.5.2011 enthaltenen Interview erläutert die nach dem Wahlsieg am 27.3.2011 in Rheinland-Pfalz als künftige Wirtschaftsministerin vorgesehene Eveline Lemke (Bündnis 90 / Grüne)  ihre Vorstellungen zu einigen Öko-Schwerpunkten der nächsten Legislaturperiode. Ihren Worten zufolge sollen statt bisher 16 % bis zum Jahr 2030  100 % Öko-Strom aus der Steckdose kommen, wobei sie anstrebe, daß es eine „Verspargelung auf den Höhen von Hunsrück und Eifel“ nicht geben solle, obwohl geplant ist, daß Windkraft ein Hauptpfeiler der Energiewende werde.

Die Standortauswahl solle ihren Angaben zufolge so getroffen werden, daß weder Anwohner noch die Tourismus-Branche Nachteile erleiden… womit die designierte rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin immerhin zugibt, daß es durch den Betrieb einer Windindustrieanlage  -  je nach Einzelfall  -  zu mehr oder weniger starken Nachteilen für die im Umkreis wohnende Bevölkerung und zu Einbrüchen beim lokalen Tourismus kommen kann… 

Neben einigen weiteren gewöhnungsbedürftigen Aussagen z.B. zum Biowein  -  in Rheinland-Pfalz als Deutschlands Weinland Nr. 1 (!!) -  schlägt sie allen Ernstes auf die Feststellung des FR-Redakteurs, wonach Windräder bei Bevölkerung und in der Tourismusbranche als häßlich  -  noch zutreffender: als Landschaftsverschandelung  -  angesehen würden, vor, zur besseren Akzeptanz bei den Bürgern      „…schöne Windräder als Aussichtspunkte einzurichten. Als Touristenattraktion. Man kann Burgen und Türme besteigen, warum nicht auch Windanlagen ?“

Der größere zeitliche Abstand zum 1. April spricht dafür, daß es sich hier um keinen verspäteten Aprilscherz handelt…

Zwar ist das vor allem durch Wald, Reben und Steillagen-Weinbau eher wein- und landwirtschaftlich geprägte Rheinland-Pfalz mit seinen unzähligen Burgen, Schlössern und weiteren Sehenswürdigkeiten entlang von Rhein, Mosel und Ahr eine der landschaftlich reizvollsten Urlaubsgegenden Deutschlands mit jährlich konstanten Zuwachsraten beim „sanften“ Tourismus. Zur Beliebtheit dieser Region hat vor allem die unvergleichliche Landschaft und Natur sowie die mit großem Aufwand betriebene Sanierung mittelalterlich und durch viele Fachwerkhäuser geprägten Weinorten wie Bacharach, Rüdesheim, Bingen oder Andernach u.a.  -  und weniger die landschaftsverschandelnde Aufstellung von Windindustrieanlagen  -  beigetragen.

Ob allerdings die Akzeptanz der auch in Rheinland-Pfalz vor Ort bei der einheimischen und eher bodenständigen Bevölkerung angesichts der drohenden Verschandelung einer Jahrhunderte alten Kulturlandschaft stark in der Kritik stehenden und aus vielerlei Gründen unbeliebten Windkraftanlagen durch den  -  zugegebenermaßen  -  originellen Vorschlag der Grünen, zur Steigerung der Akzeptanz Aussichtsplattformen auf Windrädern einzurichten, erreicht werden kann, darf „mit Fug und Recht“ bezweifelt werden.

Zu erwarten ist vielmehr, daß nach wie vor beliebte Touristenattraktionen wie

•    das „Deutsche Eck“ in Koblenz
•    die Loreley
•    die Drosselgasse oder das Niederwalddenkmal in Rüdesheim
•    das Hambacher Schloß in der Nähe von Neustadt / Weinstraße

und unzählige private, hervorragende Weingüter u.a.   -  sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen und wie schon seit Jahrzehnten  -  die beliebtesten Ziele sind und weniger noch zu bauende, monströse und die unvergleichliche Landschaft irreparabel schändende Windkraftanlagen mit Aussichtstürmen.

Zum Besuch der hier genannten und unzähliger weiterer Ausflugsziele fahren ganze Heerscharen von (Tages)Touristen in diese Regionen….zum Besuch von Windindustrieanlagen würde wohl kein einziger an der Schönheit einer Landschaft Interessierter hinfahren…im Gegenteil, die Touristenströme würden sich vermutlich in andere nicht geschändete Regionen verlagern…denn: Wer will schon seinen Urlaub und seine Erholung im direkten Einzugsgebiet bzw. in Sichtweite landschaftsverschandelnder Windkraftanlagen verbringen ?

Der einheimischen Bevölkerung jedenfalls ist zu empfehlen, angesichts dieser unsinnigen Vorschläge der Bündnis 90 / Grünen  -  denen sich die rheinland-pfälzische SPD trotz weiterem ca. 10 % - igem Stimmenrückgang und des am 27.3.2011 erzielten historisch schlechtesten Landtags-Wahlergebnisses aus Gründen des Koalitionsfriedens und des Machterhalts vermutlich anschließen wird  -  wachsam zu sein und sich gegen derart unsinnige Vorschläge zu wehren bevor es zu spät ist, denn auch bei einer nur teilweisen Realisierung der Grünen-Vorschläge zur flächendeckenden Verspargelung der rheinland-pfälzischen Kulturlandschaft mit zu Aussichtstürmen umfunktionierten Windrädern würde das wichtigste Kapital von Rheinland-Pfalz, nämlich der Erhalt dieser unvergleichlichen Kultur- 
landschaft
und deren weiteren naturverträglichen Ausbau im Zuge der Förderung des sanften Tourismus  -  dem die Verspargelung mit Hunderten bis zu 220 m hohen Windindustrieanlagen auch nach deren Umwidmung zu Aussichtstürmen nicht dienlich wäre  -  unwiederbringlich verloren gehen.

Als warnendes Beispiel sollten bereits großflächig durch Windkraft verschandelte Regionen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern dienen, bei denen es zur

  • Minderung der Lebensqualität der in der betroffenen Region lebenden Bevölkerung wegen schädlicher Immissionen (Lärm, Infraschall, Schattenschlag)
  • Beeinträchtigung des Tourismus
  • Wertminderungen bei Grundstücken und Gebäuden im Einzugsgebiet von Windindustrieanlagen (Sichtweite)
  • schweren Beeinträchtigungen des Umwelt-, / Landschaftsschafts- und Naturschutzes (insbesondere des Vogelschutzes) u.a.

gekommen ist und bei denen die  v o r  dem Bau großspurig abgegebenen Versprechungen

  • zur Höhe der Gewinnausschüttungen (an die größtenteils auswärtigen Kapitalanleger) und
  • zur Höhe der sich danach richtenden Gewerbesteuer-Zahlungen zu Gunsten des Gemeindesäckels

sich als viel zu hoch und „geschönt“ herausgestellt haben, abgesehen davon, daß immer größere Bevölkerungskreise erkennen, daß regenerativ  -  d.h. über Wind oder Sonne  -  erzeugter Strom wegen

•    fehlender Planbarkeit und
•    mangels Grundlastfähigkeit sowie
•    nach wie vor nicht gelöster Speicherfähigkeit

bis auf weiteres nicht geeignet ist für eine bedarfsgerechte Stromversorgung der Wirtschaft eines Hochtechnologie-Landes und des privaten Sektors bei unvermindert hoher Energiesicherheit.

Nicht zuletzt aus diesen Gründen wird der Widerstand der Bevölkerung in diesen Gebieten immer größer, erhalten die Bürgerinitiativen regen Zulauf und gehen immer mehr Verfahren vor den Verwaltungsgerichten zu Gunsten der betroffenen Bürger aus…

Ob sich die Bündnis 90 / Grünen nach ihrem parallel ebenfalls am 27.3.2011 erfolgten Wahlsieg nach Rheinland-Pfalz auch in BW mit derartigen Vorschlägen gleich zu Beginn ihrer Amtszeit in Szene setzen, bleibt abzuwarten…

Zweifellos wäre es eine große Attraktion, wenn eine rd. 180 m hohe Windindustrieanlage  -  wenn schon am vergleichsweise relativ windarmen und daher völlig deplatzierten Standort im nur 298 m über Meeresspiegel gelegenen Ingersheim nur ein relativ spärlicher Stromertrag erzielt würde und mangels Wirtschaftlichkeit keine nennenswerte Gewinnausschüttungen erfolgen können   -  zusätzlich mit einer Aussichtsplattform ausgestattet würde, von der aus  -  ggfs unter sicherlich fachkundiger Führung durch die Hauptinitiatoren  -  den sicherlich „von nah und fern“ einfallenden Heerscharen von Touristen der ganze Unfug einer derart inmitten von Landschafts- und Naturschutzgebieten die Umgebung verschandelnden Industrieanlage „hautnah“ demonstriert werden könnte… 

Auf die weitere Frage des FR-Redakteurs, wie man denn die Bürger in der Nachbarschaft von der Notwendigkeit von Windrädern überzeugen könne, antwortete sie: „… Sie müssen selbst daran mitverdienen. Das Geld darf nicht abfließen. Das alte Modell ist doch überholt: „Ein Investor kommt, knallt seine Anlagen hin, verdient viel Geld und fährt wieder weg.“ Besser ist: Kommunen verpachten Land für Windstandorte, was Geld in ihre Kasse spült. Oder die Bürger gründen Windpark-Genossenschaften. Und immer, wenn der Rotor sich dreht, freut man sich, denn es ist gut fürs Konto.“

Daß dieser relativ blauäugige, von der designierten Grünen-Wirtschaftsministerin des Landes Rheinland-Pfalz gemachte Vorschlag nichts taugt, zeigt allein schon die Situation in den klassischen Windkraft-Bundesländern wie Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Brandenburg mehr als deutlich: Selbst dort vergeht kaum eine Woche, in der sich der geballte Bürgerprotest sich nicht in Aktionen gegen Windräder, Gründung von Bürgerinitiativen u.a. niederschlägt… und auf die  f a l s c h e n  Versprechungen über  v i e l  z u  h o h e  in  A u s s i c h t  gestellte Gewinnausschüttungen fällt selbst in diesen windstärkeren Regionen ohnehin schon seit längerem niemand mehr herein…

Abgesehen davon erkennen immer mehr Bürger = private Stromkunden, daß die an relativ wenige, zum großen Teil noch nicht einmal am Standort, sondern auswärts wohnende Kapitalanleger vorgenommenen Ausschüttungen zum allergrößten Teil aus den den Kapitalanlegern gewährten Einspeisevergütungen = Subventionen stammt, die zuvor dem privaten Stromkunden als die Allgemeinheit belastende Zwangs-Umlagen über entsprechend höhere Stromrechnungen „aus der Tasche gezogen werden“.

