Bürgerinitiative Gegenwind Husarenhof
Keine Windkraftanlage zwischen Ingersheim und Husarenhof

 Natur und Umweltschutz  -  Teil 2


Bönnigheim: Zum Naturfrevel führender Windwahn nun auch in der Ganerbenstadt

Bürgermeister Bamberger + Gemeinderat fordern weitere Vorranggebiete auf für Windstrom-Erzeugung wegen vergleichsweise schwachem Windaufkommen  -  und daher dauerhafter Unwirtschaftlichkeit  -  völlig ungeeignetem Gelände im Waldgebiet „R o t e r b e r g / S a u k o p f“

Windwahn-Unfug im „Roterberg / Saukopf“ und an anderen Stellen wirkt sich zu  L a s t e n  der Bönnigheimer Bevölkerung aus: Bau von 230 m hohen Wind-Monstern führt zu vielen N a c h t e i l e n, denen k e i n e r l e i  V o r t e i l e  gegenüber stehen

Bönnigheim gibt sein Tafelsilber preis und  o p f e r t  sein einzigartiges FFH- / Naturschutz-Gebiet „Roterberg / Saukopf“ auf dem Altar abstruser Windwahn-Vorstellungen

Durch T a b u b r u c h von Bürgermeister Bamberger kommt der Naturschutz ein weiteres Mal „böse unter die Räder“, falls 230 m hohe Wind-Ungetüme im „Roterberg / Saukopf“ gebaut würden


(wm / 171112) - Unter der Überschrift „Klares Votum für Windkraft“ und „Bönnigheim fordert weitere Vorranggebiete“ berichtet die Bietigheimer Zeitung (BZ) über die Bönnigheimer Gemeinderatssitzung vom 9.11.2012.

Der Gemeinderat folgte mehrheitlich dem Vorschlag der Stadtverwaltung (Bürgermeister Kornelius Bamberger), n e b e n  den schon vom V e r b a n d  d e r  R e g i o n  S t u t t g a r t (V R S) in seinem Vorschlag zur Fortschreibung des Regionalplans im Bereich des Gemeindeverwaltungsverbands (GVV) Bönnigheim b e r e i t s  a u s g e w i e s e n e n (!!)  Windvorrang-Gebieten

·         „LB-01“ (Standort beim Haghof in Kirchheim / N.) und

·         „LB-02“ (Standort „Hohe Reute“ zwischen Freudental und Hohenhaslach)

 z u s ä t z l i c h  (!!) zu  L a s t e n  der Bevölkerung  -  o h n e  daß durch Bau von 230 m hohen Windindustrieanlagen an diesen landschafts-und natursensiblen Stellen Vorteile für Bönnigheimer Bürger entstünden  -  noch w e i t e r e, vom V R S bisher wohlweislich aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes u.a. n i c h t  berücksichtigte Windvorrang-Gebiete auf Bönnigheimer Gemarkung auszuweisen, und zwar an den Standorten

·         „Kirchheim-Süd“ an der Grenze zu Walheim und Hofen und

·         dem für Windkraft-Bau bisher als  T a b u  angesehenen Wald-Gebiet im „Roterberg / Saukopf“, einem einzigartigen FFH- (Fauna-Flora-Habitat) und Natur- und Vogelschutzgebiet am Fuße des Strombergs am Eingang zum kleinsten, 4. baden-württembergischen N a t u r p a r k „Stromberg-Heuchelberg“, der sich ab Bönnigheim / Erligheim / Löchgau / Freudental / Hohenhaslach (Kirbachtal) bis hinüber in den Kraichgau (Bretten / Bruchsal / Eppingen / Einzugsgebiet von Karlsruhe) und weit ins Heilbronner Land / Zabergäu hinein (mit den Weinorten Brackenheim, Dürrenzimmern, Stockach, Neipperg, Güglingen, Haberschlacht, Gebiet um die „Ehmetsklinge“ u.a.) erstreckt, und der bisher von Windwahn-Unfug verursachtem Naturfrevel der im Bereich des Naturparks gelegenen Kommunen weitgehend verschont blieb.

Nach der Durchführung von Windkraft-Infrastrukturmaßnahmen und der Umwidmung in ein windkraft-industrielles Gewerbegebiet wäre das Waldgebiet um den „Roterberg / Saukopf“ weitgehend seiner Identität beraubt und kaum mehr wieder zu erkennen, wie der Bau von Windkraft-Standorten im Wald an vielen anderen Stellen  -  z.B. im Hunsrück (Rheinland-Pfalz)  -  gezeigt hat:   

Ausbau des Wegenetzes

Für den Bau großer, 230 m hoher Windindustrieanlagen muß das F e l d- und W a l d w e g e - N e t z
für 9-Achser-Fahrzeuge, schwerem Gerät und für Spezialkräne mit einer Gesamtlast von bis zu 140 to ausgelegt sein, allein für die je WKA-Standort benötigten Transport einer Tonnage des 6000 to - 9000 to (für eine WKA) schweren Beton-Fundaments werden unzählige LKW-Fahrten anfallen.
Falls, wie von den Initiatoren geplant, 2 ca. 230 m hohe Windindustrieanlagen gebaut werden sollten, würde sich die zu transportierende Tonnage für Beton-Fundament, Gondel und Turm verdoppeln. Das bedeutet, daß die vorhandenen Feld- und Waldwege sowie die zum geplanten Standort führende Landes- oder Kreisstraße neu befestigt, verdichtet und aufgeschottert sowie teilweise vermutlich auch verbreitert werden müssen, allein schon deshalb, weil die vorhandenen Kurvenradien viel zu klein sind.

Großflächiger Rodung von Waldflächen fallen „zig“ Jahre alte Bäume zum Opfer

Nachmessungen an gerodeten Waldgebieten  -  z.B. im Hunsrück  -  haben ergeben, daß pro Anlage mit einer Rodungsfläche von ca. 7000 qm - 8000 qm (!!) gerechnet werden muß. Die benötigten Rodungsflächen erlauben keine Entwicklung zum Hochwald mehr, da sie wegen regelmäßig durchzuführender Wartungsarbeiten und dem Anlagenrückbau zum Ende der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer (Laufzeit ca. 20-25 Jahre) wegen dem Befahren durch schweres Gerät wieder gerodet werden müssen. „Beim Wachstum des Waldes wird in Generationen gerechnet und nicht in Jahrzehnten! Das heisst, der Wald wird sich nie wieder erholen können.“ (Quelle: www.waldjuwel-horb.de)

Waldgebiet im „Roterberg / Saukopf“ ist für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb völlig ungeeignet - Dauerhafte Unwirtschaftlichkeit rechtfertigt keinen Naturfrevel ! Empfehlung an Bönnigheimer Windkraft-Stümper: Genaues Studium des Windenergie-Erlasses von Baden-Württemberg ! 


Auch in diesem Totholz ist Leben - Waldameisen haben eine neue Behausung

Foto: Thomas Schöller

Nach dem von der „grün-roten“ Landesregierung verabschiedeten Energieerlass Baden- Württemberg beginnt die empfohlene Wirtschaftlichkeit bei 5,30- 5,5 m/s (= jahresdurchschnittlich dauerhaft zu überschreitende Mindestertragsschwelle). Gleichzeitig heisst es dort, dass für Windkraft-Investoren Windgeschwindigkeiten von 5,80 - 6,00 m/s (100 m ü.G.) vorherrschen sollten (Quelle: Windenergieerlass Baden Württemberg) ! Und: Der größe Energieversorger des Landes Baden-Württemberg (= EnBW) denkt erst bei 6,00 m/s (100 m ü.G.) und mehr über Windkraft-Investitionen nach.

Die hier genannten Voraussetzungen für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb werden im Waldgebiet „Roterberg / Saukopf“ niemals erreicht und weit unterschritten, denn: Die genannten Windgeschwindigkeiten werden höchstens an einigen besonders windstarken Tagen im Jahr erreicht, jedoch niemals im Jahresdurchschnitt aller 365 Tage eines Jahres. Die jahresdurchschnittliche Windgeschwindigkeit liegt wegen lang anhaltender Windstille / Windflaute vor allem im Sommer weit unter der im Windenergie-Erlass von BW angegebenen Mindestertragsschwelle.

Das Verschweigen dieses Sachverhalts führt dazu, daß viele „blauäugige“ Windkraft-Kapitalanleger  -  wie schon an vielen Standorten zuvor  -  durch viel zu optimistische, mit eindeutiger Absicht (wie in Ingersheim) abgegebene Versprechen / Prognosen / Hochrechnungen animiert werden, sich an der Finanzierung zu beteiligen, obwohl schon vor dem 1. Spatenstich feststeht, daß es sich wegen vergleichsweise schwachem Windaufkommen „von Anfang an“ um eine Fehlinvestition handelt, die dazu führt, daß die Kapitalanleger mit sehr großer Wahrscheinlichkeit einen Großteil ihres investierten Risikokapitals verlieren werden, von Verzinsungen oder Gewinnausschüttungen ganz zu schweigen…        

Den Bönnigheimer Naturfrevlern sei noch folgendes ins Stammbuch geschrieben:

Wir alle wissen:

Wald ... produziert Sauerstoff, ... bindet Kohlendioxid (CO2), ... liefert Holz, ... schützt das Klima, ... fördert die Erholung des Menschen und bietet Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten
(
www.waldjuwel-horb.de )

  und 

Wald ist „klima-positiv“ !

Eine 100 Jahre alte Buche produziert jedes Jahr ca. 4600 kg Sauerstoff. Davon könnte ein Erwachsener mehr als 13 Jahre lang atmen !

Eine 100-jährige Fichte hat während ihres Lebens der Atmosphäre bis zu 1,7 to CO2 entzogen !

1 Hektar Wald bindet pro Jahr grob geschätzt über alle Altersklassen ca. 13 to CO2 ! 

( www.sdw.de/waldwissen/ )

Wer stoppt die Bönnigheimer Naturfrevler ? Wann wehren sich die „hinters Licht geführten“ Bönnigheimer Bürger ? Wann wachen die (nicht ideologisierten) Naturschützer auf ?

 

Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“



www.gegenwind-husarenhof.de


Horber Bürger wehren sich gegen Verschandelung des Naturparks Schwarzwald-Mitte / Nord durch 230 m hohe Windindustrieanlagen

Schwarzwälder Bote, Horb / N. (2.11.2012): „Mehr als nur ein Wald“

 "Wir wollen das Waldgebiet Großer Hau, das sich dank seiner naturverträglichen Bewirtschaftung als sehr artenreich und vielgestaltig erweist, für die Tier- und Pflanzengesellschaften und für deren und unsere Nachfolge-Generationen erhalten.“

 “…Die Rodung von Waldflächen für die Windräder, die Zufahrtsschneisen und der damit verbundene immense ökologische Schaden durch das völlige Zerschneiden, ursprünglich natürlicher Lebensräume kann nicht durch eine Prozentangabe des "Flächenverbrauchs" wiedergegeben werden…“

 N A B U-Horb stellt  A r t e n s c h u t z  in Vordergrund und lehnt Umwidmung von intakten Wäldern und Naturschutzgebieten (=Vernichtung) in windkraft-industrielles Gewerbegebiet ab

 Was der  B ö n n i g h e i m e r  B e v ö l k e r u n g  und der nachfolgenden Generation mit der Preisgabe des „Rotenberg / Saukopf“ und der irreparablen Windkraft-Verschandelung des Naturparks Stromberg-Heuchelberg noch  b e v o r s t e h t…


(wm / 101112) - Z. Ktn. für alle  N a t u r f r e v l e r  in Bürgermeisterämtern und Gemeinderäten im Landkreis Ludwigsburg und in angrenzenden Nachbarkreisen, die für den Bau 230 m hoher Windindustrieanlagen  -  höher als der Stuttgarter Fernsehturm, das Ulmer Münster oder der Kölner Dom  -  durch großflächige Rodung von Wäldern und zum Nachteil der Bürger mit „Hand anlegen wollen“ an „zig“ Jahre alte Bäume: Fundstelle:
 www.waldjuwel-horb.de :

Wald ist "klima-positiv"!

Eine 100 Jahre alte Buche produziert jedes Jahr ca. 4.600 kg Sauerstoff. Davon könnte ein Erwachsener mehr als 13 Jahre lang atmen.

Eine 100-jährige Fichte hat während ihres Lebens der Atmosphäre bis zu 1,7 t CO2 entzogen.

1 Hektar Wald bindet pro Jahr grob geschätzt über alle Altersklassen ca. 13 Tonnen CO2.
Quelle:
 www.sdw.de/waldwissen/ 

Diese, das ökologische Gleichgewicht in Natur und Umwelt bewahrende und auch der Bönnigheimer Bevölkerung dienenden Funktionen des Waldes würden ein weiteres Mal empfindlich eingeschränkt, falls es zum Ausweis von Windindustriegebieten und dem Bau von 2 rd. 230 m hohen Windindustrieanlagen an den von den Bönnigheimer Wind-Initiatoren  -  zu Lasten der Bönnigheimer Bürger  -  gewünschten Standorten im „Rotenberg / Saukopf“ käme.

Ein Großteil der nachfolgend von der BI unter  www.waldjuwel-horb.de  im Falle der großflächigen Rodung intakter Wälder aufgezählten Nachteile und Funktionseinschränkungen trifft auch auf Bönnigheim und Umgebung zu, falls es zur Fällung von Bäumen und zum Bau von 230 m hohen Windindustrieanlagen im „Rotenberg / Saukopf“ käme:

 ·         „So reich dieser Wald strukturiert sei, so vielfältig werde er auch für Freizeit- und Erholungszwecke genutzt. Die Initiative nennt hier als Beispiele Spaziergänger ("ältere Menschen schätzen ebene, bequem begehbare Flächen"), Jogger, trainierende Fussballmanschaften, Mountain-Biker, überregionale Radwanderer, Urlaubsgäste aus dem benachbarten Ausland, Reiter, Jäger, Nordic-Walking Gruppen, Kinder aus dem Sommerferienlager beim Sportheim Rexingen, Benutzer der Grillhütten, Umweltbildung mit Jugendgruppen, Pilzesammler, Hobbyfotografen, Menschen die meditieren, Menschen die beten (Wald als lebende Kirche)… "Diesen hohen Erholungs- und Erlebniswert für den Menschen bietet nur ein intakter, naturnaher Wald", so die Initiative. Weiter heißt es in der Stellungnahme: "Im Falle einer Windparkerrichtung gäbe es breite Schotterstraßen (die Zufahrten müsste auf Gesamtlasten von 140 Tonnen ausgelegt sein) und aufgeweitete Straßenkreuzungen (überlange Transportfahrzeuge) anstatt schmaler, schattiger Waldwege. Durch die Zufahrtsstraßen würde der natürliche Waldbestand dauerhaft linienförmig aufgerissen. Infolge der Verlärmung durch die Windenergieanlagen wären im gesamten Waldgebiet Stille und Entspannung nicht mehr erlebbar.”

