Bürgerinitiative Gegenwind Husarenhof
Keine Windkraftanlage zwischen Ingersheim und Husarenhof

 Natur und Umweltschutz Teil 3


Deutsche Umwelthilfe (DUH) prangert zu hohen Spritverbrauch von Dienstkarossen der Fahrbereitschaft im Deutschen Bundestag an

 

LKZ / NEB: „Öko predigen und Benzin schlucken“„Der Spritverbrauch der eigenen Dienstwagen ist inzwischen auch einem Bundestagsausschuss zu viel“

 

(wm / 031113) -  Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) berichtet alljährlich über den Spritverbrauch der Führungselite des Landes, wodurch es in vielen Fällen zu negativen Schlagzeilen für Industriebosse, Ministern, Ministerpräsidenten, Bundes- und Landtagspräsidenten, -abgeordneten oder auch für Kirchenfürsten kommt. In den Berichten der DUH werden vor allem jene Führungspersönlichkeiten angeprangert…

·         …die einerseits aufgrund ihrer hervorgehobenen politischen und gesellschaftlichen Stellung vor dem Hintergrund der unter den Stichworten „Nachhaltigkeit / Klimaschutz“ etc. ablaufenden Diskussion eigentlich eine gewisse Vorbildfunktion für die Allgemeinheit haben

·         …und dieser auch  -  allerdings oftmals nur in ihren hauptsächlich als Alibi gebrauchten,  meist salbungsvollen „Sonntagsreden“  -  nachkommen,

·         …während sie im Gegensatz hierzu, d.h. „im ganz normalen Leben“ sich mehr oder weniger „um einen Dreck darum scheren“, was sie oft nur kurze Zeit zuvor der Allgemeinheit  -  den moralischen Zeigefinger erhebend  -  „gepredigt“ haben, um getreu nach dem Motto „Wasser predigen, Wein trinken…“ zu verfahren… Dies zeigt: Reden und Handeln stimmen oft nicht überein.

Diese Diskussion hat nun auch die  -  zwischenzeitlich „outgesourcte“  -  vorwiegend aus Leasing-Fahrzeugen von „schweren“, entsprechend „Sprit schluckenden“, deshalb zu einem erhöhten CO2-Schadstoff-Ausstoß führenden und daher gegen Klimaschutz-Ziele verstoßende Nobel-Karossen der deutschen Premium-Hersteller Mercedes-Benz, BMW und Audi bestehende Fahrbereitschaft des Deutschen Bundestags erreicht.    

Die Ludwigsburger Kreiszeitung (LKZ) / Neckar- und Enzbote (NEB) schreibt in ihrer Ausgabe vom 18.3.2013: „Im Öko-Vorzeigeland Deutschland werden die von der EU verlangten grenzwerte, derzeit 120 Gramm CO2-Ausstoß je Kilometer, von den Chefs nur selten eingehalten. Und zwar parteiübergreifend. Im Bundestag gibt es jetzt erstmals organisierten Widerstand gegen die Protzerei.“

In einem an Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU) gerichteten Brief „fordert der „Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung“ die Einhaltung einer verbindlichen Zielvorgabe von 120 Gramm CO2 pro Kilometer für die Dienstwagenflotte der Abgeordneten. Der Vorsitzende des Gremiums, der CDU-Abgeordnete Andreas Jung, schrieb, daß dies auch eine Frage der Glaubwürdigkeit sei. Schließlich habe der Bundestag selbst immer wieder die Vorreiterrolle Deutschlands beim Klimaschutz bekräftigt und erst Ende 2012 eine Resolution anläßlich der Klimakonferenz in Doha beschlossen: „Unsere Mobilität darf nicht auf Kosten künftiger Generationen stattfinden.“, so der „Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung“.

Ob diese Kritik tatsächlich dazu führt, daß für die weitgehend nur im Stadtverkehr von Berlin für Kurzfahrten eingesetzte Dienstwagenflotte künftig kleinere, spritsparende, CO2-reduzierte und daher den Klimaschutzzielen eher entsprechenden Modelle angeschafft werden, darf bezweifelt werden, wenn man sich die soeben auf Druck vor allem durch Deutschland zustande gekommene Verschiebung um ein Jahr der von der EU geforderten CO2-Reduzierung für in der EU neu zugelassene PKW’s vergegenwärtigt.

Ins „Bild“ passt auch die am  6.11.2011  in „Bild am Sonntag“ von Peter Hahne veröffentlichte Kolumne „Drei neue Wasserprediger beim Wein erwischt“.

Darin prangert er bspw. den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, erster Ministerpräsident der Öko-Grünen,  wie folgt an: „Er schwebt mit dem Hubschrauber zur Ministerpräsidentenkonferenz in Lübeck ein und lässt die Dienstlimousine die 730 Kilometer von Stuttgart hinterherfahren. Seine Kollegen kommen per Pkw oder Linienflug. Die armselige Ausrede: Terminprobleme.“

Auch eine von Amts wegen mit hohem moralischen  Anspruch ihre Botschaft unter die Leute bringende Bischöfin bekommt „ihr Fett weg“: „Als jetzt die Deutsche Umwelthilfe die Dienstwagen der Bischöfe unter die Lupe nahm, stellte sich heraus: Die schrillsten Umweltaktivisten fahren die dicksten Dreckschleudern. Die Pole-Position der klima­killenden Kirchenführer-Karossen fährt ausgerechnet Ilse Junkermann, jene Magdeburger Bischöfin, die von Luthers Kanzel „Klimawandel ist Lebenswandel“ predigt. Begründung: Rücken­probleme, die eine besondere Pkw-Ausstattung erfordern.“     

 

Walter Müller/Pressewart “Gegenwind Husarenhof”


Mitglied im Landesverband baden-württembergischer Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen in Natur- und Kulturlandschaften e.V.

Arbeitsgemeinschaft (Arge) baden-württembergischer Gegenwind-Bürgerinitiativen „Für Mensch, Natur, Landschaft und Kultur  -  Keine Windkraft an unsinnigen Standorten in BW“

 


www.gegenwind-husarenhof.de

zum LKZ-/NEB-Beitrag  hier klicken  


LKZ vom 11.11.2013: „Naturschutzgebiete: Kreis hinkt hinterher“ 

 

N a t u r s c h u t z t a g: Schwäbischer Albverein k r i t i s i e r t beim Naturschutztag in L u d w i g s b u r g gegenüber dem Bundes- und Landesvergleich unterdurchschnittlichen Ausweis von Natur- und Landschaftsschutzgebieten !

Folgen fundierter E x p e r t e n k r i t i k der ehrenamtlichen Landschafts- und Naturschützer auch T a t e n der Behörden ?

Weiterer R ü c k g a n g von Landschafts- und Naturschutzgebieten im ohnehin schon überdurchschnittlich Landschafts-versiegelten, zu-betonierten und in Baden-Württemberg waldärmsten Landkreis Ludwigsburg zu Gunsten des Ausweises von groß dimensionierten W i n d v o r r a n g-G e b i e t e n an vergleichsweise w i n d a r m e n  und deshalb für d a u e r h a f t wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb völlig ungeeigneten Standorten ?

Windkraft-Unfug an für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb völlig ungeeigneten  -  weil windschwachen  -  Standorten drängt Natur- und Landschaftsschutz noch weiter zurück und sorgt dafür, daß die Natur noch stärker „unter die Räder kommt“

Hauptamtliche, vorwiegend „am Schreibtisch“ und weniger an der Basis in der Natur tätige, weitgehend ideologisierte Funktionäre und selbsternannte „Naturschützer“ in den Leitungsorganen bei BUND und NABU schweigen  -  wie so oft  -  und „schauen weg“ angesichts des durch W i n d k r a f t-B e t r i e b an Verlust-Standorten im windarmen Binnenland Baden-Württemberg irreparabel zu L a s t e n von M e n s c h und N a t u r ausgelösten Landschafts- und Naturfrevels  


(wm / 151113)  -  Einem Beitrag der Ludwigsburger Kreiszeitung / Neckar- und Enzbote  (LKZ/NEB)) vom 11.11.2013 zufolge hielten der Vizepräsident des ca. 105 000 Mitglieder zählenden und rd. 570 Ortsgruppen umfassenden Schwäbischen Albvereins, Reinhard Wolf, sowie der Hauptnaturschutzwart Süd, der Präsident des Schwäbischen Albvereins und Vertreterinnen des Regierungspräsidiums Stuttgart bei dem am 9.11.2013 in der Ludwigsburger Musikhalle abgehaltenen N a t u r s c h u t z t a g interessante Vorträge, deren Schwerpunkte sich auf den Ausweis von und auf die Unterschiede zwischen Natur- und Landschaftsgebieten sowie darauf konzentrierten, wie die Situation bezüglich des Ausweises  von N a t u r s c h u t z g e b i e t e n im Bereich des aus

·         11 Landkreisen und

·         2 Stadtkreisen (Stuttgart und Heilbronn)

bestehenden Regierungsbezirks Stuttgart im allgemeinen sowie im Landkreis Ludwigsburg im besonderen sich darstellt.

Dem LKZ-Bericht zufolge erklärte Wolf den 130 anwesenden Naturschutzwarten an Beispielen die Unterschiede und Charakteristiken der insgesamt 16 möglichen Schutzgebiete, angefangen vom „Nationalpark über das Biosphärengebiet bis zum Bannwald“, wobei auch das Naturdenkmal einen Schutzgebietsstatus habe. Als Beispiel für ein Landschaftsschutzgebiet nannte er das Neckartal im Kreis Ludwigsburg.

„Der Favoritepark in Ludwigsburg ist ein Naturschutzgebiet“, ebenso wie bspw. der Naturpark Stromberg-Heuchelberg. „In einem so bezeichneten Gebiet sind Eingriffe untersagt, eine Geschirrhütte zum Beispiel darf in einem Naturschutzgebiet nicht gebaut werden.“, so der LKZ-Beitrag weiter.