Und auch im ohnehin gegenüber den klassischen Windkraft-Ländern vergleichsweise windschwachen Rheinland-Pfalz dümpeln viele ursprünglich mit vielen Vorschusslorbeeren gebaute Windkraftanlagen in nahezu ertragslosem Zustand bzw. in dauerhafter Verlustsituation trostlos vor sich hin…. von der Hoffnung „…und immer wenn der Rotor sich dreht, freut man sich, denn es ist gut fürs Konto“ ganz zu schweigen….denn wenn in relativ windschwachen Gebieten sich auch einmal ab und zu der Rotor drehen sollte, wird der dadurch generierte Stromertrag zunächst einmal zur Reduzierung des immer größer werdenden und im Zeitablauf aufgelaufenen Verlusts und nicht zu Gewinnausschüttungen verwendet werden…

Diese am geplanten Standort Ingersheim infolge relativer Windarmut vorherrschende Situation war der Gemeindeverwaltung Ingersheim von Anfang an bekannt, hat sie doch bei der am 12.3.2010 in der SKV-Halle in Ingersheim durchgeführten Großveranstaltung auf entsprechende Befragung hin offiziell mitgeteilt, daß man von keinerlei Gewerbesteuer-Zahlungen zu Gunsten des kommunalen Haushalts der Gemeinde Ingersheim ausgehe…

Wenn man die Zusammenhänge kennt, weiß man, daß Gewerbesteuer-Zahlungen nur dann anfallen, wenn zuvor ein Gewerbeertrag = Gewinn erwirtschaftet wurde.

Eine Windindustrieanlage erzielt jedoch nur dann einen zur Gewerbesteuerzahlung führenden Gewinn = Gewerbeertrag, wenn ein entsprechend hohes durchschnittliches Windaufkommen das ganze Jahr über am Standort vorhanden ist, das zur Stromproduktion und dessen Einspeisung ins Netz führt. Wenn also eine Gemeindeverwaltung davon ausgeht, daß durch den Betrieb einer Windindustrieanlage keinerlei Gewerbesteuer-Zahlungen anfallen, bedeutet dies im Klartext nichts anderes, als daß man von relativer Windarmut bzw. für Gewerbesteuer-Zahlungen ungenügender Wirtschaftlichkeit ausgeht….   


Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“


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Handelsblatt-Gastkommentar von Prof. Dr. Hans -Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts, München

„Energiewende ins Nichts“

Nachhilfe für allzu blauäugige und realitätsferne Windkraft-Enthusiasten  -  Auffrischung volkswirtschaftlicher Grundkenntnisse für ganz Unbedarfte

(wm / 020411) - Deutschlands führender Nationalökonom, Prof. Hans-Werner Sinn, München, analysiert in seinem Handelsblatt-Gastkommentar vom 29.3.2011 die volkswirtschaftlichen Konsequenzen eines allzu überstürzten Umstiegs auf erneuerbare Energien und warnt davor, daß Deutschland als eine der weltweit führenden Volkswirtschaften und Hoch-Technologieland im Falle eines  n a t i o n a l e n  Alleingangs  aufgrund der jetzt schon im Vergleich zu anderen Ländern  v i e l z u  hohen  Energiekosten  -  im wesentlichen zurückzuführen auf die im Strompreis „draufkalkulierten“  E i n s p e i s e v e r g ü t u n g e n  =  S u b v e n t i o n e n  für regenerative Energien von 16 Mrd €  j ä h r l i c h (!!)  -  seine Spitzenstellung in wichtigen Zukunftsbranchen verlieren könnte, so etwa bei der Markteinführung des  u m w e l tf r e u n d l i c h e n  und ressourcenschonenden  E l e k t r o a u t o s.

Dieses soll in Frankreich - aber auch in den USA und Japankünftig vom  k o n k u r r e n z l o s  billigen  A t o m s t r o m  (!!) angetrieben werden, womit erhebliche Kostenvorteile für den Käufer generiert werden und dessen Markteinführung  d a h e r  in diesen Ländern bis hin zur Großserie sehr viel schneller (!!) von statten gehen dürfte mit allen dadurch entstehenden  n a c h t e i l i g e n  Folgen für die in Konkurrenzsituation befindliche deutsche Volkswirtschaft (Sicherheit der Arbeitsplätze, Stabilität der Sozialversicherungssysteme u.a. …), wo das Automobil  -  insbesondere für die baden-württembergischen Automobilfirmen im Premium-Segment wie Daimler, Porsche, Audi sowie ihre Zulieferer wie Bosch  - b i s h e r  der Exportschlager Nr. 1 war und dessen Produktions- und Verkaufszahlen in Kombination mit der Zulieferer-Industrie  b i s h e r immer schon Grundlage waren

  • für jährlich steigenden Wohlstand der deutschen und vor allem der baden-württembergischen Bevölkerung sowie
  • für die Beibehaltung der Lebensqualität breiter Bevölkerungsschichten auf hohem Niveau

Seiner Ansicht nach läuft die deutsche Automobilindustrie  -  eine der für die Aufrecht-erhaltung des Wohlstands in der deutschen Bevölkerung wichtigsten Schlüsselindustrien: immerhin jeder 8. deutsche Arbeitsplatz hängt direkt oder indirekt an der Automobil-industrie   -  Gefahr, beim weiteren Ausbau des Kfz-Elektroantriebs als der z. Zt. für den Automobil-Produktionsstandort Deutschland wichtigsten und die Arbeitsplätze der nächsten Generation sichernden Zukunftstechnologie den Anschluß gegenüber

•    Frankreich
•    USA und den
•    Automobilproduzenten in Asien

  -  die alle weiterhin auf Atomkraft und auf dessen weiteren Ausbau setzen  -  zu verlieren, falls es beim nationalen deutschen Alleingang beim Atomausstieg bliebe, während gleichzeitig alle anderen wichtigen und in Konkurrenz zu Deutschland stehenden Industrieländer ihren Mix bei der Energieversorgung ihrer Volkswirtschaften unter Einschluß der Atomkraft aufrecht hielten bzw. den Anteil des Atomstroms sogar noch erhöhten.

Seiner Ansicht nach ist die regenerative Energieerzeugung schon bisher  -  d.h. vor der Abschaltung von 7 KKW und der dadurch entstandenen Stromlücke  -  völlig überfordert gewesen, wenn es um die

•    bedarfsgerechte und
•    zeitpunktgenaue

Energieversorgung des privaten Sektors und der Wirtschaft in Deutschland ging.

Dieses Problem hat sich nach dem Abschalten von 7 KKW noch verschärft und Energieexperten prognostizieren spätestens im Sommer 2011 den Zusammenbruch der Stromversorgung vor allem in Süddeutschland, wenn der

•    aufgrund Vollbeschäftigung und

•    starken Wirtschaftswachstums

weiter steigende Strombedarf nach dem Abschalten von 7 KKW trotz Stromimporten aus dem Ausland nicht mehr in vollem Umfang gedeckt werden kann und die vor sich hin dümpelnde regenerative Stromerzeugung weiterhin  -  z. B. wegen Strombedarfs nachts, wenn keine Sonne scheint und kein Wind weht bzw. an windarmen oder sonnenschwachen Tagen  -  auch nicht nur ansatzweise in der Lage ist, den steigenden Energiebedarf vor allem der Wirtschaft  -  der ein Früh-Indikator für Arbeitsplatzsicherheit einer Volkswirtschaft und steigenden Wohlstand in der Bevölkerung ist  -  zu decken.

Seine Kernaussage lautet daher: „Wer glaubt, durch den Ausbau grüner Energiequellen ließe sich eine moderne Industriegesellschaft versorgen, verweigert sich der Realität.

Sollte es daher beim überstürzten Atomausstieg und beim nationalen deutschen Alleingang bleiben, würde dies der Einführung des Elektroautos  -  vor allem in Deutschland  -  bzw. der weiteren Forcierung des umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Elektroantriebs einen schweren Schlag versetzen, von den für die deutsche Volkswirtschaft zu befürchtenden Nachteilen wie Verlust von Arbeitsplätzen bzw. deren Verlagerung ins technologiefreundlichere Ausland u.a. ganz zu schweigen…

In diesem Zusammenhang haben sich auch die jüngsten, relativ Automobil-kritischen Kommentare des zur Wahl im BW-Landtag anstehenden baden-württembergischen Ministerpräsidenten Wilfried Kretschmann (Grüne) als wenig hilfreich erwiesen….

Im HB-Gastkommentar von Prof. Sinn heißt es weiter:

„Die Franzosen wollen nun sogar ihre Autos mit Atomenergie betreiben. Wenn Deutschland bei den Elektroautos mitmacht, aber keine Atomautos will, muss es Kohleautos bauen. Denn die Erwartung, man könne auch noch den Verkehr mit Wind und Sonnenlicht betreiben, ist abwegig. Dazu müsste man zigmal so viel Wind- und Sonnenstrom herstellen wie heute. Neben dem Wattenmeer müssten große Teile der Fläche Deutschlands dafür geopfert werden. Kohleautos sind aber Gift für das Klima. Nur wenig besser steht es um die Umwelt, wenn man die Autos mit Gas betreibt, denn auch die Gasautos stoßen erhebliche Mengen an CO2 aus. Der Atomstrom bietet derzeit die einzige Möglichkeit, die Erwärmung der Erde durch den Treibhauseffekt zu verhindern, ohne Deutschlands Naturlandschaften in Industriegebiete zu verwandeln. Wer aus dieser Energie aussteigen will, steht mit leeren Händen da.“

Und weiter: „Selbst Joschka Fischer hat zugegeben, dass die Grünen eine Argumentationslücke haben, wenn sie auf fossilen Strom und Atomstrom gleichermaßen verzichten wollen.“  …wobei es zu dieser sehr einleuchtenden Erkenntnis nicht unbedingt eines Joschka Fischer  -  jahrelang zumindest nach außen hin Gallions-Figur und „Vorzeige-Grüner“  -  bedurft hätte….

Um den Anschluß an die ebenfalls in Forschung und Technologie führenden Länder, die auf offenen Weltmärkten unsere Konkurrenten sind, von vornherein nicht zu verlieren, empfiehlt er, unter staatlicher noch weiter zu forcierender Forschungsunterstützung, die jetzt schon erfolgreich verlaufende Forschungstätigkeit zur  K e r n f u s i o n  weiter voran zu treiben, einer Technologie, bei der „konstruktionsbedingt praktisch keine radioaktive Strahlung“ anfällt und die „auch nicht mit dem Risiko eines Atomunfalls behaftet“ ist.

Es ist nicht zu erwarten, daß die hier angestellten kritischen Überlegungen

  • zu einem überstürzt vollzogenen Ausstieg aus der Kernenergie und der dadurch im privaten wie auch im Wirtschaftssektor entstehenden Lücke bei der Energieversorgung
  • und zum gleichzeitig einsetzenden Versagen der regenerativen Energieerzeugung, wenn es um Schließung dieser Lücke bei der Energieversorgung geht

bei den eher ideologisierten und größtenteils der Symbolik verhafteten Windkraft-Enthusiasten  -  insbesondere in Ingersheim am geplanten Standort einer völlig überdimensionierten, gigantischen, landschaftsverschandelnden und 180 m hohen Windindustrieanlage, die wegen

•    nur „lauem“ Windaufkommen und deshalb

•    relativ spärlichem Stromertrag und

•    daher mangelnder Wirtschaftlichkeit

von vornherein im Falle des Baus als Fehlinvestition anzusehen ist  -  auf Verständnis stößt, hat es sich doch in der Vergangenheit immer mehr oder weniger deutlich herausgestellt, daß komplizierte volkswirtschaftliche Zusammenhänge in Kombination mit technologischen Abläufen und daraus  -  nach den Gesetzen der Logik  -  abzuleitende Schlußfolgerungen immer dann nicht verstanden werden (wollen), wenn Ideologie und Symbolik alle anderen Gedankengänge  -  wenn letztere überhaupt vom entsprechenden Personenkreis angestellt werden  -  überlagern…

Zu hoffen bleibt jedoch, daß die große  -  noch schweigende  -  Mehrheit sich nicht von Ideologen in ihrer Meinungsbildung beeinflussen und steuern lassen, sondern sich selbst eine eigene vorurteilsfreie Meinung bildet… die sich weniger an ideologischen Verrenkungen als vielmehr am gesunden Menschenverstand orientieren möge…


Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“


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Preußische Allg. Zeitung  -  Das Ostpreußenblatt: „Fragwürdiges Paradies“

Stresstest für regenerative Energie: Im Ernstfall = totales Versagen ! 

