Bürgerinitiative Gegenwind Husarenhof
Keine Windkraftanlage zwischen Ingersheim und Husarenhof

Politische Entwicklung - lokale Haltung der Parteien und Politiker zur Windkraft



Aachener Zeitung: FDP im NRW-Landtag stellt sich gegen einen Windpark  -  Starker Widerstand formiert sich gegen Öko-Frevel

Dr. Gerhard Papke, FDP-Fraktionschef im NRW-Landtag, sagt Bürgerinitiative zum Erhalt des Aachener Münsterwaldes die volle politische Unterstützung zu

(wm / 300411) - Einem in az-web.de, dem Internet-Portal der Aachener Zeitung vom 14.4.2011 erschienenen Beitrag zufolge unterstützt Dr. Gerhard Papke, FDP-Fraktionschef im nordrhein- 
westfälischen Landtag, die Aachener Bürgerinitiative zur Verhinderung eines Windparks im Aachener Münsterwald. Im Falle des Windpark-Baus müßte ein Großteil des Aachener Stadtwalds unwiederbringlich abgeholzt werden. Wir haben bereits berichtet (Beitrag vom 30.5.2011).

Die FDP-Fraktion im Düsseldorfer NRW-Landtag unterstützt damit neben der Bürgerinitiative vor Ort auch die beiden FDP-Kreisverbände

•    Aachen-Land und
•    Aachen-Stadt

die sich ebenfalls vehement gegen derart massive Eingriffe in die Natur ausgesprochen haben. Nach den Reaktionen vor Ort zu urteilen, wissen sie einen großen Teil des Bürgertums hinter sich.

„Wir reden hier nicht über kleine Windmühlen, die Dinger sind mit 185 m 30 m höher als der Kölner Dom“, so Dr. Papke bei einem Termin vor Ort. FDP-Stadträte und Vertreter der FDP aus Aachen und Umgebung nahmen ebenfalls Stellung: „Windkraft ja, aber die Standorte müssen so gewählt werden, daß die Bürger keine Belastung erfahren.“

Nach den im neuen NRW-Windkraft-Erlass vorgesehenen Richtlinien plant die unter Duldung der Linken amtierende und ohne eigene Mehrheit regierende rot-grüne NRW-Landesregierung eine weitere großflächige Verspargelung großer Flächen auch an Stellen, wo aufgrund relativer Windarmut  -  wie am geplanten Ingersheimer Standort  -  kaum ein wirtschaftlicher Windrad-Betrieb möglich sein wird.

Gemäß neuem NRW-Windkraft-Erlass ergeben sich zu Lasten der Bevölkerung folgende Verschlechterungen (siehe auch Beitrag vom 24.3.2011):

  • Wegfall des Sicherheits- / Mindestabstands zur Wohnbevölkerung, der bisher zum Schutz der Bürger 1 000 m betragen hat
  • Wegfall der Höhenbegrenzung, die bisher maximal 100 m betragen hat; damit können nun nach der neuesten technischen Entwicklung neue Windräder bis zu 220 m - 250 m Höhe  -  auch in naher Entfernung zur Wohnbevölkerung  -  gebaut werden; alte und bisher bestehende Windräder, die nach dem bisher gültigen und noch von der CDU / FDP - Vorgängerregierung im Zeitraum 2005 - 2010 in Kraft gesetzten Windkraft-Erlass zum Schutz der Bevölkerung maximal 100 m hoch sein durften, können nun im Wege des „repowering“ abgerissen und durch neue Windindustrieanlagen  -  ohne Höhenbegrenzung  -  gebaut werden
  • Bau neuer Windindustrieanlagen / Windparks nunmehr auch inmitten von Wald-, Landschafts-, Natur- und  Tierschutzgebieten (Vogelschutz) erlaubt; damit wird der Umwelt- und Naturschutz auf dem „Altar“  -  zweifelhafter, weil mit viel zu hohen Opfern versehen  -  regenerativer Energiegewinnung geopfert

Gegen die Umsetzung dieser Pläne setzen sich immer größer werdende Teile des Bürgertums ein und erstaunlicherweise versagen immer mehr der i.d.R. rot-grünen Ratsmehrheiten in vielen Städten und Gemeinden in NRW  -  vor allem auch in Ruhrgebietsmetropolen wie z.B. in Essen u.a.  -  der rot-grün geführten NRW-Landesregierung in dieser Frage ihre Gefolgschaft., vgl. unsere Beiträge zu:

Wegen falscher Standortauswahl  -  d.h. wegen oftmals zu geringem Windaufkommen  -  dümpeln sowohl in NRW als auch in Baden-Württemberg und an vielen anderen falsch gewählten Standorten in den übrigen Bundesländern zahlreiche von zunächst enthusiastischen Windkraft-Anhängern unter viel zu optimistischen Prognosen gebaute Windräder nur noch trostlos vor sich hin bzw. werden schon vor Ablauf der mit 20 Jahren gewöhnlich zugrunde gelegten Nutzungsdauer wegen kümmerlichem Stromertrag  -  als schon bei Errichtung feststehende Fehlinvestition  -  vorzeitig  -  unter Verlust des eingesetzten Kapitals  -  wieder abgebaut.

Die Unterstützung der Bürgerinitiative in Aachen durch die FDP-Landtagsfraktion in NRW stellt keinen Einzelfall dar.

Nach den FDP-Presseverlautbarungen und gemäß Berichterstattung der Lokalpresse unterstützt die FDP die in vielen anderen Kommunen in NRW angesichts des zunehmenden Widerstands großer Teile der Bevölkerung gegen völlig überdimensionierte, gigantische Windindustrieanlagen immer stärker „aus dem Boden sprießende“ Bürgerinitiativen in ihrem Bestreben, eine großflächige Verschandelung der Landschaft und mit vielen anderen zu Lasten der Bevölkerung verbundene Nachteile  -  denen entweder keine oder nur marginale Vorteile einiger weniger am Windrad-Betrieb Beteiligter gegenüber stehen  -  an oftmals vom Windaufkommen und von der Nähe zur Wohnbevölkerung her völlig ungeeigneten Standorten zu verhindern.      


Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“


zum Zeitungsbericht hier klicken



www.gegenwind-husarenhof.de

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Greenpeace-Gutachten: Ohne Kernkraftwerke ist der Umbau zum größten Ökostrom-Anbieter nicht finanzierbar  -  Preußische Allgemeine Zeitung: „Ohne Atom- kein Ökostrom“

Umbaupläne von Grün / Rot für die EnBW: Wie ein strategisch wichtiges baden-württembergisches Vorzeige-Unternehmen zugrundegerichtet wird

(wm / 300411) - Wie bekannt, standen zu Beginn des Jahres 2011 rd. 45 % der EnBW-Anteile durch den staatlich gelenkten französischen Energiekonzern EdF zum Verkauf, nachdem sich dessen strategischen Ziele im Zuge der weltweiten und dadurch zu stärkerem Wettbewerb führenden Liberalisierung grundlegend geändert hatten.

Weitere rd. 45 % der EnBW halten unverändert die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW), der Rest ist im Streu-Besitz vieler baden-württembergischer Städte und Gemeinden und deren kommunaler Stadtwerke, deren Wirtschaftskraft sich in der Vergangenheit u.a. auch wegen des preisgünstigen Bezugs von EnBW-Atomstrom besonders gut entwickelte.

Mit dem Anfang 2011 der breiten Öffentlichkeit bekanntgewordenen Ausstiegswünschen des französischen Staatskonzerns EdF stand die Sicherheit von mehr als 20 000 EnBW-Arbeitsplätzen  -  vorwiegend in Baden-Württemberg  -  sowie  -  als strategisches Ziel  -  die langfristige Sicherheit der Energieversorgung am Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg als einer der wirtschaftlich stärksten und vor allem durch Exporte auf hohem Niveau charakterisierten Region auf dem Spiel, denn:

Je nach Käufer  -  vor allem bei ausländischen Käufern  -  wäre zu befürchten gewesen, daß die EnBW zerschlagen worden wäre, mit der für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg womöglich verheerenden Konsequenz, daß die dem Käufer zufallenden Marktanteile = Stromkontingente vermutlich durch dessen eigene (ausländische) Stromproduzenten beliefert und die Sicherheit von 20 000 baden-württembergischen Arbeitsplätzen sowie vieler entlang der Wertschöpfungskette angesiedelter mittelständischer, vorwiegend baden-württembergischer Zulieferer ernsthaft gefährdet gewesen wäre und: Der Monopolisierungsgrad des Energiemarkts hätte zugenommen, dies war und ist politisch  -  und im Interesse des Wettbewerbs zugunsten der Bürger bzw. der Verbraucher = Stromkunden  -  nicht gewollt.

Noch vielen Bürgern dürfte die Situation bekannt sein, als in den vergangenen Jahren im Winter die Energieversorgung von ganz Europa

•    mit Öl
•    und Erdgas

aus Osteuropa längere Zeit unterbrochen war, halb Europa  -  vor allem die früheren Ostblockländer  -  aufgrund zu geringer Erdgas- und Ölvorräte längere Zeit „frieren“ mußte, weil Devisenprobleme und daraus resultierende Zahlungsschwierigkeiten sowie das Begleichen „politischer Rechnungen“ unter den heillos zerstrittenen früheren Ostblock-Staaten zu einem „Abdrehen“ der Erdgas-Pipeline durch Rußland und den Boykott der Ukraine und weiterer Pipeline-Transitländer  -  durch deren Territorium die Pipelines nach Westeuropa führen  -  geführt hatte.

An allen Energiemärkten schnellten die Energiepreise aufgrund des durch Hamsterkäufe noch verstärkten Lieferengpasses in die Höhe und sorgten für schlechte Ergebnisse vor allem in den Bilanzen energieintensiver Unternehmen und für höhere Stromrechnungen bei den privaten Verbrauchern.

Lediglich der vorgehaltenen, sehr hohen strategischen Energiereserve in Deutschland war es zu verdanken, daß der private Sektor und die Wirtschaft in Deutschland auch in dieser kritischen Phase von Energieengpässen weitgehend verschont blieb, wobei bei noch längerem Anhalten des Lieferboykotts auch Deutschland betroffen worden wäre, nachdem die strategischen Energievorräte hierzulande schon weitgehend aufgezehrt waren.

Vor diesem Hintergrund und aus strategischer Sicht bzw. aus Sicht Baden-Württembergs war der im Frühjahr 2011  -  noch vor den am 11.3.2011 eingetretenen Ereignissen in Fukushima / Japan  -  erfolgte Kauf der von der staatlichen französischen EdF angebotenen EnBW-Anteile durch die CDU / FDP-Landesregierung die einzig richtige Entscheidung, erfolgte sie doch durch den früheren BW-Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) einzig und allein mit dem Ziel

  • einerseits die langfristige Sicherheit von 20 000 baden-württembergischen Arbeitsplätzen nicht zum Spielball von Interessen ausländischer Energiekonzerne verkommen zu lassen und
  • andererseits eine verläßliche langfristige Energieversorgung  -  auf Basis der längst vor dem 11.3.2011 (Tag der Fukushima-Havarie) beschlossenen Verschiebung des Energie-Mixes weg von der Atomkraft und hin zu erneuerbaren Energien über einen „Brückenzeitraum“ von 10 - 15 Jahren hinweg, jedoch ohne überstürztes und kopfloses „Hauruck-Verfahren“, das die Energiesicherheit in BW untergraben würde  -  am Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg sicherzustellen.

Die Finanzierung des Kaufs der 45 %-EnBW-Anteile (Kaufpreis 4,7 Mrd. €) sollte den ursprünglichen Plänen zufolge nicht über staatliche Haushalts- bzw. Steuermittel, sondern über Kreditaufnahme erfolgen, wobei das Konzept vorsah, daß die am Kreditmarkt vorherrschenden und für Schuldner mit erstklassiger Bonität (wie sie das Bundesland BW (noch) aufweist) nach wie vor äußerst niedrigen Kreditzinsen samt Tilgung durch die über einen Zeitraum von 10 - 12 Jahren erzielbaren jährlichen und den Anteilseignern (nach Kauf des 45 % - Anteilspakets: auch BW) zufließenden Milliardengewinne der EnBW und daraus entstehender Milliarden-Steuerzahlungen aus dem über die ursprünglich beschlossene Laufzeitverlängerung von 10 - 12 Jahren  -  und dem dadurch über 10 - 12 Jahre ermöglichten Weiter-Betrieb bereits voll abgeschriebener Kernkraftwerke  -  finanziert werden sollten.