Im weiteren Verlauf des Naturschutztages wurde auch die künftige landesweite Entwicklung des Naturschutzes thematisiert. Im LKZ-Beitrag heißt es hierzu: „Wolf redete auch über die Naturschutzstrategie 2020, die die Landesregierung in diesem Jahr verkündet hatte. Ihr Ziel: Baden-Württemberg soll sich bei den Naturschutzgebieten flächenmäßig dem Bundesdurchschnitt von 3,3 Prozent annähern. Der Regierungsbezirk Stuttgart zum Beispiel hinkt dieser Zahl noch weit hinterher, ein Grund dafür ist die dichte Besiedelung. Im Regierungsbezirk Stuttgart gibt es 254 Naturschutzgebiete, das sind nur 1,4 Prozent der Fläche des Regierungsbezirks…“

Und weiter: „Man könnte bis zu 272 neue Schutzgebiete ausweisen und damit auf sogar 4,4 Prozent der Fläche kommen, rechnete Wolf vor. Zufrieden wäre er aber schon, wenn zumindest die 3,3 Prozent im Regierungsbezirk erreicht werden. Im Landkreis Ludwigsburg gibt es derzeit 19 Naturschutzgebiete, „optimal wären 30 bis 32“, sagte Wolf.“

Mit seinen Ausführungen übt Wolf, der bis zu seiner kürzlich erfolgten Pensionierung Leiter der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Stuttgart war, unverhohlen Kritik an der vor allem von der Landespolitik zu verantwortenden realen schlechten Situation des Naturschutzes in Baden-Württemberg und insbesondere im Bereich des Regierungspräsidiums Stuttgart, wo der Landschafts- und Naturschutz in der Vergangenheit bis zum heutigen Tag sukzessive im wesentlichen durch behördliche Fehlleistungen der Regionalplanung u. ä. infolge von übermäßiger Landschaftsversiegelung / Flächenfraß / Betonisierung, Versagen beim natürlichen Hochwasserschutz etc. immer stärker zurück gedrängt wurde und an vielen Stellen bereits „am Boden liegt“, wobei ein Ende dieser Entwicklung keinesfalls abzusehen ist, wenn man sich die jetzt aktuell bekannt gewordenen Pläne des Regionalverbands Stuttgart und der IHK Ludwigsburg vergegenwärtigt, wonach allein im Landkreis Ludwigsburg 5 weitere, großflächige Gewerbegebiete entlang der A 81 ausgewiesen werden sollen, bei deren Realisierung dem weiteren groß dimensionierten, den Grundsätzen der Nachhaltigkeit eklatant widersprechenden Flächenfraß ein weiteres Mal „Tür und Tor“ geöffnet werden, dem Naturschutz  -  vor allem in Landschafts-, Wasser-, Vogel- und Naturschutzgebieten wie bspw. im Bottwartal / Holzweiler Hof  -  einen weiteren KO-Schlag „unter die Gürtellinie“ versetzend, von dem er sich wohl kaum mehr erholen dürfte…     


Windkraft-verschandelter Wald

Baustelle WKA Mossautal/Geisberg

http://www.windparkbirkenau.de

Ein wesentliches, auf dem N a t u r s c h u t z vor allem in Baden-Württemberg, insbesondere in vergleichsweise windschwachen und daher für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb völlig ungeeigneten Regionen wie…

·         …im windarmen Landkreis Ludwigsburg (Ingersheim, Bönnigheim / Freudental, Steinheim / Bottwartal)

·         …aber auch an den ähnlich windschwachen Regionen in Bad Mergentheim, Künzelsau, Schwäbisch Hall, Michelbach, Gaildorf, Creglingen, Dörzbach / Mulfingen / Krautheim, Crailsheim / Blaufelden

·         …Stuttgart / Tauschwald, Leonberg, Esslingen / Aichwald (Schurwald), im Bottwartal, Sachsenheim (Naturpark Stromberg-Heuchelberg),

·         …Hochschwarzwald (Titisee-Neustadt), in Südbaden / Münstertal

·         …sowie dem Bodenseeraum / Voralpengebiet / Allgäu und an vielen anderen Orten

lastendes Z e r s t ö r u n g s p o t e n t i a l wurde auf dem Naturschutztag  -  zumindest dem LKZ-Beitrag zufolge  -  leider n i c h t thematisiert, nämlich der durch Windkraft-Betrieb an vergleichsweise windarmen,  zuvor gerodeten Wald-Standorten entstehende, irreparable und sich zu Lasten von Mensch, Landschaft und Natur auch nachteilig für die nachfolgende Generation auswirkende L a n d s c h a f t s -  und N a t u r f r e v e l…

Wie offiziell bisher vermutlich bewußt „unter Verschluß“ gehalten und von der angesichts der komplexen Materie auch hier einmal mehr völlig überforderten Lokal- und Regionalpresse bisher nicht recherchiert, entfallen von den bisher von allen 12 BW-Regionalverbänden ausgewählten Windkraft-Vorrang-Gebieten nach uns gegebenen Auskünften/Schätzungen allein ca. 40 % auf zu rodende Wald-Standorte.  

Dieser Anteil könnte sogar noch steigen, wenn man zusätzlich die außerhalb der Regionalplanung ablaufende Planung zur Fortschreibung der kommunalen Flächennutzugspläne berücksichtigt.

Verantwortungsvolle kommunale Entscheidungsträger sowie immer mehr Landes- und Bundespolitiker erkennen dies und lehnen diesen jetzt sich in BW anbahnenden Windkraft-Unfug kategorisch ab, so bspw. der Bönnigheimer Gemeinderat Kurt Sartorius (CDU / FWV), der seine Ablehnung eines im Naturpark Stromberg-Heuchelberg inmitten eines Jahrzehnte alten Mischwalds geplanten Windkraft-Standorts am Rotenberg / Großer Saukopf wie folgt begründete: „Vor kurzem mußte eine Kinderschaukel an nahezu demselben Standort auf behördliche Anweisung wieder abgebaut werden und Landwirten, Wengertern oder Besitzern von Streuobstwiesen wird es verboten, auch nur eine kleinere Gerätehütte aufzustellen, und jetzt sollen bis zu 230 m hohe Windindustrieanlagen inmitten des Bönnigheimer Stadtwalds, an natur- und landschaftssensibler Stelle im Naturpark Stromberg-Heuchelberg, in einem Natur-, Landschafts-, Wasser-, Europäischem Vogelschutz-, Natura-2000 und FFH-Gebiet genehmigt werden ? 
Dies lehne ich ab !“
  

Ein Teil dieses groß angelegten Naturfrevels ist allerdings schon jetzt in vollem Gange. Er soll weiter forciert werden, sobald die jetzt noch in der Vergangenheit aus gutem Grund durch weitsichtige Politik in Kraft gesetzten Landschafts- und Naturschutzgesetze und darauf fußende Richtlinien / Erlasse im „Schnelldurchlauf“ außer Kraft gesetzt und durch vor allem ideologisch beeinflußte, durch die Instanzen ebenfalls im Schnelldurchlauf „gepeitschte“ neue Regelungen ersetzt werden, die Änderungen von Landschaftsschutz- und Naturschutzverordnungen betreffend.  

Jeder mit einem einigermaßen gesunden Menschenverstand ausgestattete Betrachter kann sich „ausmalen“, zu welchen nachteiligen Folgen ein derart landesweit angelegter, politisch von "grün-rot" vorgegebener und behördlich vollzogener Naturfrevel sich allein bei Betrachtung des Schutzgutes „Klima / Verhinderung der Klimaerwärmung“ ergibt, wenn man weiß, daß der Wald nicht nur klimaschädliches CO2 und weitere in der Luft befindliche Schadstoffe absorbiert (damit den Klimaschutz-Zielen dienend), sondern wegen seiner Schatten und Kühle spendenden Funktion auch in vielen Regionen für das ökologische Gleichgewicht sorgt, von weiteren Nachteilen zu Lasten der Pflanzen und Tierwelt ganz zu schweigen…         

Diejenigen, die für diesen Windkraft-Unfug im windschwachen Binnenland in Politik und Behörden verantwortlich sind, haben immer noch nicht verstanden, daß für dauerhaft  wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb allein die am geplanten Standort vorhandenen Standort- und Produktionsbedingungen maßgebend sind.

Bei Windkraft-Investitionen ist dies allein das am geplanten Standort jahresdurchschnittlich vorhandene Windaufkommen.

Diesbezüglich existiert jedoch nach allen verläßlichen, z.B. durch den Deutschen Wetterdienst (DWD) seriös geführten Langzeit-Windmess-Statistiken ein erhebliches Nord-Süd-Gefälle, demzufolge das jahresdurchschnittliche Windaufkommen in den „klassischen“ Windkraft-Bundesländern im Norden und Osten Deutschlands (Niedersachachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt) um ca. 2 - 3 Mal höher ist als im vergleichsweise windschwachen Binnenland (Baden-Württemberg).

Nicht umsonst stehen nach den eigenen Statistiken des Deutschen Wind-Energieverbands 
rd. 80 % aller bisher ca. 24000 bundesweit installierten Windindustrieanlagen in den genannten „klassischen“ Windkraft-Bundesländern und eben nicht im vergleichsweise windschwachen Baden-Württemberg und die jetzt bundesweit in Planung befindlichen Windindustrieanlagen bestätigen die Konzentration der Windkraft-Standorte im deutlich windstärkeren Norden und Osten Deutschlands.

Auch die durch den Deutschen Wetterdienst über Langzeit-Messungen je Bundesland zu den erzielten W i n d-Volllaststunden erhobenen Ergebnisse bestätigen diese Aussagen: Bei einer theoretisch jährlich zu erzielenden Wind-Volllaststundenzahl von 8760 Stunden (24 Stunden je Tag  x  365 Tage / Jahr  =  8760 Wind-Volllaststunden je Jahr) ergeben sich nach je Bundesland durchgeführten  Windmessungen, daß…

·         …die jahresdurchschnittliche Wind-Volllaststundenzahl im Norden und Osten, d.h. in den „klassischen“ Windkraft-Bundesländern bei ca. 2500 Wind-Volllaststunden / Jahr beträgt = 28,5 %

·         …die durchschnittliche, über alle 16 Bundesländer gerechnete Wind-Volllaststundenzahl ca. 1500 Wind-Volllaststunden / Jahr beträgt = 17,1 % und

·         …die für Baden-Württemberg ermittelte Wind-Volllaststundenzahl nur ca. 1250 Wind-Volllaststunden / Jahr beträgt = 14,3 %               

Damit liegt Baden-Württemberg hinsichtlich des für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb allein maßgeblichen jahresdurchschnittlichen Windaufkommens am 
S c h l u ß
aller 16 Bundesländer !

Diese seriös ermittelten Ergebnisse zeigen: Baden-Württemberg ist wegen relativem Windmangel für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb nicht geeignet.



Hoffentlich kein Windkraft-Unfug an dieser Stelle

Limpurger Berge - zwischen Michelbach a.d. Bilz und Gaildorf

Foto: Thomas Schöller


Aus diesem Grund erwirtschaften auch rd. 80 % - 90 % aller bisher in Baden-Württemberg rd. 395 installierten Windindustrieanlagen ununterbrochen seit ihrer Inbetriebnahme trotz großzügiger, weit überhöhter, von den Stromkunden über höhere Stromrechnungen zu bezahlende und über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 20 Jahre den Einspeisern garantierten Subventionen = Einspeisevergütungen „Jahr für Jahr“ „tiefrote“ = Verlust-Betriebsergebnisse, die jährlich das von den Windkraft-Kapitalanlegern investierte Kapital aufzehren, mit sehr großer Wahrscheinlichkeit am Schluß der Anlagelaufzeit zu einem Totalverlust des Anlagekapitals zu Lasten der Windkraft-Investoren führend, von Gewinnausschüttungen und Verzinsungen ganz zu schweigen…

…und deshalb kommt es an den windstarken Standorten im Norden und Osten jährlich zu regelmäßigen Ausschüttungen der durch Windkraft-Betrieb stabil erwirtschafteten Gewinne und zu Gewerbesteuer-Zahlungen zugunsten der Standort-Kommune… …während es an den vergleichsweise windschwachen Standorten im für Windkraft-Betrieb ungeeigneten Baden-Württemberg in den allermeisten Fällen aufgrund der jährlichen Verluste zu keinen Ausschüttungen kommt, wobei die allermeisten BW-Windkraft-Kommunen bisher vergeblich auf Gewerbesteuer-Zahlungen aus Windkraft-Betrieb gehofft haben (wie in Ingersheim)…

Jeder mit einem gesunden Menschenverstand Ausgestattete erkennt aufgrund dieses Sachverhalts, daß im vergleichsweise windarmen und daher für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb völlig ungeeigneten Baden-Württemberg den  -  wenn überhaupt  -  nur marginalen Vorteilen zu Lasten von Mensch, Landschaft und Natur viel zu viele Nachteile aus Windkraft-Betrieb gegenüberstehen, die es gebieten, von weitgehend ideologisierten Windkraft-Planungen im „Ländle“ abzusehen ! 