Auch weitere, unter www.waldjuwel-horb.de zitierte und von der Stadtverwaltung Horb selbst geschilderte Nachteile träfen vermutlich auch auf Windkraft-Standorte im „Rotenberg / Saukopf“ zu:

·         „Zuweilen wäre es sogar gefährlich, durch den Wald zu gehen. Aus der Stellungnahme (1.14.17) der Stadt Horb ist zu entnehmen, dass es durchaus sein kann, dass zu bestimmten Zeiten manche Waldwege wegen Eisschlaggefahr nicht begangen werden können. Weiterhin hat die Stadt erläutert, dass weder Sturmwurf noch die Gefahr eines Brandes auszuschließen sind. In der Zeitschrift top agrar (4/12/Energie) wird sogar von der Anlage von Waldbrandschneisen bei Windparks im Wald berichtet."

Weiterhin weist www.waldjuwel-horb.de auf mangelnde Informationen zum Thema Windenergieanlagen in Wäldern hin:

·         "Das Bundesamt für Naturschutz (BfN 2011) weist darauf hin, dass noch erhebliche Kenntnislücken bezüglich des Einflusses von Windenergieanlagen in Wäldern auf den Naturhaushalt, das Landschaftsbild und die biologische Vielfalt bestehen. Daher kommen laut dem Sachverständigenrat für Umweltfragen (Umweltbericht 2012, www.umweltrat.de) aus naturschutzfachlichen Gründen nur forstlich intensiv genutzte, naturferne Wälder als Standorte infrage. Insbesondere Flächen, die eine große Bedeutung für Naturschutz und Landschaftspflege haben, sollten laut Umweltrat bei der Standortfrage ausgeschlossen werden.“


Quelle: www.waldjuwel-horb.de

Abschließendes und auch auf den „Rotenberg / Saukopf“ in Bönnigheim zutreffendes Fazit von www.waldjuwel-horb.de:

·         "Durch eine falsche Standortwahl des Windparks sollen ein ökologisch wertvoller Wald und geschützte Vogelarten geopfert werden, zugunsten eines Windparks, der sich aber selbst Ökologie und Umwelt auf die Fahnen schreibt. Der zu erwartende Nutzen …“  -  an einem wegen vergleichsweise schwachem Windaufkommen am „Rotenberg / Saukopf“ für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb völlig ungeeigneten Standort  -  „…und die Pachteinnahmen rechtfertigen keinesfalls eine nicht mehr rückgängig zu machende Zerstörung eines intakten naturnahen Lebensraumes für Menschen, Flora und Fauna."

Die hier zitierten und  g e g e n  den  A u s w e i s  von Windvorrang-Gebieten und  B a u  von Windindustrieanlagen im W a l d  gerichteten Vorbehalte treffen auf  a l l e  geplanten Windkraft-Vorhaben im

·         Landkreis Ludwigsburg (z.B. im Bottwartal)

·         in den benachbarten Landkreisen Esslingen, Göppingen, Waiblingen, Rems / Murr

·         in Stuttgart

·         im Landkreis Heilbronn (Zuständigkeit: Verband Region Franken; „Löwensteiner Berge, Schwäbischer-Fränkischer Wald u.a.)

·         sowie im übrigen Baden-Württemberg

zu.

Und was sagen die N A B U-Ortsgruppen

·         Neckar-Enz (Besigheim / Bönnigheim / Gemmrigheim, Kirchheim / N., Löchgau)

·         und Erligheim (Erligheim / Walheim)  -  vom weitgehend ideologisierten, auf „dem linken Auge blinden“ und von großen Kreisen in der Bevölkerung ohnehin „nicht mehr ernst“ zu nehmenden BUND bzw. BUND-Kreisverband Ludwigsburg reden wir schon gar nicht mehr  - 

zu dem sich auf Bönnigheimer Gemarkung am „Rotenberg / Saukopf“ unter tatkräftiger Unterstützung der Stadtverwaltung Bönnigheim sich anbahnenden Naturfrevel ?

Bisher: …nur „Schweigen im Walde…“ und  -  wie so oft  -  verschämtes Wegsehen… wie bei der Lokal- und Regionalpresse…  

 

Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“


weiterführende Links:

 grosser Hau mehr als nur ein Wald 

 Waldjuwel oder Stromversorgung 

 Windstrom möglichst effektiv und mit wenig Schaden 

 Roter Milan - Endbericht 


www.gegenwind-husarenhof.de
Stadt Horb (Schwarzwald) stützt sich bei ihren wahnwitzigen Windpark-Planungen „Großer Hau“ im „Naturpark Schwarzwald Mitte / Nord“ auf äußerst lückenhaftes Vogel-Gutachten

Kann man in Horb / Neckar und im „Naturpark Schwarzwald Mitte / Nord“ angesichts dieses durch Windkraft-Unfug ausgelösten Naturfrevels noch „ruhigen Gewissens“ Urlaub machen… ?

NABU Horb kritisiert fehlerhaftes Vogelgutachten der Stadt Horb: „Einige Brutreviere nicht entdeckt“

Vogel-Gutachten der Stadt Horb / N: …Lücken und Fehler…. Parallelen zur Genehmigung der Ingersheimer Windindustrieanlage durch das Landratsamt Ludwigsburg vom 12.1.2011…

(wm / 151012) - Das wunderschön am Neckar gelegene Schwarzwald-Städtchen Horb ist ebenfalls dabei, „seine Seele zu verlieren“, wie zuvor schon viele durch Windkraft-Exzesse geschädigte Gemeinden im Norden und Osten Deutschlands (vgl. unsere Beiträge unter diversen Rubriken in unserer Homepage), im Hunsrück (15.10.2012 „Stadt Simmern verzichtet weiter auf Windkraft“) und wie jetzt auch vermehrt immer mehr Kommunen in Baden-Württemberg, deren Entscheidungsträger ihren gesunden Menschenverstand aufgeben, indem sie dem auf „grün-roten“ Windwahn-Planungen basierenden Zeitgeist mehr oder weniger  -  zu Lasten der Bürger  -  „bedingungslos“ nachfolgen und ebenfalls Windkraft-Standorte mit 230 m hohen Windindustrieanlagen  -  höher als der Stuttgarter Fernsehturm, das Ulmer Münster oder der Kölner Dom  -   im vergleichsweise windschwachen und daher für Windstrom-Erzeugung völlig ungeeigneten Binnenland im Südwesten planen, oftmals an landschaftssensibler Stelle in bzw. in unmittelbarer Nähe zu regionalen Grünzügen, Landschafts-, Naturschutz- und / oder Waldgebieten mit teilweise verheerenden, irreparablen Folgen für die ohnehin schon „arg unter die Räder“ gekommene Landschaft und Natur (insbesondere den Vogelschutz betreffend), die  -  falls die grün-roten Pläne zum Bau von weiteren ca. 1200 Windindustrieanlagen bis zum Jahr 2020 realisiert werden sollten  -  wohl endgültig von der Politik und uneinsichtigen Windwahn-Bürgern ihren Todesstoß versetzt bekommen wird…

Parallel zu dem nun auch im vergleichsweise windarmen Binnenland immer stärker „Fahrt aufnehmenden“ Windkraft-Unfug regt sich jedoch vor Ort in vielen Kommunen im „Ländle“ starker Widerstand gegen die bevorstehende flächendeckende Verschandelung Jahrhunderte alter Kulturlandschaften durch 230 m hohe Windspargel.

Weiter festzustellen und erfreulich ist, daß angesichts des durch Windkraft-Forcierung bevorstehenden und jetzt schon eingetretenen Natur- und Landschaftsfrevels nun auch im windkraft-ungeeigneten Binnenland immer mehr „in vorderster Front“  -  d.h. an der Basis  -  tätige „echte“ Naturschützer zum Widerstand gegen den Windkraft-Unfug aufrufen.  

Sie stellen sich damit  -  längst überfällig  -  gegen ihre eigenen, oft dogmatisierten (auf dem linken Auge oftmals „blinden“) Berufs-Polit-Funktionäre von BUND und NABU, die bei ihren Schreibtisch-
Beschäftigungen weitgehend windkraft-ideologisiert sind, sich um den „echten“ Naturschutz kaum mehr kümmern  und daher angesichts des immer stärker um sich greifenden, durch Windkraft verursachten Landschafts- und Naturfrevel verschämt und bewußt wegsehen…

Ein besonders augenscheinliches Beispiel für Landschafts- und Naturfrevel liefert z. Zt. die Stadt Horb am Neckar, die  -  gestützt auf ein wohl lückenhaftes und daher fehlerhaftes Vogel-Gutachten  -  partout einen Windpark an äußerst landschaftssensibler Stelle im „Naturpark Schwarzwald Mitte / Nord“ genehmigen will.

Hiergegen protestiert  -  neben vielen aufgeschreckten Bürgern  -  der NABU Horb, der durch Beauftragung eines eigenen, von einem in der Fachwelt führenden Ornithologen erstellten Vogel-Gutachtens schwerwiegende Mängel am wohl fehlerhaften und deshalb zu falschen Schlüssen führenden Vogel-Gutachten der Stadt moniert.

 In der online-Ausgabe der Südwest-Presse vom 5.10.2012 heißt es: „Horb. „Der Nabu Horb hat aus Sorge um die windkraftsensiblen Greifvögel im Waldgebiet Großer Hau / Seewald den Spezialisten Jochen Walz (Diplom-Bio-Geograph und Freier Ökologe) mit einer umfangreichen Untersuchung im Zeitraum von Juni bis August 2012 beauftragt“, schreibt Nabu-Vorsitzender Eckhard Kiefer in einer Pressemitteilung seiner Ortsgruppe. „Herr Walz sollte alle windkraftsensiblen und gefährdeten Greifvögel untersuchen, ihre Brutreviere lokalisieren und ihre Flugbewegungen über dem Waldgebiet beobachten und erfassen. Herr Walz ist in Baden-Württemberg einer der führenden Milan-Spezialisten, der schon viele Untersuchungen zum Thema Rot- und Schwarzmilan durchgeführt hat (unter anderem auch für die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg), und durch zahlreiche Fachveröffentlichungen bekannt ist.“

In bis zu einem Kilometer Entfernung zum Windpark-Untersuchungsgebiet konnte Jochen Walz „kollisionsgefährdete Vogelarten feststellen und lokalisieren“: zwei Rotmilan-Reviere mit Nachwuchs, ein Rotmilan-Revier (Brut nicht erfolgreich), ein Schwarzmilan-Revier, ein Wespenbussard-Revier mit Nachwuchs (drei Jungvögel), ein Wespenbussard-Revier-Verdacht (zwei Jungvögel), ein Baumfalken-Revier und zwei Rotmilan-Jungesellen. In einem Abstand von 1,2 bis 2,3 Kilometern zur Planungsfläche hat der Gutachter laut Horber Nabu sieben Rotmilan-Reviere mit fünf erfolgreichen Bruten vorgefunden. „Zwei bis drei zusätzliche Rotmilan-Reviere werden östlich und südöstlich des Großen Hau vermutet (dort wurde bisher nicht explizit untersucht).“

Laut Jochen Walz sei die Milan-Dichte in dem Gebiet „ausgesprochen hoch“. Weiter schreibt die Nabu-Ortsgruppe: „Die Untersuchung der Flugbewegungen von Rot- und Schwarzmilanen sowie Wespenbussarden ergab, dass alle Waldbereiche regelmäßig von den Vögeln überflogen werden und daher zu den regelmäßigen Aktionsräumen der Vögel gehören.“ Das Fazit von Walz (wir berichteten): „Von der Errichtung eines Windparks im Bereich Großer Hau/Seewald ist dringend abzuraten.”

 Am Gutachten des „Büros für Faunistik und Landschaftsökologie“ (BFL), das im Auftrag der Stadt Horb erstellt wurde (wir berichteten), übt der Nabu Kritik: „Leider müssen wir feststellen, dass die BFL einige der relevanten Brutreviere (zwei Wespenbussarde, Schwarzmilan, Baumfalke) und die sieben Rotmilan-Reviere im näheren Umfeld nicht erfasst hat. Hierzu müssen wir anfügen, dass die BFL nicht, wie nach den Kartierungsrichtlinien der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) vorgeschrieben, die Flugkorridore der Greifvögel von der Balzperiode (Mitte März) bis zur Bettelflugperiode (Ende August) untersucht hat, sondern nur vom 3. April bis 19. Juli. Die Untersuchungstermine der Fortpflanzungsstätten wurden nur vom 29. Februar bis 25. Juni untersucht und nicht, wie von der LUBW vorgeschrieben, von Ende Februar bis Mitte August. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die BFL die Wespenbussarde nicht entdeckt hat, da die Jungvögel erst Ende Juli/Anfang August flügge werden (wo die BFL nicht mehr beobachtet hat).

Leider wurden auch Schwarzmilan und Baumfalke nicht erkannt. Unverständlich ist, dass die BFL die sieben Rotmilan-Reviere im Umfeld zwischen 1,2 bis 2,3 Kilometern nicht entdeckt beziehungsweise nicht in ihrem Untersuchungsbericht erwähnt hat. Es verwundert uns zudem sehr, dass die Ein-Kilometer-Tabuzonen um die Horste auf 500 Meter reduziert wurden, obwohl in der Visualisierung der Überflüge des BFL das gesamte Waldgebiet in allen Richtungen überflogen wird. Die Visualisierung der Flugbewegungen nach der Untersuchung von Herrn Walz zeigt deutlich, dass das Waldgebiet von den Rotmilanen und Wespenbussarden in allen Richtungen überflogen wird. Eine Ausnahmeregelung kommt daher nach den Vorschriften der LUBW nicht in Betracht.

Die Zugvogelerhebung ist außerdem aus Sicht des Artenschutzes nicht vollständig, da in der Hauptzugzeit der Rot- und Schwarzmilane (vom 10. bis 20. Oktober) nicht beobachtet wurde. Es besteht sogar der Verdacht, dass sich in der Nähe sogar ein gemeinschaftlicher Schlaf- oder Sammelplatz von Rotmilanen befinden könnte. Allein bei der großen Anzahl ziehender Rotmilane durch den Raum (alleine am 9. Oktober 2011 innerhalb von drei bis vier Vormittagsstunden 90 Rotmilane) sind Kollisionen vorprogrammiert. Die Schlussfolgerung der BFL, dass der Windpark in diesem Wald möglich sei, ist daher aus artenschutzrechtlicher Sicht nicht nachvollziehbar.“ Soweit der Bericht in der Südwest-Presse vom 5.10.2012.


Wald-Juwel Horb schreibt: Dieser Wald zeichnet sich insbesondere durch großflächige Naturverjüngung und natürliche intakte Waldstruktur mit einer artenreichen Krautschicht und gut ausgebildeten Waldrändern aus.