Bei Realisierung des Konzepts hätte man "mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen":

a)      Der Kauf der 45 %-EnBW-Anteile zu einem Kaufpreis von 4,7 Mrd. € wäre aus der Sicht des BW-Landeshaushalts belastungsneutral erfolgt, weil Zins und Tilgung des Kredits durch die jetzt aus dem hinzugekommenen 45 %-EnBW-Anteil zusätzlich entstehenden Erträge erwirtschaftet worden wären, eine Netto-Belastung des baden-württembergischen Landeshaushalts wäre nicht entstanden  -  im Gegenteil: Wegen der positiven Differenz (EnBW-Erträge aus 45 %-Anteil des Landes > Zinsaufwendungen aus Kreditaufnahme) wären noch Zusatzerträge zugunsten des BW-Landeshaushalts erwirtschaftet worden.

b)      Mit der Übernahme von 45 %-EnBW-Anteilen sollten rd. 20 000 Arbeitsplätze sowie viele Arbeitsplätze vorwiegend in BW langfristig gesichert werden. Wäre ein Kauf an ausländische Interessenten erfolgt, hätte dies vermutlich zur Zerschlagung der EnBW bzw. zu Verlagerungen und Arbeitsplatzverlusten geführt, wie viele vergleichbare Fälle in der Vergangenheit gezeigt haben (Stichwort: „Heuschrecken“…), bei denen jahrzehntelang organisch gewachsene, gut verdienende und die Sicherheit von Arbeitsplätzen garantierende Unternehmen von weltweit tätigen „Raidern“ (= „Heuschrecken“) in ihre Einzelstücke „filetiert“ und oftmals meistbietend geradezu „verhökert“ wurden, wobei ein Großteil der ursprünglichen Arbeitsplätze wegrationalisiert bzw. ins Ausland verlagert wurden…

c)      BW wäre hinsichtlich der langfristig sicheren Energieversorgung unabhängiger von Energiebezügen vom Ausland geworden. Für einen weltweit führenden Industriestandort wie BW stellt die langfristig sichere Energieversorgung ein strategisches Ziel dar und kein  -  vor allem kein ausländischer -  Energielieferant und kein hinsichtlich seiner Lieferzusagen unsicherer Energieexport-Staat sollte leichtfertig die Gelegenheit eingeräumt bekommen, dem Industriestandort Baden-Württemberg  -  von dem der Wohlstand unserer Bevölkerung abhängt  -  aus politischen Gründen den Energie-„Saft abzudrehen“.

d)      Gemäß der ursprünglichen Planung war der Weiterbetrieb der jetzt abgeschalteten 8 Kernkraftwerke als „B r ü c k e n t e c h n o l o g i e“ für einen „B r ü c k e n z e i t r a u m“ von maximal ca. 10 - 15 Jahren vorgesehen. In diesem Zeitraum wären  -  so die Planung  -  die durch die infolge der Laufzeitverlängerung und des Weiterbetriebs voll abgeschriebener Kernkraftwerke erzielten Gewinne i.H.v. 100 Milliarden € und mehr und die daraus resultierenden, „sicher“ als Brennelemente-Steuer anfallenden  Steuereinnahmen des Staates  -  bei einem Steuersatz von rd. 
50 % ebenfalls mehrere zig-Milliarden €  -  größtenteils zur  F i n a n z i e r u n g  der Erforschung der  i n d u s t r i e l l e n  S p e i c h e r f ä h i g k e i t  regenerativer Energien bzw. zu derem forcierten Ausbau eingesetzt worden.

Wie bekannt, beträgt der Anteil regenerativ erzeugten Stroms an der Gesamt-Energieproduktion trotz dessen massiven Ausbaus nach wie vor nur rd. 2 %.

Aus Sicht

•    des privaten Sektors und
•    der Wirtschaft

ist nach wie vor stärkstes Manko der regenerativen Energie und damit größtes Hindernis für den weiteren Ausbau deren hinsichtlich Volumen und Zeitpunkt wegen  u n s i c h e r e n
W e t t e r s   u n s i c h e r e r  A n f a l l, denn nach wie vor gilt:

„Mal weht der Wind und mal nicht“ bzw. „mal scheint die Sonne, mal scheint sie nicht“.

Besteht z.B. eine große Nachfrage nach Strom  -  beispielsweise während der Heizperiode im Winter oder bei stark anziehender Beschäftigung in der Wirtschaft, kann dieser Bedarf nach wie vor  n i c h t   z u v e r l ä s s i g   -  d.h. nicht sicher  - durch regenerative Energie gedeckt werden, wenn zum Zeitpunkt des Strombedarfs  k e i n  regenerativ erzeugter Strom zur Verfügung steht, weil gerade einmal wieder die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht oder nur „lau“  -  wie oftmals im eher windschwachen Binnenland  -  weht.

Die regenerativ erzeugte Energie wird aus diesen Gründen trotz weiterer, allein vom privaten Stromkunden finanzierter  Milliarden-Subventionen  -  allein im Jahr 2010 netto rd. 13 Mrd €, Tendenz steigend  -  solange nicht aus ihrem Nischendasein heraustreten können, solange sie nicht grundlastfähig ist, mit anderen Worten, nur dann, wenn es gelingt, regenerativ erzeugten Strom  s p e i c h e r f ä h i g  zu machen, wird der Anteil regenerativ erzeugten Stroms an der Gesamt-Stromerzeugung nennenswert zunehmen.

Deshalb war vorgesehen, die im „Brückenzeitraum“ von ca. 10 - 15 Jahren aus der Brennelemente-Steuer anfallenden zusätzlichen Steuer-Milliarden zur  F i n a n z i e r u n g der  E r f o r s c h u n g  der industriellen  S p e i c h e r f ä h i g k e i t  regenerativer Energie einzusetzen. Nach seriöser Planung wäre dieses Ziel in ca. 10 - 12 Jahren erreicht worden.

Allen 4 Strom-Konzernen war eine KKW-Laufzeitverlängerung von maximal 10 - 15 Jahren vorgegeben.

Nach deren Ablauf wären die KKW abgeschaltet worden und der Strombedarf hätte anschließend zu einem großen Teil durch erneuerbare Energien gedeckt werden können, die während des  B r ü c k e n z e i t r a u m s  aufgrund des mit großer Wahrscheinlichkeit während dieses Zeitraums gelösten Problems der  i n d u s t r i e l l e n  S p e i c h e r f ä h i g k e i t  regenerativen Stroms  w e t t b e w e r b s f ä h i g  geworden wären.

Jeder mit wirtschaftlichem Grund-Sachverstand Ausgestattete bzw.  in der freien Wirtschaft Tätige weiß, daß die Umstellung des Geschäftsmodells eines Unternehmens  -  ohne Schädigung des Unternehmens  -  Zeit braucht und  n i c h t  auf „K n o p f d r u c k“ bzw. über „Kommandowirtschaft“ funktionieren kann.

Viele Beispiele zeigen, daß die Umstellung des Geschäftsmodells eines Unternehmens umso zeitaufwendiger und schwieriger ist, je größer das Unternehmen ist

Erfolgt die Umstellung des Geschäftsmodells außerdem  -  wie im Fall der EnBW  -  nicht organisch und nicht „von innen heraus“ durch mit Stärken und Schwächen des Unternehmens am besten vertraute Fachleute, sondern eher auf Basis von  -  auf Symbolik und Ideologie gestützter  -  aufgrund eines Wahlergebnisses kurzfristig angewiesener politischer Vorgaben und weniger aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen sowie auf Druck  von außen durch (Parteibuch-)Personen, deren beruflicher Werdegang nicht in der freien Wirtschaft erfolgte  -  die freie Wirtschaft kennen diese Leute allenfalls vom „Hörensagen“ bzw. aus der Ferne und verzerrt durch einseitige Darstellungen und Diskutier-Runden in entsprechend abgehobenen Parteizirkeln fernab der Realität  -  und der eher charakterisiert ist durch

  • Funktionärstätigkeit in Parteien und diesen nahestehenden Organisationen, oftmals ohne Unterbrechung und beginnend schon während Schule und ggfs Studium
  • Berufspolitikertum, ohne Verantwortlichkeit hinsichtlich Personalführung bzw. Ergebnisverantwortung und  -  versteht sich  -  bestens abgesichert und überversorgt durch die über eigene Einflußnahme / Abstimmung u.a. beeinflußbaren Annehmlichkeiten des öffentlichen Diensts
  • unter medialer Unterstützung eines Großteils der schon vor dem 11.3.2011 -  und erst recht danach  -  (Fukushima-Havarie) im BW-Landtagswahlkampf nicht mehr objektiv, sondern einseitig und unkritisch zugunsten von Grün / Rot berichtenden Medien

Durch die völlig überstürzte, „Hals über Kopf“ erfolgte und von Grün / Rot eingeleitete „Energiewende“ sind eine Reihe größtenteils irreparabler Nachteile eingetreten: 


a)    Schlechtere Sicherheitslage

Die jetzt abgeschalteten 8 deutschen KKW sind nach Ansicht von Fachleuten mit deutlich höheren Sicherheitsstandards ausgerüstet als alle im Ausland betriebenen KKW.

Durch das überstürzte Abschalten hat sich die Risikosituation zu Lasten der deutschen Bevölkerung  -  d.h. das infolge möglicher KKW-Havarien daraus auf die Bevölkerung einwirkende Gefahrenpotential, Strahlung durch Radioaktivität betreffend  -  deutlich verschlechtert.

Insbesondere die in einem „Ring um Deutschland“ herum in Nachbarländern stehenden KKW in

•    Temelin / Tschechien (ca. 50 km von Bayrisch-Eisenstein entfernt)
•    Schweiz / Hochrhein (direkt an der deutschen Grenze)
•    Fessenheim / Elsaß (direkt an der deutschen Rhein-Grenze auf französischer Seite)
•    Cattenom / Frankreich (ca. 10 km entfernt vom Saarland)

haben deutlich schlechtere Sicherheitstechnik. Durch die einseitige Abschaltung von 8 deutschen KKW werden diese ausländischen und in ihren Betriebsabläufen unsichereren KKW erheblich aufgewertet, denn das in Deutschland jetzt infolge des Abschaltens zur Deckung des Strombedarfs nicht mehr zur Verfügung stehende Stromvolumen muß seit dem Zeitpunkt des Abschaltens (17.3.2011)  -  auch wegen des Ausfalls regenerativer Energien  -  aus dem Ausland importiert  -  d.h. zugekauft  -  werden:

Im Vergleich zu ausländischem Atomstrom sicherer produzierter, jetzt aber aufgrund KKW-Abschaltens weggefallener deutscher Atomstrom wird nun ersetzt durch den unsicherer produzierten Atom-Importstrom aus direkt an der deutschen Grenze  -  aber auf ausländischem Territorium  -  stehenden KKW.

Dies wertet diese vergleichsweise unsichereren ausländischen KKW-Standorte auf.

Im Fall von Havarien glauben jedoch nur Leute, die sich in der Materie nicht auskennen, daran, daß Deutschland und seine Bevölkerung  -  insbesondere in Bayern, Baden-Württemberg, Saarland  -  von in diesen KKW dann ausströmender Radioaktivität verschont bleiben könnte: Die aus havarierten ausländischen, in unmittelbarer Grenznähe stehenden KKW’s ausströmende Radioaktivität breitet sich vielmehr mit gleicher Intensität  -  und je nach Ausprägung atmosphärischer Einflußfaktoren ggfs noch stärker  -  auf deutschem wie auf ausländischem Boden aus.   


b)    Sichere ausländische Arbeitsplätze  -  unsichere deutsche EnBW-Arbeitsplätze /                           Verlagerung von Mio-€-Steuereinnahmen ins Ausland

Der Bezug von Atom-Importstrom in sehr großen Mengen führt  -  betriebswirtschaftlich gesehen   -  zu höheren Erträgen dieser ausländischen KKW in zig-facher Mio-Höhe.

Die daraus anfallenden Steuereinnahmen brechen infolge Verlagerung zu Lasten des deutschen Fiskus  -  sowohl im Landes- als auch im Bundeshaushalt  -  vom deutschen Steueraufkommen weg, müssen jetzt von der deutschen Bevölkerung und der deutschen Wirtschaft  -  von wem auch sonst (höhere Steuerbelastungen bzw. geringere Steuersenkungen drohen)  -  anderweitig aufgebracht werden und fließen ab dem 17.3.2011  (Inkrafttreten des Moratoriums) dem ausländischen Fiskus in den jeweiligen KKW-Standort-Ländern zu, die ihren unter deutlich höherem (!!) Risikopotential erzeugten Atomstrom nach Deutschland exportieren, soweit sie ihn nicht selbst benötigen.