Erforschung der industriellen Speicherfähigkeit regenerativ erzeugten Stroms rückt mangels Finanzierbarkeit in weite Ferne !

(wm / 150411) - Immer mehr regionale und anspruchsvolle überregionale Tageszeitungen, Wirtschafts- und Nachrichten-Magazine oder Fernseh-Moderatoren  -  darunter Deutschlands führende Publikationen wie „FAZ“, „Der Spiegel“, „Wirtschaftswoche“, „Handelsblatt“, „Die WELT“ u.a.  -  gehen auf kritische Distanz zur nach Meinung vieler Zeitgenossen in Deutschland überstürzt und unüberlegt ausgerufenen Energiewende, die aufgrund der Ereignisse in Japan sowie durch die daraufhin ausgebrochene hysterische Stimmung in der Bevölkerung  und noch verstärkt durch Sensations-Berichterstattung der Medien  -  in Bezug auf die Landtags-Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit eindeutigen Absichten  -  eingeleitet wurde.

Im Zeitpunkt des von der Bundesregierung am Parlament vorbei beschlossenen 3-Monats-Moratoriums, das zu einem Abschalten von 7 KKW führte (1 KKW war bereits vorher abgeschaltet), standen am 17.3.2011 ( = dem Tag des Abschaltens) hinsichtlich des weiteren Vorgehens insgesamt 3 Alternativen a) - c) zur Auswahl:

a ) Kein Ersatz des Stromausfalls - Rationierung von Strom - „die Lichter gehen aus“

Diese Möglichkeit ist politisch nicht durchsetzbar und scheidet daher von vornherein aus, auch deshalb, weil die Energieversorger gemäß ihnen obliegender gesetzlicher Verpflichtungen gehalten sind, in ausreichendem Umfang für die Energieversorgung von Bürgern und Wirtschaft zu sorgen.

b ) Kompensation der Stromlücke durch  I m p o r t  von A t o m s t r o m  aus dem Ausland vorwiegend aus risikobehafteteren KKW aus Fessenheim / Elsass und Temellin / Tschechien:  Die  r e a l i s i e r t e  Alternative

Während man im übrigen Europa, USA und Asien und in allen weltweit führenden Wirtschaftsnationen parallel zu verschärften Revisionen und neu installierten Systemprüfungen, „Stresstests“ u.a. bei den  -  Ausnahme: Deutschland  -  überall weiter laufenden KKW bereits wieder zur „normalen“ Tagesroutine übergegangen ist und sich vor unüberlegten Schnellschüssen hütet, kam es in Deutschland im Rahmen eines 3-monatigen Moratoriums zur Abschaltung 7 älterer KKW und dadurch verstärkt zum Import von Atomstrom aus nahe der deutschen Grenze gelegenen KKW in Fessenheim / Frankreich und Temellin / Tschechien, deren  S i c h e r h e i t s s t a n d a r d  nach Ansicht von Fachleuten deutlich  u n t e r  (!!) den Sicherheitsanforderungen der bisher laufenden und jetzt abgeschalteten 7 deutschen KKW liegt.

Diese hier beschriebene Alternative b) wurde realisiert.

Sie ist gegenüber dem  v o r  dem 17.3.2011 vorhandenen Status quo jedoch aus Sicht der deutschen Bevölkerung deutlich schlechter und zwar aus folgenden Gründen:

  • Insgesamt schlechter gewordener Sicherheitsstatus auch zu Lasten der im Einzugsgebiet der Liefer-KKW lebenden deutschen Bevölkerung, weil die jetzt in der Nähe zur deutschen Grenze liegenden und zusätzlichen Atomstrom liefernden KKW

-    in Fessenheim / Frankreich (am Rhein = deutsche Grenze) und

-    Temellin / Tschechien (nur ca. 50 km von deutscher Grenze entfernt)

nach Ansicht von Fachleuten einen deutlich  s c h l e c h t e r e n  Sicherheits-Standard

 aufweisen als die jetzt vom Netz genommenen deutschen KKW.

Umgangssprachlich: …wenn die „Dinger“ in Fessenheim oder Temellin „hoch gehen“, wäre neben der elsässischen und der tschechischen vor allem die deutsche Bevölkerung betroffen, da das französische Fessenheim direkt an der Rheingrenze  -  am französischen Rheinufer(angrenzendes Bundesland: Baden-Württemberg)  -   und das tschechische Temellin lediglich ca. 50 km von der deutschen Grenze entfernt in Niederbayern liegt… die deutsche Zivilbevölkerung im Einzugsgebiet dieser beiden jetzt verstärkt ausgelasteten KKW ist also ab dem 17.3.2011 aufgrund des nationalen deutschen Alleingangs einem höheren  R e s t r i s i k o   -  um bei einem in letzter Zeit arg strapazierten Wort zu bleiben  -  ausgesetzt… Dies kann nicht das Ziel deutscher, vorausschauender Energiepolitik sein.

  • Deutsche Energiekonzerne wie EnBW realisieren durch das Abschalten ihrer mit vergleichsweise besserem Sicherheits-Standard ausgestatteten 7 KKW Ertragseinbrüche und Gewinnausfälle, die zu einer erheblichen Verminderung der Bemessungsgrundlage für die festzusetzende Körperschaftssteuer führen mit der Folge, daß die Ertragssteuerzahlungen der 4 betroffenen deutschen Energiekonzerne EON, RWE, Vattenfall und EnBW an den deutschen Fiskus voraussichtlich  -  über mehrere Jahre hinweg  -  in Mrd-Höhe zurückgehen, während die Erträge und Gewinne der jetzt im Ausland ansässigen, nun begünstigten Atomstrom-Lieferanten (KKW Fessenheim / Frankreich + KKW Temellin / Tschechien)  -  aufgrund des ins Ausland verlagerten Strombezugs  -  höher werden und demzufolge auch höhere Steuerzahlungen an den ausländischen Fiskus nach sich ziehen: Verschiebung von Steuereinnahmen vom Inland ins Ausland…

  • Diese jetzt zusätzlich anfallenden Steuerausfälle in Mrd. Höhe hat der deutsche Finanzminister in seinen Etats nicht kalkuliert, sie müssen vom deutschen Steuerzahler (von wem auch sonst)  -  entweder über höhere Steuerbelastungen, oder über höhere Nettoverschuldung (führt i.d.R. zu späteren Steuererhöhungen) oder über noch zu streichende Steuerentlastungen finanziert werden oder  -  wenn diese Finanzierungsalternativen aus politischen Gründen scheitern  -  es müssen Ausgaben und damit staatliche Leistungen gekürzt werden… Beide Alternativen gehen zu Lasten der deutschen Bevölkerung. Jeder, der ideologiefrei ist, die 4 Grundrechenarten und das „kleine Einmaleins“ beherrscht, kapiert diese Zusammenhänge….

  • Durch das von der Bundesregierung festgelegte 3-monatige Moratorium für 8 KKW und das anschließend vermutlich endgültige „Aus“ ist aus Sicht der Stromkonzerne die Geschäftsgrundlage für die jährliche und eigentlich 12 - 15 Jahre lang vorgesehene Abführung der erst kürzlich beschlossenen Brennelementesteuer i.H.v. rd.  2,5 Mrd € sowie für die in den jährliche EinzahlungÖko-Fonds i.H.v. rd. 300 Mio € weg gefallen, da diese für den Staatssäckel fest geplanten Finanzmittel über die aus der Laufzeitenverlängerung von bereits voll abgeschriebenen KKW und daraus jährlich entstehenden höheren Gewinnen der Konzerne und dadurch dann auch höher anfallenden Ertragssteuern hätten erwirtschaftet bzw. finanziert werden sollen.

  • Durch das jetzt  verhängte Moratorium und bei vermutlich anschließend wieder kassierter Laufzeitenverlängerung fallen die aufgrund eigentlich vorgesehener längerer KKW-Laufzeiten zu Gunsten des Bundesfinanzministers schon einkalkulierten Mrd-Gewinne und die daraus abzuführenden, bereits fest eingeplanten Steuer-Einnahmen wieder weg, denn:

Da in diesem Fall die auf Basis der dadurch reduzierten Bemessungsgrundlage „zu versteuernder Gewinn“ auch die nach den Steuervorschriften „festzusetzende Körperschaftsteuer“ bzw. die „festzusetzende Gewerbesteuer“ vermindert wird, führt das 3-monatige Moratorium bzw. eine ggfs anschließend beschlossene Laufzeitverkürzung zu einem massiven Rückgang der schon einkalkulierten Gewinne bei den Energiekonzernen, mithin  -  daraus abgeleitet  -  zu einem milliardenschweren Rückgang von Steuereinnahmen im höheren zweistelligen Bereich. Dies muß an anderen Stellen im Bundeshaushalt wieder „erwirtschaftet“ werden, sei es durch höhere Steuereinnahmen, sei es durch Kürzung von Staatsausgaben, sei es durch eine Kombination aus beidem…

Aus diesem Grund sehen die Stromkonzerne  -  zu Recht, denn allein schon wegen zwingender aktienrechtlicher Vorschriften bleibt den Energie-Konzernen im Interesse der Interessenswahrung zu Gunsten ihrer Eigentümer = Aktionäre gar keine andere Wahl  -  keine Basis mehr für die Überweisung dieser Steuer-Mrd.-Beträge an den Fiskus, da diese jetzt von der Bundesregierung verfügten Einschnitte zu einer deutlichen Verschlechterung der Ertragslage  -  und damit zu niedrigeren Steuerfestsetzungen  -  bei allen 4 Stromkonzernen führt, wie auf den jetzt gerade stattgefundenen Hauptversammlungen der Stromkonzerne bestätigt wurde.

Konsequenzen 1 / Ausgangslage:      Regenerativ erzeugter Strom ist nach wie vor und bis auf weiteres nicht grundlastfähig, da dessen industrielle Speicherfähigkeit nicht gelöst ist. Nur dann, wenn regenerativ erzeugter Strom industriell speicherfähig ist, können die ehrgeizigen Ziele, den Anteil regenerativ erzeugten Stroms an der gesamten Stromversorgung spürbar zu erhöhen, auch nur annähernd erreicht werden.