Quelle: www.waldjuwel-horb.de

Läßt man die hier von der Südwest-Presse zitierten Passagen aus einem vom NABU Horb in Auftrag gegebenen Vogel-Gutachten Revue passieren und vergleicht man dieses mit dem von den Ingersheimer Windkraft-Genossen seinerzeit in Auftrag gegebenen Vogel- und Fledermaus-Gutachten, fallen einem die Unterschiede auf „wie Tag und Nacht“:

So ist nach dem Lesen nur weniger Zeilen klar, daß es sich beim vom NABU Horb beauftragten Gutachter um einen objektiv urteilenden, mit wissenschaftlichen Methoden arbeitenden Vogel-Experten handelt… …im Gegensatz zum Ingersheimer Vogel- und Fledermaus-Gutachten, das von einem durch die Ingersheimer Wind-Genossen beauftragten und wohl eher pro-Windkraft urteilenden „Gutachter“ erstellt wurde….

Abgesehen davon, daß das Ingersheimer Vogel- und Fledermaus-Gutachten bereits im Jahr 2008 erstellt wurde, damit im Genehmigungszeitpunkt bereits „veraltet“ war und dessen Überarbeitung / Überleitung zum Genehmigungszeitpunkt (Stand 2011) weitgehend am „grünen Tisch“ denn via „Feld-Besuche“ in der Natur erfolgte…

 …auch ist aus einigen im Ingersheimer Gutachten enthaltenen Empfehlungen ersichtlich, daß es sich beim Gutachter wohl eher um einen „Amateur“ denn um einen „Profi“ gehandelt hat… diese Einschätzung dürfte wohl zutreffen, wenn man sich die zum Schutz vor Rotor-Vogelschlag abgegebene Gutachterempfehlung bzgl. des auf dem Ingersheimer Feld über dem WKA-Standort bei seinen Flug-Routen kreisenden Rotmilans vergegenwärtigt, wonach man den dort täglich kreisenden Rotmilan durch „Weglocken“ bzw. durch Auslegen von Fleischködern an weiter entfernter Stelle vom Tod durch Rotor-Vogelschlag verschonen könne…

…als ob sich ein sein Jagdrevier verteidigender Raubvogel durch Auslegen von Futterstückchen an entfernterer Stelle zu einer dauerhaften Änderung seiner Flug- und Jagd-Gewohnheiten dressieren lassen könne…

… derartige, im Vogel-Gutachten der Ingersheimer Wind-Genossen und im Genehmigungsbescheid vom 12.1.2011 des Ludwigsburger Landrats Dr. Haas enthaltene Empfehlungen haben zum Schmunzeln bzw. zum ungläubigen Kopfschütteln bei mit großer wissenschaftlicher Reputation versehenen Ornithologen geführt…

 …nach Kenntnis des vom NABU Horb beauftragten Vogel-Gutachtens bleibt festzuhalten, daß ein nach den dort angewendeten wissenschaftlichen Grundsätzen erstelltes Gutachten bei Anwendung dieser Grundsätze auch im Falle der Begutachtung des Ingersheimer Windkraft-Standorts es dem Ludwigsburger Landrat Dr. Haas erheblich schwerer gemacht hätte, eine Genehmigung der Ingersheimer Windindustrieanlage auszusprechen…           

Abschließend verweisen wir auf die sehr gut gelungene und recht informative Homepage von www.waldjuwel-horb.de , die den durch von der Stadt Horb am Neckar durch Windwahn-Unfug im Naturpark „Schwarzwald Mitte / Nord“ in Zukunft beim Windpark-Bau ausgelösten Landschafts-, Natur- und Vogelschutz-Frevel treffend beschreibt. 

  

Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“





www.gegenwind-husarenhof.de

Uns zugegangener Bericht eines Vogelfreunds und Naturschützers

Beobachtungen eines Vogelfreunds: Havarie eines Vogelschwarms mit Rotor-Blättern der Ingersheimer Windindustrieanlage ?


Bewahrheiten sich nun schlimmste Befürchtungen von Ornithologen und Vogelschützern über Vögel-Todesfälle, verursacht durch Vogelschlag am Ingersheimer Windkraft-Standort ?


(wm / 141012) - Wie mehreren, von uns in unsere Homepage früher eingestellten Berichten zu entnehmen, haben Ornithologen, Naturfreunde und Vogelschützer schon frühzeitig vor dem Bau der rd. 180 m hohen Ingersheimer Windindustrieanlage auf Gefahren für „Leib und Leben“ von Vögeln, Fledermäusen u.a. hingewiesen, die vom Betrieb der Ingersheimer Windindustrieanlage ausgehen könnten (siehe „Windräder sind für Vögel und Fledermäuse gefährlich“ und 3.5.2012: „Natur auf der Spur im Pleidelsheimer Wiesental“).

Die Risiken wurden zwar in den von den Windkraft-Initiatoren ausgewählten, von ihnen beauftragten sogenannten „Gutachtern“  -  zumeist aus dem Umfeld der Windkraft-Lobby  -  die Befürchtungen eher verharmlosenden „Gefälligkeits-Gutachten“ ebenfalls erwähnt, dort jedoch eher als Alibi angeführt und daher bagatellisiert.

Diese Bedenken wurden vom Ludwigsburger Ornithologen Prof. Dr. Claus König wissenschaftlich recherchiert und substantiiert beim BW-Umweltministerium sowie BW-Landwirtschaftsministerium sowie beim Regierungspräsidium in Stuttgart vorgetragen, jedoch ohne Erfolg, nachdem  -  wie wir wissen und wie es sich im Laufe des Verfahrens herauskristallisiert hat  -  aufgrund durch „Grün-Rot“ gesetzter politischer pro-Windkraft-Vorgaben das Windkraft-Bauvorhaben als Pilotprojekt für ganz Baden-Württemberg hochstilisiert und daher „unter allen Umständen“ und „koste es, was es wolle“  -  auch am vergleichsweise windarmen und daher für wirtschaftlichen Windkraft-Geschäftsbetrieb völlig ungeeigneten, nur 293 m über Meereshöhe gelegenen Binnenland-Standort Ingersheim  -  durchgesetzt werden sollte…

Im Nachhinein stellten sich diese Anhörungen als reine Alibiveranstaltungen heraus, bei denen berechtigte Einwendungen von unabhängigen und objektiv urteilenden Fachleuten von behördlichen, mit eher „minderem“ Sachverstand ausgestatteten Schreibtisch-Bürokraten aufgrund von politischen Vorgaben mehr oder weniger „weggeputzt“ und „niedergebügelt“ wurden…



Cranes at Tarifa
©COCN

Prof. Dr. König ist bundesweit anerkannter Ornithologe, er ist Mitglied unserer Bürgerinitiative. Er war in Deutschland Mitbegründer des DBV (Deutscher Bund für Vogelschutz = Vorgänger-Organisation des NABU) und baute die Ludwigsburger Vogelwarte auf. Vor seiner Pensionierung war er langjähriger Direktor des Stuttgarter Naturkundemuseums. Schon relativ frühzeitig hat er auf die von der Ingersheimer Windkraftanlage ausgehenden Gefahren für Vögel hingewiesen, die insbesondere deshalb bestehen, weil Vögel bei ihrem herbstlichen Vogelzug in ihre wärmeren Winterquartiere oftmals nicht den Flußläufen, sondern Abkürzungen folgten, in diesem anschließend geschilderten Fall wohl über den Ingersheimer Windkraft-Standort… 

Vor kurzem ist uns nun via Mail und Telefonat ein Bericht eines Vogelfreunds und Naturschützers  -  kein Mitglied unserer Bürgerinitiative  -   über seine Beobachtungen zugegangen, wonach ein aus größeren Vögeln bestehender Vogelschwarm den Ingersheimer Windkraft-Standort gekreuzt hat, wobei es den Beobachtungen zufolge zu Havarien mit den Rotor-Blättern gekommen sein könnte.

Da der Naturfreund aufgrund seines Berichts Unannehmlichkeiten und Repressalien  -  wie bei ähnlichen Sachverhalten an anderen Windkraft-Standorten bereits vorgekommen  -  aus dem Lager der Ingersheimer Windkraft-Enthusiasten fürchtet, hat er zwar die Erlaubnis zur Einstellung seines Berichts in unsere Homepage erteilt, jedoch ohne Namensnennung. Diesem Wunsch haben wir entsprochen.

Nachfolgend seine Schilderungen.


„Sehr geehrter Herr Müller!

Anbei möchte ich Sie mittels meiner Niederschrift über ein außergewöhnliches Ereignis mit einem Vogelschwarm am Sa. 13.10.12 kurz vor 19 Uhr am Ingersheimer Windrad informieren.

Da dieser Vorgang für mich so außergewöhnlich und beeindruckend war, vor allem, weil die Großvögel für mich später unerklärlicherweise nach Norden abdrifteten, führte ich noch am Samstag gleich im Anschluß ein Telefonat mit Herrn Prof. Dr. König.

Vielleicht hat noch jemand anderes diesen Vorfall beobachtet oder gehört, besonders Bewohner des Husarenhofes, oder tote Vögel gefunden?

Kurzum, vielleicht sammelt jemand derartige Informationen, um Beweise für die Unsinnigkeit und Gefährlichkeit weiterer Verspargelung unserer Landschaft zusammenzutragen!

Mit freundlichen Grüßen

…………..”

 
Der  B e r i c h t  im Wortlaut

 

„Betr.: Ereignis mit Vogelschwarm am Windrad Ingersheim am 13.10.12 gegen 19 Uhr

 
Direkt gegenüber vom Windrad, auf der anderen Seite der Enz, besitzen wir in Bietigheim/Lug ein Gartengrundstück.

Am Samstag, d. 13.10.12 kurz vor 19 Uhr wollte ich dieses gerade wegen einbrechender Dunkelheit verlassen, als ich aus Richtung Forst/Windrad viele laute jämmerliche Vogelschreie aus der Luft hörte, und dies trotz einer geschätzten Entfernung zum Windrad von etwa einem knappen Kilometer.

Ich drehte mich den Geräuschen entgegen und sah einen aufgeregten, durcheinander fliegenden Schwarm von ungefähr 50 Großvögeln direkt  hinter dem Windrad in Flügelhöhe auf der nördlichen Seite. Die Nabenrichtung des Windrades  war hierbei in der seltenen Stellung Nord-Süd, so dass die Rotorenblätter nach Ost bzw. West zeigten.

Die Vögel flogen noch etwa eine Minute  mit lautem Schreien durcheinander, um dann spontan, soweit erkennbar, diesen Windradstandort in nördliche Richtung direkt über den Husarenhof nach Besigheim (Neuer Friedhof/Aystr) zu verlassen.

Ich vermute, wenn es sich um Zugvögel gehandelt hat, sind die ersten voll in die Rotoren wegen der Nord-Süd-Richtungsstellung der Nabe gekommen. Für mich verwunderlich ist hierbei, dass die Vögel später keine südliche Richtung zur Winterruhe eingeschlagen haben.

Aufgrund der Art und Weise der Schreie und der Größe der Vögel kann ich mutmaßen, dass es sich wohl um wilde Gänse gehandelt hat.

Denn die Schreie erinnerten mich an aufgeregtes Gänsegeschnatter auf Bauernhöfen zu Zeiten meiner Kindheit…“

 
Ende des Berichts

 
 

Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“

 

www.gegenwind-husarenhof.de


B ö n n i g h e i m e r  Windindustrieanlagen-Standort-Diskussion

Zabergäu-Verein: “Strombergwald steht besser da“

Naturpark Stromberg-Heuchelberg: „Wildkatzen auf dem Sprung“

 Unsinnige, an  w i n d a r m e n  Standorten im Wald bzw. in Naturparks nur unwirtschaftlich zu betreibende, k ü n f t i g  bis zu 230 m (!!) hohe Windindustrieanlagen und die  d a f ü r  erforderliche  I n f r a s t r u k t u r  gefährden die  E r h o l u n g  des Strombergwaldes und untergraben die Artenvielfalt  

 Leidtragender: Zum wiederholten Male droht der Natur- und Landschaftsschutz durch Bestrebungen vorwiegend ideologisierter GRÜNER und  durch  u n s i n n i g e  Entscheidungen überforderter Kommunalverwaltungen „böse unter die Räder zu kommen“


(wm / 230612) - Im Nachgang zu unserem unter dem  9.7.2012  in unsere Homepage eingestellten Beitrag „KMB-Windkraft-Gutachten für Bönnigheim…“ gehen wir auf 2 in der Bietigheimer Zeitung (BZ) vom 18.6.2012 erschienene Beiträge ein, die über eine

·          Veranstaltung des Zabergäu-Vereins zum  Z u s t a n d  des Strombergwaldes und

·          über die Rückkehr der  W i l d k a t z e  in den Naturpark Stromberg-Heuchelberg

berichten.

Bei der in Güglingen abgehaltenen Veranstaltung des Zabergäu-Vereins referierte Forstdirektor Martin Rüter „…über den Wald im Strom- und Heuchelberg als Rohstofflieferant und Lebensraum für Mensch, Tiere und Pflanzen…“ Zentrale Aussage gemäß BZ-Bericht: „…Was positiv stimmt: In den letzten fünf bis sieben Jahren nahmen die Symptome des „Waldsterbens“ ab.“

Ein zweiter BZ-Bericht über die Rückkehr u.a. auch in den Stromberg der lange als ausgestorben geltenden Wildkratze beginnt einleitend: Wildkatzen sind sehr selten und sehr scheu. Am Kaiserstuhl und im Naturpark Stromberg-Heuchelberg kommen sie vor. Waldkorridore sollen ihr Überleben sichern - und ihre Lebensräume vergrößern...“

Die hier geschilderten, positiven und wohl nicht „Eintagsfliegen“ darstellende Entwicklungen bestätigen, daß es auch in Ballungsräumen und vorwiegend industriell geprägten Wirtschaftsräumen möglich ist, über Naturschutzprogramme, Realisierung von Innovationszielen in der Wirtschaft u.ä. zu einem verträglichen Miteinander von Mensch, Wirtschaft und Natur zu kommen, das u.a. dazu führt,

  • daß das durch den „sauren Regen“ bzw. durch in die Luft (wegen schlechter Filterung von Industrie-Emissionen) gelangende Schadstoffe ausgelöste Waldsterben beendet wird  -  nachdem es gelang, die Ursachen weitgehend zu eliminieren  -  zu einer Erholung des deutschen Walds führend… 
  • daß der Rückgang der Artenvielfalt bzgl. der Pflanzen- und Tierwelt ebenfalls gestoppt werden kann, wie die Rückkehr der Wildkatze in heimische Wälder belegt… 

Bedauerlich ist jedoch, daß diese auf dem Gebiet des Naturschutzes in letzter Zeit zu verzeichnenden Erfolge Gefahr laufen,

·         einerseits durch  u n s i n n i g e  politische Programme / Vorgaben

·         und andererseits durch  n o c h  u n s i n n i g e r e  Umsetzung dieser Vorgaben auf kommunaler Ebene 

in kurzer Zeit wieder zerstört zu werden.