Im Hinblick auf die Arbeitsplatzsicherheit werden die aufgrund des Atomstrom-Imports  in den aufgewerteten ausländischen KKW bestehenden Arbeitsplätze sicherer, während die in BW bestehenden Arbeitsplätze der EnBW deutlich unsicherer werden.


c)    Risiko: Deutsches „know-how“ bei KKW- und Sicherheitstechnik auf boomenden                            Weltmärkten nicht mehr gefragt….

Bisher war deutsches, vor allem bzgl. Sicherheits-Standards auf höchstem Niveau angesiedeltes „know-how“ beim weltweiten KKW-Bau stark nachgefragt, Firmen wie Siemens waren bisher Weltmarktführer auf diesem Sektor.

Aufgrund des überstürzt erfolgenden einseitigen und staatlich diktierten Aussteigens dürfte es damit bald vorbei sein und Deutschland dürfte wieder  -  und ein weiteres Mal  -  seine technologische Spitzenstellung in einem zukunftsträchtigen Weltmarktsegment  -  zu Lasten deutscher Arbeitsplätze  -  verlieren, denn eines dürfte auch jedem nicht unbedingt in wirtschaftlichen Kategorien denkenden „Klimaweltverbesserer“ klar sein:

Weltweit sind 402 KKW in Bau bzw. im fortgeschrittenen Planstadium. Der Bau weiterer KKW  -  hauptsächlich in den wirtschaftlich weiter stark aufstrebenden Schwellenländern in Asien  -  wird folgen.

Vor allem Länder wie die USA, China, Indien, Rußland, Finnland sowie die übrigen skandinavischen Länder forcieren ihre Pläne zum Ausbau klimafreundlicher, CO2-freier Energieproduktion durch den Bau neuer KKW.

Selbst im bisher KKW-freien Polen ist der Bau eines KKW  -  ebenfalls in der Nähe zur deutschen Grenze   -  konkret geplant, um den mit steigender Wirtschaftskraft und Wohlstand verbundenen Energiehunger des Landes befriedigen zu können und das im Vergleich zu den abgeschalteten deutschen KKW erheblich unsichere KKW in Temelin / Tschechien soll mit einem zusätzlichen 2. Block weiter aufgerüstet werden, um den aus tschechischer Sicht lukrativen Atomstrom-Export nach Deutschland weiter forcieren zu können.

Diese und eine Reihe weiterer Länder lassen sich durch kopflose, überstürzt erfolgende Ausstiegsszenarien in Deutschland und dessen nationalen Alleingang  -  von ausländischen, in ihrer kritischen Berichterstattung weltweit führenden und seriös recherchierenden Zeitungen immer mehr nur noch milde belächelt und mit „German-Angst“ zutreffend beschrieben  -  in ihren Plänen zum weiteren KKW-Ausbau nicht abhalten. Ganz im Gegenteil: Sie wittern eine Chance, den von Deutschland auf dem Gebiet der KKW-Technologie und Energieerzeugung freiwillig geräumten Platz selbst einzunehmen, Verteilungskämpfe hierüber haben schon begonnen…

Bisher haben sich Siemens und eine Reihe weiterer namhafter deutscher Zuliefererfirmen bei der Verteilung des weiter anwachsenden KKW-Auftragsvolumens gut behauptet.

Aufgrund des einseitigen deutschen Ausstiegs aus der Atom-Technologie ist jedoch zu befürchten, daß diese Firmen den Anschluß auf den Weltmärkten in naher Zukunft verlieren werden, da zu erwarten ist, daß ausländische Auftraggeber künftige Aufträge denjenigen Anbietern  -  z.B. französischen KKW-Technologiekonsortien, wie erste Anzeichen belegen (Frankreich bezieht rd. 80 % seines Energiebedarfs aus Atomstrom, der von 70 KKW in Frankreich erzeugt wird)  -  zukommen lassen werden, die den technologischen Fortschritt auf diesem Sektor auch künftig mit beeinflußen; dies scheint bei Firmen ausgeschlossen, deren Länder durch überstürzte Moratorien und Ausstiegs-Szenarien die Weiterentwicklung dieser Zukunftstechnologien „auf Eis legen“… 


d)    Überstürzte KKW-Abschaltung: Klimaschutzziele werden unerreichbar…   

Es ist unbestritten, daß KKW-Strom im Hinblick auf die Erreichung von Klimaschutzzielen  -  Vermeidung von CO2-Schadstoffimmissionen, die den atmosphärischen Schutzschild der Erde angreifen und daher als Hauptursache für die klimafeindliche Erderwärmung gelten  -  als ideale Energiequelle angesehen wird, da jede klimaschädliche CO2-Schadstoffimmission vermieden wird.

Aus diesen Gründen haben skandinavische Länder  -  allen voran Schweden  -  bei denen die Klimaschutzziele einen alles überragenden Stellenwert besitzen, vor einigen Jahren einen radikalen Schwenk ihrer Energiepolitik vollzogen, indem sie eine Kehrtwendung vom früheren Ausstieg aus der Atompolitik vollzogen haben und den Bau neuer bzw. den Ausbau bestehender KKW forcieren, um den Anteil der Atomenergie am Gesamtenergieverbrauch deutlich zu erhöhen.

Das jetzt in Deutschland überstützt und kopflos vollzogene Abschalten von 8 KKW bedeutet, daß nunmehr in Deutschland wieder  v e r s t ä r k t  auf Kohle-, Gas- und Ölkraftwerke gesetzt wird, mit allen nachteiligen Folgen für die Erreichung der jetzt schon ehrgeizigen Klimaschutzziele, deren Erreichen in Deutschland nunmehr gänzlich in weite Ferne rückt…, …denn selbst „Milchmädchen“ glauben nicht daran, daß die jetzt durch das Abschalten entstandene Energielücke auch nur annähernd durch aufgrund des unsicheren Wetters (unsicherer Wind, unsichere Sonne, unsichere regenerative Energie) bezüglich Zeitpunkt und Volumen unsichere regenerative Energie gedeckt werden könnte…

e)    Zugrunderichtung eines in Baden-Württemberg und Deutschland höchst angesehenen                 Dienstleistungs- und Industrieunternehmens / EnBW kann Investitionen für weiteren                   Ausbau regenerativer Energien nicht mehr in erforderlichem Umfang und nicht mehr aus             eigener Kraft finanzieren….

Vom Abschalten von 8 KKW ist der Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg mit den EnBW-Meilern Neckarwestheim I und Philippsburg I mit 2 Meilern betroffen.

Allein bei der EnBW und bei seriöser Berechnung führt das Abschalten dieser beiden Meiler zu einem dauerhaften, jährlichen Umsatzausfall von rd. 500 - 600 Mio €, der bei steigenden Energiepreisen noch höher wird.

Bei einer Ertragssteuerbelastung (Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer) von rd. 50 % entgeht dem Fiskus (Bund, Land, Kommunen)  -  allein bei der EnBW  -  ein jährliches Steueraufkommen von rd. 250 - 300 Mio €. Stellt man diese Rechnung für alle 8 bundesweit abgeschalteten KKW bzw. für alle 4 Energiekonzerne an, ist der jährliche Umsatz-, Ertrags- und Steuerausfall deutlich höher und erreicht Milliarden-Beträge.

Diese durch das „kopflose“ Abschalten bedingten Ausfälle können auch nicht nur annähernd durch Einnahmen aus dem Verkauf regenerativer Energie kompensiert werden, wie die aus der tatsächlichen Produktion regenerativer Energie abgeleiteten kümmerlichen Ist-Zahlen eindrucksvoll belegen….nicht ohne Grund muß Deutschland ab dem 17.3.2011 Atomstrom in großen Mengen importieren…

Diese Entwicklung hat erhebliche negative Konsequenzen

  • für die EnBW-Anteilseigener (Bundesland Baden-Württemberg, OEW, Kommunen): Künftig fehlen jährliche EnBW-Gewinnausschüttungen und Steuereinnahmen in Milliarden-Höhe, die EnBW kann künftig wegen staatlich verordneter Umsatz- und Ertragsausfälle keine Rücklagendotierung mehr in erforderlicher Höhe bzw. im seitherigen Umfang vornehmen bzw. in ihre Bilanz einstellen.
  • für die EnBW selbst:  Diese aus dem jährlichen EnBW-Gewinn  -  wie bisher  -  vorzunehmende jährliche Rücklagen-Einstellung ist (wegen Umsatz- und Ertragsausfall) künftig nicht mehr  -  bzw. wenn überhaupt, dann nur in sehr viel kleinerem Umfang  -  möglich. Die Rücklagen-Dotierung wäre auch künftig dringend erforderlich gewesen, um die längst vorgesehenen milliardenschweren Investitionen zum Ausbau regenerativer Energien im Wege der Selbstfinanzierung  -  über Eigenmittel der EnBW (nicht über Kreditfinanzierung und nicht zu Lasten des BW-Landeshaushalts)  -  in dem als „Brückenzeitraum“ von 10 - 12 Jahren aus „eigener Kraft“ durchführen zu können.
Mangels eingestellter Rücklagen reduziert sich die Möglichkeit der Selbstfinanzierung (über Auflösung von Rücklagen in Zukunft)  -  d.h. die Finanzierung „aus eigener Kraft“  -  erheblich, die zur Umstellung auf erneuerbare Energien notwendigen Investitionen in Milliardenhöhe kann die EnBW künftig wohl nicht mehr in vollem Umfang selbst aufbringen: Kreditfinanzierung oder die Finanzierung über Mittel öffentlicher Haushalte ist die wahrscheinliche Folge….ebenso wie das zeitliche Strecken oder die Nichtdurchführung dieser Investitionen….
  • für das Erreichen der  K l i m a s c h u t z z i e l e: Um die durch das überstürzte Abschalten von 8  -  im Vergleich zu den weiter am Netz bleibenden ausländischen KKW mit geringerem Risikopotential versehenen  -  deutschen KKW entstehende und nicht durch regenerative Energie zu schließende Stromlücke abdecken zu können, werden neben Atomstrom-Importen der Bau / Ausbau zusätzlicher Kohle- und Gas-Kraftwerke stark forciert werden. Dies hat jedoch verheerende Auswirkungen auf den Klimaschutz, da sich dadurch  -  trotz modernster Filtertechnologie  -  die CO2-Schadstoffimmissionen in Deutschland erheblich erhöhen. Das Erreichen der ohnehin schon ambitionierten Klimaschutzziele rückt in weite Ferne…
  • für den  W e r t  des neben der LBBW wichtigsten Beteiligungsunternehmens des Landes BW: Aufgrund der überstürzten, „kopflos“ vollzogenen und zum sofortigen Abschalten von 8 KKW  -  davon 2 KKW der EnBW mit Standorten in BW  -  führenden Energiewende sinkt der Wert aller 4 Energiekonzerne  -  RWE, EON, Vattenfall, EnBW  -  erheblich.
Während RWE und EON börsennotiert sind und nahezu ausschließlich privaten Aktionären gehören (beide Konzerne sehen die massiven Kursrückgänge an den Börsen als Folgen der überstürzt vollzogenen Energiewende bzw. als „kalte Enteignung“ ihrer Aktionäre an und prüfen Klagen gegen die Bundesregierung), besteht bei Vattenfall als schwedischem Energiekonzern eine Beteiligung des schwedischen Staates, während EnBW mit 45 % dem Land BW, mit weiteren 45 % der OEW und mit dem Rest vielen Kommunen in BW gehört.

Die jetzt aufgrund politischer Vorgaben eingetretenen Ereignisse und die daraufhin erfolgte Änderung der Rahmenbedingungen hat zu einer abrupt vollzogenen Änderung des Geschäftsmodells der EnBW geführt.