Konsequenzen 2:        Mit den oben geschilderten, als Zusatz-Einnahmen im Bundeshaushalt vorgesehenen und  jährlich fest eingeplanten Mrd-Steuerzahlungen war eine zweckgebundene Finanzierung  der  E r f o r s c h u n g  der  i n d u s t r i e l l e n  S p e i c h e r f ä h i g k e i t  regenerativ erzeugten Stroms vorgesehen. Fachleute haben hierfür (bis zur Serienreife) einen Zeitraum von ca. 15 - 20 Jahren als notwendig angesehen. Nur dann, wenn dieses Ziel erreicht wird, kann die regenerative Stromerzeugung aus ihrem momentanen Nischen-Dasein heraustreten und ihren Anteil am Gesamt-Stromverbrauch erhöhen !   

Mit den jetzt voraussichtlich aufgrund der KKW-Laufzeitenverkürzung wegfallenden €-Mrd. an Steuerzahlungen ist dieses Ziel mangels Finanzierbarkeit  in weite Ferne gerückt, d.h., bei realistischer Betrachtungsweise wird der Anteil regenerativen Stroms am Gesamtstromverbrauch in Deutschland daher auch künftig deutlich hinter den viel zu optimistisch definierten Zielsetzungen zurück bleiben, weil dessen Grundlastfähigkeit bis auf weiteres nicht gegeben ist, da:

Wind bzw. die Sonne zu unstetig weht bzw. scheint und das Windaufkommen / Sonnenstrahlung vom Volumen / Intensität und vom zeitlichen Anfall her nicht exakt planbar ist und der oftmals im Überfluß regenerativ erzeugte Strom nicht für „schlechtere Zeiten“ speicherbar ist, sondern im Zeitpunkt der Überflußproduktion verfällt oder verschenkt oder gar noch unter Subventionierung an (ausländische) Abnehmer verkauft werden muß…

Umgekehrt muß in Zeiten erhöhten Strombedarfs  -  wie ab dem 17.3.2011 (Tag des Abschaltens von 7 KKW) (Atom)Strom aus dem Ausland zugekauft werden, weil die regenerative Stromerzeugung auch nicht nur annähernd in der Lage ist, den zusätzlichen Bedarf zu decken. 


c ) Kompensation der Stromlücke durch regenerativ erzeugte Energie ?  F e h l a n z e i g e: Totalversagen der regenerativen Energie im Ernstfall wegen unstetem Anfall und dadurch mangelnder Grundlastfähigkeit 

Wer gedacht hätte, daß die nach dem am 17.3.2011 durch das Abschalten von 7 KKW abrupt entstandene Energie-Versorgungslücke  -  wie vor allem von Grün / Rot und den dahinter stehenden publizistischen Hilfstruppen in der Vergangenheit gebetsmühlenhaft und wider besseres Wissen wiederholt  -  ohne weiteres durch regenerative Energie, also durch Strom aus

•    Windenergie aus den jetzt rd. 22 000 bestehenden Windindustrieanlagen

•    Sonnenstrom aus den unzähligen Photovoltaikanlagen

•    Energie aus Wasserkraftwerken

•    Energie aus Biomüll-Anlagen

•    Energie aus Geothermik

ersetzt werden könnte, wurde schmählich enttäuscht.

Vielmehr wurde jedermann eindrucksvoll vor Augen geführt, daß in dem Augenblick,

  • wo im Zeitpunkt des Abschaltens von 7 KKW die dadurch in Deutschland entstehende Stromversorgungslücke anderweitig geschlossen, d.h. der bisher von den jetzt abgeschalteten KKW produzierte Strom ersetzt werden mußte und

  • wo angesichts dieser Situation alle Augen in Deutschland gebannt auf die regenerative Energie blickte und sich viele Bürger die Frage stellten, ob die regenerative Energie diese Bewährungsprobe meistern und den Stromausfall würde kompensieren können

das Versagen der regenerativen Energie bezüglich einer bedarfsgerechten und jederzeit sicheren Energieversorgung nicht hätte eindrucksvoller bestätigt werden können:

Zum Import von Atomstrom aus im Vergleich zu den abgeschalteten deutschen KKW deutlich unsichereren ausländischen KKW mußte es ab 17.3.2011 und ununterbrochen bis heute sowie bis auf weiteres auch in Zukunft zwangsweise vor allem deshalb kommen, weil die regenerativ erzeugte Energie  -  jetzt, wo quasi „über Nacht“ der Ernstfall eingetreten ist und die regenerative Energie ihre Leistungsfähigkeit hätte eindrucksvoll unter Beweis stellen können  -  jämmerlich (und wie von Fachleuten vorausgesagt) versagt hat, denn:

Den täglich zur Stromgewinnung bzw. zum Stromimport zur Verfügung stehenden Statistiken ist zu entnehmen, daß der Großteil des durch die Abschaltung von 8 KKW (1 KKW war bereits vorher abgeschaltet) eingetretenen Stromausfalls nicht  -  wie von Windkraft- und Sonnenstrahl-Enthusiasten immer großspurig behauptet  -  durch regenerative Energie ersetzt werden konnte (da kein Wind wehte und kein Sonnenschein vorhanden war, gab es keinen regenerativ erzeugten Strom, der hätte eingesetzt werden können), sondern  -  aus gegenüber den abgeschalteten deutschen unsichereren KKW  -  aus dem Ausland als Atomstrom hinzugekauft werden mußte !!

Auch das immer wieder in der Vergangenheit gestreute Märchen, wonach die deutsche Bevölkerung verstärkt „Öko-Strom“ nachfrage und in größerem Umfang bereit wäre, auf den teureren Öko-Strom umzusteigen, bleibt wohl ein Märchen: Wäre das Umweltbewußtsein und die Atomangst der Bevölkerung tatsächlich so ausgeprägt, wie von interessierter Seite immer suggeriert, hätte schon längst eine Massenbewegung hin zum (teureren) Öko-Strom einsetzen müssen ! Diese ist bis heute  -  auch nach den Ereignissen in Japan  -  ausgeblieben.

War die Nachfrage und der tatsächliche Wechselvollzug bis zum 12.3.2011  -  dem Tag der bedauernswerten Ereignisse in Japan  -  schon kaum der Rede wert (wie die Fundstelle im unten zitierten Zeitungsartikel belegt), so sind die Absichtsbekundungen und der vollzogene Wechsel seither zwar angestiegen, jedoch nur auf sehr niedrigem Niveau und bei weitem nicht mit den erhofften Stückzahlen, wie von Grün / Rot oder von den Interessenverbänden immer wieder propagiert und angekündigt und zwischenzeitlich ist die Nachfrage nach (teurerem) Öko-Strom wieder zurück gegangen und die Zahl der Strom-Wechsler hat sich wieder weitgehend „normalisiert“….

Dipl.-Kfm. Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“


Zum Beitrag in der Preußischen Allgemeinen Zeitung hier klicken



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Kommentare zu: Der Westen „Mehr Windräder in Essen“

Parallelen zu Baden-Württemberg, insbesondere zum möglichen Windkraft-Standort Stuttgart ?

(wm / 160411) - Nachfolgend einige Kommentare zu der jetzt neu entflammten Diskussion in Essen / NRW, dort in vergleichsweise windarmem und nur 198 m über Meereshöhe liegendem Gebiet Windräder zu bauen, nachdem die relativ ungeeignete  -  weil vergleichsweise windarme  -   Essener Gemarkung bisher weitgehend vom jetzt durch Windrad-Enthusiasten angefachten „Windkraft-Hype“ verschont geblieben ist.

Nachdem jedoch vor einigen Wochen ein neuer, von der seit 2010 amtierenden rot / grünen NRW-Landesregierung herausgegebener Windkraft-Erlass veröffentlicht wurde, meinen vor allem der Symbolik zugeneigte, eher ideologisiert beeinflußte und weniger fundierten Wirtschaftlichkeitsüberlegungen folgenden Windkraft-Anhänger, „Oberwasser“ zu verspüren, weil die seither im alten, noch von der CDU / FDP geführten NRW-Landesregierung festgelegten Bestimmungen nun zu Gunsten der Windkraft-Befürworter erheblich gelockert wurden, wie z.B.

  • kein Ausweis von „Tabu-Zonen“ mehr, d.h. künftig sollen auch in Wald- und Landschaftsschutzgebieten Windräder aufgestellt werden können, insbesondere dort, wo der Staat Eigentümer des Waldgebiets ist; zu welchen massiven Nachteilen dies für die Natur- / Tierwelt, Landschafts- und Umweltschutz führt  -  bei vergleichsweise nur marginaler, wenn überhaupt erfolgender  -  Stromgewinnung, kann jeder selbst erahnen… 

  • Wegfall der Höhenbegrenzung; bisher sah der alte, von CDU / FDP erstellte NRW-Windkraft-Erlass aus guten Gründen eine Höhenbegrenzung von maximal 100 m vor, die vor allem im Interesse der im Umfeld wohnenden Bevölkerung festgelegt wurde, wobei die jetzt verfügte Freigabe zu einem weiteren Verlust an Lebensqualität bzw. zu einer Wertminderung ihrer Grundstücke, Wohnungen und Häuser führen wird, die i.d.R. umso höher ist, je höher die neue Windkraftanlage gebaut wird… 

  • kein Mindestabstand mehr im neuen NRW-Windkraft-Erlass; bisher war im von der CDU / FDP festgelegten Windkraft-Erlass im Interesse der Bevölkerung ein von Wohngebieten einzuhaltender Mindestabstand von 1 500 m vorgegeben; diese Begrenzung ist im neuen Windkraft-Erlass nun nicht mehr enthalten, dies bedeutet, daß neue Windräder noch viel dichter an bestehende Wohngebiete heranreichen können. Auf neu ausgewiesenen Windvorrang-Gebieten können aufgrund wegfallender Mindestabstände deutlich mehr Windräder aufgestellt werden. Zu befürchten ist, daß es deswegen zu einer weiteren Minderung der in Sichtweite zum Windrad lebenden Bevölkerung und zu einer spürbaren Wertminderung von im Umfeld liegenden Grundstücken und Gebäuden kommt.

Zum Bericht in „Der Westen“ haben wir in einem separaten Beitrag ausführlich Stellung genommen (siehe hier). Nachfolgend alle 22 nach Veröffentlichung im „Der Westen“ dort eingegangenen Kommentare, sowohl „Für und Wider“ betreffend.


Zunächst stellvertretend für viele: Kommentar Nr. 9

Man sollte die Windräder bevorzugt dort aufstellen, wo die Grünen auch ihre Wähler haben. Ein Blick auf die Kommunalwahl- und Ratswahl - Ergebnisse spricht hier Bände.
Also passt die Foto - Montage schon ganz gut: ab in den Essener Süden damit. Hier kommen die Grünen nahezu flächendeckend über 10%, erreichen gern auch mal 15%. Beste Vorraussetzungen also. Ernten, was man predigt lautet die Devise.

22 Kommentare

Sch... Spargelstangen an unserem schönsten See, hier würden speziell zu Ostern Eier-Meiler besser zur Geltung kommen, oder Herr Grossmann?

#1 von assange , am 11.04.2011 um 20:03


Von mir aus kann man jeden Quadratmeter mit Windrädern vollstehen .
Hauptsache keine AKWs !

#2 von Vanagas , am 11.04.2011 um 20:20


Sieht doch gar nicht so schlecht aus!