Von den bundesweit bis jetzt rd. 23 000 installierten Windindustrieanlagen (weiter steigend wegen des forciert erfolgenden Zubaus) stehen  -  nicht ohne Grund  -  ca. 8 5 % (!!) in den „klassischen“ Windkraft-Bundesländern im Norden + Osten Deutschlands, weil dort das jahresdurchschnittliche Windaufkommen  -  = Haupt-Einflußfaktor für das Volumen des Windstrom-Ertrags am jeweiligen Standort  -  nach allen einschlägigen Windmess-Statistiken des Deutschen Wetterdiensts (DWD) u.a. um ca. 2 - 3 Mal  h ö h e r  ist als im demgegenüber eher  w i n d s c h w a c h e n  südlichen Binnenland (Bayern, Baden-Württemberg).


Foto: Boehringer Friedrich / Wikimedia (cc-by-sa-2.5 US-amerikanisch)

Folgerichtig und unter Einsatz des gesunden Menschenverstands ohne weiteres logisch nachvollziehbar, stehen im vergleichsweise windarmen Baden-Württemberg daher bisher nur ca.  3 8 0  
Windindustrieanlagen
, vorwiegend an den von unabhängigen Sachverständigen des TÜV Süd als vermeintlich  -  für baden-württembergische Verhältnisse  -  relativ windstark eingestuften Standorten auf den Höhenrücken des Nord- und Südschwarzwalds, auf der Schwäbischen Alb und auf der Hohenloher Ebene. 

Ein Großteil dieser Windindustrieanlagen erwirtschaftet jedoch (selbst an den vermeintlich als besonders windstark eingestuften Standorten)  -  entgegen den vollmundigen Versprechungen der Windkraft-Lobby  -  seit ihrer Inbetriebnahme Jahr für Jahr nur „tiefrote“ Betriebsergebnisse ohne Aussicht auf Besserung der Windverhältnisse und deshalb auf einen Teil- bzw. Totalverlust der Einlagen der Investoren zusteuernd…  

Dies hinderte jedoch die seit den BW-Landtagswahlen vom 27.3.2011 amtierende grün-rote Landesregierung  -  unter Verdrängung der oben genannten Fakten und vorwiegend unter ideologischem Blickwinkel handelnd  -  nicht daran, ein Programm zum flächendeckenden Ausbau der Windkraft aufzulegen, wonach  z u s ä t z l i c h  zu den bereits bestehenden rd. 380 Windkraftanlagen  j ä h r l i c h
bis zu 150  (!!) n e u e  Windindustrieanlagen gebaut werden sollen.
Bis zum Jahr 2020 sollen so zusätzlich rd. 1200  (!!) n e u e  Windindustrieanlagen in Baden-Württemberg errichtet werden.

Da die vermeintlich als für baden-württembergische Verhältnisse besonders windstark geltenden Filet-Standorte durch die bereits rd. 380 bestehenden Windindustrieanlagen weitgehend  b e l e g t  sind und sich dort schon starke contra-Windkraft-Bürgerproteste etabliert haben, führt die Umsetzung des von „grün-rot“ aufgelegten Windkraft-Programms unweigerlich dazu, daß ein Großteil der neu geplanten Windindustrieanlagen nun auch auf dem noch einmal windschwächeren „flachen Land“ sowie auch in bzw. in der  N ä h e  von Landschafts- und Naturschutzgebieten  -  insbesondere auch nahe an Vogelschutzgebieten  -  gebaut werden sollen, falls die sich hiergegen verstärkt organisierenden Bürgerproteste im außergerichtlichen Verfahren oder vor den Verwaltungsgerichten keinen Erfolg haben. 

Ein Beispiel für diese unheilvolle Entwicklung ist die Diskussion um Windkraft-Standorte im relativ windschwachen  B ö n n i g h e i m.

Selbst die eher als „windkraft-freundlich“ einzuschätzenden Gutachter von KMB in Ludwigsburg gelangen zu der Erkenntnis, daß die übrigen in Frage kommenden Standorte  -  selbst unter Zugrundlegung des von 100 % auf nur noch 60 % reduzierten Referenzertrags  -  für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Geschäftsbetrieb völlig ungeeignet sind, nachdem das Gebiet Roterberg am Naturpark Stromberg / Heuchelberg wegen seiner Lage inmitten eines Europäischen Naturschutzgebiets nach den insoweit eindeutigen gesetzlichen Bestimmungen als Windkraft-Standort ausscheidet.

         Foto: Peter Trimming  / Wikimedia (cc-by-sa-2.0)

Daher empfiehlt das KMB-Gutachten folgerichtig,  k e i n e  Windkraft-Standorte in Bönnigheim auszuweisen.

Auf Basis des zur Ablehnung von Windkraft-Stndorten in Bönnigheim kommenden KMB-Gutachtens hätte es nur eine logische und folgerichtige Entscheidung im Gemeinderat von Bönnigheim geben dürfen:

 Ablehnung von Windkraft-Standorten in Bönnigheim !

Selbst diese eindeutigen gesetzlichen Bestimmungen hindern die im Bönnigheimer Gemeinderat mit 2 Gemeinderäten vertretenen GRÜNEN nicht daran, den Ausweis von Windkraft-Standorten am Naturpark Stromberg-Heuchelberg im Naturschutz-Gebiet Roterberg zu fordern, ein Verhalten, das zum „Einknicken“ des Bönnigheimer Bürgermeisters Bamberger geführt hat, der neue Umwelt- und Naturverträglichkeits- 
Gutachten in Auftrag geben will, obwohl die Naturschutz-Bestimmungen eine klare Sprache sprechen und die Ablehnung von Windkraft-Standorten am Roterberg fordern und der  -  je nach Ergebnis  -  wohl nicht abgeneigt ist, Windkraft-Standorte für künftig ggfs bis zu 230 m hohe Windindustrieanlagen im Naturpark Stromberg-Heuchelberg am Roterberg zuzulassen.

Sollte es hierzu kommen, dürfte dies zu irreparablen Eingriffen in die Natur und zu einem weiteren „unter die Räder kommen“ des Naturschutzes führen, denn:

Der Bau von Windindustrieanlagen im Wald führt zur Durchführung hierzu notwendiger Infrastrukturmaßnahmen,

·        wie dem Anlegen befestigter Feldwege für den Transport der am Standort zu montierenden                  Windrad-Einzelteile durch 9-Achser-LKW
·         deren Befahren mit schwerem Gerät für Zwecke der Instandhaltung u.a.
·         dem Aufstellen von Baukränen,
·         dem Verlegen von Stromkabeln zur Verteiler-Station
·         dem Schlagen von großvolumigen Waldschneisen für Transport und für den Windkraft-Standort
·         und dem damit verbundenen Fällen -zig Jahrzehnte alter Bäume…

m.a.W. dort, wo Windindustrieanlagen an Standorten im Wald oder an bisher ausschließlich landwirtschaftlich genutzten Gebieten errichtet werden, führt dies zu einer schleichenden Umwidmung hin zu einem Windkraft-Gewerbegebiet mit allen nachteiligen Folgen für den Umwelt- und Naturschutz (die Praxis an anderen Windkraft-Standorten zeigt es) ohne  -  im eher windschwachen Binnenland  -   „auch nur eine müde Mark“ an zusätzlichen Gewerbesteuer-Einnahmen für die Windkraft-Standort-Kommune generierend…

Sollten die GRÜNEN-Pläne am relativ windschwachen Roterberg in Bönnigheim realisiert werden, stellt dies eine Umkehr der oben dargestellten, bis jetzt positiv im Sinne des Naturschutzes verlaufenden Entwicklung dar,

·         denn durch die ha-große Abholzung Jahrzehnte alter Bäume und

·         der Zurückdrängung seltener Arten sowie

·         durch die Umwidmung in windkraft-industrielles Gewerbegebiet (an Standorten, die für dauerhaft wirtschaftlich nicht möglichen Windkraft-Betrieb ungeeignet sind)

 käme einmal mehr der Umwelt- und Naturschutz „böse unter die Räder“, und dies, ohne Vorteile aber mit viel zu vielen Nachteilen für die im Windkraft-Wirkungskreis (Radius bis zu 5 Km) lebende Bevölkerung…

Ob der Bönnigheimer Bürgermeister Bamberger an diese negativen Konsequenzen gedacht hat ?

 

Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“

  

…Herr, schmeiß Hirn ra…




www.gegenwind-husarenhof.de


            „Natur auf der Spur“ im Pleidelsheimer  W i e s e n t a l Vogelkundliche Führung durch Prof. Dr. Claus König unter Beteiligung der    in Ludwigsburg ansässigen Umweltstiftung „NatureLife-International“ am     S a m s t a g, den 5. Mai 2012

Windkraft-Pläne der Ingersheimer Gemeindeverwaltung gefährden Umwelt- und Naturschutz  -  insbesondere den Vogelschutz  -  entlang des Neckars im Landkreis Ludwigsburg

(wm / 030512) - Einer der Bietigheimer Zeitung (BZ) vom 3.5.2012 zu entnehmenden Meldung findet am Samstag, 5.5.2012 ab 8.00 Uhr unter Beteiligung der Ludwigsburger Umweltstiftung „NatureLife-International“ eine  o r n i t h o l o g i s c h e  F ü h r u n g  im Pleidelsheimer Landschafts- und Naturschutzgebiet „Wiesental“ statt, die von einem der bekanntesten Ornithologen Deutschlands, Prof. Dr.  C l a u s  K ö n i g, Ludwigsburg geleitet wird, wobei die Teilnehmer „…bei diesem kostenfreien Vogel-Erlebnisspaziergang Nachtigall von Mönchsgrasmücke zu unterscheiden lernen, beobachten Reiher, Enten und verschiedene Greifvögel.“

Die Veranstaltung ist Teil der z. Zt. stattfindenden bundesweiten Naturerlebniswoche. Weiter heißt es im BZ-Beitrag:

Ziel der Naturerlebniswoche ist, den Leuten ohne erhobenen Zeigefinger die ganze Faszination der Natur ebenso zu vermitteln wie Zusammenhänge in der Landschaft", erklärt Claus-Peter Hutter von der baden-württembergischen Umweltakademie, welche im Zusammenwirken mit den Umweltakademien der anderen Länder und weiteren Partnern die Naturerlebniswoche ins Leben gerufen hat. Hutter begrüßt die große Bereitschaft zahlreicher ehrenamtlicher Helfer bei Wandervereinen, Natur- und Umweltverbänden, Heimatorganisationen, Naturparks, Naturschutzzentren, Freilichtmuseen und vielen anderen Institutionen, bei der sechsten bundesweiten Naturerlebniswoche mitzumachen und damit einen wichtigen Beitrag für eine stärkere Sensibilisierung in Sachen Natur und Landschaft zu leisten. Die Naturerlebniswoche ist, nach Mitteilung der Umweltakademie, auch ein Beitrag gegen die immer größer werdende Wissenserosion in Sachen Natur und Umwelt.“

 Rotmilan-Horst mit Nachwuchs

  Wie in unseren unter homepage-Rubrik „Umwelt und  Naturschutz“ aufrufbaren Beiträgen ersichtlich,  haben wir schon frühzeitig auf die durch den Bau einer  180 m hohen Windindustrieanlage für das im  Pleidelsheimer Landschafts- und Naturschutzgebiet  „Wiesental“ e n t s t e h e n d e n  G e f a h r e n  für  die dort lebenden Vögel  -  die dieses einzigartige  Gebiet als  R ü c k z u g s- und  B r u t g e b i e t    nutzen und deren  J a g d- und Nahrungs-F l u g 
 r o u t e n  sich auf mehrere Quadrat-Kilometer  erstrecken
, insbesondere auch auf das Ingersheimer  Windvorrang-Gebiet, das ab jetzt für die Vögel mit  einem erhöhten Todesfall-Risiko
  wegen des dort jetzt  möglichen Windrad- V o g e l s c h l a g s  versehen ist    - , Tiere und Pflanzenwelt hingewiesen.

Nach den  j ü n g s t  bekannt gewordenen  P l ä n e n  des Ingersheimer Bürgermeisters nimmt der  
G r a d  d e r  B e d r o h u n g  für die  V o g e l w e l t  im Pleidelsheimer Wiesental  -  aber auch  
e n t l a n g  des  N e c k a r s  in Hessigheim, Mundelsheim, Pleidelsheim u.a.  -  noch  w e i t e r  zu,
beabsichtigt doch die Ingersheimer Gemeindeverwaltung  n e b e n  dem bereits bestehenden und nach Aussage des Ingersheimer Bürgermeisters  B e s t a n d s s c h u t z  genießenden Windvorrang-Gebiet (das weitere ca. 2-4 rd. 180 m hohe Wind-Monster aufnehmen kann)  -  trotz der jetzt immer stärker in Ingersheim und Umgebung zu Lasten der Bevölkerung ersichtlichen Nachteile (Schad-Immissionen wie Lärm, Infraschall u.a.) - den  A u s w e i s  w e i t e r e r Windindustrieanlagen-
S t a n d o r t e  auf der Ingersheimer Gemarkung entlang des Neckarhäldenwalds an ebenso windarmen und daher ebenfalls nur unwirtschaftlich zu betreibenden  -  vorwiegend  I d e o l o g i e, S y m b o l i k und grün-roten Parteiprogrammen geschuldeten  -  und  n u r  298 m über Meeresspiegel liegenden Standorten im Gewann „Kallenberg“, „Salen“ u.a.
 

G e g e n  das Ingersheimer Windrad und im Interesse des Natur- und Umweltschutzes haben sich bereits frühzeitig u.a.  -  stellvertretend für viele  -  folgende, im Landkreis Ludwigsburg bzw. in der Nähe wohnende Persönlichkeiten ausgesprochen, so z.B.:

Claus-Peter Hutter, Benningen,

·         im Hauptberuf Leiter der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg beim Ministerium für Umwelt und Verkehr

·         Autor vieler Bücher und Reportagen für Zeitschriften und Zeitungen

·         Lehrbeauftragter an der Universität Hohenheim für Umweltmanagement sowie

·         Präsident der Umweltschutz-Stiftungen „Naturelive-International“ und Europäisches Naturerbe (EURONATUR) 

der seinen Worten nach „… durch das Wiesental…überhaupt erst zum Umweltschutz gekommen“ sei: „Hier habe vor 35 Jahren der moderne Naturschutz begonnen“ und aus Teilen der Bürgerinitiative „haben sich die Stiftung NatureLife-International, die Stiftung EuroNatur und auch der BUND-Kreisverband entwickelt.“  

Prof. Dr. Claus König, Ludwigsburg, 

·         10 Jahre lang Leiter der Ludwigsburger Vogelschutzwarte

·         anschließend tätig als Direktor des Naturkundemuseums Stuttgart und

·         15 Jahre lang ehrenamtlicher Präsident des DBV (Deutscher Bund für Vogelschutz = Vorgängerorganisation des heutigen NABU)

·         Ehrenpräsident des NABU

·         Lehrbeauftragter an der Universität Stuttgart (Lehrfach Ornithologie) bis 2007 

Dr. Jochen Hölzinger, Remseck

·         Vorstandsvorsitzender der Ornithologischen Gesellschaft Baden-Württemberg, Stuttgart

·         Schriftleiter der ornithologischen Jahreshefte Baden-Württemberg

·         Verfasser mehrerer ornithologischer Grundlagen-Werke 

Fritz-Eberhard Griesinger, Stuttgart 

          Vorsitzender des Schwäbischen Heimatbundes, Stuttgart (ca. 5000 Mitglieder)

          sowie 

Conrad Fink, BUND-Ortsvorsitzender von Freiberg / N. und

Wolfgang Huber (stv BUND-Kreisvorsitzender Ludwigsburg, BUND-Ortsvorsitzender Ingersheim; beide Ämter aus Protest gegen die zum geplanten Windrad-Standort Ingersheim zustimmende Haltung des Ludwigsburger BUND-Kreisverbands ruhend bzw. niedergelegt)

und viele weitere an der Basis tätige  -  ungenannt bleiben wollende  -  Natur- und Umweltschützer, Mitglieder von Ortsgruppen der Schwäbischen Albvereine, örtlichen Obst- und Gartenbauvereine u.a.