Allerdings hält das Tempo bei der geplanten Verlagerung auf regenerative Energien und dadurch neu geplanter Umsatzträger bei weitem nicht Schritt mit dem Tempo der durch einen Federstrich vollzogenen KKW-Stilllegung, die bei der EnBW zu Milliardenausfällen bei Umsatz und Gewinn und deshalb zu einem massiven Verfall des Unternehmenswerts der EnBW führten; m.a.W.: für den unter ganz anderen Prämissen durch die CDU / FDP- Vorgängerregierung vor dem 27.3.2011 erfolgten EnBW-Kauf wurde ein Kaufpreis an die EdF gezahlt, dem die moderate und über einen Brückenzeitraum von 10 - 12 Jahren sich vollziehende   -  keinesfalls überstürzte  -  Weiterentwicklung des Geschäftsmodells der EnBW weg vom Atomstrom hin zu erneuerbaren Energien zugrundelag. Bei dieser Entwicklung wäre es zu keinem Verfall des EnBW-
Unternehmenswerts gekommen, der Wert der EnBW-Anteile hätte mit großer Wahrscheinlichkeit auch künftig mindestens dem an die EdF gezahlten Kaufpreis entsprochen oder wäre gar noch gestiegen…

Wegen der jetzt überstürzt vollzogenen Abschaltung von 8 KKW  -  2 davon die EnBW betreffend  -  und dem damit „über Nacht“ eingetretenen Umsatz- und Ertragsausfall in Höhe mehrerer Hundert Mio € ist der aktuelle Wert der EnBW deutlich unter den an die EdF gezahlten Kaufpreis gesunken. Dieser milliardenschwere Wertverfall dürfte dauerhaft   -  insbesondere bei Weiterbestehen der politischen Vorgaben  -  sein und geht zu Lasten der Bürger des Landes BW.
  • für das Erreichen energiepolitischer Ziele der grün-roten Landesregierung von BW: Die energiepolitischen Ziele  -  schnellerer Umstieg auf regenerative Energien  -  werden unter den jetzt bestehenden politischen Rahmenbedingungen vom Umfang und vom Zeitraum her mangels Finanzierbarkeit kaum realisierbar sein, denn für die durch die EnBW eigentlich durchzuführenden Investitionen zum forcierten Ausbau der regenerativen Energie fehlen die Finanzmittel in Milliarden-Höhe, nachdem bei der EnBW die beiden KKW Neckarwestheim I und Philippsburg I quasi „über Nacht“ weggefallen sind und zu Umsatz- bzw. Ertragseinbrüchen von 500 Mio € bzw. 250 Mio € jährlich führen werden, die nicht ansatzweise ersetzt werden können.
  • für den privaten Sektor (Bürger von BW) und die BW-Wirtschaft: Für die Bürger und die Wirtschaft in BW hat die überstürzt vollzogene Energiewende und der abrupt aufgrund politischer Vorgaben erfolgende Wechsel des EnBW-Geschäftsmodells die Folge, daß die Energiepreise vermutlich auf breiter Front steigen werden (direkte Auswirkung). Zusätzliche Preissteigerungen dürften folgen, da die Energiekonzerne die durch die abrupte Umstellung verursachten höheren Kosten in höheren Strompreisen an die Wirtschaft weitergeben werden, die deshalb diese Preissteigerungen wiederum über höhere Preise an den Endkunden weitergibt…
  • Außerdem steht die Energieversorgung und -sicherheit  -  gerade in BW  -  vor allem in Zeiten des Energie-Spitzenbedarfs und im Vergleich zu bisher auf doch recht „wackeligen Beinen“, wenn man die Aussagen der Fachleute betrachtet….

Diese hier geschilderten Auswirkungen werden von einer Reihe überregional erscheinender, sachlich, kritisch und objektiv recherchierender Tageszeitungen und Magazine ebenso gesehen. Stellvertretend für diese sei an dieser Stelle der Beitrag in der Ausgabe der Preußische Allgemeine vom 6.4.2011 genannt (vgl. unten).


Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“


zum Beitrag in der Preußischen Allgemeinen hier klicken


www.gegenwind-husarenhof.de


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„Nur Tristesse und Zerstörung der Natur“

(wm / 300411) - Mit oben genannter Schlagzeile beginnt ein Bericht der az-web, dem online-Portal der Aachener Zeitung vom 27.4.2011 über den geplanten Bau eines Windparks im Aachener Stadtwald. In den Nachbargemeinden sowie in Aachen selbst protestieren immer mehr Bürger, die regen Zulauf erfahrenden und immer stärker werdenden Bürgerinitiativen widersetzen sich dagegen, daß „ein intaktes Waldgebiet mit vier Naturschutzgebieten zerstört wird.“

Die Vorgehensweise der Aachener Windkraft-Initiatoren ist ähnlich wie in Ingersheim. Hier wie dort wurde die zunächst arglose Bevölkerung  -  vor allem die im direkten Umfeld lebenden Bürger  -  durch

  • einseitige Werbeveranstaltungen

  • Hochglanzbroschüren

  • Media-Präsentationen u.ä.

über das wahre Ausmaß des inmitten eines noch weitgehend intakten Waldgebiets geplanten Windparks und dessen für die ganze Region nachteiligen Folgen  -  bewußt oder unbewußt  -   im Unklaren gelassen.

Dem Artikel zufolge fühlen sich die bei einer „Informationsveranstaltung“ anwesenden Bürger durch die „pro Windkraft“ eingestellte Aachener Umweltdezernentin getäuscht, denn das bei der Bürgerinfo noch als Vorbild dargestellte Waldalgesheim habe „absolut nichts Vorbildliches“, für den bei der Bürger-Info präsentierten Vortrag „habe man die modernen Möglichkeiten der Fotobearbeitung genutzt“.

Will heißen, daß die dort gezeigten Bilder usw. vermutlich „geschönt“  -  um nicht zu sagen manipuliert wurden  -  und keinesfalls die gigantische Dimension der Windindustrieanlagen und der von ihnen in Waldalgesheim und Umgebung ausgelösten Landschaftsverschandelung sowie die dadurch ausgelöste Minderung der Lebensqualität der dort lebenden Bevölkerung zeigten.

Dies wurde offensichtlich den sich getäuscht fühlenden Bürgern erst richtig bewußt, als viele von ihnen sich nach der ihrer Ansicht nach geschönten Präsentation „auf eigene Faust“ auf den Weg nach Waldalgesheim machten um sich vor Ort ein eigenes, nicht von Windrad-Befürwortern manipuliertes Bild verschaffen zu können. „Vor Ort, wenn man die Anlagen und deren Umgebung mit eigenen Augen sehe, vergehe einem die Begeisterung sehr schnell. Tristesse und Naturzerstörung, wohin man schaue…“, so der im Artikel geschilderte Bericht eines Augenzeugen nach seiner Informationsfahrt nach Waldalgesheim (Rheinland-Pfalz).

Wie bekannt, haben die Ingersheimer Windrad-Befürworter Anfang 2010 die im Falle des Baus am schlimmsten betroffenen Husarenhof-Bewohner sowie Ingersheimer Bürger zu einer Informationsfahrt
zur Besichtigung von Windrädern in die Region Hohenlohe / Franken eingeladen, um die „Harmlosigkeit“ des gegenüber dem ursprünglichen Windmess-Standort noch einmal um ca. 1 200 m näher an den Husarenhof / Lerchenhof und Besigheim heran gerückten Standorts für eine geplante 180 m hohe Windindustrieanlage zu unterstreichen.

Allerdings ging „dieser Schuß nach hinten los“  -  wie in Aachen  -  denn die meisten teilnehmenden Husarenhof-Bewohner haben „den Braten gerochen“ und fühlten sich angesichts der besichtigten, im Vergleich zur geplanten 180 m hohen Windkraftanlage viel zu niedrigen Windräder getäuscht.

Sie haben deshalb ebenfalls „auf eigene Faust“ eine Informationsfahrt nach Wilhermsdorf / Bayern in die Nähe von Ansbach unternommen, um die gigantischen Ausmaße der dort bereits in Betrieb befindlichen und 180 m hohen  Enercon E 82 kennen zu lernen und um weitere Informationen eines nur rd. 800 m entfernt wohnenden Betroffenen „ungefiltert“ einholen zu können, der sich bitter darüber beklagt hat, daß der Wert seines Wohnhauses inklusive Grund und Boden angesichts der bereits bestehenden Enercon E 82 und zweier weiterer geplanter, noch näher an seinen Grundbesitz heran rückender E 82 „ins Bodenlose“  -  d.h. bis zur Unverkäuflichkeit  -  gefallen sei, trotz von ihm auf eigene Kosten am Haus durchgeführter Lärm- und Schallschutzmaßnahmen… 

Auch die im Sommer 2010 vom Landratsamt Ludwigsburg als Prüf- und Genehmigungsbehörde  -  aufgrund dieses Status eigentlich zur Neutralität und Objektivität verpflichtet  -  bei mehreren Info-Veranstaltungen gezeigten Dia-Aufnahmen waren nicht dazu angetan, die Bedenken der im Umkreis zur geplanten Anlage wohnenden Bürger zu zerstreuen, stammte das gezeigte und „an die Wand geworfene“ Bildmaterial doch von den Windkraft-Initiatoren selbst, die in Fotomontagen zur noch nicht gebauten Anlage  -  aus ihrer Sicht verständlich  -  bemüht waren, die gigantische Dimension und die Wucht einer dort in die Landschaft gestellten 180 m hohen Windkraftanlage  -   betreffend Perspektive, Höhe und keinesfalls maßstabsgetreu  -  eher verniedlichend darzustellen.

Vielen Teilnehmern der Ausfahrten bzw. der Dia-Präsentationen war daher schnell klar: Vertrauensbildende Maßnahmen sehen anders aus…

Die in Aachen, Essen und Köln sowie an anderen Orten in NRW vorgesehene, jetzt oftmals hemmungslos weiter geplante Verspargelung mit Windindustrieanlagen in dem jetzt immer stärker bekannt werdenden Ausmaß ist vor dem Hintergrund zu sehen, daß die seit den NRW-Landtagswahlen in 2010 zwar nicht mit eigener Mehrheit, aber unter Duldung der Linken regierende rot / grüne NRW-Landesregierung durch eine Reihe von Gesetzesänderungen und der Neufassung des NRW-Windkraft-Erlasses dafür gesorgt hat, daß die von der aus CDU / FDP geführten Vorgängerregierung aus guten Gründen und zum Schutz der Bevölkerung im Zeitraum 2005 -  2010 beschlossenen Restriktionen nahezu ersatzlos aufgehoben wurden, was zur weiteren landschaftsverschandelnden Verspargelung Jahrhunderte alter Kulturlandschaften an Rhein und Ruhr führen wird, wenn die Bevölkerung dieses Spiel mit sich treiben läßt…

Allerdings wächst auch in NRW auf kommunaler Ebene und in den betroffenen Gebieten ein starker Widerstand gegen den ungezügelten weiteren Ausbau der Windkraft im relativ windschwachen Binnenland, weil immer mehr Bürger sehen, daß die allein an Ideologie und Symbolik und weniger an Wirtschaftlichkeitsüberlegungen ausgerichtete Windkraft-Expansion an relativ windarmen Standorten nur  -  wenn überhaupt wie auch in Ingersheim  -  wenige Vorteile, aber zu Lasten der Bevölkerung viel zu viele, irreparable Nachteile mit sich bringt…

So wehren sich auf kommunaler Ebene trotz oftmaliger rot / grüner Gemeinderatsmehrheit  -  selbst in Ruhrgebietsmetropolen wie Essen   -  immer mehr Kommunen gegen die von ihren Parteifreunden in der NRW-Landesregierung und weitab von landschaftsverschandelnden Windkraft-Standorten am feinen Düsseldorfer Rheinufer im Glaspalast des NRW-Landtags residierenden Landtagsabgeordneten „von oben herab“  -  unter mehr oder weniger dezenter Einflußnahme der lautlos im Hintergrund agierenden Windkraft-Lobby  -  diktierten flächendeckenden Verspargelung der NRW-Landschaft mit Windrädern, die eher Ideologie und Symbolik als Wirtschaftlichkeitsüberlegungen geschuldet ist.      

Im einzelnen betrifft dies in NRW folgende Vorschriften, die entweder bereits abgeschafft, geändert oder neu gefasst wurden bzw. deren Abschaffung, Neufassung oder Änderung kurz bevorsteht (unser Beitrag vom 6.5.2011).

  • W e g f a l l  des bisher zum Schutz der Bevölkerung bestehenden Mindestabstands zur Bevölkerung von 1 000 m, der als  S i c h e r h e i t s a b s t a n d  dazu dient, die möglicherweise gesundheitsgefährdenden schädlichen Immissionen (Lärm, Infraschall, Schattenschlag, Elektrosmog) bzw. deren Risiken von der Bevölkerung fern zu halten.

In Rheinland-Pfalz und Hessen sowie in anderen Bundesländern besteht ebenfalls  -  aus guten Gründen  -  ein Sicherheitsabstand von mindestens 1 000 m.

In NRW soll nach dem kürzlich vorgestellten neuen NRW-Windkrafterlass ein Mindestabstand nicht mehr vorgegeben werden.

Konsequenz: Neue Windkraftanlagen können näher an die Zivilbevölkerung / Wohnbebauung heranrücken. Dies hat insbesondere in dicht besiedelten Regionen / Ballungsgebieten nachteilige Folgen für die dort wohnenden Bürger.