#3 von Tritt_Brettfahrer , am 11.04.2011 um 20:28


Sinnvoll Strom sparen
und
erneuerbare Energien (Windräter, ...)
so hört sich das für die Zukunft gut an.

#4 von ChristlicherDemokrat , am 11.04.2011 um 20:32


ja alles öko..habe ne gartenlaube!!!past ein windrad rein!!!
nur die Ardennenpalme , 23 m hoch,gerade gewachsen!!..stört dem Gartenverein..wie lachhaft ist das denn ?????
alles ökö oder was

#5 von frankie0807 , am 11.04.2011 um 22:11


Lieber ein AKW neuester Bauart im Ruhrgebiet als eine derart massive, optische, Umweltverschmutzung.

#6 von ralfh2 , am 11.04.2011 um 23:17


Nach meinen Informationen handelt es sich hier nicht um Windräder zur Erzeugung von Strom, sondern um Propeller zur Erzeugung einer "steifen Brise". Mit deren Hilfe sollen optimale Windverhältnisse für die Segler bei der Essener Segelwoche garantiert werden.

#7 von frankonia , am 12.04.2011 um 07:07


Ja Frankonia, das stimmt. Auf der grünen Harfe soll übrigens ein Mini-AKW gebaut werden, damit Thyssen-Krupp keine Mini-Windräder mitbringen muß. Im Falle eines Supergau stülpt man einfach ein umgedrehte Schubkarre drüber...Fertig!!

#8 von bueffel2005 , am 12.04.2011 um 07:22


Man sollte die Windräder bevorzugt dort aufstellen, wo die Grünen auch ihre Wähler haben. Ein Blick auf die Kommunalwahl- und Ratswahl - Ergebnisse spricht hier Bände.
Also passt die Foto - Montage schon ganz gut: ab in den Essener Süden damit. Hier kommen die Grünen nahezu flächendeckend über 10%, erreichen gern auch mal 15%. Beste Vorraussetzungen also.
Ernten, was man predigt lautet die Devise.

#9 von Mafes , am 12.04.2011 um 10:35


Ich halte es für notwendig, die Standorte zur Nutzung für Windkraftanlagen zeitlich und nutzungsbezogen einzugrenzen. In der Nähe von Wohngebieten muss die Aufstellung auf jeden Fall vorher gesetzlich ausgeschlossen werden. Eine Schädigung der Natur sowie der privaten Lebensqualität muss im Vorfeld ausgeschlossen werden - denn nachher geht es nicht mehr.

#10 von eimerweise , am 12.04.2011 um 11:03


Jetzt kann man sich ja streiten, ob Windräder schön sind oder nicht. Aber ich glaube, dass sich hier ein paar Leute verrennen.
Essen ist ein Großstadt und dicht besiedelt.
Warum nutzt man dies nicht aus zur Kraft-Wärmekoppplung. Dies könnte lokal genutzt werden.
Windkrafträder gehören dahin, wo der Nutzen groß ist. Und das ist am Meer.

#12 von BorbeckerBefreiungsFront , am 12.04.2011 um 12:08


Tja ihr lieben AKW Gegner, schön anstellen und sich in die Liste eintragen um sich ein Windrad in den Garten stellen zu lassen!!!

Ist ja nicht viel, nur 60 Windparks mit ca. 600 Windrädern um ein AKW zu ersetzen!

Mit grün back to the roots oder wie ich sage zurück in die Steinzeit!!

@ Mafes
Sehr treffendes Schlußwort!!

#13 von Spike1973 , am 12.04.2011 um 12:22


DieterRuhr besser einen ehrlich kalkulierten Strompreis, als unkalkulierbare zukünftige Steuerbelastungen, weil Atomstrom nur einen kleinen Teil seiner Kosten deckt, selbst wenn es keinen Supergau gibt.

Da muss man nicht mal bis zur Asse blicken um das Problem zu sehen. Im Norden des Reviers hat das letzte Bergwerk vor weniger als 20 Jahren geschlossen und schon heute sollen die Anlieger an den Folgekosten beteiligt werden.

#14 von meigustu , am 12.04.2011 um 12:24


Der Werdener Golfplatz dürfte auch ein prima Standort für Windräder sein.

#15 von meigustu , am 12.04.2011 um 12:33


Natürlich sind wir gegen AKW`s und für erneuerbare Energien. Aber Windräder in meiner Nähe? Oder gar Stromleitungen? Natürlich nicht. Wie schizophren ist eine solche Einstellung? So macht man sich als AKW-Gegner unglaubwürdig. Im übrigen: was ist denn mit den AKW`s die uns im Ausland umgeben?

#16 von oldbaer , am 12.04.2011 um 12:54


"In Zukunft mehr Windräder im Raum Essen." In Mülheim werden sogar von der Stadt verzockte 6,1 Millionen in den Wind geschrieben...

#17 von wohlzufrieden , am 12.04.2011 um 12:58


Wenn jemand in Fischlaken Windräder bauen will, werden sich genug Leute finden, die das in Grund und Boden klagen. Man kann nicht auch noch die letzten Flecken Grün in Essen verschandeln. Mit solchen Wünschen entlarvt sich Rot-Grün und die nächsten Wahlen werden anders ausfallen.

Erneuerbare Energien müssen vernünftig produziert werden. Wind gibt es viel auf dem Meer und Sonne gibt es viel in der Wüste! Bei uns braucht man nur in die Natur zu sehen: Bei uns wir jedes Frühjahr eine Unmenge an Biomasse produziert. Macht was draus.

#19 von wolfgang123 , am 12.04.2011 um 15:14


Windräder im Ruhrgebiet, was für ein ausgemachter Mist! So was funktioniert vielleicht in parks an der Nordsee, aber hier dümpeln die Dinger nur vor sich hin.

#20 von Wassolldas , am 12.04.2011 um 15:21


Hallo DieterRuhr, du sollst nicht fluchen...
Der Artikel mit den Windrädern überm Baldeneysee provoziert. Keiner wird ernsthaft Lösungen suchen wollen, die
- unrealistisch die Wirtschaft belasten
- den Strompreis in unbekannte Höhen jagen und
- auf ein Standbein die Zukunft der Stromversorgung stellen will.
Es gibt viele, unspektakuläre Lösungen, vom Kleinkraftwerk im Keller angefangen. Das kann mit Erdgas betrieben werden. Halt, bevor wieder Neunmalkluge unken: Ca 70 % der Haushalte in Essen besitzen einen Erdgasanschluß, der bisher fast nur zur Bereitung von warmem Wasser genutzt wird. Da ruft keiner: Abschalten !!

#21 von ReinhardMielke , am 12.04.2011 um 15:28


Die Grünen sind der Sargnagel unseres Industriestandortes!!!
#9 #11 haben vollkommen recht! Jetzt ahnt man, was von Grün noch alles kommt! Die Verlogenheit dieser Partei wird sichtbar!

#22 von moin-moin , am 12.04.2011 um 16:13


Hallo moin-moin und DieterRuhr, Bitte mehr Respekt im Umgang miteinander. Warum lernen wir nicht auch mal von den Japanern, die wirklich würdig miteinander im Desaster umgehen, auch mit ihren verantwortlichen Politikern. 

#24 von ReinhardMielke , am 12.04.2011 um 18:45



Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“

 

Zum Bericht in Der Westen hier klicken



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Der Westen: „In Zukunft mehr Windräder im Raum Essen“
Auch in Baden-Württemberg (BW)  -  auf Stuttgarter Gemarkung ?

Essener Bevölkerung wehrt sich gegen noch intensivere Landschafts-Verspargelungspläne der rot / grünen NRW-Landesregierung

Essener Baldeneysee, umzingelt von Windspargeln (Fotomontage)

(wm / 160411) - Der Westen (= online-Portal der WAZ-Mediengruppe) berichtet in seiner Ausgabe vom 11.4.2011 über Pläne der von rot / grün geführten NRW-Landesregierung, den Anteil der durch Wind erzeugten Energie bis zum Jahr 2020 von jetzt 3 % auf mindestens 15 % zu erhöhen.

Zu diesem Zweck wurde von der seit 2010 regierenden, rot / grün geführten NRW-Landesregierung ein neuer Windkraft-Erlass herausgegeben (siehe Beitrag vom 24.3.2011), der einige von der CDU / FDP-Vorgängerregierung in Vorjahren zum Schutz der Bevölkerung  -  insbesondere zu Gunsten der im Umkreis von 5 Km vom Windrad-Standort entfernt lebenden Bürgern  -  erlassene Bestimmungen außer Kraft setzen soll, wie z.B.

  • bisher im Interesse des Landschafts-, Natur- und Umweltschutzes von der CDU / FDP durchgesetzte und seither bestehende „Tabu-Zonen“ (Wald- und Landschaftsschutzgebiete, Nah-Erholungsgebiete u.a.) sollen zu Gunsten einer noch dichteren Bebauung mit Wind- industrieanlagen aufgehoben werden; danach können Windspargel künftig auch in  W a l d-,    T i e r- und  L a n d s c h a f t s s c h u t z g e b i e t e n  errichtet werden; was dies im einzelnen für den negativ betroffenen Landschafts-, Natur- und Umweltschutz bedeutet  -  nämlich eine Katastrophe  -  braucht hier wohl nicht besonders ausgeführt zu werden… (wie nicht anders zu erwarten, schweigen die Schreibtisch-Funktionäre und selbst ernannten Umwelt- und Naturschützer der Leitungsorgane von BUND und NABU  -  wie schon so oft, wenn es um elementare Belange des Umwelt- und Naturschutzes geht  -  und schauen angesichts dieses nur noch als Skandal zu bezeichnenden Vorgangs aus Gründen der Symbolik und ideologisch verblendet wieder einmal betreten zur Seite…)

  • die bisher in Kraft befindliche Fassung des NRW-Windkraft-Erlasses sah - aus guten Gründen, z. B. Schutz der Bevölkerung vor möglichen Gesundheitsrisiken u.a. -einen  Mindestabstand  von 1 500 m (!!) zur nächsten Wohnbebauung vor, der von Rot / Grün jetzt neu herausgegebene Windkraft-Erlass enthält keine (!!) Mindestabstandsvorgabe mehr…. Im Klartext bedeutet dies, daß  n e u e  Windspargel  -  zum Nachteil der im Umkreis lebenden Bürger  -  deutlich n ä h e r  an die Wohnbebauung heranreichen können. Auf Windvorrang-Gebieten erhöht sich die mögliche Standort-Dichte, die ausgewiesene Standort-Fläche kann noch stärker mit Windindustrieanlagen zugepflastert und „ausgemostet“ werden…

Belastungen wegen schädlichen Immissionen (Infraschall, Lärm, Schattenschlag) werden wegen der geringeren Entfernung zunehmen und die ohnehin mit dem Bau von Windspargeln bzw. mit dem Ausweis von Windvorrang-Gebieten eintretenden V e r l u s t e  bei dem im Umkreis (Sichtweite) liegenden Grund und Boden sowie bei Gebäuden werden sich durch das noch nähere Heranrücken an die Wohnbebauung weiter erhöhen…

  • W e g f a l l  der bisherigen  H ö h e n b e g r e n z u n g: Der alte und bis jetzt geltende NRW-Windkraft-Erlass von CDU / FDP sah zum Schutz der Bevölkerung und zur Vermeidung einer allzu großen Landschaftsverschandelung   -  obwohl die seit mehreren Jahren schon im Markt befindlichen Windrad-Typen der 2. Generation wie z.B. die Enercon E 82 bzw. E 126 bis zu rd.   180 m bzw. 220 m hoch sind  -  eine maximale Höhe von 100 m für Windindustrieanlagen neuen Windkraft-Erlass der von SPD / Grüne geführten NRW-Landesregierung keine Höhenbegrenzung mehr enthalten ist !