Nachdem aufgrund der offenkundig gewordenen Nachteile immer größere Teile der Bevölkerung in Baden-Württemberg völlig überzogene, zum Nachteil der Bevölkerung sich auswirkende Windkraft-Planungen ablehnen und auch die Koalitionsvereinbarungen  -  vor allem bedingt durch den Druck der CDU  -  mit dem Beachten von Effizienz-Gesichtspunkten in die „richtige Richtung“ gehen, bleibt abzuwarten, ob die weitgehend ideologisierten Parteifunktionäre der Grünen und der SPD in Baden-Württemberg ebenfalls imstande sind, die „Zeichen der Zeit“ zu erkennen und fähig sind  -  im Interesse der Bevölkerung  -  einen „Kehrtschwenk“ zu vollziehen… 

Ob sich

·         die insgesamt 12 baden-württembergischen Regionalverbände  -  insbesondere der besonders stark bei seinen Windkraft-Planungen an windschwachen Standorten zum Flächenfraß neigende Regionalverband Stuttgart  - 

·         und die Windkraft-Genehmigungsbehörden (insbesondere das Landratsamt im waldärmsten baden-württembergischen und äußerst windschwachen Landkreis Ludwigsburg)

·         sowie das Regierungspräsidium Stuttgart

die beim Naturschutztag geäußerte Kritik „zu Herzen nehmen“ ?

Kenner der Materie bezweifeln dies schon jetzt, d.h. zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des LKZ-Beitrags, und gehen davon aus, daß die genannten Behörden außer der einen oder anderen als Alibi gehaltenen „Sonntagsrede“ wie bisher im „alten Trott weiter machen…“

 
 

Walter Müller/Pressewart “Gegenwind Husarenhof”

 

Mitglied im Landesverband baden-württembergischer Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen in Natur- und Kulturlandschaften e.V.

Arbeitsgemeinschaft (Arge) baden-württembergischer Gegenwind-Bürgerinitiativen „Für Mensch, Natur, Landschaft und Kultur  -  Keine Windkraft an unsinnigen Standorten in BW“


zum LKZ-Beitrag  hier klicken 



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Bürgerversammlung Todtnau-Herrenschwand (Hochschwarzwald): W i n d k r a f t: “Es macht uns einfach Angst“

Bürger stimmen mit überwältigender Mehrheit gegen Windkraft-Pläne am Hochgescheid (Hochschwarzwald)

Gegenwind-B ü r g e r i n i t i a t i v e soll gegründet werden…

„Flauer Wind“: Windindustrieanlagen in Südbaden generell weit unter Plan ! Sich wegen viel zu optimistischer Renditeversprechen und mangelnder Transparenz geprellt fühlende Öko-Anleger klagen gegen Regiowind-Geschäftsführung in Freiburg / i.Br. !

 Neues B G H-Urteil verteuert viele geplante Windkraft-Standorte massiv und erhöht die wegen relativer Windarmut an den meisten Standorten in Baden-Württemberg ohnehin schon vorhandene Unwirtschaftlichkeit noch einmal signifikant ! 


(wm / 051013) - Die Badische Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom  2.10.2013  über eine Bürgerversammlung, die in der kleinen Hochschwarzwald-Gemeinde Todtnau-Herrenschwand durchgeführt und bei der über Windkraftpläne der Nachbarkommune Fröhnd abgestimmt wurde. Bei 42 sonntags anwesenden Bürgern stimmte die überwältigende Mehrheit von 40 Bürgern bei 2 Enthaltungen gegen Windkraft-Pläne der Gemeinde Fröhnd.

Nach Ansicht der Windkraft-Gegner spreche vor allem die Lage im europäischen Vogelschutzgebiet „Südschwarzwald“ gegen die Windkraft-Pläne. Das Gebiet gilt als Habitat vor allem für den auf der „Roten Liste“ und vom Aussterben bedrohten Auerhahn und für eine Reihe seltener Fledermausarten. Weitere Einwendungen richteten sich gegen befürchtete Einbrüche / Verdrängungen beim Tourismusaufkommen, das in dieser einzigartigen Gegend für viele Einheimische die einzige Einkommensquelle sei und schon Jahrzehnte lang die Basis für einen bescheidenen Wohlstand der dort wohnenden Bürger gewährleiste.

Dem Zeitungsbericht zufolge wurde auch auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs hingewiesen, „das Windanlagen massiv verteuern kann. Die Betreiber müssen demnach alle Kosten für den Anschluß des Windrads ans Stromnetz tragen.“

Damit dürften sich die jetzt ins Auge gefaßten Windkraft-Standorte in

·        Bad Mergentheim (Althausen + Apfelbach), Creglingen (Reinsbronn / Klosterwald),  Crailsheim, Bönnigheim / Freudental (Naturpark Stromberg-Heuchelberg / Rotenberg / Großer Saukopf), Ingersheim und im übrigen windarmen Landkreis Ludwigsburg, Aichwald / Esslingen (Schurwald), Künzelsau / Schloß Stetten, Langenburg, Michelbach, Gaildorf, Jagsthausen, Hardthausen, Malsch-Völkersbach, im Enzkreis, auf der Schwäbischen Alb / Albaufstieg, Ostalb, Oberschwaben / Bodenseeraum, im Nord- und Südschwarzwald, Südbaden  

und an vielen anderen potentiellen, jedoch wegen relativer Windarmut von vornherein ungeeigneten Windkraft-Standorten in Baden-Württemberg noch weiter verteuern und die ohnehin in der Planungsphase bereits absehbare Unwirtschaftlichkeit wird sich dadurch noch weiter erhöhen, falls diese Windkraft-Projekte realisiert würden.           

Am Rande der Bürgerversammlung wurde bekannt, daß der Vorsitzende / Geschäftsführer der Freiburger Ökostrom-Gruppe, Andreas Markowsky, mit seinen  Windkraft-Plänen  am Schauinsland wegen zweier Wanderfalken endgültig gescheitert sei.

Auch sonst scheinen die  Windkraft-Pläne  der Ökostrom-Gruppe in Freiburg und Umgebung  -  Grünen-Hochburg in Deutschland  -  nicht gerade von Erfolg begünstigt zu sein, denn am Ittenschwander Horn / Fröhnd (Nähe Lörrach / Südbaden) mußte eines von zwei Windrädern schon in 2006 wegen Windmangels vorzeitig schnell wieder abgebaut werden, um eine wegen dauerhafter Verlustfinanzierung drohende Insolvenz zu vermeiden; und  Windkraft-Anleger  der Freiburger Regiowind-Kommanditgesellschaft klagen gegen die Geschäftsführung, weil sie sich von den völlig überzogenen Ertragsversprechen geprellt fühlen, nachdem die Windkraft-Betriebe in den letzten Jahren jährlich um ca. 30 % „unter Plan“ und mit herben Verlusten  -  zu weiterem Kapitalverzehr zu Lasten der Anleger führend  -  abschlossen, weshalb mangels eines erwirtschafteten Gewinns logischerweise auch keine Gewinnausschüttung an die leidgeprüften Öko-Anleger durchgeführt werden konnte, von Gewerbesteuerzahlungen zugunsten der ebenfalls „in die Röhre schauenden“ Standort-Kommune ganz zu schweigen…




Keine Vertreibung des Auerhahns wegen Windkraft-Unfug
Famous Grouse by Jokkman, on Flickr
Creative Commons Attribution 2.0 Generic License  by  Jokkman

Dem Zeitungsbericht zufolge sind die finanziellen Verhältnisse der von der Freiburger Ökostrom-Gruppe betriebenen Windindustrieanlagen aufgrund dauerhafter Windschwäche und der dadurch nachhaltig eingetretenen Verlustsituation so prekär, daß sogar der aus regelmäßigen Zins- und Tilgungsleistungen bestehende Kapitaldienst für die Bedienung des zur WKA-Finanzierung aufgenommenen Fremdkapitals mehrfach ausgesetzt bzw. gestundet werden mußte… …und ein endgültiger finanzieller Kollaps der notleidenden Windkraft-Gesellschaften konnte wohl nur deshalb vermieden werden, weil kommunale Tochtergesellschaften der Stadtwerke Freiburg als Muttergesellschaft der finanziell schwer angeschlagenen Windkraft-Firmen mit „frischem Geld“  -  natürlich des Bürgers’s Geld, das hier (wie könnte es auch anders sein) wieder einmal aus vorwiegend ideologischen Gründen endgültig „verbrannt“ wird…  -  eingesprungen sind…

Das jetzt in Freiburg zutage getretene und zur Verschleuderung von „Bürger‘ s Geld“ führende Windkraft-Desaster steht an anderen potentiellen, jedoch wegen relativer Windschwäche für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb ebenfalls völlig ungeeigneten Windkraft-Standorten (vgl. oben gebrachte, nicht abschließende Aufzählung) vermutlich erst noch bevor, vor allem dort, wo ideologisierte und meist aus dem Lager der Grünen bzw. der SPD stammende oder diesen Parteien nahestehende Mandatsträger, (Ober)Bürgermeister, Gemeinde- / Kreisräte, Kommunalverwaltungen, Funktionäre etc. als kommunale Entscheidungsträger sich weniger vom gesunden Menschenverstand, sondern vielmehr von ideologisch gefärbten Parteiprogrammen leiten lassen nach dem Motto „…was nicht sein kann, das nicht sein darf…“.

Zu hoffen bleibt, daß „aufgeweckte“, kritische Bürger den vielerorts behördlicherseits unter Federführung der entsprechende Vorgaben setzenden, „Grün-Rot“-geführten BW-Landesregierung jetzt auch „im Ländle“ in Gang gebrachten Windkraft-Unfug noch rechtzeitig durchschauen, diesen stoppen und spätestens bei der am 25.5.2014 in Baden-Württemberg stattfindenden Kommunalwal bzw. bei der im Frühjahr 2016 anstehenden BW-Landtagswahl ihr „Kreuzchen an der richtigen Stelle machen…“, damit der von der Windkraft-Lobby und von vor Ort ideologisierten Dilettanten landesweit inszenierte Windkraft-Schwindel doch noch rechtzeitig zum Halt gebracht werden kann…           

 

Walter Müller/Pressewart “Gegenwind Husarenhof”

 

Mitglied im Landesverband baden-württembergischer Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen in Natur- und Kulturlandschaften e.V.

Arbeitsgemeinschaft (Arge) baden-württembergischer Gegenwind-Bürgerinitiativen „Für Mensch, Natur, Landschaft und Kultur  -  Keine Windkraft an unsinnigen Standorten in BW“


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Bürgermeister, Gemeinderat und besorgte Bürgerschaft am Schluchsee (H o c h s c h w a r z w a l d) l e h n e n mit großer Mehrheit W i n d k r a f t-Standorte im T o u r i s m u s-Gebiet im Hochschwarzwald und rund um den S c h l u c h s e e  a b

 

Was können Landräte, Oberbürgermeister, Bürgermeister und Gemeinderäte sowie k o m m u n a l e Entscheidungsträger in:

Hohenlohe / Taubergrund (Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim, Creglingen / Reinsbronn, Künzelsau, Schwäbisch Hall, Michelbach, Langenburg, Jagsthausen, Hardthausen / Widdern),

im Landkreis Ludwigsburg (Bönnigheim / Freudental, Ingersheim, Kirchheim / N., Steinheim / Bottwartal, Vaihingen / Enz),

in Esslingen / Aichtal (Schurwald), im Voralbgebiet (Göppingen), auf der Schwäbischen Alb, im Bodenseeraum (Meßkirch), Oberschwaben (Ravensburg), Südbaden (Freiburg / Br., Lörrach), im Nord- und Südschwarzwald daraus l e r n e n ? 