Zu hoffen bleibt, daß sich der  g e s u n d e  M e n s c h e n 
v e r s t a n d  bei den Entscheidungsträgern auf der kommunalen Ebene doch noch durchsetzt und der Windkraft-Unfug zur Vermeidung vieler Nachteile an für Windstrom-Erzeugung an dafür völlig ungeeigneten  -  weil relativ windschwachen  -  Standorten im Mittleren Neckarraum / Großraum Stuttgart  -  und insbesondere im Landkreis Ludwigsburg entlang von Neckar, Enz und Metter doch noch verhindert werden kann.

                                                                                        Schwarzstorch

Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“

 

Beiträge zum Artikel:



www.gegenwind-husarenhof.de

Windräder sind für Vögel und Fledermäuse gefährlich - Pelikan von Windrad getötet ! Steigende Anzahl von Windindustrieanlagen und davon ausgehende Gefahren verstoßen immer mehr gegen elementare Prinzipien des Vogelschutzes !

Das Schweigen der Kirche zum Frevel an der Natur…


Vogelschutz-Experte des NABU: Jetzt schon deutschlandweit in Betrieb befindliche 22500 Windräder verursachen jährlich den Tod von bis zu 225 000 Vögeln  -  Tendenz steigend wegen des weiter forcierten Windkraft-Ausbaus

(wm / 100312) - Die bundesweit vorwiegend durch die neu gewählten grün-roten bzw. rot-grünen Landesregierungen in NRW, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg  -  aber auch in Bayern  -  forcierten W i n d k r a f t-A u s b a u p l ä n e  verstoßen immer stärker gegen elementare Grundprinzipien des  V o g e l s c h u t z e s, der Gefahr läuft, angesichts des massiven Windkraft-Ausbaus vollends unwiderruflich und irreparabel „unter die Räder zu kommen“, insbesondere auch durch die jetzt in den Landesplanungsgesetzen vorgesehene Freigabe des  W a l d e s  als  
S t a n d o r t  für W i n d p a r k s.
 

Während die weitgehend dogmatisierten, zumeist ideologisch verblendeten leitenden Schreibtisch- 
Funktionäre der „grünen“ Vorfeld-Organisationen und Fußtruppen wie BUND, NABU oder andere Weltklima-Verbesserer sowie selbst ernannte Naturschützer den Windkraft-Ausbau selbst an unsinnigen
- weil relativ windarmen und daher völlig unwirtschaftlichen  -  Binnenland-Standorten „unter allen Umständen“ und „koste es, was es wolle“ durchsetzen wollen, schlagen immer mehr an der  
B a s i s  im Natur- und Vogelschutz tätige renommierte  V o g e l s c h ü t z e r  -  allesamt  
F a c h l e u t e  mit entsprechender wissenschaftlicher Reputation  -  immer stärker „A l a r m“ und w a r n e n vor den  v e r h e e r e n d e n  F o l g e n  für den Vogelschutz.

In einem Beitrag für die bundesweit erscheinende „Bild“ vom 28.10.2011 schätzt Experte Dr. Hermann Hötker, Leiter des Michael-Otto-Instituts im NABU, daß „zwischen ein und zehn Vögel pro Jahr pro Windrad“  z u  T o d e 
kommen
. Das gleiche Schicksal ereilt oft die für die Schädlingsbekämpfung eminent wichtigen Fledermäuse. Wegen ihrer vom Aussterben betroffenen Population seien Verluste von infolge Windrad-Schlag zu Tode gekommenen Greifvögeln wie Rotmilan oder Seeadler besonders schmerzhaft.

Die Zahlen der durch Windindustrieanlagen zu Tode gekommenen Vögel sind noch weit höher, wenn man die auf ihren Flügen in den Süden und zurück in den Vogelflug-Transitländern wie Spanien, Italien u.a. durch Windräder getöteten Vögel mit einbezieht.

Ohnehin ist davon auszugehen, daß es hinsichtlich der durch Windräder getöteten Vögel eine hohe  
D u n k e l z i f f e r
 gibt, denn in Vorjahren in Brandenburg durchgeführte Untersuchungen ergaben, daß es regelrechte, viele direkt zum Windrad-Standort führende „Fuchs-Trampelpfade“ gibt… Danach ist zu vermuten, daß sich der Fuchs den am Fuße des Windrads liegenden Vogel-Kadaver holt, noch bevor das vom Windrad getötete Tier statistisch erfasst werden konnte.

Auf die Frage „Warum sehen die Tiere die Gefahr nicht ?“ antwortet der Experte: „Die Rotorblätter treffen die Tiere von oben  -  bei Fledermäusen ist aber die Echoortung nach vorne gerichtet und auch Vögel sehen beim Fliegen nach vorne.“ Die Evolution hat die Tiere nicht auf diese Gefahren vorbereitet.

Wir haben ebenfalls schon mehrfach in unseren homepage-Beiträgen unter Rubrik „Naturschutz“ auf diesen Skandal hingewiesen.

 Wer bisher allerdings auf ein eindeutiges  W o r t  der  
 K i r c h e
 gegen das durch Windrad-Schlag jährlich  verursachte und gegen die Schöpfung gerichtete  Massensterben von Vögeln gewartet hatte, wurde  -   zumindest bisher  -  bitter enttäuscht…

 Ein besonders grausames Ende hat ein am 30.7.2011 aus  dem Artis-Zoo in Amsterdam entflogener 
 P e l i k a n
 gefunden: Nachdem er in den darauf folgenden  Wochen öfters von Bild-Lesern im Rahmen der Serie „Leserreporter“ auf seinem Irrflug in Holland und Deutschland gesichtet wurde, fand ein Bild-Leser den
t o t e n  Pelikan am 28.10.2011 am Fuße einer Windkraftanlage in Schwegenheim (Rheinland-Pfalz)

-  von deren Rotorblatt enthauptet:

„Kopf und Rumpf des Tieres lagen 30 Meter auseinander. Erst dachte ich, es ist ein Storch. Dann sah ich die Schwimmfüße. An einem war ein roter Kunststoffring befestigt.“ Bis zu diesem Tag hatte der Pelikan sogar einen Fan-Kreis von Vogelkundlern im Internet, die berichteten, wann und wo der Pelikan bei seinem Irrflug gesichtet wurde.

Laut Bild „…starb der einsame Wasservogel 60 Kilometer von der Stelle entfernt, an der ihn ein anderer BILD-Leser beim Tiefflug über der A 5 bei Darmstadt gefilmt hatte.“ Und weiter:

“Den Autobahnflug hat die Pelikan-Dame überlebt. Gegen das Windrad hatte sie keine Chance. Die Spitzen der Rotorblätter sausen mit bis zu 300 km/h durch die Luft, kein Tier kann die Kreisbewegung dieser unnatürlichen Hindernisse berechnen.” Der Ornithologe Dr. Manfred Niehuis (Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie): „Das Ereignis zeigt, wie gefährlich Windkraftanlagen für Vögel sind.“

F a z i t:           Das jährliche, massenhafte und in die Hunderttausende gehende, durch Windkraftanlagen  v e r u r s a c h t e  Sterben von  V ö g e l n  und  F l e d e r m ä u s e n  ist angesichts des vor allem von rot-grünen bzw. grün-rot geführten Landesregierungen massiv  f o r c i e r t e n  W i n d k r a f t-A u s b a u s  geradezu  v o r p r o g r a m m i e r t…  So sollen in den nächsten 8 Jahren  a l l e i n  in Baden-Württemberg  -  größtenteils an relativ windarmen und daher völlig unsinnigen, für die Erzeugung von Windkraft-Strom unwirtschaftlichen Standorten  -  zu den bereits bestehenden 382 bis zu 1200  n e u e  Windindustrieanlagen hinzukommen, ähnliche Ausbaupläne liegen in NRW, Rheinland-Pfalz und in Bayern auf dem Tisch…

 …Daß dieser  F r e v e l  an der  N a t u r  unter den Augen bzw. unter  verschämtem Wegsehen der selbst ernannten  -  meist jedoch ideologisch  verblendeten  -  Naturschützer auf der Leitungsebene von BUND und NABU  geschieht, ist noch einigermaßen nachvollziehbar, wenn man „hinter die  Fassaden“ der offiziell als Funktionäre für BUND und NABU handelnden  Gestalten näher hinschaut…

 …Auch ist es  -  nachdem man die vergangenen 2 Jahre der  Windrad-Geschichte in Ingersheim und die Zeit davor Revue passieren läßt  (insbesondere die den Eingeweihten vor Ort bekannten Abläufe „hinter den  Kulissen“)  -  nachvollziehbar, wenn die evangelische Kirchengemeinde in  Ingersheim angesichts des auf der Ingersheimer Höhe sich jetzt  anbahnenden Naturfrevels schweigt, stehen doch die meisten Mitglieder  der Ingersheimer Windkraft-Initiatoren der evangelischen Kirchengemeinde  nahe bzw. kommen aus ihren Reihen…  

…Daß bisher jedoch selbst die Landes-Kirchen bzw. deren Leitung über diesen immer stärker werdenden Frevel an der Natur stillschweigend hinwegsehen, dürfte vielen am Natur- und Tierschutz interessierten Bürgern „ die Augen öffnen“ und bewirken, daß sich mancher ohnehin der Kirche gegenüber schon kritisch eingestellte Zeitgenosse in seiner äußerst kritischen Einstellung gegenüber der Kirche bestätigt fühlt… und die Entwicklung der Kirchenaustritte spricht eine deutliche Sprache…  

Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“


 Warum Windräder für Vögel gefährlich sind 

 Schlimmes Ende für Pelikan 


www.gegenwind-husarenhof.de



Pfälzerwald-Verein mit seinen rd. 50 000 Mitgliedern läuft Sturm: „Keine Windkraftanlagen im Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald“

Oberbürgermeister von Kasierslautern (Vorsitzender des Pfälzerwald-Vereins) stellt sich zum Erhalt einer herausragenden natur- und geschichtsträchtigen Kulturlandschaft an die Spitze der gegen die Freigabe von Waldgebiet für Windräder gerichteten Bewegung und widersetzt sich Windkraft-Plänen der Landesregierung von Rheinland-Pfalz (SPD / Bündnis 90 - Grüne)

(wm / 171211) - Einem Bericht der Lampertheimer Zeitung vom 12.12.2011 (vgl. unten) zufolge hat sich Dr. Klaus Weichel (OB von Kaiserslautern und Vorsitzender des Pfälzerwald-Vereins) vehement  -  wie zuvor schon viele andere Persönlichkeiten in Rheinland-Pfalz und in den angrenzenden Bundesländern  -  gegen den von der rheinland-pfälzischen Landesregierung (SPD / Bündnis 90 - Grüne) befürworteten Bau von Windindustrieanlagen im Pfälzerwald ausgesprochen.

Unterstützt durch 50 000 Mitglieder, großen Teilen der Bevölkerung in der Metropol-Region Rhein-Neckar (Kurpfalz: Mannheim / Ludwigshafen / Heidelberg) und in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen und Baden-Württemberg sowie im Elsaß (Vogesen), widerspricht er „nachdrücklich allen Plänen, die dem Pfälzerwald die Eigenschaft als Ausschlußfläche für den Bau von Windkraftanlagen aberkennen und das Waldgebiet dafür freigeben wollen“, so der Leitsatz des gegen die Bau-Freigabe für Windindustrieanlagen im Pfälzerwald gerichteten, vielbeachteten Statements.

Zur Begründung heißt es u.a. weiter, „…Der Pfälzerwald stelle als größtes zusammen-hängendes Waldgebiet Deutschlands …eine herausragende natur- und geschichtsträchtige Kulturlandschaft von europäischem Rang dar…, …die landschaftliche Schönheit seiner Mischwälder mit den wertvollsten Eichenbeständen Deutschlands mache ihn für den Biotop- und Artenschutz, den Schutz von Boden und Wasser, die menschliche Erholung, den Wandertourismus, aber auch für die Holzversorgung der Bevölkerung zu einem Waldgebiet von hohem Wert, wie ihn wenige andere Wälder bieten können…“. 

Käme es zum Windrad-Bau im Pfälzerwald, würden bis zu 2 Hektar (!!) Flächenverbrauch anfallen, denen Hunderte Jahrzehnte alter Bäume mit verheerenden Folgen für Natur- und Umweltschutz  -  insbesondere den Vogelschutz betreffend  -  zum Opfer fielen, wodurch eine dauerhafte Störung des ökologischen Gleichgewichts vor Ort zu befürchten wäre.

Und weiter: „…Dies erkläre auch, warum der Pfälzerwald mit Prädikaten wie Biosphärenreservat, Naturpark, Landschaftsschutzgebiet und mit Schutzkategorien wie Vogelschutzgebiet, Natura 2000-Fläche, Naturschutzgebiet und anderen überhäuft wurde. Für die Errichtung einer Windkraftanlage mit einer Nabenhöhe von 150 und einer Höhe der Rotorblätter von 200 Metern werde eine Fläche von 1,5 bis zwei Hektar Wald benötigt. Was ebenso schwer wiege: Es müssten für Schwertransporte ausgebaute Schneisen quer durch intakte Waldbestände zu den hochgelegenen Standorten gebaut werden. Die Topographie werfe auch Fragen auf, wie der Strom gespeichert oder weiter transportiert werden soll. Ein wichtiges Argument sei die Ästhetik in einer reinen Erholungslandschaft. Ein schon durch wenige, weithin sichtbare Windrad-Monster „verspargelter“ Naturpark verliere erheblich von seiner einzigartigen Attraktivität für Wanderer und Erholungsuchende. Damit würden jahrzehntelange Bemühungen und große Kosten für Entwicklung und Vermarktung einer einzigartigen Erholungs- und Urlaubslandschaft konterkariert werden….“.