  • W e g f a l l  der bisher bestehenden Höhenbegrenzung von 100 m: Die bisher zum Schutz der Bürger und gegen übermäßige Landschaftsverschandelung sich richtende Höhenbegrenzung von 100 m soll wegfallen. Dies soll neben dem Bau neuer Windkraftanlagen auch solche Windräder betreffen, die im Wege des „Repowering“ als relativ niedrige Windräder der 1. Generation (Bj. 1980 ff; Gesamthöhe bis ca. 70 m -90 m) durch höhere Windräder der 2. Generation (Bj. 2008 ff; Gesamthöhe bis zu ca. 220 m) ersetzt werden.

Neben dem Bau neuer Windkraftanlagen führen Wegfall der Höhenbegrenzung und Wegfall der Mindestabstände zu einer weiteren deutlichen Benachteiligung der im Umkreis der Windkraftanlagen lebenden Bevölkerung (vgl. oben).

  • W e g f a l l  bisher bestehender Tabu-Zonen (FFH-Gebiete; Landschaftsschutz- und Waldgebiete), die oftmals auch als Naherholungsgebiete zu Gunsten der Bevölkerung in Ballungsgebieten dienen; falls in diesen Gebieten künftig Windkraftanlagen errichtet werden, ist mit einer starken Beeinträchtigung des Natur- und Umweltschutzes, insbesondere des Tierschutzes zu rechnen, da der Bau von Windkraftanlagen in Waldgebieten immer mit einer großflächigen Rodung Jahrzehnte alter Bäume, mit dem Verlust von Brutstätten für Vögel bzw. der Aufgabe von Rückzugsgebieten für Tiere u.ä. verbunden ist.

  • B e g r ü n d u n g s z w a n g  für Kommunen, die bisher keine Windvorrang-Gebiete ausgewiesen haben; mit dieser Vorgabe  -  falls sie verabschiedet wird  -  soll wohl Druck ausgeübt werden auf diejenigen Gemeinden, die bisher der Erwartungshaltung der NRW-Landesregierung im Hinblick auf den Ausweis von Windvorrang-Gebieten nicht entsprochen haben…

Nach den insoweit eindeutigen Äußerungen der neu gewählten rot / grünen Landesregierungen in BW und Rheinland-Pfalz ist mit einer ähnlichen Entwicklung in beiden Bundesländern zu rechnen…

Im Interesse der (noch) schweigenden Mehrheit der Bevölkerung bleibt zu hoffen, daß die in diesen Fragen immer stärker sensibilisierte Bevölkerung frühzeitig „aufwacht“ und sich gegen die Verschandelung Jahrhunderte alter Kulturlandschaften wehrt, damit es letztendlich nur zum Bau von Windkraftanlagen an solchen zuvor objektiv geprüften, relativ windstarken Binnenland- 
Standorten
kommt

  • die ein jahresdurchschnittliches Windaufkommen aufweisen, das den nachhaltig wirtschaftlichen Betrieb eines Windrads belegt… und die nicht ideologischen Sichtweisen und der Symbolik geschuldet sind… ggfs unter Hinzuziehung objektiv erstellter Gutachten wie BW-Windatlas, repräsentativer objektiver Windmess-Ergebnisse (wie z.B. DWD Deutscher Wetterdienst u.a.), jedoch ohne Hinzuziehung „gekaufter“, insoweit geschönter und mit eindeutigen Absichten erstellten Gutachten… 

  • bei denen ausreichende Mindest- / Sicherheitsabstände zur Wohnbevölkerung bestehen zum Schutz der im Umkreis wohnenden Bürger vor Auswirkungen der vom Windrad-Betrieb verursachten schädlichen Immissionen (Lärm, Infraschall, Schattenschlag, nächtliche Blinkeffekte, ggfs Elektrosmog)…

  • bei denen es zu keinen nennenswerten Beeinträchtigungen des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes kommt…

  • bei denen keine Einbrüche im Tourismus beider Bundesländer befürchtet werden müssen…

Darüber hinaus ist zu hoffen, daß sich immer größer werdende Bevölkerungskreise im Hinblick auf  nicht wieder gut zu machende Beeinträchtigungen beim Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz wehren angesichts des Totalversagens von BUND und NABU, deren leitende Schreibtisch-
Funktionäre und selbst ernannte Naturschützer  -  oftmals ideologisch beeinflußt und im wesentlichen nur der Symbolik geschuldet  -  angesichts des immer stärker publik werdenden und groß angelegten Frevels nur noch verschämt wegsehen und die deshalb schon seit längerem nicht mehr guten Gewissens als Sachwalter und Interessenvertreter des Natur- und Umweltschutzes angesehen werden können…


Walter Müller / Pressewart „Gegenwind Husarenhof“  



Zum Bericht in der Aachener Zeitung


www.gegenwind-husarenhof.de


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Auf Neunachsern kommen die Rotorblätter in den Wald  -  Geplante Windräder im Aachener Stadtwald entzweit Aachener Bürgerschaft

Sind die Feldwege am vorgesehenen Ingersheimer Standort für Neunachser ausgelegt ?

(wm / 300411) - Ein noch am Anfang stehendes Verfahren zum Bau eines aus 10 jeweils 185 m hohen Windkraftanlagen bestehenden und im Aachener Münsterwald (Stadtwald) geplanten Windparks läßt die Wogen in der Aachener Bürgerschaft, in den umliegenden Orten und in den jeweiligen Gemeinderäten höher schlagen. Einer Meldung von az-web.de, der online-Ausgabe der Aachener Zeitung vom 12.4.2011 zufolge hat sich sofort nach Bekanntwerden der Pläne eine parteiübergreifende Bürgerinitiative konstituiert, die nach nur wenigen Tagen seit Bestehen 2 458 Unterschriften gesammelt und den Gremien der Stadt Aachen übergeben hat.

Der Zeitungsbericht schließt mit der bei Unterschriftsübergabe getroffenen Feststellung der Bürgerinitiative: „Der Münsterwald darf nicht der Profitgier einiger weniger zum Opfer fallen.“

Nach den jetzt bekannt gewordenen Plänen wird der Kahlschlag der jetzt noch am vorgesehenen Standort stehenden Bäume deutlich größer als zunächst bekannt geworden: Weil die Windkraftanlagen aufgrund ihrer Größe nicht fertig montiert an den Standort transportiert werden könnten, müsse jeder der 50 m langen Propeller der zehn je 185 m hohen Windräder am Boden vor Ort montiert und dann am jeweiligen Standort in die Höhe gezogen werden. Hierzu werde eine Waldfläche in der Größe von mindestens 100 m x 100 m abgeholzt.

Dieser Kahlschlag werde jedoch nicht ausreichen, weil die Einzelteile der Türme und Rotoren nach Recherchen der Bürgerinitiative an vergleichbaren Montagestellen auf Neunachsern an den vorgesehenen Standort zur Endmontage transportiert werden müßten und das jetzt im Aachener Münsterwald vorhandene Wald- und Feldwegenetz sowie der Waldbestand zwar für die Bewirtschaftung des Waldbestands, jedoch wegen zu geringer Breite der Wege und Kurvenradien nicht für derartige Logistik-Bewegungen ausgelegt sei.

Zur Realisierung der Logistik-Anforderungen sei es daher nötig, weitere Bäume entlang der zum Transport vorgesehenen Waldwege abzuholzen.

Derartige, zu Lasten von Natur und Umwelt stattfindende Exzesse sind in NRW erst wieder möglich, seitdem ab der NRW-Landtagswahl 2010 Rot / Grün  -  zwar ohne eigene Mehrheit, jedoch unter Duldung der Linke  -  die Regierungsverantwortung übernommen und neue Windkraft-Richtlinien erlassen hat, die gegenüber den alten, von CDU / FDP erlassenen Richtlinien deutlich gelockert wurden.

So sprechen CDU und FDP in Köln, wo neuerdings Überlegungen zum Bau von bis zu 220 m hohen Windrädern im Wege des „Repowering“ bestehen, davon, daß der Schutz des Menschen bzw. der Bevölkerung wieder hinter den Belangen der Umwelt - wie schon vor 2005 (Ablösung von Rot / Grün bei NRW-Landtagswahl)   -  zurückstehen müßten… (siehe unser zu Beitrag vom 6.5.2011).

Die jetzt im neuen NRW-Windkrafterlass vorgesehenen Bestimmungen sehen vor, daß

·         keine Mindestabstände mehr zwischen Windrad-Standort und Zivilbevölkerung / Wohnbebauung festgelegt werden sollen; die bisher geltenden und von der CDU / FDP-Vorgängerregierung festgelegten Mindestabstände betrugen 1 000 m

·         keine Höhenbegrenzung mehr festgelegt wird, bisher hatte die Höhenbegrenzung 100 m betragen

·         Windräder künftig auch in Wald- und Landschaftsschutzgebieten gebaut werden dürfen; dies war bisher ohne Ausnahme untersagt (Wegfall von Tabu-Zonen)

·         bisher windkraftfreie Gemeinden künftig begründen müssen, warum es auf ihrem Gemeindegebiet bisher keine Windräder gibt bzw. keine Windvorrang-Gebiete ausgewiesen werden

Die Vorgänge in Aachen belegen einmal mehr, zu welchem Frevel an Umwelt, Natur und Tierwelt unter Ideologie und Symbolik  -  gepaart mit Profitgier  -  agierende Windkraft-Apostel unter teilweiser aktiver Mithilfe von noch als Steigbügelhalter dienenden Behörden und unter permanentem, verschämtem Wegsehen der Leitungsorgane bzw. der leitenden Schreibtisch-Funktionäre von BUND und NABU fähig sind….

Nach dem 27.3.2011 bleibt abzuwarten, ob Grün / Rot auch in BW  -  wie nicht wenige im Hinblick auf die Vorgänge in NRW befürchten  -  Ähnliches vor hat….

Bezogen auf die Situation in Ingersheim sind nicht wenige Bürger in Ingersheim, Besigheim und umliegenden Orten gespannt auf die Beantwortung der Frage

  • ob im Falle des Windrad-Baus das bestehende Feldwegenetz ausreichend ist für Bau, Instandhaltung und ggfs späterem „Repowering“ einer 180 m hohen Windindustrieanlage
  • ob und ggfs welche zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen zur Erweiterung, Reparatur und Instandhaltung der betroffenen Feldwege nötig werden und
  • ggfs wer bzw. welche Gemeinde die Finanzierung der Kosten trägt, falls entsprechende Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen nötig werden würden…

Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“


zum Artikel der AZ-Onlineausgabe hier klicken



www.gegenwind-husarenhof.de



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Rheinland-Pfalz: „Warmsrother wehren sich gegen Windräder vor der Haustür“

Großer Widerstand der Bevölkerung gegen weitere ungezügelte Verspargelung im relativ windarmen Binnenland zu erwarten

(wm / 300411) - Wie bekannt, haben die am 27.3.2011 durchgeführten Landtagswahlen in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz in beiden Ländern zu Ergebnissen geführt, die ohne die am 11.3.2011 erfolgten bedauernswerten Ereignisse in Fukushima / Japan so niemals zustande gekommen wären, wobei festzuhalten ist, daß ein großer Teil der die objektive Berichterstattung verlassenden und verstärkt zur  -  mit eindeutigen Absichten unterlegten  -   Sensations-Berichterstattung übergehenden Tagespresse ihren Teil zu diesen Wahlergebnissen beigetragen hat. Im Gegensatz hierzu haben die ausländischen Medien überwiegend objektiv informiert, entsprechend sachlich wurde im Ausland diskutiert.

Obwohl die SPD selbst diese „Steilvorlagen“ nicht nutzen konnte und in beiden Bundesländern nach herben Verlusten mit jeweils historisch schlechtestem Ergebnis abgeschnitten hat, konnte sie sich im wesentlichen dank der die SPD-Einbrüche kompensierenden Zugewinne von Bündnis 90 / Grüne noch an der Macht halten (Rheinland-Pfalz) bzw. „in die Regierungsverantwortung retten“, wenn auch nur als Junior-Partner (Baden-Württemberg).

Im Bereich der Energieversorgung in BW  ist zu erwarten, daß Versuche, möglichst schnell auf erneuerbare Energien umzustellen, „gepusht“ werden. Zentrales Ziel von Grün / Rot in BW  -  neben begrüßenswerten Energie-Einsparmaßnahmen (energetische Sanierung u.a.), dem Ausbau der Photovoltaik und der Wasserkraft u.a.  -  hierbei ist es, den Anteil der Windenergie am Gesamtenergieverbrauch in BW von jetzt 0,7 % auf 10 % (!!) zu erhöhen. Hierzu sei  -  auch nach noch von der CDU / FDP - Vorgängerregierung und dort insbesondere vom BW-Umweltministerium angestellten Berechnungen  -  der Bau weiterer 150 (!!) Windräder in BW nötig.