Kommt es in B a d  M e r g e n t h e i m  und an den genannten Orten zum       B a u  weiterer Windparks mit den nachfolgend geschilderten N a c h t e i l e n zu Lasten von Mensch, Landschaft und Natur, obwohl in Hohenlohe / Taubergrund bereits rd. 3 0 % aller in Baden-Württemberg vorhandenen Windindustrieanlagen installiert sind ? 

Wie hoch ist die O p f e r b e r e i t s c h a f t der v o r  O r t betroffenen B ü r g e r angesichts der immer höher werdenden Windindustrieanlagen, die in Baden-Württemberg in den allermeisten Fällen d a u e r h a f t e  V e r l u s t e zum Nachteil ihrer Kapitalanleger verursachen ?

 Immer mehr Bürger vor Ort wachen auf und erkennen den übers „Ländle“ hereinziehenden Windkraft-S c h w i n d e l…


(wm / 240813) - Nachdem sich die vor allem vom S c h w a r z w a l d-T o u r i s m u s lebende Bürgerschaft mehrerer Orte am S c h l u c h s e e  in verschiedenen Bürgerversammlungen mit sehr großer Mehrheit gegen Windkraft-Standorte im Hochschwarzwald  -  insbesondere in einer der für den Schwarzwald-Tourismus attraktivsten Regionen am Schluchsee  -  ausgesprochen hat, zogen nun Berichten der Badischen Zeitung vom   9.7.2013   und  10.7.2013 zufolge Bürgermeister und Gemeinderat e i n s t i m m i g in ihren Sitzungen nach und verstärkten damit die g e g e n W i n d k r a f t in dieser Region ablehnende Haltung großer Teile der Bürgerschaft.

Auch ist festzustellen, daß immer mehr Lokalzeitungen angesichts der durch forcierten Windkraft-Ausbau zu Lasten der Bürger vor Ort entstehenden Nachteile sensibilisiert werden, ihre bisher teilweise unkritische Haltung aufgeben und dazu übergehen, kritischer über die jetzt im Detail immer bekannter werdenden Windkraft-Pläne zu berichten, nachdem überregionale Zeitungen und Magazine wie „Handelsblatt“, „Wirtschaftswoche“, „Manager-Magazin“, „DER SPIEGEL“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ oder „DIE WELT“ u.a. bereits schon seit längerem windkraft-kritisch berichten.

Das hier geschilderte Beispiel kann getrost als Muster für die so oft gepriesene, aber leider viel zu selten praktizierte „gelebte Demokratie“ dienen, denn es zeigt sehr anschaulich, daß der bspw. bei Bürgerversammlungen sich artikulierende Wille der übergroßen Mehrheit der Bürgerschaft als entscheidendes Votum des Souveräns Basis sein sollte für die darauf aufbauenden Entscheidungen der von den Bürgern gewählten Gremien (Gemeinderat) und Amtsträger (Bürgermeister), die sich in ihren Amtshandlungen und Entscheidungen allein dem Gemeinwohl und Mehrheitsentscheidungen des Bürgers  -  und keinesfalls diesen widersprechenden Partikularinteressen Einzelner (etwa an Windkraft-Forcierung an unsinnigen Standorten im Wald, Tourismus-Gebieten etc.)  -  verpflichtet verstehen sollten.

Der B ü r g e r m e i s t e r  von Schluchsee führte mehrere A b l e h n u n g s g r ü n d e gegen alle 3 ins Auge gefaßten Windkraft-Standorte ins Feld: Vorrang sollte der S c h u t z des 
B ü r g e r s
vor möglicherweise vom Windkraft-Betrieb ausgehenden S c h a d-I m m i s s i o n e n (Lärm, Schattenschlag, Infraschall) sein, daher ist hauptsächlicher Ablehnungsgrund der viel zu 
g e r i n g e Vorsorgeabstand
zur Wohnbevölkerung, der aufgrund der vor Ort gegebenen topografischen Verhältnisse nicht vergrößert werden könne.

In seinen weiteren Ausführungen forderte er: „Die Kulturlandschaft muß erhalten werden“ und zum Thema „T o u r i s m u s“ heißt es im Zeitungsbericht weiter: „Auch das Thema Tourismus und somit das Landschaftsbild kam in seiner Wortmeldung deutlich zum Tragen. "Wir sind ein Flaggschiff im Tourismus, unsere Kulturlandschaft muss erhalten werden, denn wir leben von unseren Gästen", so der Bürgermeister in seiner beeindruckenden und nichts zu wünschen übrig lassenden Stellungnahme.

Weitere Mitglieder des Gemeinderats brachten ihre Befürchtungen über möglicherweise nach Windkraft-Bau eintretende E i n b r ü c h e  beim  T  o u r i s m u s ebenfalls zum Ausdruck. So sprach sich ein GR-Mitglied „gegen eine so maßgebliche Veränderung des Landschaftsbildes aus und betonte den Stellenwert des Tourismus. Etwa 46 000 Arbeitsplätze könnten im Schwarzwald wegfallen, sollte der Tourismus um 25 Prozent zurückgehen, erläuterte Zapf und nahm dabei Bezug auf eine Stellungnahme der Schwarzwald Tourismus AG, für die ein Einbruch der Urlauber durch die geplanten Windräder durchaus denkbar wäre.“

Ein weiteres Gemeinderats-Mitglied „erläuterte, dass man aufgrund der vorherrschenden Meinung davon ausgehen könne, dass rund 75 Prozent gegen die geplanten Windanlagen in und um Schluchsee seien. "Keiner weiß, wie rentabel diese Anlagen sein werden, aber für unser Landschaftsbild sind sie schlichtweg nicht akzeptabel"; und weiter heißt es, „…dass für den Fall, dass sich der Infraschall tatsächlich als Gesundheitsgefährdung erweisen sollte, man sämtliche touristische Institutionen im Hochschwarzwald schließen könnte.“

Die Themen „Wirtschaftlichkeit“ und die immer noch nicht mögliche „Speicherfähigkeit“ regenerativ erzeugten Stroms wurden ebenfalls angesprochen: "Fakt ist, die Energiewende muss vollzogen werden – jedoch geplant und wirtschaftlich", so ein Gemeinderatsmitglied. "Wirtschaftlich sind die geplanten Anlagen jedoch irrsinnig, es fehlt an Speichern und der Netzausbau ist mangelhaft – daher sage ich Nein zur Windkraft im Hochschwarzwald", so das GR-Mitglied weiter. Weitere Gemeinderäte „stellten die Sorge um den Wertverlust der Immobilien in den Raum“ und untermauerten ihr „Votum gegen die Windanlagen mit dem Landschaftsbild.“, so die Badische Zeitung weiter.

Der Bürgermeister „will die gelieferten Argumente aufnehmen und sie in die Stellungnahme einfließen lassen, die dem Planungsverband vorgelegt wird.“

Zum Schluß der Veranstaltung trat als letzter Redner Altbürgermeister Ehret ans Mikrofon und führte unter anderem aus, „Schluchsee komme auf mehr als 600.000 Übernachtungen im Jahr und lebe von seiner gewachsenen Kulturlandschaft. Diese dürfe nicht Opfer des Windwahns werden“, so der Altbürgermeister.


Bäume statt Windkraft
Baumgruppe in der Nähe des Schluchsees

Bei der tags zuvor abgehaltenen Bürgerversammlung machten die Bürger ihrem Ärger über die geplante Landschaftsverschandelung sowie über die durch Windkraft-Betrieb zu befürchtenden Nachteile „Luft“, wobei u.a. gefordert wurde: „Die Gemeinde dürfe sich nicht von der Angst vor der Landesregierung leiten lassen…“ und mehrere Redner „… forderten den komplett anwesenden Schluchseer Gemeinderat und die Verwaltung auf, nicht gegen die Bürger abzustimmen.", eine Forderung, die sich Gemeinderäte und Bürgermeister sehr „zu Herzen“ nahmen, indem sie einen Tag später bei der Gemeinderatssitzung einstimmig gegen die Windkraft-Pläne am Schluchsee stimmten (vgl. oben).

Weiter heißt es in der Badischen Zeitung: „Eindeutiger kann ein Meinungsbild nicht sein. In der mehr als 100-minütigen Diskussion beim Bürgerinformationsabend über die Ausweisung von Standorten zur Windkraftnutzung im Flächennutzungsplan von Schluchsee meldete sich nur einer von rund 140 Besuchern als Befürworter zu Wort. Und dieser repräsentierte den Investor WPD, welcher auf dem Ahaberg "drei bis vier Windkraftanlagen bauen möchte". Die Flächen dafür hat das weltweit in Sachen Windkraft tätige Bremer Unternehmen bereits vom Fürsten Fürstenberg gepachtet.“

Bei der Bürgerversammlung wurden auch Visualisierungen von allen drei potentiellen WKA-Standorten am Schluchsee gezeigt, deren landschaftsverschandelnde Eindrücke bei manchem Anwesenden wohl „das Faß zum Überlaufen“ gebracht hat. Der Zeitungsbericht spricht diesbezüglich diplomatisch von „möglichen landschaftlichen Veränderungen“.

Die Bürger empfanden die Wucht der am Modell zutage getretenen visuellen Landschaftszerstörung als nicht hinnehmbar: „Angetan war keiner im kleinen Kursaal von dem, was zu sehen war. Die realistischen Fotomontagen zeigten den Blick vom Hotel Flora auf maximal sechs Windkraftanlagen. Vom Unterkrummenhof aus könnten maximal sieben Anlagen gezählt werden und von Fischbach aus wären beim "Hirschen" sechs Anlagen zu sehen.“

Den anwesenden Bürgern und kommunalen Entscheidungsträgern war schnell klar: Angesichts der viel zu vielen vor Ort durch Windkraft-Betrieb zu Lasten von Mensch, Landschaft und Natur zu befürchtenden Nachteile (denen keine nennenswerte Vorteile gegenüberstehen) bzgl. …

·         …irreparabler Landschaftsverschandelung und daraus möglicherweise resultierender und zu Wohlstandsverlusten führenden Einbrüchen beim Tourismus

·         …schweren Beeinträchtigungen beim Natur-, Tier- 8insbesondere Vogelschutz) und Landschaftsschutz

·         …möglicherweise durch Windkraft-Betrieb  -  insbesondere im von Experten als besonders gefährdet und risiko-behaftet angesehenen Wirkungskreis (Radius ca. 5 km ab Windkraft-Standort)  -  durch zweifelsfrei entstehende Schad-Immissionen (Infraschall, Lärm, Schattenschlag) verursachte Gesundheitsrisiken

·         …quasi „über Nacht“ eintretende Wertminderungen bei den Verkehrswerten von Immobilien zu Lasten von Haus- und Grundeigentümern

·         …nachteiliger Auswirkungen bei Erreichung der Klimaschutzziele, weil der Wald das klimaschädliche CO2 absorbiert und ansonsten durch seine Schatten und kühle Temperaturen spendende Funktion zur Verlangsamung der Klimaerwärmung beiträgt, eine Funktion, die bei Fußballfeld großer Abholzung Jahrzehnte alter Baumbestände aufgelöst wird mit allen nachteiligen Folgen für die Klimaerwärmung; je einzelner im Wald errichteter Windindustrieanlage wird nach Erfahrungen von anderen Windkraft-Waldstandorten eine Waldfläche von bis zu 1 ha (100 m x 100 m) mit bis zu 500 Bäumen abgeholzt…