Wie an anderen Windrad-Standorten  -  so auch in Ingersheim (Kreis Ludwigsburg), wie für jeden Augenzeugen ersichtlich  -  würde bei einer Freigabe von Naturschutz- und Waldgebieten für Windrad-Bebauung eine schleichende Umwidmung hin zu einem Gewerbegebiet einsetzen, bedingt vor allem durch folgende Windkraft-Infrastrukturmaßnahmen…

  • …Verlegung / Verbreiterung von Feldwegen wegen Aufbau, späterem Abbau und Instandhaltung der Windkraftanlagen
  • …Verlegung von Stromleitungen zum Anschluß an das Versorgungsnetz

  • …Zusätzliche Abholzung / Betonierung / Versiegelung von Wald- und Ackerlandflächen für Anlegung von Schneisen zum Transport von Einzelteilen der bis zu 200 m hohen Windindustrieanlagen zur Endmontage am Standort (Befahrung durch Schwertransporte / 9-Achser)

  • …Durchführung weiterer Infrastrukturmaßnahmen für Transport von Tonnage / Beton für Fundament-Erstellung, auch in der Umgebung u.a.

Besonders verwerflich erscheint es, daß mit der jetzt geplanten Windkraft-Verschandelung des Pfälzerwalds irreparable, viel zu große Nachteile zu Lasten der Bevölkerung und nachfolgender Generationen in Kauf genommen werden, denen  -  wie oft auch an anderen fehl-geplanten Windrad-Standorten, wie z.B. in Ingersheim (Kreis Ludwigsburg)  -  keine nennenswerte Vorteile gegenüberstehen.

So kritisiert der Vorsitzende des Pfälzerwald-Vereins dem Zeitungsbericht zufolge„…dass der Pfälzerwald in die Planungen einbezogen werden soll, obwohl man genau weiß, dass der Pfälzerwald selbst auf seinen Höhen nach den Windkartierungen nur eine geringe Windhöffigkeit aufweist, wie es die Experten nennen - die Windstärke also nur eine mäßige Eignung zum Bau der Anlagen ergibt…“, und „…Der Bau von Anlagen im Naturpark sei „absolut nicht erforderlich“, weil die Planungsgemeinschaften bereits außerhalb des Pfälzerwaldes weit mehr als die vom Land geforderten zwei Prozent Vorrangflächen für Windräder ausgewiesen hätten, „die gar nicht genutzt werden“…., so der OB von Kaiserslautern weiter.

Je mehr man sich diese vom Vorsitzenden des Pfälzerwald-Vereins geäußerten Befürchtungen vor Augen hält, umso mehr wird deutlich, daß nach der Landtagswahl am 27.3.2011 in Rheinland-Pfalz durch die rot-grüne Landesregierung  -  wie parallel zur grün-roten Landesregierung in Baden-Württemberg  -  Überlegungen zum weiteren Windkraft-Ausbau angestellt werden, die weniger auf Wirtschaftlichkeitsüberlegungen gestützt sind, sondern sich eher an durch Partei-Programme von SPD und Grüne und deren Ideologie und Symbolik orientieren.

Anders sind die Planungen zum Windrad-Bau im bisher windkraft-freien  -  weil relativ windarmen  -  Pfälzerwald nicht zu verstehen, die dennoch von „rot / grün“ durchgeführt werden,

  • obwohl  -  wie durch unabhängig erfolgte Windmessungen belegt  -  auch dort die Windhöffigkeit für einen dauerhaft wirtschaftlichen Windrad-Geschäftsbetrieb nicht vorliegt
  • und obwohl das Bundesland Rheinland-Pfalz sein Ziel bereits erreicht hat, 2 % der Landesfläche für Windkraft-Ausbau zu reservieren, nachdem außerhalb des Pfälzerwalds bestehende Planungsgemeinschaften bereits mehr als die vom Land geforderten 2 % Windvorrang-Flächen ausgewiesen haben… 

Die hier beschriebene Auseinandersetzung stellt auch in Rheinland-Pfalz keinen Einzelfall dar.

Vielmehr läßt sich durch Recherchieren in Tages- / Lokalzeitungen bzw. über Internet-Abfrage ohne weiteres belegen, daß die von der rot / grünen Landesregierung seit dem 27.3.2011 (Landtagswahl in Rheinland-Pfalz) noch einmal forcierten Windkraft-Ausbaupläne auf massiven Widerstand der Bevölkerung vor Ort stoßen, der sich zunehmends in der Gründung von Bürgerinitiativen manifestiert, vor allem dort, wo…

  • viel zu geringe Sicherheits- / Mindestabstände zur Zivilbevölkerung (wie z.B. in Ingersheim) geplant sind und
  • unabhängige und objektiv durchgeführte Windmessungen belegen, daß das dort jahresdurchschnittlich vorhandene Windaufkommen niemals für einen dauerhaft wirtschaftlichen Windrad-Geschäftsbeitrieb ausreicht, die Windrad-Planungen vorwiegend auf Ideologie und Symbolik gestützte politische Vorgaben von „rot / grün“ gestützt sind und
  • ohne zuvor abgehaltenen Bürgerentscheid  -  am Bürgerwillen vorbei  -  getroffen wurden…

Die schon seit längerem  -  insbesondere ab dem 27.3.2011  -  auch in Rheinland-Pfalz zunehmenden und gegen Windkraft-Ausbau an unsinnigen Standorten gerichteten Bürgerproteste stehen auch in krassem Widerspruch zu den kürzlichen Äußerungen des baden-württembergischen Umweltministers Franz Untersteller / MdL (Bündnis 90 / Grüne), der im Hinblick auf den weiteren Windkraft-Ausbau in Rheinland-Pfalz sinngemäß  -  wohl zur Beruhigung seiner Zuhörer und zur Verniedlichung des Problems  -  behauptet hat, dort gebe es so gut wie keine gegen den weiteren Windkraft-Ausbau gerichteteBürgerproteste und ihm seien entsprechende Widerstände der Bevölkerung unbekannt….  

Vor dem Hintergrund der jetzt im Pfälzerwald und in Rheinland-Pfalz geführten Windkraft- 
Auseinandersetzungen erscheinen auch die eher verharmlosenden und vermutlich zur Verniedlichung bzw. zur Beruhigung der Zuhörer gedachten Äußerungen von Karl Greißing, Abteilungsleiter im Umweltministerium Baden-Württemberg, irreführend, der bei einer zur Windkraft-Planung im Schwäbischen Wald in Gaildorf am 1. Dezember 2011 kontrovers geführten Podiumsdiskussion  -  die politischen Vorgaben seines Dienstherrn „pro-Windkraft“ vertretend  -  von seinen jährlichen Ferien und Wanderurlauben im Pfälzerwald sprach und davon, wie dort Einklang herrsche zwischen Windkraft-
Nutzung und Natur, der Grundlage sei auch für oftmals am Wegesrand für Wanderer noch immer deutlich wahrnehmbares Vogelgezwitscher… Es ist anzunehmen, daß der Wanderfreund Greißing bisher noch keinen Kontakt hatte zu Mitgliedern des Pfälzerwald-Vereins und deshalb auch keine Gelegenheit hatte, sich mit den gegen Windkraft-Ausbau im Pfälzerwald gerichteten Befürchtungen der Bürger vor Ort auseinanderzusetzen…

Aufgrund der traditionell starken Verankerung des schon jahrzehntelang bestehenden Pfälzerwald-Vereins vor Ort und seiner Verwurzelung in der vor allem durch Agrarwirtschaft geprägten rheinland-pfälzischen Bevölkerung stehen die Zeichen nicht schlecht, daß  -  vor allem im Hinblick auf näher rückende Wahlen…  -  der jetzt von „rot / grün“ im Pfälzerwald geplante Windrad-Unfug noch rechtzeitig verhindert werden kann….


Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“


Argumente von Vogelschützern gegen den geplanten Windrad-Standort in Ingersheim in der Nähe des Besigheimer Weilers Husarenhof 

Vorbemerkungen

(wm / 140811) - Immer mehr unabhängige, objektiv urteilende und an der Basis in der praktischen Arbeit vor Ort sich für den Erhalt der Umwelt einsetzende Naturschützer  -  vor allem Vogel- und Fledermausschützer  -  sprechen sich mit großem Nachdruck  g e g e n  den Bau gigantischer Windkraftanlagen an relativ windarmen = stromertragsschwachen Binnenland-Standorten in bzw. in der Nähe von Natur-, Landschafts-, und Vogelschutzgebieten aus, da diese Standorte aus Sicht des Natur-, insbesondere aus Sicht des Vogel- und Fledermausschutzes für das Leben der Tiere neuralgische Punkte darstellen, weil durch die bei Windrad-Betrieb einsetzenden Rotor-Drehungen und wegen des massiven Windkraft-Ausbaus  -  bundesweit sind z. Zt. rd. 22 000 Windkraftanlagen installiert, Tendenz weiter steigend (vgl. Windkraft-Programme der neu gewählten rot / grünen Landesregierungen in NRW, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg u.a.)  -  immer mehr, auch seltene und vom Aussterben bedrohte Tiere (Vögel, Fledermäuse) zu Tode kommen, wie

·          bundesweit durchgeführte wissenschaftliche Untersuchungen und

·          die zunehmende lokale Presseberichterstattung

belegen.

Nach Ansicht der Vogelschutz-Experten hat die Evolution die Tiere nicht auf diese oftmals zum Tod führenden Gefahrenherde vorbereitet.

Den über Mail, Telefonaten u.a. zu entnehmenden Reaktionen unserer Homepage-Besucher zufolge registrieren wir gerade in diesen Bereichen eine stark zunehmende Resonanz bei um den Umwelt- und Naturschutz besorgten Bürgern, die wohl zu Recht befürchten müssen, daß angesichts des vor allem unter dem Gesichtspunkt von Ideologie und Symbolik  -  und weniger unter Wirtschaftlichkeits- 
Aspekten  -  weiterhin ungezügelt „gepushten“ Zubaus mit Windkraftanlagen der ohnehin jetzt schon in die Ecke gedrängte Natur- und Umweltschutz  -  insbesondere der Vogelschutz  -  „böse unter die Räder kommt.“

Auffallend ist, daß vor allem in den klassischen Windkraft-Bundesländern im Norden und Osten Deutschlands immer mehr der in den letzten Jahren aufgrund des massiven Zubaus mit Windrädern verstärkt vor Gericht gebrachten Fälle mit zu Gunsten des Vogelschutzes ausgehenden Urteilen enden, wenn Richter an den Verwaltungsgerichten in den Konfliktfällen

„Vogelschutz versus Windkraft“ ihr Urteil auf Basis von Rechtsprechung und Bundesnaturschutz- 
gesetzen fällen. Verstärkt wird diese Tendenz auch durch die europäische Gerichtsbarkeit in der EU.

Rotmilan im Flug Nach Lage der Dinge dürfte diese zu Gunsten des Vogelschutzes  eingeleitete Rechtsprechungs-Tendenz aufgrund des massiv  fortschreitenden WKA-Zubaus weiter anhalten, vor allem auch im  windschwachen südlichen Binnenland, wo aufgrund der höheren  Bevölkerungs- und Industrieansiedlungsdichte und dem dadurch  bedingten, jetzt schon im Vergleich zum eher landwirtschaftlich  geprägten Norden und Osten noch höheren „Betonisierungs- und  Versiegelungsgrad“ der Landschaft ein erheblich geringerer  Lebensraum für die dadurch immer stärker bedrohte Tier- /  Vogelwelt zur Verfügung steht.

Angesichts dieser für den Natur- und Umweltschutz durch ungezügelt erfolgenden Windrad-Zubau verursachten negativen Entwicklung warnen bundesweit immer mehr unabhängige und mit hoher wissenschaftlicher Reputation versehene Natur- und Umweltschützer  -  insbesondere Ornithologen und Fledermausexperten  -  vor dieser unheilvollen Entwicklung, nachdem die in den  -  politischen Vorgaben folgenden  -  Genehmigungs-Behörden wie Landratsamt (untere Naturschutzbehörde) und / oder Regierungspräsidium (obere Naturschutzbehörde) sitzenden, beamteten Alibi-Naturschützer „an die Kandarre genommen“, „auf Linie gebracht“ bzw. „zum Schweigen verdonnert“ werden.

G e g e n  das Ingersheimer Windrad und im Interesse des Natur- und Umweltschutzes haben sich daher frühzeitig u.a.  -  stellvertretend für viele  -  folgende, im Landkreis Ludwigsburg bzw. in der Nähe wohnende Persönlichkeiten ausgesprochen, so z.B.:


Claus-Peter Hutter, Benningen,

  • im Hauptberuf Leiter der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg beim Ministerium für Umwelt und Verkehr

  • Autor vieler Bücher und Reportagen für Zeitschriften und Zeitungen

  • Lehrbeauftragter an der Universität Hohenheim für Umweltmanagement sowie

  • Präsident der Umweltschutz-Stiftungen „Naturelive-International“ und Europäisches Naturerbe (EURONATUR) 

der seinen Worten nach „… durch das Wiesental…überhaupt erst zum Umweltschutz gekommen“ sei: „Hier habe vor 35 Jahren der moderne Naturschutz begonnen“ und aus Teilen der Bürgerinitiative „haben sich die Stiftung NatureLife-International, die Stiftung EuroNatur und auch der BUND-Kreisverband entwickelt.“  


Prof. Dr. Claus König, Ludwigsburg, 

  • 10 Jahre lang Leiter der Ludwigsburger Vogelschutzwarte

  • anschließend tätig als Direktor des Naturkundemuseums Stuttgart und

  • 15 Jahre lang ehrenamtlicher Präsident des DBV (Deutscher Bund für Vogelschutz = Vorgängerorganisation des heutigen NABU)

  • Ehrenpräsident des NABU

  • Lehrbeauftragter an der Universität Stuttgart (Lehrfach Ornithologie) bis 2007 

Dr. Jochen Hölzinger, Remseck   

  • Vorstandsvorsitzender der Ornithologischen Gesellschaft Baden-Württemberg, Stuttgart

  • Schriftleiter der ornithologischen Jahreshefte Baden-Württemberg

  • Verfasser mehrerer ornithologischer Grundlagen-Werke 

Fritz-Eberhard Griesinger, Stuttgart 

  • Vorsitzender des Schwäbischen Heimatbundes, Stuttgart (ca. 5000 Mitglieder)

 sowie 

  • Conrad Fink, BUND-Ortsvorsitzender von Freiberg / N. und

  • Wolfgang Huber (stv BUND-Kreisvorsitzender Ludwigsburg, BUND-Ortsvorsitzender Ingersheim; beide Ämter aus Protest gegen die zum geplanten Windrad-Standort Ingersheim zustimmende Haltung des Ludwigsburger BUND-Kreisverbands ruhend bzw. niedergelegt)

und viele weitere an der Basis tätige  -  ungenannt bleiben wollende  -  Natur- und Umweltschützer, Mitglieder von Ortsgruppen der Schwäbischen Albvereine, örtlichen Obst- und Gartenbauvereine u.a.

Nachfolgend bringen wir einen Beitrag von Prof. Dr. Claus König, Ludwigsburg, der die aus Sicht des Natur- und Umweltschutzes  -  insbesondere den Vogelschutz betreffend  -  gegen den Ingersheimer Windkraft-Standort vorliegenden Argumente aufzeigt. 