Zwar ist die Schwelle zum Bau neuer Windindustrieanlagen in NRW mit dem neuen NRW-Windkraft-Erlass jetzt deutlich herabgesetzt worden.

Andererseits ist NRW ähnlich wie BW im Vergleich zu den relativ windstarken Nord- und Ost-Bundesländern doch ein relativ windarmes Binnenland; daher „dümpeln“ viele der seinerzeit von vermeintlichen Klima-Rettern und im ersten Überschwang euphorisch gebauten Windkraftanlagen trotz der über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) großzügig über 20 Jahre gewährten Einspeisevergütung = Subvention  -  finanziell „schon unter Wasser“  -  nur noch vor sich hin, bis die letzten finanziellen Ressourcen wohl endgültig aufgebraucht sind.

Einen nennenswerten Beitrag zur regenerativen Stromerzeugung leisten diese Windrad- 
Fehlinvestitionen schon lange nicht mehr…

Ganz im Gegenteil:     Es werden die Fälle zunehmen, bei denen vorschnell  -  an relativ windarmen Standorten wie Ingersheim - gebaute Windräder wegen  U n r e n t i e r l i c h k e i t  bzw. wegen nachhaltiger  V e r l u s t s i t u a t i o n deutlich vor Ablauf der auf 20 Jahre angelegten betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer freiwillig von den Kapitalanlegern wieder abgebaut werden nach dem Motto: „…lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende…“ In diesen Fällen kann man nur hoffen, daß Rücklagen in ausreichender Höhe gebildet wurden, damit die nicht geringen

•    Kosten des Abbaus
•    der Entsorgung und des
•    Fundament-Rückbaus

nicht noch zusätzlich von den Kapitalanlegern aus der eigenen Tasche finanziert werden müssen…   

Daher wird trotz jetzt in NRW gelockerter Bestimmungen das Kriterium der Wirtschaftlichkeit im Normalfall dafür sorgen, daß mangels Windaufkommen nur unwirtschaftlich zu betreibende Standorte bei der Eignungsprüfung von sich aus „durch den Rost fallen“, denn kein nach wirtschaftlichen Grundsätzen handelnder Investor wird sein „sauer verdientes Geld“ = Kapital von vornherein im windarmen Binnenland „zum Fenster hinaus werfen“ wollen, wenn es anderswo genügend andere, vergleichsweise windstärkere und deshalb stromertragsreichere Windrad-Standorte gibt, bei denen er für sein eingesetztes, noch sicherer angelegtes Kapital eine erheblich höhere Gewinnausschüttung erzielt…und es sich um Standorte handelt, bei denen die Belastung der Bevölkerung sich in Grenzen hält (z.B. in bevölkerungsarmen Gebieten mit großem Sicherheitsabstand zur Bevölkerung…)

Zu einer realistischen Einschätzung noch unerfahrener und sich eine Beteiligung überlegende Windkraft-Interessenten wird auch die immer stärker werdende Verbreitung von Negativ- 
Informationen
über zwischenzeitlich und künftig vermehrt scheiternde (windarme = unwirtschaftliche) Windkraft-Standorte beitragen. Diese Interessenten werden  -  wenn ihnen bei Betrachtung finanziell „verunglückter“ Windrad-Investitionen „die Augen aufgegangen“ sind  -  die Hände weglassen von derart unsicheren, unrentablen und darüber hinaus die Landschaft schändenden Engagements…

Bei dieser  „Windrad-Blase“ ist es so wie bei den in den 80-er und 90-er Jahren reihenweise geplatzten Bauherrenmodellen, einer seinerzeit ebenfalls über ganz Deutschland überschwappenden Welle, bei der unerfahrenen Anlegern unter Einbezug nur auf dem Papier bestehender Steuervorteile  -  die jedoch zuvor in den deshalb völlig überteuerten Kaufpreis einkalkuliert wurden  -  von windigen Immobilien-Verkäufern (ähnlich den Windrad-Verkäufern bezüglich ihrer oftmals völlig überzogenen Windprognosen) „das Blaue vom Himmel herunter versprochen“ wurde und bei denen die Anleger nicht nur ihr eingesetztes Eigenkapital verloren haben sondern auch weitere „echte“ Verluste hinnehmen mußten, an denen viele blauäugige und seinerzeit vorschnell aufgesprungene Kapitalanleger auch heute noch „schwer zu knabbern haben“… und nur in den allerseltensten Versprechungen sind die vollmundigen Versprechungen der Bauherrenmodell-Verkäufer bzgl.

•    Steuervorteile
•    Wertsteigerung der Bauherrenmodell-Immobilie
•    Bonität des Mieters, Sicherheit und Stetigkeit der Mietzahlungen u.a.

eingetreten. Der Normalfall war vielmehr,

  • daß die versprochenen Steuervorteile nicht eingetreten sind bzw. vom Finanzamt nachträglich rigoros zusammen gestrichen wurden (die Immobilen-Verkäufer hatten ihre aus der 1. Zahlung abgezweigte Provision natürlich bereits erhalten und waren bei Streichung der Steuervorteile durch das Finanzamt wieder „über alle Berge“ bzw. nicht mehr haftbar zu machen…) 

  • daß der Wert der Bauherrenmodell-Immobilie wegen schlechter Lage, mangelhafter Bauausführung, Überangebot usw. nicht nur  -  entgegen den Versprechungen  -  nicht gestiegen, sondern „ins Bodenlose gefallen“ ist bzw. zur Unverkäuflichkeit führte („Schrottimmobilien“), wenn der Bau überhaupt zu Ende geführt wurde  und nicht als „Bauruine“ steckenblieb und

  • die Bonität der Mieter oftmals von vornherein so schlecht war, daß es schon nach kurzer Zeit zu dauerhaften Mietausfällen („Mietnomaden“), Beschädigung von Wohnungseinrichtungen, Räumungsklagen usw. gekommen ist…

Diese Negativ-Propaganda wird in den kommenden Jahren bundesweit sehr stark zunehmen, da oftmals relativ unkritische Windkraft-Enthusiasten  -  vor allem nach bedauernswerten Ereignissen wie in Japan  -  sich in ihrer ersten Euphorie von den Vertriebs-Profis der Windkraft-Konzerne mit viel zu optimistischen Windprognosen haben beeindrucken bzw.  „über den Tisch ziehen“ lassen, im Glauben, eine gut rentierliche, sichere Kapitalanlage getätigt zu haben und darüber hinaus auch noch aktiv etwas zur Vermeidung der vermeintlich unmittelbar bevorstehenden Klimakatastrophe beigetragen zu haben.

Ganzen Heerscharen oftmals durch vollmundige Versprechungen der Windkraft-Lobby in die Irre geleitete Windkraft-Anleger  -  vor allem an vergleichsweise windärmeren Binnenland-Standorten  -  werden jedoch spätestens nach dem Jahres-Abschluß im 2. oder 3. Jahr nach Inbetriebnahme die „Augen aufgehen“, wenn sie sehen, wie ihr eingesetztes Kapital wie „Schnee in der Sonne“ zusammenschmilzt und das erste Windflauten-Jahr keine Eintagsfliege bleibt, sondern eher der Normalfall ist und ein Ende des Finanz-Debakels nicht in Sicht ist…

Problematisch wird es allerdings in den Fällen  -  wie in Ingersheim  -  wo einerseits es eigentlich von vornherein wegen relativer Windarmut feststeht, daß ein geplanter Standort mit sehr großer Wahrscheinlichkeit im Vergleich zu erheblich besser geeigneten (weil windstärkeren) Standorten nur unwirtschaftlich zu betreiben wäre, andererseits aber Initiatoren vorhanden sind, die eine Windrad-Investition  w e n i g e r  unter Wirtschaftlichkeitsaspekten als vielmehr unter  i d e o l o g i s c h e n  Gesichtspunkten und aus Gründen der Symbolik  -  d.h. „unter allen Umständen“, und seien sie auch noch so widersinnig  -  durchführen wollen, obwohl es allen kritischen Betrachtern in der Öffentlichkeit bekannt ist, daß die nur marginal  -  wenn überhaupt vorhandenen  -  und nur zu Gunsten der meist auch noch von auswärts kommenden Kapitalanleger und zu Gunsten des Grundstücksverpächters bestehenden Vorteile deutlich überlagert werden durch eine Vielzahl von Nachteilen zu Lasten der Allgemeinheit bzw. zu Lasten der Bürger, die im Umkreis von ca. 5 Km Entfernung zur geplanten Windkraft-Anlage leben...  

Obwohl mit der seit 2010 amtierenden rot / grünen NRW-Landesregierung und ihrer windkraft-
freundlichen Haltung eigentlich beste Voraussetzungen für einen weiter forcierten Windkraft-Ausbau vorliegen und die politischen Rahmenbedingungen mit dem neuen NRW-Windkraft-Erlass geschaffen wurden, regt sich erstaunlicherweise in vielen Städten und Gemeinden mit von Rot / grün majorisierten Gemeindeparlamenten gerade in diesen Gemeindeparlamenten  -  und eben nicht nur in der breiten Bevölkerung  -  reger Widerstand gegen einen forcierten Windkraft-Ausbau.