·         …Verlust von Arbeitsplätzen wegen Einbrüchen beim Tourismus bzw. Verdrängung von Tourismus-Potential in andere, windkraft-freie Regionen, die in Untersuchungen von Tourismus-Verbänden nachgewiesen und auf Tourismus-Messen (wie der alljährlich im Januar bei der in Stuttgart stattfindenden CMT) durch Auskünfte der Tourismus-Gesellschaften belegt wurden

dürfte der Bau von künftig bis zu 230 m hohen Windindustrieanlagen  -  höher als der Stuttgarter Fernsehturm, das Ulmer Münster oder der Kölner Dom  -  und die von der „grün-rot“ geführten baden-württembergischen Landesregierung zur Erreichung politisch vorgegebener Ziele zum Bau weiterer ca. 1200 Windindustrieanlagen betriebene Umwandlung eines Landschafts- und Naturschutzgebiets in ein windkraft-industrielles Gewerbegebiet für die vor Ort in Schluchsee wohnende Bevölkerung gravierende = negative Auswirkungen haben…

…wobei mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, daß der Natur- und Erholungs-Tourismus am Schluchsee und im Hochschwarzwald einen großen Teil seiner Attraktivität verliert angesichts weitgehend abgeholzter Wald-Landschaften, ein weiteres Mal am Boden liegenden Natur- und Landschaftsschutz und angesichts einer bevorstehenden Umzingelung durch mehrere Windparks mit dann bis zu 230 m hoch werdenden Windindustrieanlagen, die  -  falls diese Pläne auch nur annähernd realisiert würden  -  das „Todesurteil“ für die Schluchsee-Region und deren Tourismus-Ziele darstellen würde, mit allen nachteiligen Folgen für die Sicherheit der Arbeitsplätze und den Wohlstand der Region…

Gespannt sein darf man auch auf die Beantwortung der Frage, wie eine ähnlich vom Tourismus und Urlaub / Erholung / Reha / Bäderbetrieb etc. gepägte Region wie das „liebliche Taubertal“ in der „romantischen Urlaubs- und Gesundheitsstadt Bad Mergentheim“ an der viel gepriesenen „Romantischen Straße“  -  nach eigener Aussage Süddeutschlands größte Bäder-, Reha- und Urlaubsregion  -  sich endgültig positioniert, wenn es um die Realisierung von Windkraft-Plänen in den Stadteilen A l t h a u s e n und A p f e l b a c h geht, wo Pläne der Stadtverwaltung bzw. der Stadtwerke jeweils einen Windpark aus jeweils ca. 5 - 7 dann bis zu 230 m hoch werdenden Windindustrieanlagen vorsehen, die an raumbedeutsamer Stelle (abschreckend) auf den Bergrücken des Stadtwalds und gut sichtbar für die Kernstadt und die dortigen Tourismus-, Bäder-, Reha-und sonstigen Freizeiteinrichtungen errichtet würden…



Windkraft in Bad-Mergentheim
 das ist doch um auf die Bäume zu gehen

Luchs im Wildpark Bad-Mergentheim
Climbing up by Cloudtail, on Flickr
Creative Commons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 2.0 Generic License  by  Cloudtail

In der Homepage der Stadt B a d  M e r g e n t h e i m heißt es: „Der Tourismus ist in Bad Mergentheim ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie”, die am 26.9.2012 veröffentlicht wurde.

Darin heißt es u.a.: „"Der wirtschaftliche Aspekt des Tourismus in Deutschland wird häufig unterschätzt", erklärte Zeiner. Dabei spiele nicht nur die Wertschöpfung der ersten Umsatzstufe wie etwa durch Beherbergung, Gastronomie, Gesundheitsangebote, Einzelhandel und Eintrittsgelder eine Rolle, sondern auch in der zweiten Umsatzstufe gebe es zahlreiche Branchen unter anderem in Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel, Banken- und Finanzsektor, Energie und Werbung, die von einer touristischen Entwicklung profitieren würden. Zudem würden nicht nur Übernachtungs-, sondern auch Tagesgäste sowie Privatgäste von Einwohnern zur touristischen Wertschöpfung beitragen.

Der Hauptanteil der insgesamt 663 000 Übernachtungen in den Unterkunftsarten Bad Mergentheims habe laut Zeiners Untersuchung im Jahr 2011 zu 71,7 Prozent bei Vorsorge- und Reha-Kliniken gelegen, gefolgt von Hotels (19,8 Prozent), Gasthöfen (3,4 Prozent), Privatzimmer (2,2 Prozent), Touristik- und Dauercamping (1,1 Prozent) sowie Ferienwohnungen und -häuser (1,0 Prozent). Zudem könne man bei durchschnittlich etwa elf Übernachtungen in den rund 10 700 Privathaushalten von insgesamt rund 120 000 Übernachtungen bei Verwandten- oder Bekanntenbesuchen ausgehen. Die Anzahl von Tagesgästen in der Kurstadt habe 2011 bei rund 1,6 Millionen gelegen.

In Bad Mergentheim seien nach Zeiners Berechnungen 2011 durch den Tourismus Bruttoumsätze von etwa 148,1 Millionen Euro (2008: 128,7 Millionen Euro) generiert worden, davon 101,2 Millionen Euro in gewerblichen Betrieben, 42,1 Millionen Euro durch Tagesreisen, 3,2 Millionen Euro durch Verwandten- oder Bekanntenbesucher, 1,2 Millionen Euro bei Privatvermieter und 0,4 Millionen Euro durch Touristik- und Dauercamping sowie Reisemobilisten.“

Im Hinblick darauf, daß für den Wohlstand der Stadt Bad Mergentheim und seiner Bürger angesichts extensiver Windkraft-Pläne an raumbedeutsamer Stelle auf eigener Gemarkung gemäß dieser Studie doch einiges auf dem Spiel steht, wendet sich mancher, mit gesundem Menschenverstand ausgestatteter Bürger ab und schüttelt den Kopf, darauf vertrauend, daß sich doch noch die Einsicht in Stadtverwaltung, Stadtwerken und kommunalen Entscheidungsträgern durchsetzt…

…und eines dürfte auch klar sein: Der in der Homepage vom 15.8.2013 enthaltene Appell „Kurdirektorin appelliert an Bundestagskandidaten: Politik muß unser Potential stärker fördern“, dürfte vor allem dann ungehört verhallen, wenn die Stadt Bad Mergentheim im Begriff ist, durch nach Meinung vor Ort mit den Verhältnissen vertrauter Personen völlig überzogene Windkraft-Pläne „ein Eigentor par excellance“ zu schießen, wobei die Verantwortlichen dann letztlich mit ansehen müssten, wie sich die Windindustrieanlagen zwar  -  je nach Windaufkommen  -  mehr oder weniger stark drehen und dabei mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wegen völlig unzureichendem jahresdurchschnittlichem Windaufkommen  -  wie an vielen anderen baden-württembergischen Windkraft-Standorten ebenfalls  -  zu Lasten der Kapitalanleger dauerhaft Verluste produzieren o h n e Gewerbesteuer-Einnahmen zu generieren, während die übrigen befürchteten und hier geschilderten Nachteile zu Lasten der Region sich einstellen…

 

Walter Müller/Pressewart “Gegenwind Husarenhof”


Mitglied im Landesverband baden-württembergischer Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen in Natur- und Kulturlandschaften e.V.

Arbeitsgemeinschaft (Arge) baden-württembergischer Gegenwind-Bürgerinitiativen „Für Mensch, Natur, Landschaft und Kultur  -  Keine Windkraft an unsinnigen Standorten in BW“



www.gegenwind-husarenhof.de


Landesregierung von Rheinland-Pfalz beschließt neue Regelungen, die bei der Errichtung von Windenergieanlagen in Rheinland-Pfalz zu beachten sind  -  ähnliche v e r s c h ä r f e n d e Regelungen auch in anderen Bundesländern zu erwarten…

 

Verschärfter Umwelt- und Naturschutz: Weitere finanzielle Belastungen zu Lasten der Betreiber, Grundstücks-Verpächter und Standort-Kommunen drohen…

Schärferer Umwelt- und Naturschutz führt zu erheblich größeren finanziellen Risiken für private Windkraft-Kapitalanleger, Grundstücksverpächter und Windkraft-Standort-Kommunen (kommunale Stadtwerke)

 E s s l i n g e n (Schurwald), W a i b l i n g e n (Buocher Höhe), B a d M e r g e n t h e i m (Althausen, Apfelbach),         I n g e r s h e i m  sowie  B ö n n i g h e i m (Naturpark Stromberg-Heuchelberg: Rotenberg, Saukopf) und v i e l e      a n d e r e  Windkraft-Kommunen im windschwachen              B a d e n-W ü r t t e m b e r g  halsen sich mit ihren pro - W i n d k r a f t-Entscheidungen zu L a s t e n ihrer Bürger unkalkulierbare finanzielle R i s i k e n auf, die vom betragsmäßigen Volumen her erst am E n d e der 20 - 25 Jahre laufenden Windkraft-Betriebsdauer konkretisierbar sind  -  Motto: Das bittere Ende folgt nach… …wenn die Rechnung präsentiert wird…

Verpflichtung zur Beseitigung der Bodenversiegelung / Beton-Fundaments führt zu erheblichen finanziellen Zusatzbelastungen zu Lasten der Anleger und Standort-Kommunen…



(wm / 100813) - Die von SPD / Grünen geführte Landesregierung von Rheinland-Pfalz hat am 28.5.2013 ein neues Rundschreiben mit im Vergleich zur bisher gültigen Rechtslage zahlreichen, oft zur Verschärfung führenden Konkretisierungen, Ergänzungen und Verpflichtungen zur Errichtung von Windindustrieanlagen herausgegeben.

Es wurde am 12.7.2013 als „Hinweise für die Beurteilung der Zulässigkeit der Errichtung von Windenergieanlagen in Rheinland-Pfalz ( Rundschreiben Windenergie ) / Gemeinsames Rundschreiben des Ministeriums für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung, des Ministeriums der Finanzen, des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten und des Ministeriums des Innern, Sport und Infrastruktur Rheinland-Pfalz“ im Ministerialblatt der Landesregierung von Rheinland-Pfalz veröffentlicht. 

Es muß damit gerechnet werden, daß ähnliche Bestimmungen auch in anderen Bundesländern neu gefaßt werden, insbesondere deshalb, weil die Forcierung des Windkraft-Ausbaus neben den „klassischen“ Windkraft-Bundesländern wie Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg sich nun auch in den eher windschwächeren und eigentlich für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb völlig ungeeigneten Binnenland (Baden-Württemberg, Bayern) vollzieht.

Neben zahlreichen, im Vergleich zur bisherigen Rechtslage verschärfenden Konkretisierungen heißt es unter Kapitel C. Standortsteuerung durch Bauleitpläne zu Nr. 7.3.6 Rückbauverpflichtung, § 35 Abs. 5 Satz 2:

„Als weitere Zulässigkeitsvoraussetzung für privilegierte Vorhaben nach § 35 Abs. 1 Nr. 5 BauGB ist in § 35 Abs. 5 Satz 2 BauGB die Abgabe einer Verpflichtungserklärung vorgesehen, die Windenergieanlage nach dauerhafter Aufgabe der zulässigen Nutzung zurückzubauen und Bodenversiegelungen zu beseitigen. Diese Rückbauverpflichtung soll gemäß § 35 Abs. 5 Satz 3 BauGB durch Baulast oder in anderer Weise (z. B. durch Sicherheitsleistung) sichergestellt werden.“

Aufhorchen läßt die Bestimmung, wonach „…die Abgabe einer Verpflichtungserklärung vorgesehen…“ sei, „…die Windenergieanlage nach dauerhafter Aufgabe der zulässigen Nutzung zurückzubauen und Bodenversiegelungen zu beseitigen…“.