Hier noch einige Fundstellen über den beruflichen Werdegang und die wissenschaftliche Arbeit von Prof. Dr. Claus König:

http://science.naturkundemuseum-bw.de/de/zoologie/koenig

http://de.wikipedia.org/wiki/Claus_K%C3%B6nig

u.v.m. 


Ornithologe Prof. Dr. Claus König, Ludwigsburg:

Geplanter Standort für Windkraft-Anlage beim Husarenhof im Hinblick auf den Artenschutz nicht akzeptabel!

I    Grundsatz 

Natürlich hat heute der Ausbau alternativer Energiequellen besondere Priorität  -  aber man sollte nicht „das Kind mit dem Bade ausschütten“, d.h. man muss aus Naturschutzgründen „neuralgische“ Stellen aussparen! Ein solcher Platz ist das Gelände beim Husarenhof. 

II    Sachverhalt

Der vorgesehene Standort für das Windrad liegt zwischen 2 - 3 km Luftlinie von den FFH-Gebieten „Pleidelsheimer Wiesental“ sowie „Altneckar“ entfernt und etwa 1 km vom NSG „Neckarhalde“.

Dort sowie in der näheren Umgebung leben aber besonders geschützte Vogelarten, wie beispielsweise Wespenbussard (Pernis apivorus ),  Schwarz- (Milvus migrans ) und Rotmilan (Milvus milvus ), Baumfalke (Falco subbuteo), Nachtreiher (Nycticorax nycticorax), Schwarzspecht (Dryocopus martius) und Wiedehopf (Upupa epops) sowie Fledermäuse, darunter vor allem der Große Abendsegler (Nyctalus noctula).

Der Vogelzug in unserem Land erfolgt nahezu flächendeckend, wobei Konzentrationen ziehender Vögel im Rheintal und den in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Flusstälern festzustellen sind. Zu letzteren zählt der Neckar. 

Im Gegensatz zu dort ortsansässigen Wasservögeln, folgen Zugvögel dabei nicht den in diesem Bereich weiträumigen Schlingen und Windungen des Flusses, sondern fliegen in einer Höhe zwischen etwa 50 und 250 m (meist um 150 m) über die zwischen diesen befindlichen Landflächen, wohl um abzukürzen.

Damit befinden sie sich etwa in derselben Höhe wie der Rotor des geplanten Windrades, das auf einer solchen Fläche aufgestellt werden soll. Unfälle sind somit dort  -  vor allem bei Nebel - vorprogrammiert.

In einer 2010 erschienenen, wissenschaftlichen Publikation (HEINE, G. & G. LANG: Beobachtungen mit dem Radargerät: Die Flughöhe nachts ziehender Vögel. -  Ornika 22: 9-10.) wird auf die Gefährdung von Zugvögeln, vor allem von nachts ziehenden Arten durch Windkraftanlagen hingewiesen. Auch bei am Tage ziehenden Vögeln werden die Rotoren häufig nicht als Hindernisse angesehen -  bei Nebel oft gar nicht bemerkt!

Unter den im genannten Raum in unmittelbarer Nachbarschaft zum geplanten Windrad-Standort brütenden Vogelarten möchte ich eine besonders herausgreifen: den Rotmilan (Milvus milvus).

Die Verbreitung dieses großen Greifvogels (Spannweite um 160 cm) ist -  bis auf ein winziges Vorkommen in NW-Afrika  -   auf Europa beschränkt. Von der Weltpopulation kommen in Deutschland rund 60 % vor. Die meisten davon gibt es in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. 

Der Gesamtbestand in der Bundesrepublik ist aber in den letzten Jahren um etwa 30% zurückgegangen. Deutschland und damit auch die Landesregierung, tragen somit die Hauptverantwortung für die Erhaltung der Art Rotmilan, weil sich rund 60 % ihres Weltvorkommens in der Bundesrepublik befinden.Horst des Rotmilans mit Jungen

Es besteht somit die Verpflichtung, ihr das Überleben zu ermöglichen! Dazu gehört nicht zuletzt ein Schutz vor an falscher Stelle geplanten Windkraftanlagen! In der näheren Umgebung um den Husarenhof wurden nämlich Brutvorkommen des Rotmilans nachgewiesen (RANDLER 1999, KOHL 2010). Schon seit einiger Zeit jagt ein Paar des in der Nähe von Besigheim brütenden Rotmilans (s. Foto!) täglich genau in dem Areal, auf dem das Windrad erstellt werden soll. Ein anderes Paar hat seinen Horst unweit des in der Nähe liegenden Schreyerhofs und nutzt die freie Fläche am geplanten Windrad-Standort auf der Ingersheimer Höhe ebenfalls als Flug- und Jagdrevier. 

Nachgewiesenermaßen sind Totfunde von Rotmilanen am häufigsten unter Windrädern. Das liegt vermutlich daran, dass Rotmilane als ausgesprochene Thermiksegler in die von Rotoren erzeugte Luftbewegungen geraten und dabei verunglücken. Wenn von einem Rotmilanpaar, zur Zeit der Jungenaufzucht ein Partner umkommt, geht die gesamte Brut zu Grunde, weil die Jungen nicht mehr ausreichend mit Nahrung versorgt werden können. Schutz und Erhaltung des Rotmilans ist somit eine vordringliche Aufgabe von weltweiter Bedeutung !

Das Landratsamt Ludwigsburg hat am 16.03. 2001 einen Antrag auf Bau einer nur 60 m hohen Windkraftanlage ebenfalls beim Husarenhof damals u.a. mit folgender Begründung klar abgelehnt:

„…. Gerade der Rote Milan ist gemäß der Roten Liste eine bedrohte Art, die stark gefährdet ist. Laut der EU-Vogelschutz-Richtlinie von 1979, Art. 4, Abs. 1 ist der Rote Milan eine Vogelart, auf dessen Lebensräume besondere Schutzmaßnahmen anzuwenden sind. Aufgrund der o.g. Gründe kann dem geplanten Standort nicht zugestimmt werden Es wird angeregt, nach einem Alternativstandort zu suchen.“


Das Regierungspräsidium Stuttgart hat am 04.04.2001 diese Ablehnung bestätigt.

Es ist deshalb nicht zu verstehen, weshalb das Landratsamt Ludwigsburg jetzt dem Bau für ein mit 180 m erheblich größeres und deshalb für das Leben von Vögeln und Fledermäusen viel gefährlicheres Bauwerk an fast derselben Stelle zugestimmt hat, wo doch die Argumente gegen den Standort heute nach wie vor gelten und im Hinblick auf den im Bestand gefährdeten Rotmilan noch schwerwiegender sind!

Dasselbe gilt im Hinblick auf Fledermäuse, besonders auf den Abendsegler (Nyctalus noctula). Im Bereich zwischen Ingersheim und Besigheim sammeln sich im Spätsommer und Herbst  -  je nach Witterung  -  größere Mengen dieser Fledermausart, um über den freien Flächen zu jagen und um sich zu paaren („Heiratsmarkt“!).

Da die Tiere meist in einer Höhe zwischen 50 und 200 m über dem Erdboden fliegen, wären sie durch die Rotoren gefährdet. Es gibt bereits Nachweise, dass andernorts unter Windrädern größere Mengen toter Fledermäuse gefunden wurden.  

Angesichts des erschreckenden Schwindens der Artenvielfalt und des Rückgangs bedrohter Tierarten bleibt nur die Hoffnung auf Einsicht bei den Verantwortlichen, einen anderen Standort für die beim Husarenhof geplante Windkraftanlage zu finden! Ggfs sollte  -  im Interesse des Vogelschutzes  -  eine Entscheidung vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart herbeigeführt werden.

Entgegen der insoweit falschen Presseverlautbarungen der zuständigen Ministerien und der WKA-Befürworter, sind Bedenken von Seiten namhafter Naturschützer und Ornithologen gegen den Standort der Windkraftanlage keineswegs ausgeräumt!   


Ludwigsburg, im August 2011

Prof. Dr. Claus König


Ende des Beitrags von Prof. Dr. Claus König, Ludwigsburg


Dipl.-Kfm. Walter Müller / Pressewart „Gegenwind Husarenhof“



Fledermausfeinde: Marder, Habichte und Windräder

 Überarbeiteter Beitrag i.d. Fassung vom 12.9.2011

Fledermäuse, heimliche Königinnen der Nacht

Geplatzte Lungen = Todesgefahr für Fledermäuse durch Windrad-Betrieb  

 Fledermaus-Monitoring zur Feststellung der durch Windrad-Betrieb entstehenden Verluste ist unwirksam und daher Unfug

Fledermaus-Gutachten ist stark veraltet und berücksichtigt nicht neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zum Fledermausschutz

(wm / 270811) - Der Giessener Anzeiger hat in seiner Ausgabe vom 24.8.2011 über eine kürzlich sehr gut besuchte lokale Ausstellung berichtet, bei der Fledermäuse im Zentrum der Informationsveranstaltung standen. Nach den Worten von Dr. Markus Dietz, Fledermausexperte vom Institut für Tierökologie und Naturbildung in Gonterskirchen, „haben Fledermäuse drei Hauptfeinde: Marder, Habichte und Windräder. Letztere werden ihnen zum Verhängnis, weil die nachtaktiven Tiere in großer Höhe ihre Echoortung „ausschalten“ und deswegen den tödlichen Rotoren nicht ausweichen können“, so der Fledermausexperte. 

Bereits in  mehreren zur Verhinderung eines in Ingersheim geplanten Windrads  in unsere Homepage eingestellten Beiträgen haben wir auf diese für die Population von Fledermäusen bestehenden Risiken hingewiesen, nachdem  Fledermausexperten bereits frühzeitig darauf aufmerksam gemacht haben, daß die Evolution diese Tiere auf die von Windrad-Rotoren ausgehende tödliche Gefahr nicht ausreichend vorbereitet hat.

Stellvertretend für viele in der letzten Zeit veröffentlichte Abhandlungen verweisen wir auf die nachfolgend genannten Fundstellen. Nach einem im SpiegelOnline vom 26.8.2008 veröffentlichten Beitrag „haben britische Forscher herausgefunden, dass allein die Druckunterschiede in der Nähe der Türme die Lungen der Tiere platzen lassen können.“

Weiter heißt es dort: „Cambridge - Feinste Blutgefäße in den Lungen der Fledermäuse können durch einen plötzlichen Abfall des Luftdrucks platzen, haben Forscher um Robert Barclay von der Universität in Calgary herausgefunden. In diesem Fall sterben die Tiere sofort. Solche Bedingungen können durch die Rotoren von Windrädern verursacht werden. Im Fachmagazin "Current Biology" beschreiben die Forscher, wie sie 188 tote Fledermäuse - allesamt waren in der Nähe von Windkraftanlagen gefunden worden - auf innere und äußere Verletzungen untersucht hatten. Nur die Hälfte der Tiere war, so schien es, mit den Rotorblättern direkt in Kontakt gekommen. Bei 90 Prozent der Tiere stellten die Wissenschaftler innere Blutungen fest“. Näheres hierzu:   

 http://tinyurl.com/3k9k26f  und  http://tinyurl.com/6qtwe3 

Wie bekannt und den beim Landratsamt Ludwigsburg vorliegenden und während des Genehmigungsverfahrens von uns eingesehenen, allerdings mehrere Jahre alten Gutachten zu entnehmen, wird der vorgesehene Ingersheimer Windrad-Standort an der Gemarkungsgrenze zu Besigheim von mehreren Fledermausarten  -  vor allem nachts  -  regelmäßig als Jagdrevier beflogen; darunter befinden sich  -  dem (veralteten) Gutachten entsprechend  -  auch relativ seltene Fledermausarten, wie der in seiner Population stark gefährdete „Große Abendsegler“ und andere.

Durch einen Windrad-Betrieb an dieser Stelle besteht daher das Risiko, daß neben dem dort fast täglich jagenden und in der Nähe seit mehreren Jahren brütenden, auf allen Schutzlisten an oberster Stelle stehenden Rotmilan auch mehrere dort regelmäßig fliegende Fledermausarten zu Tode kommen. (Allein schon die Tatsache, daß am geplanten Ingersheimer Windrad-Standort der auf allen Schutzlisten mit an oberster Stelle stehende Rotmilan fast täglich jagt und in der Nähe brütet, stellt unter Beachtung der auch im Landkreis Ludwigsburg geltenden Bundesnaturschutzgesetze ein absolutes  -  vom LRA LB im Genehmiungsverfahren bewußt übersehenes (??)  -  Genehmigungshindernis dar.)    

Das dem Landratsamt Ludwigsburg vorliegende und dort der Genehmigungsentscheidung zugrunde liegende Fledermaus-Gutachten stammt aus dem Jahr 2007 / 2008, die Feld-Erhebungen dürften aus dem Jahr 2007 stammen. Die Anzahl der gemäß Gutachten vor Ort durchgeführten Feld-Erhebungen ist viel zu gering und bezog auch nicht alle Jahreszeiten ein, insoweit sind die im Gutachten zur Unbedenklichkeit führenden Ergebnisse als nicht repräsentativ anzuzweifeln.

Da es überdies wegen des zwischenzeitlich „ins Land gegangenen“ Zeitraums von ca. 3 - 4 Jahren völlig veraltet ist, ist weiter anzuzweifeln, ob die damals aus den Feld-Erhebungen der Jahre 2007 / 2008 gewonnenen  -  dem Genehmigungsbescheid vom 12.1.2011 zugrunde gelegten  -  Erkenntnisse mit den im Genehmigungszeitpunkt „Januar 2011“ tatsächlich heute aktuell vorherrschenden, mangels Untersuchung jedoch unbekannten Verhältnissen übereinstimmen.

Zwar hat der Fledermaus-Gutachter den Antragsunterlagen zufolge sein früheres Gutachten durch ein über (nur) 2 vor Ort erhobene Nacht-Erhebungen angefertigtes Review ergänzt, wobei seine frühere Unbedenklichkeit  -  wie nicht anders zu erwarten, wenn ein „Gutachter“ direkt von einem Auftraggeber ausgewählt wird (das Thema „Gefälligkeitsgutachten“ hatten wir mehrfach in den in unserer Homepage eingestellten Beiträgen angesprochen; vgl. diese Beiträge)  -   von ihm „bestätigt“ wird.

Das im Fledermaus-Gutachten zur Ermittlung der am Windrad eingetretenen Fledermaus-Todesfälle empfohlene Monitoring  -  also die nachträgliche Feststellung der durch den Windrad-Betrieb zu Tode gekommenen Fledermäuse  -  hat sich in der Praxis als völlig unzuverlässig erwiesen und wird von Ornithologen wie Prof. Dr. Claus König und anderen Fledermaus-Experten als wenig aussagefähig abgelehnt, weil an vielen anderen Windrad-Standorten festgestellt wurde, daß die durch Windrad-Betrieb zu Tode gekommenen und am Boden verendet liegenden Vögel und Fledermäuse postwendend durch Füchse, Marder u.a. geholt würden.