Dieses Ziel ist jedoch mit den bisher ausgewiesenen Windvorrang-Gebieten kaum erreichbar, da die „windhöffigen“ Standorte in den auch vom für ganz Baden-Württemberg nach objektiven, einheitlichen und allein nach Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten  -  d.h. nach Windaufkommen und dadurch generierbarem Stromertrag  -  ausgesuchten und empfohlenen Standorten größtenteils bereits „belegt“ sind, während die übrigen immer noch windrad-freien Windvorrang-Gebiete in BW vermutlich auch weiterhin von Investoren gemieden werden, weil dort ein viel zu geringes jahresdurchschnittliches Windaufkommen gegeben ist und der Ausweis dieser Gebiete seinerzeit wohl  -  wie in Ingersheim  -  weniger unter Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten als vielmehr unter dem Gesichtspunkt von Ideologie und Symbolik durch einige Klima-Weltverbesserer unter tatkräftiger Unterstützung der Gemeinde-
verwaltung vor Ort  -  wie in Ingersheim  -erfolgte.

Nach früheren Auskünften des BW-Wirtschaftsministeriums sind rd. 30 % aller in Baden-Württemberg ausgewiesenen Windvorrang-Gebiete  -  hierzu gehört mangels ausreichendem Windaufkommen auch Ingersheim, wie die Ist-Ergebnisse zeigen werden, falls das Windrad überhaupt gebaut wird  -  mangels ausreichendem Windaufkommen ungeeignet für einen dauerhaft wirtschaftlichen Betrieb. Deren Bebauung mit Windrädern wäre von vornherein als Fehlinvestition anzusehen, mit der Folge, daß das eingesetzte Kapital mit sehr großer Wahrscheinlichkeit verloren wäre…

Voraussetzung für den Ausweis weiterer Windvorrang-Gebiete ist jedoch eine Neufassung der Landesplanungsgesetze bzw. die Neufassung von Windkrafterlassen, wie dies z.B. in NRW nach der Landtagswahl in 2010 erfolgt ist, wo eine ohne Mehrheit ausgestattete rot / grüne Landesregierung unter Duldung der Linken über Änderung von Landesplanungsgesetzen und Neufassung von Windkrafterlassen die Voraussetzungen dafür schaffen will, daß Windkraft noch stärker als bisher schon ausgebaut wird.

Dies soll erreicht werden durch Abschaffung bzw. Änderung von Vorschriften, die in den Jahren ab 2005 ff durch die CDU / FDP - geführte Vorgängerregierung zum Schutz der

·         Bürger
·         Natur und Umwelt
·         und der Landschaft

erlassen wurden.

Diese im Zeitraum ab 2005 bis 2010 geschaffenen Vorschriften sollten die Bevölkerung vor schädlichen, vom Betrieb von Windkraftanlagen ausgehenden Immissionen wie

  • Lärm
  • Infraschall (nach medizinischen Untersuchungen möglicherweise verantwortlich für Gesundheitsrisiken / Langzeitwirkung, insbesondere die Psyche bzw. das Nervensystem betreffend)
  • Schattenschlag
  • ggfs Elektrosmog

sichern und die Lebensqualität der im Umkreis von Windkraftanlagen lebenden Bürger einigermaßen aufrecht erhalten, wozu ausdrücklich auch der Schutz von Grundbesitzern gehört, die sich im Fall des Baues von Windkraftanlagen im Umkreis ihrer Immobilien regelmäßig mit Wertminderungen bis hin zur Unverkäuflichkeit konfrontiert sehen, wie bei Wohngebieten in der Nähe von Windkraftanlagen aufgrund von Maklerauskünften, Erkenntnissen von Gutachterausschüssen usw.  ohne weiteres belegbar.  

Im einzelnen betrifft dies in NRW folgende Vorschriften, die entweder bereits abgeschafft, geändert oder neu gefasst wurden bzw. deren Abschaffung, Neufassung oder Änderung kurz bevorsteht:

  • Wegfall des bisher zum Schutz der Bevölkerung bestehenden Mindestabstands zur Bevölkerung von 1 000 m, der als  S i c h e r h e i t s a b s t a n d  dazu dient, die möglicherweise gesundheitsgefährdenden schädlichen Immissionen (Lärm, Infraschall, Schattenschlag, Elektrosmog) bzw. deren Risiken von der Bevölkerung fern zu halten.

In Rheinland-Pfalz und Hessen sowie in anderen Bundesländern besteht ebenfalls  -  aus guten Gründen  -  ein Sicherheitsabstand von mindestens 1 000 m.

In NRW soll nach dem kürzlich vorgestellten neuen NRW-Windkrafterlass ein Mindestabstand nicht mehr vorgegeben werden.

Konsequenz: Neue Windkraftanlagen können näher an die Zivilbevölkerung / Wohnbebauung heranrücken. Dies hat insbesondere in dicht besiedelten Regionen / Ballungsgebieten nachteilige Folgen für die dort wohnenden Bürger.

  • Wegfall der bisher bestehenden Höhenbegrenzung von 100 m: Die bisher zum Schutz der Bürger und gegen übermäßige Landschaftsverschandelung sich richtende Höhenbegrenzung von 100 m soll wegfallen. Dies soll neben dem Bau neuer Windkraftanlagen auch solche Windräder betreffen, die im Wege des „Repowering“ als relativ niedrige Windräder der 1. Generation (Bj. 1980 ff; Gesamthöhe bis ca. 70 m -90 m) durch höhere Windräder der 2. Generation (Bj. 2008 ff; Gesamthöhe bis zu ca. 220 m) ersetzt werden.

Neben dem Bau neuer Windkraftanlagen führen Wegfall der Höhenbegrenzung und Wegfall der Mindestabstände zu einer weiteren deutlichen Benachteiligung der im Umkreis der Windkraftanlagen lebenden Bevölkerung (vgl. oben).

  • Wegfall bisher bestehender Tabu-Zonen (FFH-Gebiete; Landschaftsschutz- und Waldgebiete), die oftmals auch als Naherholungsgebiete zu Gunsten der Bevölkerung in Ballungsgebieten dienen; falls in diesen Gebieten künftig Windkraftanlagen errichtet werden, ist mit einer starken Beeinträchtigung des Natur- und Umweltschutzes, insbesondere des Tierschutzes zu rechnen, da der Bau von Windkraftanlagen in Waldgebieten immer mit einer großflächigen Rodung Jahrzehnte alter Bäume, mit dem Verlust von Brutstätten für Vögel bzw. der Aufgabe von Rückzugsgebieten für Tiere u.ä. verbunden ist.

  • Begründungszwang für Kommunen, die bisher keine Windvorrang-Gebiete ausgewiesen haben; mit dieser Vorgabe  -  falls sie verabschiedet wird  -  soll wohl Druck ausgeübt werden auf diejenigen Gemeinden, die bisher der Erwartungshaltung der NRW-Landesregierung im Hinblick auf den Ausweis von Windvorrang-Gebieten nicht entsprochen haben…

Mit derartigen, die Lebensqualität der Bevölkerung massiv beeinträchtigenden Vorschriften ist in Kürze wohl auch in BW zu rechnen. Ansonsten würde das ohnehin jetzt schon kaum erreichbare Ziel, den Anteil der Windenergie am Gesamtstromverbrauch von jetzt 0,7 % auf 10 % zu steigern, in noch weitere Ferne rücken…

Nach wie vor sind Windkraftanlagen beim Großteil der Bevölkerung und insbesondere bei den im Umkreis von Windrädern lebenden Bürgern wegen den durch Windrad-Betrieb verursachten Nachteilen höchst unbeliebt.

Um die Abneigung der Bevölkerung gegen Windräder zu verringern oder gar in Zustimmung umzuwandeln, schlägt die designierte rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Landesvorsitzende Bündnis 909 / Grüne in Rheinland-Pfalz) in einem kürzlich in der Frankfurter Rundschau veröffentlichten Interview allen Ernstes vor, Windräder als Aussichtstürme mit Aussichtsplattformen zu versehen, um deren Attraktion vor allem in Tourismusgebieten zu erhöhen.

Ob dadurch allerdings die Akzeptanz von Windrädern  -  vor allem bei weiter ungezügelter Verspargelung einer Jahrhunderte alten Kulturlandschaft  -  erhöht wird, darf sowohl in Rheinland-Pfalz als auch in Baden-Württemberg getrost bezweifelt werden.  

Nachdem die Bevölkerung von Rheinland-Pfalz in den Jahren der SPD-Alleinherrschaft fast täglich vor Augen geführt bekommen hat, zu welchen Auswüchsen die zunehmende Verspargelung ihrer Heimat mit oftmals mangels Windaufkommen nur unwirtschaftlich zu betreibenden Windspargeln geführt hat, wächst der Widerstand in der Bevölkerung, werden Bürgerinitiativen gegründet und der Klageweg wird beschritten… was nur allzu verständlich ist, angesichts der durch die Regierungs-Beteiligung der Grünen zu erwartenden Forcierung des Windkraft-Ausbaus, bei dem mancher landschaftssensible Standort noch „unter die Räder kommen“ dürfte…  

Ein Beispiel von vielen schildert die in Koblenz erscheinende Rhein-Zeitung in ihrer Ausgabe vom 16.3.2011, wonach sich die Bürger von Warmsroth (Rheinland-Pfalz) gegen „den Bau von Windrädern vor ihrer Haustür wehren“.

Der Fall ist ähnlich wie in Ingersheim gelagert und belastet das Verhältnis der Windrad-Standortgemeinde Waldalgesheim mit den gegen Windräder eingestellten Nachbargemeinden.

Dem Zeitungsbericht zufolge plante der ebenfalls vor nichts zurückschreckende Bürgermeister von Waldalgesheim zunächst, Windräder auf dem „Auerhahnkopf“, einem Naturschutzgebiet, zu errichten, was aber von der „kühlen Kopf“ bewahrenden Genehmigungsbehörde abgelehnt wurde. Allerdings habe sich jetzt im Rahmen der Verhandlungen eine Erweiterungsmöglichkeit in das am neuen Windvorrang-Gebiet angrenzende FFH-Gebiet (Fauna, Flora, Habitat; Naturschutzgebiet) ergeben, die jetzt wahrgenommen werde, ein Vorgehen, das angesichts der zu erwartenden Beeinträchtigungen beim Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz in den Nachbargemeinden besonders stark kritisiert wurde…

Der seinen Unmut äußernde Warmsrother Bürgermeister kritisierte wie zahlreiche andere Bürger auch die Vorgehensweise der Nachbargemeinde: „Sinnvoll wäre es gewesen, sich im Vorfeld an einen Tisch zu setzen, Meinungen auszutauschen und zu versuchen, eine vernünftige Planung zu finden. Stattdessen bekommen wir eine falsche Bildpräsentation vorgelegt, sodass viele Warmsrother von Absicht sprechen“. Der von der Gemeinde Warmsroth eingelegte Einspruch wurde abgelehnt, was den Bürgermeister zur Erkenntnis veranlaßte, wonach Einsprüche von Gemeinden im Verfahren der nachbarschaftlichen Anhörung wenig Erfolg hätten, „denn die Politik und das Geld entscheiden.“

Wie bekannt, wurde auch in Ingersheim  -  für alle im Umkreis wohnenden Bürger sichtbar  -  ein Standort ausgesucht, der ca. 1 200 m weiter weg vom jetzt nahe Husarenhof / Lerchenhof vorgesehenen Standort liegt, und an dem mit einem ca. 30 m - 40 m hohen Baukran über einen längeren Zeitraum hinweg  -  äußerst fragwürdige, wie wir heute aus den im Rahmen des Genehmigungsverfahrens eingesehenen Unterlagen wissen  -  Windmessungen durchgeführt wurden.

Durch diese Vorgehensweise wurde bei den im Umkreis wohnenden Bürgern  -  vor allem auf Besigheimer Seite  -  suggeriert, als handele es sich beim seinerzeit ca. 1 200 m weiter entfernt liegenden Mess-Standort um den endgültig ausgewählten Windrad-Standort und angesichts des nur ca. 30 m - 40 m hohen Mess-Baukrans kam kein Anwohner auf die Idee, daß später  -  an einem geänderten und jetzt ca. 1 200 m näher am Husarenhof liegenden Standort  -  eine letztendlich 180 m hohe Windindustrieanlage gebaut werden sollte… …und der eine oder andere Husarenhof-Bewohner sprach in diesem Zusammenhang von einem Lehrbeispiel, was die Rubrik „Tarnen und Täuschen“ angeht….