Zwar ist in den allermeisten Satzungen, Projekt-Betriebs-Verträgen etc. bereits jetzt die Bestimmung enthalten, wonach die WKA’s nach Ablauf der Nutzung, d.h. nach Ablauf der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer (i.d.R. 20 - 25 Jahre) zurückzubauen ist. In der Praxis bedeutet diese Bestimmung, daß die ü b e r  d e r  B o d e n f l ä c h e  befindliche Anlage, d.h. Turm, Gehäuse, Rotorblätter zu Lasten der Windkraft-Betriebsgesellschaft (Energie-Genossenschaft usw.) etc. wieder zurückzubauen und zu entsorgen sind.


Von Windkraft steht nichts auf der Tafel - eben weil sie dort nichts zu suchen hat

Foto: Thomas Schöller

In der Vergangenheit konnten die wegen technischer Überalterung, Verschleiß und mangelnder Wirtschaftlichkeit zurückgebauten Windindustrieanlagen über einen Zweitmarkt (ähnlich dem PKW-Gebrauchtwagenmarkt in den ersten Jahren nach der Wende), über den gebrauchte WKA’s meistbietend verkauft werden konnten, in Länder wie Polen, Tschechien u.a. verkauft und dort wieder aufgebaut werden, wobei die dabei erzielten Verkaufserlöse die angefallenen WKA-Rückbaukosten reduziert haben.

Zwischenzeitlich ist dieser Zweitmarkt für gebrauchte WKA’s vollständig weggefallen und an den WKA-Standorten der genannten Länder werden ausschließlich fabrik-neue Windindustrieanlagen gebaut. Dies hat dazu geführt, daß die Recyclingkosten für Rückbau und Entsorgung einer Windindustrieanlage sich im Vergleich zu früher deutlich erhöht haben. Zusätzlich kostenerhöhend wirken sich auch hier  -  neben den allgemeinen Kostensteigerungen  -  die verschärften Umweltschutz-Auflagen aus.   

Von einem R ü c k b a u  der  B o d e n v e r s i e g e l u n g i.S.d. oben erwähnten, jetzt von der Landesregierung Rheinland-Pfalz neu herausgegebenen Bestimmung, d.h. der Entfernung des  
u n t e r  der Erdoberfläche befindlichen B e t o n-F u n d a m e n t s
, war bisher noch nicht die Rede und die allermeisten der Windkraft-Investoren und Kapitalanleger sind bisher davon ausgegangen, daß die Bodenversiegelung bzw. das Fundament als Relikt des Windkraft-Betriebs auf Dauer im Boden zurückbleibt, das WKA-Beton-Fundament daher nicht beseitigt werden muß.     

Demgegenüber ist über eine Langzeit-Analyse der zum Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzrecht und der hierzu ergangenen nationalen und europäischen Rechtsprechung schon seit längerer Zeit zu beobachten, daß die dort den Anlage-Betreibern auferlegten Auflagen sich im Zeitablauf sukzessive verschärft haben.

Ein Ende dieser Entwicklung ist noch nicht abzusehen, im Gegenteil: Kapitalanleger und Betreiber sowie in neue, lang laufende Anlagen Windkraft-Investierte müssen davon ausgehen, daß die am Ende der Anlagenlaufzeit hinsichtlich der Entsorgung dieser Großanlagen sich stellende Situation im Hinblick auf die dabei anfallenden Kosten sich ganz anders  -  nämlich schlechter  -  als zu Beginn des Anlagenbetriebs bzw. im Beitrittszeitpunkt darstellt.

Dieser in einem erheblichen Anstieg der Recycling-Kosten zu Lasten der Investoren und Anlagen-Betreiber liegende Sprengsatz ist nach uns vorliegenden Informationen so gut wie in keiner Langzeit-Kalkulation der Windkraft-Betriebsgesellschaften enthalten und die dort  -  wenn überhaupt  -  berücksichtigte Kalkulation der Entsorgungskosten für Rotorblätter, Gondel und Turm reicht in den allermeisten Fällen ebenfalls nicht aus, um die tatsächlich später viel höheren Kosten abzudecken.

F o l g e: Allein wegen nicht die Vollkosten abdeckenden Kalkulationen wird es für viele gutgläubige Windkraft-Investoren und Kapitalanleger am Schluß ein „böses Erwachen“ geben, wenn es um die finanzielle Abwicklung der zurückzubauenden Windindustrieanlage geht und dabei festgestellt werden muß, daß das bis dahin ohnehin schon in vielen Fällen durch dauerhaften Windkraft-Verlustbetrieb ganz oder teilweise aufgezehrte Kapital keinesfalls mehr ausreichen wird, um die jetzt anfallenden, jedoch in der Kalkulation nicht berücksichtigten Recycling-Kosten finanzieren zu können… … von einer Gewinnausschüttung, Verzinsung bzw. der vollständigen Kapitalrückzahlung an die Investoren ganz zu schweigen…

Von den hier sich abzeichnenden, zusätzlichen finanziellen Belastungen bleiben die Windkraftanlagen-Hersteller, deren Vertriebs-Teams, finanzierende Banken und Service-Gesellschaften etc. verschont, denn deren Tätigkeit endet mit der Übergabe der WKA zu Beginn bzw. mit der Betriebsaufgabe. Diese Gruppen haben ihre finanzielle Vergütung bereits erhalten.

Falls es nicht zu einer vorzeitigen Insolvenz des Windkraft-Betriebs kommt, sind zunächst die investierten Kapitalanleger belastet, deren ggfs noch nicht durch Windkraft-Betriebsverluste aufgezehrtes Kapital dann „herhalten“ muß, um die aus gestiegenen Recycling- und Entsorgungskosten zusätzlich resultierende Belastungen finanzieren zu können.

Ist das Anlagekapital, wie in den allermeisten Fällen im eher windschwachen und daher für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb völlig ungeeigneten Windkraft-Standorten in Baden-Württemberg aufgebraucht und reicht der Rest des noch vorhandenen Anlagekapitals am Schluß nicht aus, um die gestiegenen WKA-Entsorgungskosten zu finanzieren, dürfte wohl der Grundstücksverpächter  -  meistens Landwirte und Kommunen (z.B. Esslingen/Schurwald; Bönnigheim/Rotenberg; Bad-Mergentheim/Althausen + Apfelbach)  -  belastet werden.

Käme es dazu, wird wohl in den allermeisten Fällen der über eine Pachtdauer von 20 - 25 Jahren nach Abzug der steuerlichen Belastung beim privaten Grundstücksverpächter verbliebene Rest-Pachterlös weitgehend aufgezehrt werden.


Da gibt es in letzter Zeit ein paar Zeitgenossen, die sind doch echt der Meinung,
der Wald würde diese WKA nahezu gänzlich verdecken.
 

Quelle: rettedeinenwald.info

Darauf deuten rege Diskussionen in landwirtschaftlichen Internet-Plattformen hin, wo „hellhörig“ gewordene Landwirte angesichts dieser später drohenden Belastungen und den damit verbundenen Risiken vor einer übereilten Grundstücks-Verpachtung für Windkraft-Betrieb warnen.

Basierend auf heutigen Kostenverhältnissen, werden von windkraft-kritischen Landwirten Kosten i.H.v. bis zu 400 000 € - 600 000 € befürchtet, die am Schluß der WKA-Betriebsdauer in Befolgung gesetzlicher Auflagen allein für die Entsorgung des Beton-Fundaments der Windindustrieanlage anfallen könnten… …eine Größenordnung, die aus den eingenommenen Pachterlösen wohl kaum bestritten werden kann und die manchen voreilig verpachtenden Landwirt in den finanziellen Ruin treiben könnte…  

Träfe letzteres zu und „Reißen alle Stricke“ bzw. „beißen den Letzten die Hunde“, dürfte wohl die Windkraft-Standortkommune (kommunale Stadtwerke) und damit deren Bürger zur Finanzierung der Entsorgungskosten  -  insbesondere der Kosten für die Beseitigung der Bodenversiegelung  bzw. des Beton-Fundaments  -  herangezogen werden… …wodurch für manche Windkraft-Standortkommune der unternehmerische Ausflug auf das dünne Eis von Windkraft-Investments sich dann endgültig zu einem finanziellen Fiasko ausgeweitet hätte…

Ob diese finanziellen Langzeit-Konsequenzen den heute oft blauäugig und bedenkenlos auf den Windkraft-Hype springenden Oberbürgermeistern, Bürgermeistern und Gemeinderäten vor allem an vergleichsweise eher windschwachen und daher für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb völlig ungeeigneten Binnenland (Baden-Württemberg) bewußt sind, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden… …und mancher nachfolgende Bürgermeister und Gemeinderat wird noch lange die „Windkraft-Suppe“ auslöffeln müssen, die ihm seine schon längst in Pension befindlichen Amtsvorgänger eingebrockt haben…

…zu hoffen bleibt, daß viele jetzt noch nichtsahnende und über an ihrem Ort möglicherweise sich einstellenden finanziellen Windkraft-Langzeitrisiken uninformierte Bürger noch rechtzeitig „aufwachen“ und die in der Verantwortung stehenden kommunalen Entscheidungsträger mit ihren Bedenken konfrontieren…  

 
 

Walter Müller/Pressewart “Gegenwind Husarenhof”

 

Mitglied im Landesverband baden-württembergischer Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen in Natur- und Kulturlandschaften e.V.

Arbeitsgemeinschaft (Arge) baden-württembergischer Gegenwind-Bürgerinitiativen „Für Mensch, Natur, Landschaft und Kultur -  Keine Windkraft an unsinnigen Standorten in BW“


www.gegenwind-husarenhof.de


Zum Nachdenken: Auszug aus der Homepage von

VERNUNFT
KRAFT

BUNDESINITIATIVE für v e r n ü f t i g e Energiepolitik

  

(wm / 160713) - Nachfolgende Bilder und Motive haben wir mit freundlicher Genehmigung der Homepage VERNUNFTKRAFT ( www.vernunftkraft.de )entnommen, einer Diskussionsplattform, die sich bundesweit für vernünftige Energiepolitik am Wirtschaftsstandort Deutschland einsetzt.

In zahlreichen Veröffentlichungen  -  gestützt durch wissenschaftliche Expertisen  -  hat sie schonungslos die ab den Jahren 2000 ff. gemachten Fehler der deutschen Energiepolitik aufgedeckt. Gefordert wird ein radikales Umdenken, insbesondere eine zu einer umgehenden, zur spürbaren Kürzung der Fördersätze und des jetzt noch mit 20 Jahren unverhältnismäßig lange laufenden Subventionszeitraums führenden Reform bei der Förderung der regenerativen Energien durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).  


www.vernunftkraft.de

VERNUNFTKRAFT fordert zunächst die Realisierung des erheblichen Energie-Einsparpotentials und wendet sich gegen die bundesweit in vielen Regionen geplante großflächige Verschandelung Jahrhunderte alter Kulturlandschaften durch an vielen Standorten unsinnige Windkraftanlagen, die nach der BW-Landtagswahl und dem Machtwechsel im März 2011 nach den Windkraft-Plänen von „Grün / Rot“ nun auch im bisher weitgehend noch windkraft-verschonten Baden-Württemberg eintreten werden, wenn die politischen Vorgaben zum Bau von ca. 1200 künftig bis zu 230 m hohen Windindustrieanlagen  -  höher als der Stuttgarter Fernsehturm, das Ulmer Münster oder der Kölner Dom  -  bis zum Jahr 2020 tatsächlich umgesetzt werden sollten.