Auffallend dabei ist, daß vor allem die SPD auf kommunaler Ebene sich mit der Forderung nach einer weiteren flächendeckenden Forcierung der Windkraft in NRW betont zurückhält…

Dies ist wohl der Tatsache geschuldet, daß die SPD wie auch in vielen anderen Bundesländern  -  nicht zuletzt auch in Baden-Württemberg oder in Rheinland-Pfalz, wie bei den letzten Landtagswahlen am 27.3.2011 ersichtlich  -  eine Reihe gravierender Niederlagen zu akzeptieren hat und vielfach nur noch Juniorpartner der Grünen ist, weil man sich  -  wohl auch beim Thema Windkraft vor Ort  -  viel zu weit von der Meinung der eigenen Anhänger entfernt hat, die auch in vielen Orten in NRW gegen den weiteren unkontrolliert erfolgenden Ausbau der Windkraft Front macht, vor allem an unwirtschaftlichen Standorten (vgl. die Diskussionen im Gemeinderat der Stadt Essen und in vielen anderen Städten und Gemeinden in NRW…)  … auch in NRW ist wohl  -  wie schon seit einigen Jahren in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg u.a.  -  eine Sättigungsgrenze erreicht und die Stimmung in der Bevölkerung kippt wohl  -  wie schon in anderen Regionen  -  immer stärker zu „contra-Windkraft“ um…

Andererseits fordern insbesondere die Grünen in NRW den weiteren starken Ausbau der Windkraft, nach ihrer Meinung soll sich die Anzahl der Windspargel vor allem auch im Großraum Essen deutlich erhöhen, obwohl dort wegen den nur gering über der Meereshöhe liegenden, relativ windarmen Standorten eigentlich keine guten Voraussetzungen für weitere Windkraftanlagen vorliegen (vgl. Fundstelle unten)…

Dies führt immer mehr  -  nicht zuletzt auch in Leserbriefen  -  zu Vorschlägen aus der Bevölkerung, Windkraft-Standorte vor allem in oder in der Nähe von Grünen-Hochburgen (also dort, wo die Grünen bei den letzten Wahlen starke Zugewinne erzielt hatten) verstärkt auszuweisen, damit die vor allem bei den Grünen vorhandenen Protagonisten eines weiterhin ungezügelten Windkraft-Ausbaus sich in Praxis in den nächsten 20 Jahren und aus nächster Nähe in unmittelbarem Umfeld zu ihrem Lebensmittelpunkt von den „Segnungen“ von bis zu 220 m hohen Windspargeln überzeugen können…

Bezogen auf die Wahlbezirke in Essen kämen dabei wohl  -  zumindest nach dem einen oder anderen Leserbrief zu urteilen  -  die bevorzugten, mit hohem Wohn- und Freizeitwert und relativer Windstärke versehenen Wohngebiete im Essener Süden und weniger Gebiete in der Nähe von Arbeitersiedlungen von Ruhrgebiets-Kumpels in Betracht, deren Wohnungs-Standorte ohnehin in eher trostloser Umgebung platziert wurden und deren Wohnwert durch den Bau von Windspargeln nicht noch weiter gemindert werden sollte (so zumindest die eine oder andere Leserzuschrift) …

Bezogen auf Stuttgarter Verhältnisse würde dies bedeuten, daß Windvorrang-Gebiete vom Verband der Region Stuttgart (VRS) weniger in eher windschwachen Regionen auf dem „flachen Land“ wie Ingersheim als vielmehr auf Stuttgarter Gemarkung ausgewiesen werden sollten, natürlich nicht im unergiebigen Talkassel, sondern vielmehr an den relativ windstarken Stuttgarter Höhen- und Halbhöhenlagen in Degerloch, Sillenbuch, Sonnenberg, Killesberg, Botnang u.a., wo die Grünen überdurchschnittlich hohe Stimmenzuwächse erzielt haben,,,

Dies hätte  -  um den Gedankengang zu Ende zu bringen  -  noch den zusätzlichen Vorteil, daß  -  einer schon länger bestehenden Forderung von Grün / Rot entsprechend  -  die Energie dezentral erzeugt wird, also in unmittelbarer Nähe zum Ort des Energieverbrauchs… Dieser Forderung würde mit dem Bau von Windrädern auf Stuttgarter Höhen sehr augenscheinlich entsprochen, hat Stuttgart einerseits doch mit rd. 500 000 Einwohnern und vielen Firmen einen sehr großen Energiebedarf… andererseits steht auf Stuttgarter Gemarkung bisher noch kein einziges Windrad…

Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“


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Der Westen: „Stadt Essen kämpft gegen Windmühlen“

Oder: Was ist der Unterschied zwischen Essen / NRW und Ingersheim / BW?

(wm / 230411) - Das Portal der WAZ-Mediengruppe  -  Der Westen  -  berichtet mit dieser zitierten Schlagzeile vom 1.12.2010 über den Kampf der Ruhrgebietsmetropole Essen gegen weitere Windmühlen in Essen und auf benachbarten Gemarkungen.

Zwar hatte die neue Rot / Grüne Landesregierung in NRW nach ihrem Amtsantritt im Jahr 2010 die Hürden für das Aufstellen weiterer Windspargel im Vergleich zur restriktiveren Handhabung der CDU / FDP-Vorgängerregierung deutlich gesenkt, indem die bis dahin gesetzlich festgelegte Höhenbegrenzung von 100 m ersatzlos gestrichen wurde.

Die bis dahin ebenfalls noch gesetzlich  -  und im Interesse der im Umkreis wohnenden Bürger  -  vorgeschriebenen Mindestabstände von 1 000 m zur nächsten Wohnbebauung wurden  -  zu Lasten der Anwohner  -  erheblich reduziert, und staatseigene und bisher Windrad-freie, für Windräder gesperrte Grün- und Waldflächen im Besitz des Landes NRW sollen nach dem Regierungswechsel zu Rot / Grün künftig ebenfalls für Standorte von Windindustrieanlagen vorgesehen werden können = Verringerung der „Tabu-Flächen“, nachdem immer mehr potentielle und in Privat-Besitz stehende Windkraft-Standorte von aufgebrachten Bürgern bekämpft werden, die  -  falls es zum Bau der Windmühlen käme  -  einen Verlust an Lebensqualität und weitere erhebliche Nachteile befürchten, wie z.B.

·    schädliche Immissionen (Lärm, Infraschall, Schattenschlag) und daraus möglicher-weise entstehende Gesundheitsstörungen zu Lasten der im Umkreis von ca. 5 Km lebenden Bevölkerung (Langzeitwirkung)

·    Wertverluste von Grundstücken und Gebäuden bis hin zur Unverkäuflichkeit

·    Verlust wertvoller Ackerflächen

·    Starke Beeinträchtigung des Umwelt-, Natur-, insbesondere des Vogelschutzes

·    Verlust von Naherholungsräumen, die insbesondere im Ruhrgebiet als dem größten europäischen Ballungsgebiet mit der stärksten Besiedelungsdichte von großer Bedeutung sind

u.a. Die kürzlich von Rot / Grün in NRW durchgesetzten und oben dargestellten „Erleichterungen“ zur Aufstellung von Windindustrieanlagen waren von der CDU / FDP geführten Vorgängerregierung noch vehement abgelehnt worden.

Zwar sind die meisten der Stadtparlamente im Ruhrgebiet traditionell in rot / grüner Hand.

Wer allerdings gedacht hatte, daß es nach der von Rot / Grün in 2010 gewonnenen NRW-Landtagswahl in Sachen „Windkraft“ zum „Schulterschluß“ zwischen rot / grüner Landesregierung und vielen von rot / grün majorisierten Stadtparlamenten kommen würde mit dem Ziel, den Ausbau der „Windkraft“ noch weiter zu forcieren, mußte sich alsbald eines Besseren belehren lassen, wie viele Beispiele an Rhein und Ruhr zeigen, denn:

Viele der von rot / grün dominierten Stadtparlamente gehen auf Distanz zu den Plänen der rot / grün geführten NRW-Landesregierung und legen sich beim Ausweis neuer Windvorrang-Gebiete „quer“, wobei neben der oft an erster Stelle genannten

•    Landschaftsverschandelung auch der
•    Verlust an Lebensqualität der Bürger der
•    Wertverlust von Grundstücken und Gebäuden sowie die
•    von vornherein wegen zu niedrig gelegenen Standorten und daraus resultierender relativer      Windarmut angezweifelte Wirtschaftlichkeit

als Hauptablehnungsgründe genannt werden.

Letztendlich wird auch vielen rot / grün dominierten Stadtparlamenten in NRW immer klarer, daß der Verlust an Lebensqualität und die weiter mit der Verspargelung ganzer Landschaften zu Lasten der Bevölkerung einhergehenden Nachteile schwerwiegender sind als die Durchsetzung vorwiegend von Symbolik und Ideologie besetzten politischen Zielen der rot / grünen NRW-Landesregierung und des NRW-Landtags, die ihren Sitz im Villenviertel am nicht durch Windräder getrübten Blick am beschaulichen Rheinufer im vornehmen  -  und weitgehend windspargelfreien (versteht sich)  -  feinen Düsseldorf haben, also weit weg von den durch weitere Windspargel geschändeten Landschaften und den dadurch benachteiligten Bürgern…

Insoweit bestehen Parallelen zur ebenfalls grün / roten und in Kürze ins Amt eingeführten Landesregierung von Baden-Württemberg.

Denn:     Auch in BW sollen Windspargel nach den bisher ausgewiesenen und vor allem von SPD und Grünen unterstützten Windvorrang-Gebieten doch eher „auf dem flachen Land“  -  d.h. auch an vergleichsweise windärmeren und eher der Symbolik untergeordneten Standorten wie Ingersheim  -  wo es aufgrund der eher windärmeren und daher ungünstigeren Lage zu einer vergleichsweise (wenn überhaupt) bescheidenen Stromproduktion kommen dürfte, erstellt werden und beispielsweise nicht in den Höhenlagen Stuttgarts  -  z.B. in unmittelbarer Nähe des Fernsehturms  -  obwohl die dort möglichen Standorte aufgrund ihrer Höhenlage und des dort deutlich höheren Windaufkommens besser für eine ertragreiche Stromproduktion geeignet wären als viele tiefer gelegene Standorte in den bisher ausgewiesenen, oftmals mangels Windaufkommen ungeeigneten Windvorrang-Gebieten.

Und nicht zu vergessen:    Eine oftmals von rot / grünen Parteifunktionären gebrauchte Worthülse ist die Redewendung von „einer dezentralen“, also verbrauchernahen Energieversorgung, der zufolge die Energiegewinnung möglichst auch in der Nähe des jeweiligen Verbrauchs stattfinden solle…

Was läge also näher, als den Bau von 180 m hohen und noch höheren Windspargeln (das Windrad vom Typ Enercon E 126 erreicht eine Höhe von ca. 220 m !) vor allem in Stuttgart zu forcieren, natürlich nicht im oftmals windstillen und daher unergiebigen Talkessel, sondern in Degerloch, Sonnenberg, Killesberg, Botnang und an sonstigen Höhenlagen Stuttgarts mit viel Wind…

Dies käme den Forderungen von Grün / Rot nach einer dezentralen Energieversorgung am nächsten, denn Stuttgart mit seinen rd. 500 000 Einwohnern und vielen Firmen hat einerseits den mit Abstand größten Energiebedarf in BW, es hat andererseits bisher jedoch kein einziges Windrad …. Dies könnte auch ein Ansatzpunkt sein für die seit den letzten Kommunalwahlen im Juni 2009 als stärkste Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat vertretenen Bündnis 90 / Grüne, wenn man schon im Zuge des nach dem 27.3.2011 eingeleiteten Machtwechsels vom Paradigmenwechsel und vom Verlagern politischer Ziele bei der Energiepolitik spricht …das erste von möglichst vielen nachfolgenden Windrädern in Stuttgart, das wäre doch was…. Mit diesem bleibenden „Verdienst“ im Rücken wäre den Grünen / Bündnis 90 der Status als stärkste Fraktion bei den nächsten Kommunalwahlen in rd. 3 Jahren nach einem sicherlich nochmals angestiegenen Stimmenergebnis schon jetzt kaum mehr streitig zu machen…

Darüber hinaus könnte Grün / Rot am Beispiel Stuttgarts am augenscheinlichsten für ganz Deutschland  -  am praktischen Beispiel  -  vorexerzieren, wieviele Windräder / Fotovoltaik-Anlagen usw. benötigt werden, um das von Grün / Rot ehrgeizig vorgegebene Ziel, bis zum Jahr 2020 den Energiebedarf zu 10 % - 15 % oder noch höher aus regenerativer Energie zu decken, zu erreichen… Gretchenfrage: Würden hierzu 500 oder 1 000 oder 1 500 oder gar 2000 Windmühlen benötigt und was wäre bei Windausfall oder nur „lauem“ Wind, wenn auch die Sonne (z.B. nachts) nicht scheinen würde…

Und ein weiterer Grund:     Mit der Verlagerung des 180 m hohen Ingersheimer Windrads an einen deutlich höheren, windbegünstigteren Standort in Stuttgart bliebe den Ingersheimer Antragstellern, ihren Unterstützern und allen Kapitalanlegern ein finanzielles Fiasko erspart, wenn sie  -  im Falle des Baus  -  schon im ersten Jahr nach Inbetriebnahme anhand der desaströsen Ist-Ergebnisse erkennen müssen, welchem Trugschluß sie aufgesessen sind… Zusätzlich bliebe den grün / roten Parteifunktionären die Peinlichkeit erspart, ein von Anfang an als Mio-Fehlinvestition einzustufendes und hauptsächlich als Prestigeobjekt vorgesehenes Vorhaben kleinlaut „begraben“ zu müssen…  

Im vorliegenden Fall sollte ein rd. 100 m hohes Windrad als Einzelmaßnahme auf einem Gebiet der Stadt Velbert in nur 300 m Entfernung zur Gemarkungsgrenze der Stadt Essen aufgestellt werden. Bei der im Rahmen des Genehmigungsverfahrens durchgeführten Nachbarschaftsanhörung hat der Leiter des Umweltamts der Stadt Essen dem Vorhaben  -  wie einigen Anträgen zuvor schon  -  wegen aus Sicht der Stadt Essen nicht hinnehmbarer Landschaftsverschandelung eine klare Absage erteilt.