Soweit erkennbar, gibt es jedoch 2 Unterschiede zur Auseinandersetzung in Ingersheim.

So erhofft sich der Waldalgesheimer Bürgermeister wohl  -  wenn auch angesichts eines eher spärlichen Windaufkommens  -  eine bescheidene Einnahme aus der Gewerbesteuer, während sein Ingersheimer Bürgermeisterkollege nach den bei einer am 12.3.2010 in Ingersheim abgehaltenen Groß-Veranstaltung von vornherein auf keinerlei Gewerbesteuer-Einnahmen zu Gunsten des Gemeindesäckels baut, eine Tatsache, die belegt, daß man schon bei der Planung davon ausgegangen ist, daß man wegen relativer Windarmut und bei realistischer Einschätzung nicht von einem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb ausging, denn:

Zu Gewerbesteuer-Einnahmen kommt es nur dann, wenn der zugrundeliegende Gewerbebetrieb auch Gewerbeeträge  -  d.h. Gewinne  -  erzielt. Erwartet man dagegen  -  wie bei der Ingersheimer Gemeindeverwaltung  -  von vornherein keine Gewerbesteuer-Einnahmen, bedeutet dies, daß man mangels Windaufkommen keine nennenswerte Stromproduktion und daher keinen zu Gewerbesteuer-Zahlungen führenden Gewerbeertrag   -  mithin mangels Wirtschaftlichkeit eine Fehlinvestition  -  erwartet…

Ein zweiter Unterschied besteht darin, daß der Windrad-Betrieb in Waldalgesheim nicht wie in Ingersheim über eine Genossenschaft unter Beteiligung von 350  -  allerdings zum großen Teil auswärts wohnender  -  Genossen (private Kapitalanleger)  -  die ihre (privaten)Kapitalanteile von vornherein quasi als „Spende“ ansehen ohne große Aussicht auf Verzinsung oder Hoffnung auf Rückzahlung ihres eingesetzten Kapitals  -  sondern vom in Rheinland-Pfalz (!!) ansässigen Windkraft-Konzern Juwi (der die Windkraftanlagen liefert !), den Stadtwerken Mainz und der Rheinhessenenergie betrieben werden soll…

Bei einer derartigen Interessen-Gemengelage ist unschwer zu erraten, wessen Interessen voraussichtlich „durchgedrückt“ werden und wessen Interessen wohl „auf der Strecke bleiben…“:

  • Der in Rheinland-Pfalz ansässige Windrad-Produzent Juwi dürfte vorwiegend Interesse am Verkauf möglichst vieler Windräder haben, ob diese dann später vor Ort gewinnbringend  -  d.h. nachhaltig stromerzeugend bzw. wirtschaftlich  -  laufen, dürfte aus Sicht des ohnehin nicht am Windrad-Standort sitzenden Windrad-Konzerns eher zweitrangig sein… vor Ort die Bevölkerung interessierende Umwelt-, Landschafts- oder Naturschutzgesichtspunkte dürften  -  wenn überhaupt  -  ebenfalls nur zweitrangig interessieren….
  • Die Aufsichts- oder Geschäftsführungsorgane der ebenfalls nicht vor Ort, sondern weiter weg im beschaulichen Mainz oder andernorts residierenden Stadtwerke Mainz oder die Rheinhessenenergie dürften wohl mehrheitlich von rot / grünen  -  nicht immer mit ausreichendem wirtschaftlichem Sachverstand ausgestatteten (wie die Vergangenheit oftmals gezeigt hat)  -  Funktionären besetzt sein…. Deren Interessen und Ziele dürften eher von Ideologie und Symbolik bzw. auf die Umsetzung politischer (rot / grün gefärbter) Vorgaben als auf eine durch  Wirtschaftlichkeit geprägte Sichtweise charakterisiert sein… vor Ort die Bevölkerung interessierende Umwelt-, Landschafts- oder Naturschutzgesichtspunkte dürften  -  wenn überhaupt  nur dritt- oder viertrangig interessieren…

Zu hoffen bleibt, daß sich die Mehrheit der Bürger in Baden-Württemberg dann, wenn es  -  wie in NRW und in Rheinland-Pfalz  -   „Ernst wird“ mit einer weiteren massiven Verspargelung mit Windrädern, auf ihre Bürgerrechte besinnen, sich in Bürgerinitiativen zusammenschließen und sich gegen einen derartigen Unfug an relativ windarmen Binnenland-Standorten wehren….   

Walter Müller  / Pressewart „Gegenwind Husarenhof“

 
 

Zum Beitrag in der Rhein-Zeitung hier klicken


www.gegenwind-husarenhof.de



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14.4.2011 TV-Talkshow / ZDF:  Illustre Gesprächsrunde bei Maybritt Illner „Atom-Angst: Wie teuer kommt der schnelle Ausstieg ? Von grünen Träumereien und Atom-Milliarden“

Ist Windkraft bei den z. Zt. gegebenen Bedingungen eine realistische Alternative ?

(wm / 300411) - Nach der am 11.3.2011 erfolgten Havarie des Kernkraft-Reaktors in Fukushima / Japan konnte es vielen deutschen Politikern im Parteien-Spektrum von Christdemokraten bis hin zur Linken nicht schnell genug gehen mit dem Ausstieg aus der Kernenergie, im Gegensatz zu verantwortungsvollen und „kühlen Kopf“ bewahrenden Politikern aller anderen Nationen, insbesondere aller Wirtschafts-Nationen, die auch bis heute kaum Abstriche an ihrer vorwiegend auf kostengünstigem und ressourcen-schonendem Atomstrom aufgebauten Energieversorgung vorgenommen haben und dies  -  abgesehen vielleicht von Nuancen und soweit mit gewissem zeitlichem Abstand heute erkennbar  -  wohl auch in Zukunft nicht tun werden.

Im Gegensatz hierzu sowie beeindruckt von der medialen TV-Berichterstattung und der in der deutschen Bevölkerung vorhandenen allgemeinen Hysterie, die durch tendenziöse und Sensations- 
Berichterstattung eines Großteils der schreibenden Zunft mit eindeutigen, eher rot-grün zugeneigten Absichten bewußt noch verstärkt wurde   -  schließlich fanden ja am 27.3.2011 in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Landtagswahlen statt, bei denen jeweils ein „Kopf-an-Kopf-Rennen“ vorhergesagt wurde  -  hat die Bundesregierung am 12.3.2011  7 ältere KKW abgeschaltet, nachdem zuvor bereits schon  1 KKW  abgeschaltet war.

Zunächst drehte sich alles um die von RWE-Innogy-Chef Fritz Vahrenholt erhobene und einige Tage später vom EnBW-Vorstandsvorsitzenden Villis nochmals wiederholte Befürchtung, daß es angesichts von 8 abgeschalteten KKW und des dadurch eingetretenen Stromausfalls vor allem in  Süd-
deutschland  in Zeiten eines Energie-Spitzenbedarfs
  -  die meisten der abgeschalteten KKW liegen in Süddeutschland  -   im Herbst und Winter zu für Bürger und Wirtschaft spürbaren 
Stromausfällen
kommen könne, da die jetzt entstandene Stromlücke auch nicht nur annähernd durch regenerativ  -   beispielsweise über Wind oder Sonne  -  erzeugten Strom oder durch Strom-Import aus dem Ausland kompensiert werden könne.

Konfrontiert mit diesen Befürchtungen und von der Moderatorin vor die Frage gestellt, was die Politik angesichts dieses Droh-Szenarios tun könne, damit nicht  -  wie befürchtet  -  vor allem in Süddeutschland „die Lampen ausgehen“, blieb der ebenfalls teilnehmende und den schnellen Atomausstieg befürwortende CDU-Bundesumweltminister Norbert Röttgen eine konkrete Antwort schuldig und sprach abstrakt formulierend von gewaltigen Anstrengungen, die auf die Bürger beim Vollzug der Energiewende zukämen.

Seine Ausführungen gipfelten in der Empfehlung, daß „die Privathaushalte Doppelglasscheiben kaufen sollen“. Seiner Ansicht nach könnten Preiserhöhungen nicht seriös prognostiziert werden; Strompreiserhöhungen solle es nur „in überschaubarem Rahmen“ und neue Steuern solle es nicht geben…

Professor Dr. Hans-Werner Sinn, Deutschlands wohl renommiertester Nationalökonom und Präsident des Ifo-Instituts für Weltwirtschaft, München, sprach von „grünen Träumereien“ und sieht Risiken für die Konkurrenzfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland, der Gefahr laufe, in wichtigen  -  die Arbeitsplätze der kommenden Generation sichernden  -   Zukunftstechnologien den Anschluß an die Weltmärkte zu verlieren, falls die Energieversorgung der deutschen Wirtschaft auf unsichere Beine gestellt werde und übermäßige, von einer überstürzten Energiewende ausgelöste Kostensteigerungen auf deutsche Wirtschaftsstandorte zukämen, während im Vergleich hierzu die ausländischen Wettbewerber vergleichsweise erheblich kostengünstigere Energie einkaufen könnten… (siehe Gast- 
kommentar v. Prof. Dr. Sinn

Er wies darauf hin, daß Windkraft und Sonne lediglich 1,8 % der Energiegewinnung ausmache, ein Anteil, der wegen nach wie vor nicht möglicher Speicherfähigkeit regenerativ erzeugten Stroms und dessen vom Volumen und vom Zeitpunkt her nicht planbaren Erzeugung auch keine größeren Steigerungsraten mehr erwarten lasse. Die Vorstellung, man könne angesichts dieses geringen Anteils sowie des nicht planbaren Volumens bzw. des nicht planbaren Zeitpunkts  der regenerativen Energieerzeugung die bedarfsgerechte Energieversorgung des privaten Sektors und der Wirtschaft vorwiegend durch regenerative Energie sicherstellen und die jetzt aufgetretene Stromlücke schließen, sei „abwegig, absurd, realitätsfern“… 

Weiterhin wies er darauf hin, daß rings um Deutschland 140 Kernkraftwerke (weitere sind in Planung bzw. bereits im Bau)  -  die meisten davon mit deutlich niedrigeren Sicherheitsstandards ausgestattet als die jetzt abgeschalteten deutschen KKW  -  stehen, wovon Deutschland im Falle einer Havarie direkt betroffen sei.

Mit der einseitigen, im nationalen Alleingang erfolgten Abschaltung der deutschen, im Vergleich zu den ausländischen  KKW i.d.R. sichereren KKW werden die ausländischen, vergleichsweise unsichereren und oftmals direkt an der deutschen Grenze stehenden KKW (wie z.B. in Fessenheim / Elsaß, in Temellin / Tschechien oder mehrere KKW am Hochrhein auf Schweizer Seite) noch aufgewertet, da die in Deutschland durch das Abschalten jetzt entstandene Stromlücke zum großen Teil durch Import von Atomstrom aus eben diesen ausländischen, teilweise unsichereren KKW geschlossen werde…

Um den Zuschauern das ganze Dilemma des auf sichere Energieversorgung angewiesenen privaten Sektors und der Wirtschaft in Deutschland plastisch vor Augen zu führen, stellte er die rhetorische Frage: „Wenn wir sechs Mal so viele Windräder wie bisher aufstellen müssen, um die Atomkraft auszugleichen, wie viele Wattenmeere braucht Deutschland dann… ?“

Anmerkung: bisher wurden in Deutschland rd. 22 000 Windräder aufgestellt. Würden alle Atomkraftwerke abgeschaltet, bräuchte man  -  den Aussagen von Professor Sinn entsprechend  -  6 Mal so viele Windräder  -  also insgesamt rd. 132 000 Windräder.

Da rd. 22 000 Windräder bereits im Bestand sind, müßten demzufolge rd. 110 000 neue Windräder gebaut werden, wobei das Problem der nach wie vor nicht möglichen Speicherfähigkeit regenerativ erzeugten Stroms und das Problem der nicht möglichen Planbarkeit von Volumen der Stromerzeugung und des Zeitpunkts nach wie vor nicht gelöst wären…

Hinzu käme dann wohl noch der ebenfalls zu forcierende Bau neuer Kohle-, Öl- oder Gaskraftwerke, da die regenerative Stromerzeugung aufgrund ihrer unsteten, nicht planbaren Herstellung nicht grundlastfähig ist.