Besonders kritisiert werden geplante Windkraft-Standorte im Wald, weil nach den Erfahrungen bei bisher durch Windkraft im Wald verursachten Rodungen davon auszugehen ist, daß je einzelner im Wald gebauter Windindustrieanlage eine Waldfläche von 0,7 ha - 1,0 ha (in Einzelfällen noch darüber liegend) abgeholzt werden muß, zu einem Naturfrevel ohnegleichen führend, wenn man sich die nachteiligen Folgen hinsichtlich

·         der Störung des ökologischen Gleichgewichts

·         der Klimaerwärmung

·         beim Tier- und Artenschutz

·         oder beim Hochwasserschutz (der Waldboden saugt „schwammartig“ und quasi als willkommener, natürlicher Wasserspeicher  -  insbesondere bei in kurzer Zeit intensiv stattfindenden Niederschlägen  -  die aus Regen oder Schneeschmelze resultierenden Wassermengen auf, speichert sie und gibt sie im Zeitablauf sukzessive an die Vegetation zurück; ohne diese Speicherfunktion des Waldes führen die im Zeitablauf mit großer Wahrscheinlichkeit extremer und immer häufiger einstellenden Niederschläge zu höheren Hochwasser-Risiken und damit zu Milliarden-Schäden zu Lasten von Bürgern und der Wirtschaft (vor allem beim mittelständischen Gewerbe, Handwerk, Handel etc.), weil die nach intensiven und länger anhaltenden Niederschlägen entstehenden, auf abgeholztem Waldboden niedergehenden Wassermassen dort nicht mehr gespeichert werden können, sondern ohne zeitliche Verzögerung in die tiefer gelegenen Wasserläufe abfließen, dort zu Überschwemmungen mit den bekannten Folgen führend…)     

vor Augen führt.

Hiergegen wehren sich in BW landauf / landab jetzt schon ca. 80 Gegenwind-Bürgerinitiativen und neue contra-Windkraft-Bürgerinitiativen schießen in Baden-Württemberg in fast wöchentlichem Abstand wie „Pilze aus dem Boden“.


www.vernunftkraft.de


Zur flächendeckenden Organisation des friedlichen Widerstands hat sich im Mai 2013 ein „Landesverband baden-württembergischer Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen in Natur- und Kulturlandschaften e.V.“ gegründet ( Beitrag vom 11.5.2013 ).  

Die unten angeführten, teilweise schon irreparabel windkraft-verschandelten Regionen kann man um die nachfolgend aufgeführten Regionen in Baden-Württemberg erweitern, nachdem die neuesten Planungen zur Forcierung des Windkraft-Wahnsinns durch die zuständigen Regionalverbände publik wurden:

·         Albvorland / Schwäbische Alb, Schurwald

·         württembergischer Teil des Allgäus (Isny, Messkirch) / Oberschwaben / Bodenseeraum, Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald (Murrhardt, Mainhardt, Welzheim)

·         Hohenlohe / Taubergrund (Schwäbisch Hall / Limpurger Berge, Gaildorf, Künzelsau, Crailsheim, Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim)

·         Hochschwarzwald (Titisee-Neustadt)

·         Naturpark Schwarzwald-Mitte (Horb / N.)

·         Nord-Schwarzwald (Pforzheim, Karlsruhe, Baden-Baden)

·         Markgräfler Land, Freiburg und Umgebung, Münstertal

·         Bergstraße (Weinheim), Odenwald (Eberbach)

·         Naturpark Stromberg-Heuchelberg, Bottwartal u.a.


Nachdem der Naturschutz bundesweit in vielen Regionen schon „am Boden liegt“, dürfte die Umsetzung dieser Pläne dem Landschafts-, Natur- und Vogelschutz einen weiteren schweren Stoß versetzen.


www.vernunftkraft.de

Baden-Württemberg ist für wirtschaftliche Stromgewinnung aus Windkraft vom Standort her denkbar ungeeignet.

Hinsichtlich des jahresdurchschnittlichen Windaufkommens besteht in Deutschland ein starkes Nord-Süd-Gefälle: Das jahresdurchschnittliche Windaufkommen  -  wichtigste Voraussetzung für einen dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb  -  ist in Baden-Württemberg nach allen seriös durchgeführten Langzeit-Windmessungen des Deutschen Wetterdiensts (DWD), von Meteorologen und Wetter-Stationen etc.  gegenüber den „klassischen“ Windkraft-Bundesländern im Norden und Osten Deutschlands (Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, nördliche Teile von Hessen und NRW) um ca. 2 - 3 Mal geringer und allein aus diesem Grund stehen in Baden-Württemberg bisher nur rd. 400 Windindustrieanlagen, während in den genannten „klassischen“ Windkraft-Bundesländern ca. 85 % der bisher in Betrieb befindlichen (einschließlich der z. Zt. konkret in Planung befindlichen WKA) ca. 28000 Windindustrieanlagen stehen.

Bei den Wind-Volllaststunden steht Baden-Württemberg mit lediglich rd. 1200 jährlichen Wind-Volllaststunden an 16. und damit an letzter Stelle aller Bundesländer.

Auch diese Statistiken belegen das bzgl. des jahresdurchschnittlichen Windaufkommens erhebliche Nord-Süd-Gefälle, denn bei einer maximalen Wind-Kapazität von 8760 Wind-Volllaststunden (365 Tage eines Jahres  x  24Stunden je Tag  =  8760 Wind-Volllaststunden) ergeben sich als Durchschnitt aller 16 Bundesländer ca. 1600 Wind-Volllaststunden, während es beim Schlußlicht im vergleichsweise windarmen Baden-Württemberg gerade einmal kümmerliche 1200 Wind-Volllaststunden = 13,7 % sind.  

Aufgrund der in BW äußerst ungünstigen Standort-Bedingungen erwirtschaften  -  folgerichtig und zwangsläufig  -  die allermeisten der bisher rd. 400 in BW installierten Windindustrieanlagen vom Jahr ihrer Inbetriebnahme an ununterbrochen bis zum heutigen Tage „tiefrote“, desaströse Betriebsergebnisse, zu einem kumuliert immer größer werdenden Kapitalverzehr zu Lasten der Öko-Kapitalanleger führend, die in einer geschlossenen Kapitalanlage mit ansehen müssen, wie ihr investiertes Eigenkapital durch dauerhafte Verlustfinanzierung wie Schnee in der Sonne zusammenschmilzt, oft auf einen Totalverlust der Kapitalanlage zusteuernd, von Gewinnausschüttungen und Verzinsungen ganz zu schweigen…

…und die jetzt von der durch Grüne / SPD geführten  Landesregierung stark beworbenen Pläne zur kapitalmäßigen Beteiligung der Bürger an sogenannten Bürgerwindrädern wird bei den betroffenen Bürgern, die sich von den viel zu optimistischen Versprechungen der Windkraft-Lobby allzu oft „über den Tisch ziehen lassen“, sehr bald zu einer Ernüchterung und Katerstimmung führen, wenn sie bei den ersten Verlust-Jahresabschlüssen die Aufzehrung ihrer Kapitalanteile feststellen und sich eingestehen müssen, daß ihr Bürgerwindrad sich schon vor dem 1. Spatenstich als millionenschwere Fehl-Investition heraus gestellt hat, so wie an vielen anderen BW-Windkraft-Standorten ebenfalls zuvor…     

Zur friedlichen Organisation des Widerstands gegen die weitgehend parteipolitisch und ideologisch motivierten Windkraft-Pläne rufen wir die Bevölkerung in Baden-Württemberg dazu auf, sich kritisch mit den unvertretbaren und nachteiligen, durch Windkraft-Forcierung verursachten  Folgen auseinanderzusetzen.

Insbesondere rufen wir zur  

·         zur Beteiligung an friedlichen Protest-Aktionen

·         und zur Gründung neuer Bürgerinitiativen vor Ort und zum Beitritt in bereits bestehende Bürgerinitiativen

auf, damit die hier nur skizzenhaft beschriebenen, durch ungezügelten Windkraft-Ausbau verursachten Nachteile in Baden-Württemberg im Interesse der Bürger noch vermieden werden können. 

Walter Müller/Pressewart „Gegenwind Husarenhof“

                      

Mitglied im Landesverband baden-württembergischer Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen in Natur- und Kulturlandschaften e.V.


Arbeitsgemeinschaft (Arge) baden-württembergischer Gegenwind-Bürgerinitiativen „Für Mensch, Natur, Landschaft und Kultur  - Keine Windkraft an unsinnigen Standorten in BW“



www.gegenwind-husarenhof.de


SWR 4 RP “Zur Sache Rheinland-Pfalz” vom 7.3.2013: „Streit um Windkraft im Wald“  -  SWR 4 RP vom 29.4.2013: „Wachsender Protest gegen Windkraft“  -  „Windkraft ja, aber bitte an der richtigen Stelle…“, …mit Augenmaß und mit Vernunft“

Immer stärker werdende Bürgerproteste vor allem gegen Windkraft im Wald  -  Kein Naturfrevel durch großflächige Waldrodungen und bewußt „über Nacht“ (bei schlafender Bevölkerung) durchgeführte Baumfäll-Aktionen  -  Praxis des von der durch SPD / Grünen geführten Landesregierung Rheinland-Pfalz und Behörden im Soonwald angeordneten Vorgehens als abschreckendes Beispiel und Warnung für die Bevölkerung an anderen potentiellen Windkraft-Standorten in Baden-Württemberg  

Baden-württembergische Gegenwind-Bürgerinitiativen, pro Natur und gegen Naturfrevel durch Windindustrieanlagen eintretende Gruppierungen vor Gründung eines eigenen Landesverbands

 

(wm / 290413) - Immer mehr neu gegründete Gegenwind-Bürgerinitiativen schießen angesichts der jetzt auch im „Ländle“ drohenden flächendeckenden und landesweiten Landschaftsverspargelung durch künftig bis zu 230 m hohe Windindustrieanlagen  -  damit höher als der Stuttgarter Fernsehturm, das Ulmer Münster oder der Kölner Dom  -  wie Pilze aus dem Boden und immer mehr Bürger schließen sich den vor Ort bereits bestehenden Bürgerinitiativen an.

Zu beobachten ist ferner, daß sich auch viele ehrenamtlich an der Basis tätige, „echte Naturschützer“ von B U N D und N A B U

·         angesichts des bisher eingetretenen und jetzt auch in Baden-Württemberg wohl erst noch bevorstehenden, durch Windkraft in der Natur verursachten Naturfrevels

·         und sich k o n t r ä r zur weitgehend ideologisierten, mehr oder weniger bedenkenlos dem grün-roten Zeitgeist folgenden Funktionärsriege in den Leitungsorganen der sogenannten und selbst ernannten Naturschutzorganisationen verhalten,

sich „Ohne Wenn und Aber“ zur Bewahrung von Natur und Artenvielfalt bekennen, ihren schon längst nicht mehr für die Belange von Umwelt und Natur eintretenden, von der Windkraft-Lobby teilweise bereits unterwanderten Organisationen angesichts deren Nichtstun frustriert den Rücken kehren und „ mit wehenden Fahnen“ überwechseln, um sich der  -  pro Natur ausgerichteten  -  Protestbewegung vor Ort anzuschließen.