Nach Zeitungsberichten von anderen Windrad-Standorten, z.B. aus Brandenburg, seien schon nach kurzer Zeit eindeutig nachgewiesene und täglich mehrfach aufgesuchte Fuchs-Pfade festgestellt worden. Deshalb bestehe wohl hinsichtlich der durch Windrad-Betrieb zu Tode gekommenen Vögel und Fledermäuse eine erhebliche Dunkelziffer, die im Einzelfall kaum zu verifizieren sei. 

Mindestens genauso fragwürdig ist die Beauftragung der Windrad-Initiatoren zur Durchführung des Monitoring. Aufgrund der Befangenheit der Windrad-Initiatoren stellt diese Vorgehensweise eine reine Alibiveranstaltung dar, deren Ergebnisse mit großer Wahrscheinlichkeit schon im vorhinein im Sinne der Windrad-Initiatoren als „geschönt“ betrachtet werden können. 

Das am stärksten gegen das Fledermaus-Gutachten sprechende Argument ist jedoch die Tatsache, daß wegen des veralteten Gutachtens neuere wissenschaftliche, ab den Jahren 2008 ff gewonnene und in der einschlägigen Fach-Literatur jetzt vorhandenen Erkenntnisse über von Windrädern für Fledermäuse ausgehende Risiken (vgl. oben zitierte Fundstellen) im Genehmigungsverfahren beim LRA LB keinerlei Berücksichtigung fanden, da das LRA LB sich  -  mehr oder weniger „blind“  -  allein und ausschließlich auf die Aussagen eines veralteten, von den Windrad-Initiatoren beauftragten und aufgrund dieses Auftragsverhältnisses nur „mit äußerster Vorsicht  zu genießenden“ Fledermaus-Gutachtens abgestützt hat, anstatt eigene  -  nicht durch die Brille der Windrad-Initiatoren getrübte Sicht beeinflußte  -   Researching-Anstrengungen mit Fokus auf neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zu unternehmen.

Auch wurde kein einziger anerkannter Fledermaus-Experte hinzu gezogen. Die Gelegenheit hierzu hätte ohne weiteres bestanden. Die Gründe für diese Passivität des LRA LB sind jetzt  -  nachdem der Landrat seine neutrale Haltung verlassen hat und sich mit seinen Äußerungen auf die „pro-Windrad“-Seite geschlagen hat  -  nachvollziehbar, denn ein in der Fachwelt anerkannter Fledermaus-Experte wäre mit großer Wahrscheinlichkeit zu ganz anderen, negativen und den Windrad-Standort Ingersheim ablehnenden Ergebnissen gelangt.         

Daß Windräder  -  vor allem immer größer werdende Windräder wie das in Ingersheim mit 180 m Höhe geplante und ggfs im dortigen Windvorrang-Gebiet weiter geplante   -  eine schwere Beeinträchtigung von Natur und Umwelt, respektive für die Tierwelt darstellen  -  insbesondere den Vogelschutz und Fledermäuse betreffend  -  ist der breiten Bevölkerung, vor allem den am Naturschutz Interessierten schon seit längerem bekannt, nachdem Forscher aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse darauf hingewiesen haben (vgl. oben).    

Diese Gefahr ist in den letzten Jahren vor allem durch den ungezügelten Ausbau der Windkraft  -  vor allem in den klassischen Windkraft-Bundesländern im Norden und Osten Deutschlands  -  sprunghaft angestiegen, wo die Stromausbeute aufgrund des konstant hohen Windaufkommens i.d.R. zwei- bis dreimal höher ist als in den relativ windarmen südlichen Binnenländern.

Entsprechend hat sich der Ausbau der Windkraft  -  vor allem aufgrund ökonomischer Überlegungen  -  an windstarken Standorten im Norden und Osten  -  neuerdings bevorzugt  an offshore-
Standorten im Meer  -  konzentriert. Von den jetzt rd. 22000  installierten Windindustrieanlagen entfallen daher rd. 70 % - 80 % auf Standorte in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen, Brandenburg sowie auf den nördlichen Teil von NRW.

Allerdings wurde mit dem in den letzten Jahren dort erfolgten Windrad-Zubau die Sättigungsgrenze nach Meinung immer größer werdender Bevölkerungsteile spürbar überschritten und eine rapide steigende Anzahl von Bürgern engagiert sich gegen den immer näher an Wohngebiete heranrückenden und für die Bürger zu Nachteilen führenden Windrad-Ausbau.        

Parallel zum Windrad-Ausbau ist der Natur- und Umweltschutz in diesen Regionen  -  insbesondere der Vogel- und Fledermausschutz  -  „böse unter die Räder gekommen“.

Davon zeugen die immer stärker zunehmenden Berichte der an Windkraft-Standorten erscheinenden
Lokalzeitungen und anderer Medien sowie die immer stärker ansteigenden Klageverfahren. So hat insbesondere der NDR in seinen im NDR 4 ausgestrahlten Regionalprogrammen mehrfach kritisch über den ungezügelten Windkraft-Ausbau berichtet und durch Schilderung konkreter Fälle auf die Beeinträchtigungen für Natur- und Umwelt  -  insbesondere die Tierwelt  -  hingewiesen, nachdem immer mehr Fälle bekannt werden, in denen zahlreiche, vom Aussterben bedrohte Vogelarten entweder gar nicht mehr gesichtet wurden oder bei denen die zum Überleben notwendige Population bereits deutlich unter die kritische Grenze gesunken ist.

Z u s a m m e n g e f a ß t  werden gegen das von den Windrad-Initiatoren vorgelegte Fledermaus-Gutachten, das Grundlage ist für die unserer Meinung nach vom LRA LB zu Unrecht ausgesprochene Genehmigung, folgende  E i n w e n d u n g e n  erhoben:

  1.  Das Gutachten stammt aus den Jahren 2007 / 2008 und ist daher stark veraltet. Es kann  daher nicht mit hinreichender Sicherheit gesagt werden, ob die darin festgehaltenen Ergebnisse  mit den im Genehmigungszeitpunkt im Januar 2011  -  d.h. ca. 3 - 4 Jahre später  - tatsächlich  orhandenen Verhältnissen übereinstimmen, m.a.W., es ist durchaus denkbar, daß  Anzahl und  Arten der am geplanten Standort im Jahr 2011 vorkommenden Fledermäuse höher ist  als im Jahr  2007 / 2008. Träfe dies zu, wäre das durch einen Windrad-Betrieb verursachte  Todesfall-Risiko  von der Anzahl der gefährdeten Tiere her entsprechend höher.

2.  Das Jahre später für Zwecke der Antragstellung im Jahr 2010 durchgeführte „Reviewing“ beseitigt diese Unsicherheit nicht, weil Jahre später lediglich 2 nächtliche (Alibi-)Felderhebungen stattfanden. Diese sowie die im Ursprungs-Gutachten durchgeführten 3 - 4 Felderhebungen sind von der Anzahl her viel zu gering, um zu verläßlichen Unbedenklichkeits-Aussagen zu gelangen. Wenn eine stabile Unbedenklichkeitsaussage getroffen und als Grundlage einer derart weitreichenden Windrad-Genehmigung aufrecht erhalten werden soll, muß die Anzahl der Felderhebungen deutlich höher sein.


    3.    Das Flug- und Jagdverhalten der Fledermäuse hängt von vielen Einflüssen ab und ist                   jahreszeitlich verschieden. Um ein für das ganze Jahr genaues = repräsentatives Ergebnis              bzgl. Anzahl, Arten und Flug- / Jagdverhalten der dort vorkommenden Fledermäuse zu erhalten,            müssen die Felderhebungen vor Ort mindestens mehrmals monatlich bzw. in                                      jeder Jahreszeit mehrfach durchgeführt werden, denn: 3 - 4 vor ca. 3 - 4                                        Jahren durchgeführten Felderhebungen sind bei weitem nicht ausreichend, um zu einer für                  das ganze Jahr geltenden repräsentativen Aussage zu gelangen (schließlich wollen die                        Windrad-Antragsteller ihr Windrad nicht nur in einzelnen Monaten, sondern ganzjährig = 12                  Monate lang betreiben). 

4.  Da das Fledermaus-Gutachten ca. 3 - 4 Jahre alt und damit völlig veraltet ist, enthält es keinerlei  n e u e r e   w i s s e n s c h a f t l i c h e  Erkenntnisse aus der ab 2008 ff fortgeschrittenen und aktuell ohne weiteres in Internet-Datenbanken oder anderen verfügbaren Quellen abrufbaren Fledermaus-Forschung (vgl. statt vieler die in unserem Beitrag angegebenen Fundstellen). Insbesondere neuere, ab den Jahren 2008 ff wissenschaftlich gewonnene Erkenntnisse zum Tod von Fledermäusen durch Windrad-Betrieb bleiben im Fledermaus-Gutachten gänzlich unberücksichtigt. 

5.  Bedauerlicherweise hat das LRA LB die „Unbedenklichkeits-Bescheinigung“ des von den Windrad-Antragstellern beauftragten Gutachters kritiklos („blind“) übernommen, obwohl die Hinzuziehung eines in der Fachwelt anerkannten Fledermaus-Experten jederzeit möglich gewesen wäre, der jedoch ggfs zu ganz anderen als von Antragstellern  -  und vermutlich auch abweichend von insgeheim auch vom LRA LB  -  gewünschten Ergebnissen gekommen wäre... Die Hinzuziehung eines Sachverständigen, nicht durch eine Partei beauftragten und daher (tatsächlich) unabhängigen Dritten ist immer dann ratsam, wenn zu befürchten ist, daß bei zu entscheidenden und kontrovers diskutierten Sachverhalten möglicherweise ein durch ein Auftragsverhältnis befangener „Gutachter“ in seiner Urteilskraft faktisch eingeschränkt ist und daher nicht ausgeschlossen werden kann, daß ein allein den Wünschen des Auftraggebers  -  jedoch nicht den tatsächlichen Gegebenheiten  -  entsprechendes Gefälligkeits-Gutachten erstellt wird, bei dem die tatsächlichen Fakten bewußt „unter den Tisch fallen“……

6.  Zur Feststellung der durch Windrad-Betrieb zu Tode gekommenen Vögel und Fledermäuse wird von den Betreibern ab und zu ein Vögel- bzw. Fledermaus-Monitoring vorgeschlagen, so auch hier. Anerkannte Ornithologen  -  wie Prof. Dr. Claus König, Ludwigsburg, (früherer Direktor des Naturkundemuseums Stuttgart, langjähriger Leiter der Vogelwarte Ludwigsburg, langjähriger ehrenamtlicher Präsident des DBV Deutscher Bund für Vogelschutz = Vorgängerorganisation des NABU)  -  und Fledermaus-Experten lehnen ein Monitoring u.a. wegen viel zu hohen Dunkelziffern und dadurch entstehenden falschen (weil beschönigenden) Ergebnissen ab. So wurde beispielsweise in Brandenburg schon frühzeitig festgestellt, daß durch Windrad-Betrieb in Brandenburg zu Tode gekommene und am Boden verendete Vögel und Fledermäuse postwendend durch Füchse und anderes Getier geholt wurden, und zwar regelmäßig noch bevor diese Todes-Fälle durch Monitoring registriert werden konnten. Belegt wurde dies neben Beobachtungen vor allem durch die schon nach kurzer Zeit ab Windrad-Betrieb neu entstandenen und direkt zum Windrad-Standort führenden Fuchs-Pfade. Die aufgrund dieses Sachverhalts bestehende Dunkelziffer ist nicht verläßlich verifizierbar. Daher scheidet ein Monitoring als Methode zur Feststellung von durch Windrad-Betrieb herbeigeführten Todesfällen von Vögeln und Fledermäusen wegen irreführenden Ergebnissen aus. 

7.  Dem Fledermaus-Gutachten zufolge sollen die Windrad-Betreiber ein Fledermaus-Monitoring durchführen. Abgesehen von den unter Ziff. 6 gegen ein Monitoring vorgebrachten grundsätzlichen Einwendungen würde damit „der Bock zum Gärtner gemacht“, da aufgrund der Befangenheit der Windrad-Betreiber zu befürchten ist, daß die auf diese Art und Weise (einseitig) „recherchierten“ Ergebnisse  -  wie in fast allen zur Wirtschaftlichkeit (und zur Anleger-Gewinnung) vor Windrad-Betrieb durch der Windkraft-Lobby nahe stehende „Gefälligkeits-Gutachter“ erstellte und in Hochglanzbroschüren enthaltene Hochrechnungen  -  nicht den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen. Vielmehr ist zu vermuten, daß möglicherweise neu auftauchende und gegen den Windrad-Standort Ingersheim sprechende Ergebnisse „unter den Tisch gekehrt werden.“     

 8.  Das dem Genehmigungsbescheid des LRA LB vom 12.1.2011 zugrundeliegende (veraltete und  mangelhafte) Fledermaus-Gutachten enthält keinerlei Ausführungen zu der Frage, ob die am  geplanten Windrad-Standort festgestellten Fledermäuse in die Kategorie „lokal angesiedelte  Fledermäuse“ oder „Zugfledermäuse“ zu subsumieren sind. Aufgrund der nur spärlich (vgl.  oben) und daher unzureichend durchgeführten Feld-Erhebungen vor Ort war diese  Unterscheidung auch gar nicht möglich. Die Ausgabe der WELTONLINE vom 26.8.2008 stellt  hierzu fest:  „Die meisten Fledermausarten, die tot in der Nähe der kanadischen Windparks  aufgefunden wurden, seien Zugfledermäuse gewesen. Fledermäuse können bis zu 30 Jahre alt  werden, in dieser Zeit haben die meisten maximal zwei Nachkommen pro Jahr. „Dieser langsame  Reproduktionszyklus führt dazu, dass die Größe der Populationen durch Unfälle leicht gestört  werden kann.“ Da Fledermäuse während ihrer Flüge sehr viele Insekten fressen, hätte eine  Verringerung ihrer Bestände große Auswirkungen auf das Ökosystem der Gegend.“

 Allein schon wegen dieses schwerwiegenden, im Gutachten jedoch nicht untersuchten  Sachverhalts ist das Fledermaus-Gutachten in der vorliegenden Fassung weitgehend wertlos  und muß daher unter Beachtung der hier erwähnten Punkte zur Ermittlung korrekter Ergebnisse  neu erstellt werden. 

Hinsichtlich des jetzt gegen den Windrad-Bau in Ingersheim vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart eingeleiteten Gerichtsverfahrens vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart bleibt zu hoffen, daß neutrale, unabhängige und objektiv allein auf Grundlage von Gesetz und Rechtsprechung urteilende Richter sich ein eigenes, vom Antrags- und Genehmigungsverfahren unbeeinflußtes Bild vom Sachverhalt verschaffen, um auf dieser Basis ein sachlich fundiertes Urteil fällen zu können.


Walter Müller / Pressewart „Gegenwind Husarenhof“






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