Daher wären zusätzliche konventionelle und als Ersatz- oder sogenannte „Schatten“-Kraftwerke zu betreibende Kraftwerke nötig, die jedoch wegen des zu Gunsten des regenerativen Einspeiseprivilegs nur in „angedrosseltem“ Zustand („stand-by“) betrieben werden können, um  -  in Notfällen  -  dann „hochgefahren“ werden zu können, wenn einerseits steigender Strombedarf herrscht und dieser andererseits wegen im Zeitpunkt des Bedarfs fehlendem Sonnenschein bzw. fehlender Windstille nicht regenerativ erzeugt werden kann…

Diese Entwicklung würde jedoch allen Klimaschutzzielen einen herben Schlag versetzen, da  -  wie Sachkundige wissen  -  die bei unregelmäßigem Betrieb konventioneller Kraftwerke erzeugten CO2-Schadstoff-Immissionen je erzeugter Stromeinheit erheblich höher sind als sie es bei konstantem Kraftwerks-Betrieb wären…

Demgegenüber sieht Hildegard Müller, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), die Energiewende mit Atomausstieg bis zum 2020 als möglich an, nachdem sie bzw. ihr Verband bis zum 11.3.2011  -  dem Tag der Havarie in Fukushima  -  noch für die KKW-Laufzeitenverlängerung in Deutschland eingetreten war. Ihren Äußerungen zufolge müssten wir „…aber auch den Klimaschutz, die Versorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit im Blick halten, und das heißt auch, unbequeme Dinge zu tun.“

Ergänzend empfahl sie den forcierten Ausbau der Stromtrassen von Nord (wo die für Windstrom 
günstigsten Standort- bzw. Produktionsbedingungen herrschen, aber vergleichsweise nur geringer Strombedarf besteht) nach Süd (wo infolge der Wirtschaftskraft großer Strombedarf vorliegt, aber wegen vergleichsweise schwachem Windaufkommen schlechte  -  wie in Ingersheim  -  Standort- bzw. Produktionsbedingungen herrschen) sowie den Ausbau bestehender bzw. den Bau neuer Kohle- und Gaskraftwerke.

Ihre ganze und die ihrer Partei (Linke) in wirtschaftlichen Fragen anhaftende Inkompetenz demonstrierte Caren Lay, Bundesgeschäftsführerin der Linken, mit ihrer Forderung nach einer staatlichen Regulierung der Stromkosten und dem Vorschlag, die aus Sicht der Linken vorzunehmenden Investitionen vom Staat durchführen zu lassen, wobei die zur Finanzierung benötigten €-Milliarden zuvor den Energiekonzernen abgenommen werden sollten, nachdem die vier Energiekonzerne EnBW, Vattenfall, RWE und EON in den letzten Jahren doch rd. 100 Mrd € als Gewinne vereinnahmt hätten.

Abgesehen davon, daß in den letzten Jahrzehnten die Unfähigkeit aller auf Planwirtschaft und Staatsdirigismus bauenden Staaten, Wohlstand und Lebensqualität für breite Bevölkerungsschichten zu generieren, durch deren lang anhaltendes Siechtum, Untergang und Auseinanderfallen vor aller Welt augenscheinlich und eindrucksvoll dokumentiert wurde und es daher  -  abgesehen von der einen oder anderen nicht ernst zu nehmenden Splittergruppe  -  kaum jemanden gibt, der eine Renaissance derart abgewirtschafteter und abgehalfterter Wirtschaftssysteme wünscht, ist es für das TV-Publikum immer wieder mit einem größeren Unterhaltungswert verbunden, wenn derartige Ideologen und Weltverbesserer  -  jenseits aller Realitäten  -  ihre Parolen von sich geben.

In der Sendung übernahm es Hildegard Müller, diese Phrasen schnell als „Milchmädchenrechnung“ und als Volksverdummung zu entlarven, indem sie darauf hinwies, daß  von 1 €, den der Stromkunde als Strompreis bezahle

•    allein 46 % = 46 Cent Steuern an den Staat abgeführt werden und
•    weitere 20 % = 20 Cent an die Netzbetreiber fließen

 -  insgesamt also 66 % = 66 Cent abfließen  -  und damit nur noch 34 % = 34 Cent übrig blieben, die größtenteils

•    für Personal- und Sachausgaben (einschließlich der Altersvorsorge) sowie für
•    Investitionen verplant seien, wovon Investitionen in die immer zahlreicher werdenden                  off-shore-Windparks in Nord- und Ostsee Mrd-Kosten verursachten und daher einen immer            größer werdenden Betrag beanspruchten….

Daher könne man den so verwendeten 1 €, den der Kunde als Strompreis bezahle, nicht ein zweites Mal ausgeben… eine Grundtatsache, die jedoch von der Linken und anderen Weltverbesserern wohl auch nicht in den nächsten 100 Jahren nachvollzogen werden kann…

Die Sendung hat allen Zuschauern klar gemacht, daß auf Bevölkerung und Wirtschaft durch die jetzt angestoßene Energiewende  -  unabhängig, in welchen konkreten Formen sie vollzogen wird  -  spürbare finanzielle Belastungen zukommen.

Sie ließ jedoch nach angeregter Diskussion nahezu alle Fragen bezüglich der exakten Höhe künftiger Strompreis- oder gar Steuererhöhungen offen, wobei deutlich wurde, daß die Belastungen von privatem Sektor und Wirtschaft von mehreren Faktoren nebeneinander abhängig sind, wie z.B.

  • dem Zeitraum und der Intensität, in dem die Energiewende vollzogen werden soll
  • wie die prozentuale Aufteilung des Energiemix künftig konkret aussehen soll
  • ob mehr Wettbewerb  -  z.B. durch Trennung von Energieerzeugung und Stromnetz  -        zugelassen werden soll u.a.
  • eine deutlich stärkere Fokussierung auf Energie-Einsparpotentziale, die nach Ansicht von Fachleuten bisher bei weitem noch nicht ausgeschöpft seien; besonders große              Einsparpotentziale bestünden in der energetischen Sanierung des Gebäudebestands im        öffentlichen und privaten Sektor, weil der oftmals Jahrzehnte alte Gebäudebestand nach den aus heutiger Sicht völlig unzureichenden Baustandards der damaligen Baujahre errichtet wurde.

Für die überwiegende Mehrheit der Zuschauer dürfte die Sendung  -  insbesondere nach den insoweit beeindruckenden Erläuterungen von Professor Dr. Hans-Werner Sinn  -  Klarheit dahingehend gebracht haben

  • daß nationale Alleingänge zu vermutlich schwerwiegenden Nachteilen der deutschen Volkswirtschaft und damit für uns alle führen und
  • die allzu starke Fokussierung auf die regenerative Energie nicht geeignet ist, eine kostengünstige Energieversorgung und die Energiesicherheit zu jedem Zeitpunkt für Bürger und Wirtschaft auf dem bisher gewohnten Niveau zu gewährleisten

Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“

Zum Bericht im Handelsblatt hier klicken


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FDP Württembergisches Allgäu / Isny fordert: Keine Windräder an landschaftssensiblen Stellen im Allgäu ! „Schließlich kommen die Urlauber ins Allgäu, um Berge zu sehen und keine Windräder…“

Grün / Rot macht vor nichts mehr Halt…

(wm / 190311) - Einer Pressemitteilung vom 10.12.2010 zufolge wehrt sich die FDP Württembergisches Allgäu / Isny gegen Pläne, die bisher weitgehend windspargelfreie Allgäuer Landschaft mit Windspargeln zu verschandeln, wie es vielerorts bereits  -  vor allem in Nord- und Ostdeutschland zu Lasten der einheimischen Bevölkerung  -  erfolgt ist, und wo sich  -  nachdem die Stimmung in der Bevölkerung in den letzten 3 - 4 Jahren immer mehr „contra-Windkraft“ gekippt ist, weil man erkennen mußte, daß die zu Lasten der vor Ort lebenden Bevölkerung eintretenden Nachteile deutlich überwiegen im Vergleich zu den vorwiegend nur den Kapitalanlegern und Grundstücksverpächtern zufließenden Vorteilen  -  die Bürger mit recht gutem Erfolg gegen die weitere Verspargelung ihrer Landschaft wehren…

Nachdem große Teile der einheimischen Bevölkerung erkennen mußte, daß man vielen leeren Versprechungen der oftmals nur an den eigenen Profit denkenden Windrad-Protagonisten „aufgesessen“ ist und deren Versprechungen hinsichtlich

  • stabiler und stetiger Stromversorgung aus Windaufkommen (Abschalten von mit fossilen Brennstoffen betriebenen Kohle-, Öl-, Gas-Kraftwerken)
  • Umwelt- und Klimaschutz
  • Reduzierung der CO2-Schadstoff-Immissionen
  • Verhinderung weiterer schädlicher Immissionen (Lärm, Infraschall, Schattenschlag)
  • hoher Gewinnausschüttungen (zu Gunsten größtenteils auswärtiger Kapitalanleger)
  • hoher Gewerbesteuer-Zahlungen
  • sinkenden Strompreisen
  • Vermeidung der Tourismus-Verdrängung u.a.

ausgeblieben sind und  -  in vielen Regionen (oft zu spät) erkannt wurde (vor allem in Nord- und Ostdeutschland), daß mit dem chaotisch erfolgten Zubau ganzer Landstriche das für Ferienregionen größte Kapital -  nämlich eine weithin unberührte, nicht geschändete Landschaft  -  auf dem Altar vielfach leerer Versprechungen geopfert wurde, hat in diesen Regionen eine breite Gegenbewegung der Bürger aus den betroffenen Gebieten eingesetzt, die sich u.a. in der Gründung neuer Bürgerinitiativen, Beschreitung (mit gutem Erfolg) des Rechtswegs niederschlägt und die schon jetzt viele von Anfang an zweifelhafte Windkraft-Projekte erfolgreich verhindert hat….

Zwar wäre das Windaufkommen im Allgäuer Voralpenland oder gar auf den Höhenrücken des Alpenhauptkamms gegenüber dem im windarmen und mit lediglich 298 m über dem Meeresspiegel eher windgeschützt liegenden geplanten Ingersheimer Standort deutlich höher; eine irreparable Verschandelung der Allgäuer Landschaft hätte jedoch mit Sicherheit sehr negative Auswirkung auf die in Deutschland führende Tourismus-Region und würde  -  wie es schon in Nord- und Ostdeutschland eingetreten ist  -  auch hier zu einer Verdrängung des Tourismus zu Lasten der einheimischen Bevölkerung führen… denn schließlich gilt zu Recht:

Urlauber kommen ins Allgäu zur Erholung und um unverspargelte, naturbelassene  Landschaften und Berge zu sehen und nicht Windräder… wer Windräder sehen will, sollte nach Nord- oder Ost-Deutschland fahren…und ansehen, was dort durch weitgehend unkontrolliert erfolgten Zubau durch Wind-Spargel mit der Landschaft angerichtet wurde…

Im Hinblick auf die am 27.3.2011 erfolgte Landtagswahl in Baden-Württemberg wurde dieser Beitrag bewußt  n i c h t  v o r  dem 27.3. in unsere Homepage eingestellt, um unserer Bürgerinitiative den dann sicherlich sofort erhobenen Vorwurf der Windkraft-Protagonisten und der sie unterstützenden SPD, Bündnis 90 / Grüne und Linke  -  die allesamt einen mehr oder weniger starken Ausbau der Windkraft auch an landschaftssensiblen Standorten im vergleichsweise windschwachen = stromertragschwachen Binnenland unterstützen  -  der Wählerbeeinflußung zu ersparen… 


Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“



Nachfolgend die Pressemeldungen der FDP / Isny sowie die Internet-Fundstelle

Meldung vom 10.12.2010


Unsere (noch) unverbaute Allgäuer Landschaft. Hier Blick vom Schwarzen Grat Richtung Alpenhauptkamm
FDP will Allgäuer Landschaft schützen


"Wenn der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben weitere Flächen für die Errichtung von Windkraftanlagen ausweist, muss unbedingt auf den Schutz unserer Landschaft geachtet werden", betonte der Vorsitzende der FDP Württembergisches Allgäu. Unsere einzigartige Allgäulandschaft dürfe nicht durch große Windkraftanlagen an sensiblen Standorten verunstaltet werden.

Landtagskandidat Ralf Stefan Sauer fügte hinzu, dass große Windkraftanlagen auf dem Höhenzug zwischen Beuren und Menelzhofen gerade auch im Hinblick auf den bei Urlau geplanten Center Parcs äußerst kritisch zu betrachten seien. Schließlich kämen die Urlauber in das Allgäu um die Berge zu sehen und nicht Windräder. Vielmehr habe das Allgäu ein großes Potential in anderen Formen der erneuerbaren Energien wie Biomasse oder Photovoltaik. Auch sei man nicht kategorisch gegen Windkraftanlagen, nur müssen diese umsichtig in die Landschaft integriert werden.



 

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