Dem Zeitungsbericht zufolge wird er zitiert wie folgt: „Ein 99,7 m hohes Windrad auf einem Hügel 180 m über dem Meeresspiegel  -  eine solche Landmarke störe den Charakter des Landschaftsbildes.“ Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen und wäre ohne weiteres auch auf die Ingersheimer Situation übertragbar…

Das Umweltamt der Stadt Essen zweifelt  -  wie auch die Bürgerinitiative „Gegenwind Husarenhof“ beim Ingersheimer Windrad wesentliche Aussagen der von den Windrad-Initiatoren beauftragten „Gutachten“ anzweifelt und die deshalb Gegenstand des z. Zt. laufenden Widerspruchsverfahrens bzw. des ggfs später nachfolgenden Klageverfahrens sind  -  die Angaben des Lärmgutachtens an, wonach der Grenzwert von 45 Dezibel angeblich nicht überschritten werde… Bereits bei früheren Streitfällen in Essen hat eine richterlich angeordnete Nachprüfung ergeben, daß die Lärmwerte deutlich überschritten werden, was zu einer erheblichen Erhöhung der daraufhin richterlich angeordneten Stillstandszeiten geführt hat mit der Konsequenz, daß die Ist-Ergebnisse sich noch einmal empfindlich verschlechtert haben….

Wie wir alle wissen, handelt es sich bei den von der Antragstellerseite beizubringenden Gutachten oftmals um Gefälligkeitsgutachten, die im Normalfall von sogenannten „Gutachtern“ aus dem Umfeld der Windkraft-Lobby gegen Bezahlung durch die Antragsteller erstellt werden und daher oft nach dem Motto „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing…“ erstellt werden und die deshalb  -  so beweisen es zumindest zwischenzeitlich zahlreiche Verwaltungsgerichtsurteile  -  oftmals „das Papier nicht wert sind“, auf dem sie stehen….und deshalb überarbeitet und nachgebessert werden müssen…wie auch in Ingersheim im Rahmen des Genehmigungsverfahrens…

Der auch an Rhein und Ruhr wie schon in Nord- und Ostdeutschland (Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Brandenburg u.a.) immer stärker steigende  W i d e r s t a n d gegen die weitere ungezügelte Verspargelung mit Windindustrieanlagen und die geplante Umzingelung ganzer Städte und Landstriche wird in NRW aus mehreren Gründen noch einmal deutlich stärker werden:

NRW ist im Vergleich zu den eher dünn besiedelten Bundesländern Niedersachsen, Brandenburg, MV, Sachsen-Anhalt das mit Abstand bevölkerungsreichste und deshalb auch das am dichtesten besiedelte Bundesland.

Ein weiterer Zubau mit Windrädern und das dadurch bedingte immer nähere Heranrücken der Standorte an die Bevölkerung führt den dadurch in ihrer Lebensqualität benachteiligten Bewohnern immer stärker die Nachteile einer immer dichter werdenden Windrad-Bebauung vor Augen, die zu Lasten der Allgemeinheit deutlich höher sind als die oft nur marginalen Vorteile für einige wenige Kapitalanleger und Grundstücksverpächter, wobei viele ebenfalls  -  wie in Baden-Württemberg  -  relativ windschwache Windkraft-Standorte sich jetzt schon trotz großzügig gewährter Einspeisevergütungen (Subventionen) finanziell nur noch knapp „über Wasser halten“ können. Teilweise wurden Windräder auch in NRW bereits weit vor Ablauf der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer freiwillig von den Kapitalanlegern wieder abgebaut, um „Schlimmeres“ zu verhüten bzw. um einen Totalverlust ihres Kapitals zu vermeiden.

Aufgrund der stärkeren Bevölkerungsdichte haben Naherholungsgebiete in der Nähe von Ballungsräumen in NRW noch einmal einen deutlich höheren Stellenwert als in Ballungsräumen in Baden-Württemberg oder wie in eher landwirtschaftlich strukturierten Gebieten der genannten Bundesländer. Daher wird sich die Bevölkerung in NRW noch viel stärker als bisher gegen einen weiteren ungeplant und forciert ablaufenden Zubau mit Windrädern wehren.

Ein weiterer Grund ist tiefgründiger: Das  K e r n g e b i e t  von NRW ist das  R u h r gebiet. Als Vorreiter der Industrialisierung Europas und Deutschlands hat dieses durch die Stahlindustrie, Hochöfen und Kohleabbau charakterisierte Gebiet über zwei Jahrhunderte hinweg zu Höhen und Tiefen nicht nur in dieser Region geführt und das Schicksal mehrerer Nationen beeinflußt. Für Nachkriegsdeutschland war das Ruhrgebiet und dessen starke Re-Industrialisierung Ursprung und Keimzelle des sich von dort aus schnell verbreitenden Wirtschaftsaufschwungs, der für die deutsche Bevölkerung zu unerwartet schnellem Wohlstand geführt hat.

Äußeres Anzeichen dieser Jahrhunderte alten Industrie- und Kulturlandschaft sind die nach wie vor bestehenden, wenn auch größtenteils wegen Unwirtschaftlichkeit schon lange stillgelegten und heute größtenteils unter Denkmalschutz stehenden Zechen, Fördertürme, Hochöfen u.a. in vielen Städten, die nach wie vor das äußere Erscheinungsbild des Ruhrgebiets prägen und ihm seinen Stempel aufdrücken. Die dort lebende Bevölkerung steht fest zu diesen unverwechselbaren Wahrzeichen ihrer Region, stehen diese positiv besetzten Symbole doch für Generationen von Kumpels bzw. für  ihre Bergarbeiterfamilien für Lohn, Brot, bescheidenen Wohlstand, Fortkommen, Zusammenhalt und Solidarität in ihren Familien.

Diese mit der Tradition ihrer Region tief verwurzelte Bevölkerung wird es  -  genauso wenig, wie es die nord- oder ostdeutsche Bevölkerung zugelassen hat  -  nicht zulassen, daß ihre Landschaft und ihre Heimat weiter durch neue unzählige Windräder an völlig unwirtschaftlichen Standorten geschändet wird mit der Gefahr, daß die unverwechselbaren Symbole der früheren Wirtschaftskraft des Ruhrgebiets abgelöst werden  -  das Landschaftsbild quasi „umkippt“  -  durch unzählige landschafts-verschandelnde Windspargel, die auch noch dafür stehen, daß der Bevölkerung insgesamt Jahr für Jahr und mit steigender Tendenz Mrd-Beträge aus der Tasche gezogen werden über Jahr für Jahr stark steigende Strompreise, die vorwiegend deshalb so stark steigen, weil die den Betreibern von Windrad- und Fotovoltaikanlagen oder Grundstücksverpächtern über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 20 Jahre lang Einspeise-Vergütungen = Subventionen garantiert werden, die im Strompreis enthalten sind und denen sich der Stromkunde nicht entziehen kann.

M.a.W, auch in NRW wurde mit dem ungezügelten Zubau mit Windindustrieanlagen die Sättigungsgrenze erreicht, die Bürgerproteste, die Anzahl der Bürgerinitiativen und die Zahl der die Proteste unterstützenden Verwaltungsgerichtsurteile werden steigen….

Letzter spektakulärer Fall betrifft eine 100 m hohe, schon in der Nähe von Bochum aufgestellte Windindustrieanlage, die rechtswidrig viel zu nah an einer Wohnsiedlung aufgestellt wurde. Aufgrund des jetzt rechtskräftig gewordenen Urteils des Oberverwaltungsgerichts muß die Anlage jetzt wieder zurückgebaut, d.h. gesprengt werden…. 

Um zur in der Überschrift erwähnten Ausgangsfrage zurück zu kommen: Zwischen der rd. 500 000 Einwohner zählenden Ruhrmetropole Essen in NRW und der rd. 5 000 Einwohner zählenden Gemeinde Ingersheim in BW bestehen sicherlich zahlreiche Unterschiede.

Einer ist jetzt noch dazu gekommen:     Stadtverwaltung und Stadtparlament der Stadt Essen wie auch die mehrheitliche Bevölkerung lehnen  -  in der Vergangenheit schon mehrfach und wie im beschriebenen Fall  -  den Bau einer im Vergleich zur geplanten Ingersheimer Anlage mit 99,7 m Höhe deutlich niedrigeren Windindustrieanlage wegen Landschaftsverschandelung und daher im Interesse der Essener Bevölkerung ab, während Gemeindeverwaltung und Gemeinderat von Ingersheim den Bau einer mit 180 m hohen und damit deutlich höheren Windindustrieanlage befürworten,  im Gegensatz zur Ingersheimer Bevölkerung, die  -  wenn man sie im Rahmen eines Bürgerentscheids in geheimer und freier Wahl (wie an vielen anderen Orten durchgeführt; siehe unser Beitrag: Mestlin zeigt Windrädern rote Karte…..) hätte entscheiden lassen  -  angesichts der für Ingersheim entstehenden Nachteile den Windrad-Bau vermutlich mit großer Mehrheit wohl abgelehnt hätte…

Übrigens:     Das „Geschwätz“ vom angeblich den Klimaschutzzielen dienenden Bau von Windindustrieanlagen nimmt im rot / grün (!!) geführten NRW  -  und dies will schon etwas heißen  -  ebenso wie in MV (und in den weiteren Neuen Bundesländern), Niedersachsen oder Schleswig-

Holstein schon lange niemand mehr in den Mund, der ernst genommen werden will, es sei denn, er wollte sich der Lächerlichkeit preisgeben…

Naturgemäß dauert es eben immer etwas länger, bis derartige Erkenntnisse sich  -  vor allem den eher Symbolik und Ideologie als dem gesunden Menschenverstand verhafteten Personen  -  in eher beschaulicheren Regionen durchsetzen…  

Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“





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