Z. Zt. laufen Vorbereitungen zur G r ü n d u n g eines als Dachverband fungierenden Landesverbands 
b a d e n-w ü r t t e m b e r g i s c h e r Gegenwind-Bürgerinitiativen
, die mit diesem Zusammenschluß durch Bündelung ihrer Kräfte ein noch stärkeres Gehör bei den Entscheidungsträgern

·         auf Bundes-, Landes und kommunaler Ebene,

·         bei den politischen Parteien

·         und bei den gesellschaftlich relevanten Gruppen

erreichen wollen.

Für viele Gegenwind-Bürgerinitiativen in Baden-Württemberg gehört es heute quasi schon „zum guten Ton“, neben der Durchführung fachlicher Vorträge und der Organisation öffentlichkeitswirksamer Aktionen vor Ort im Rahmen ihres Jahresprogramms mindestens eine Ausfahrt nach Rheinland-Pfalz in den S o o n w a l d / Hunsrück bei Ellern ins Land des „Schinderhannes“ zu organisieren, die den Teilnehmern als abschreckendes Beispiel für einen durch regierungsamtlich aufoktroyierten, behördlich zum Vollzug angeordneten Windwahn-Unfug im ursprünglich eigentlich als Naturpark vorgesehenen, bisher weitgehend naturbelassenen, jetzt aber  -  mit allzu vielen Nachteilen für Mensch, Natur und Landschaft  -  in einen windkraft-industriell umgewandelten Soonwald dienen soll, verbunden mit dem Hinweis:

Bürger in Baden-Württemberg: Wehret den Anfängen !

Hände weg vom Wald ! Kein Windkraft-Unfug in der Natur !

Wer sich nicht wehrt, hat schon verloren !

Aufwachen, bevor es zu spät ist !

Aufgrund dieses von einem Großteil der Bevölkerung kaum für möglich gehaltenen, durch Windwahn verursachten Naturfrevels hat sich in den letzten Wochen und Monaten ein regelrechter Wochenend-Tourismus in den Soonwald entwickelt, weil viele am Naturschutz interessierte Bürger via Busfahrten oder privaten Fahrtgemeinschaften  -  vor allem auch aus den angrenzenden und bisher noch weitgehend vom Windwahn verschonten Bundesländern wie Hessen, Bayern oder vor allem Baden-Württemberg  -  anreisen, um sich mit eigenen Augen ein Bild über den kaum für möglich gehaltenen, durch ungezügelte Windkraft-Forcierung im Wald verursachten Naturfrevel verschaffen zu können. 


Idylle im Soonwald

Quelle: BI proNaturraum Völkersbach - Malsch


Auch unsere BI „Gegenwind Husarenhof“ plant am 8. J u n i 2013 eine Busausfahrt in den Soonwald, bei dem Gelegenheit zur Teilnahme besteht und auf die wir in den nächsten Tagen gesondert in unserer Homepage hinweisen; weitere, mit uns gut vernetzte Bürgerinitiativen planen ebenfalls ähnliche Soonwald-Ausfahrten.

Der Bevölkerung im Großraum Stuttgart, im windarmen Landkreis Ludwigsburg, hauptsächlich in Besigheim, Pleidelsheim, Bietigheim-Bissingen, Bönnigheim, im Bottwartal, Großsachsenheim und Umgebung u.a.  -  vor allem aber im schon jetzt windkraft-belasteten Groß- und Kleiningersheim  -  dürfte ein ganzer „Kronleuchter“ aufgehen,…

·         …wenn sie einerseits den durch Menschenhand und durch Windwahn verursachten Naturfrevel mit eigenen Augen sieht

·         …und sich andererseits vergegenwärtigt, zu welchen Windwahn-Exzessen es auch im nur 298 m über NN gelegenen, vergleichsweise windschwachen und daher für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb völlig ungeeigneten Ingersheim käme, wenn die gegen die eigene Bevölkerung in Ingersheim gerichteten Windkraft-Pläne des Ingerseheimer Bürgermeisters zum Bau weiterer, bis zu 230 m hoher und noch näher an Klein- / Großingersheim heran rückender Windindustrieanlagen unter weitgehend  -  wie bisher  -  kritiklosem Abnicken seines auch hier wieder auf der ganzen Strecke versagenden Gemeinderats realisiert würden…   

Um auch den „daheim Gebliebenen“ eine Vorstellung vom ganzen Ausmaß des im Soonwald durch Windkraft-Unfug realisierten Naturfrevels gewähren zu können, haben wir nachfolgend 2 weitere, je ca. 5 Minuten dauernde Videos in unsere homepage übernommen, deren Abspielen und Weiterverbreitung wir allen unseren Mitgliedern, Unterstützern, befreundeten Bürgerinitiativen und der interessierten Öffentlichkeit u.a.  empfehlen, vor allem in der jetzt schon durch Windkraft-Betrieb zum Nachteil seiner Bürger belasteten Windkraft-Kommune Ingersheim und Umgebung.      

Zum Thema „Durch Windwahn verursachter Naturfrevel im Soonwald“ haben wir bereits unter dem 13.4., 27.3. und 24.3.2013 weitere Beiträge eingestellt, deren Lektüre wir Ihnen zur Bildung einer eigenen Meinung ebenfalls empfehlen.


Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“



www.gegenwind-husarenhof.de



Blick über den Tellerrand: “18 Riesen direkt an der Grenze geplant  -  Sind diese T s c h e c h e n-Windräder noch zu stoppen ?“

B i l d prangert grenzüberschreitenden Windkraft-Wahnsinn an und unterstützt sächsische Bevölkerung im Wintersportparadies und Erholungsregion A l t e n b e r g in ihrem Kampf gegen Naturfrevel

Einheimischer Fremdenverkehr befürchtet einen schweren Schlag gegen „sanften“ und naturverträglichen Tourismus  -  Europas größtes Vogelschutzgebiet bangt um Birkhuhn und Wachtelkönig

 P r o t e s t i e r t auch der N a t u r s c h u t z oder schaut er auch dort verschämt weg, wie so oft, vor allem wie jetzt in Baden-Württemberg, wo ideologisierte B U N D- und N A B U-Funktionäre und andere selbst ernannte (sogenannte) Naturschützer angesichts des  -  wegen im für wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb aufgrund dauerhaftem Windmangel völlig ungeeigneten Binnenland  -  beginnenden N a t u r f r e v e l s verschämt wegsehen ?

(wm / 110313) - Ein Glück, daß es die überregional berichtende, kritisch recherchierende   gibt: Gemäß Bild-ZeitungB i l d-Regional-Ausgabe Chemnitz vom 10.3.2013 macht sich helle Aufregung und ohnmächtige Wut im Freistaat S a c h s e n breit, nachdem bekannt wurde, daß tschechische Projektoren hart an der Grenze  -  auf tschechischem Gebiet  -  am Erzgebirgskamm in 840 m Höhe landschaftsverschandelnd und naturzerstörend im tschechischen Moldava einen gigantischen, aus 18 bis zu 186 m hohen Wind-Ungetümen bestehender „Horror-Windpark“ bauen wollen, dem ein großer Teil des dortigen N a t u r p a r k s unweigerlich zum Opfer fallen würde und der dem dort im ansonsten strukturschwachen deutsch-tschechischen Grenzgebiet gerade im Aufwind befindlichen „sanften“ Tourismus einen schweren Schlag versetzen könnte, so die Befürchtungen des einheimischen Fremdenverkehrs und der dort lebenden Bürger, für die der  F r e m d e n v e r k e h r  die Haupteinnahmequelle darstellt 

Altenbergs Bürgermeister Kirsten (Freie Wähler) wütend: „Wenn Prag diese Industrieanlage im Naturreservat nicht kippt, werden wir bis zum höchsten Gericht gegen diese Wind-Mafia klagen.“

Altenberg hat sich als Erholungs-, vor allem aber als Wintersportzentrum einen Namen gemacht. In dieser weitgehend naturbelassenen, im Winter relativ schneesicheren Region an der Grenze zum Böhmerwald / Tschechien liegen u.a. die deutschen Kaderschmieden im Bob-, Rodel-, Biathlon- und anderen Wintersportarten, die Jahr für Jahr für deutsche Spitzenplatzierungen in diesen Wintersportdisziplinen sorgen.   


Widdern, Jagsthausen, Hardthausen - fast um die Ecke zu Ingersheim

Quelle:  rettedeinenwald.info

Auch die Kommunal- und Landespolitik in Sachsen und in den anderen Neuen Bundesländern wehrt sich zunehmend gegen die weiter durch Windkraft zu Lasten der einheimischen Bevölkerung um sich greifende Verschandelung ganzer  -  natursensibler  -  Landstriche und Naturparks, dem zig Fußballfeld-große Waldflächen zum Opfer fallen würden.  

Auf Landesebene und gestützt auf breite Kreise der einheimischen Bevölkerung macht sich vor allem die 
S a c h s e n - F D P  s t a r k  g e g e n  die ungezügelte Forcierung der Windkraft in Gebieten, die überwiegend vom Tourismus abhängig sind und die die Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung erheblich und dauerhaft einschränken würde, einhergehend mit einer…

·         …irreparablen Naturzerstörung, zu einer weiteren Zurückdrängung des Naturschutzes  -  insbesondere des Vogelschutzes  -  führend

·         …und dem Verfall von Verkehrswerten von Immobilien (Grundstücke, Häuser, Wohnungen) zu Lasten von Grundstückseigentümern und Mietern, auf die ein Teil der durch Windkraftanlagen verursachten Immobilien-Wertminderungen über höhere Mieten überwälzt werden könnten, etc.…

·         und zu einer milliardenschweren Vernichtung volkswirtschaftlicher Ressourcen führend

…während sich die C D U eher passiv verhält und S P D sowie G r ü n e  -  wie gehabt und wie überall bundesweit, so auch in Baden-Württemberg  -  sich vor allem aus ideologischen Gründen f ü r einen noch stärkeren Windkraft-Ausbau  -  auch an landschafts- und natursensiblen Stellen  -  aussprechen, den milliardenschweren EEG-Subventions-Unfug zu Lasten der A l l g e m e i n h e i t  noch weiter verschlimmernd, die diesen S u b v e n t i o n s-Wahnsinn…

-  vor allem im relativ windschwachen südlichen Binnenland, wo die meisten der installierten Windindustrieanlagen mangels ausreichendem jahresdurchschnittlichem Windaufkommen Jahr für Jahr immer stärker sich auftürmende Betriebs-Verluste zu Lasten der Öko-Kapitalanleger anhäufen, die während der Laufzeit der WKA niemals mehr abgetragen werden können  - 

…über die vom EEG garantierte Laufzeit von 20 Jahren mit rd. 18 Mrd € - 22 Mrd. € pro Jahr (!!) über 
h ö h e r e  S t r o m p r e i s e  zu bezahlen hat…   

…und mancher vor Ort, der in den letzten Jahrzehnten aufgrund der wechselvollen Geschichte im deutsch-tschechischen Grenzgebiet schon vieles mitgemacht hat, beklagt, daß die vom Sozialismus zu DDR-Zeiten planmäßig und systemimmanent zugrunde gerichtete, ab der Wende 1989 mit viel Herzblut der einheimischen Bevölkerung, aber auch mit viel Kapital wieder aufgerichtete, mittlerweile zu voller Blüte gebrachte Natur nun im Begriff ist und Gefahr läuft, durch ungezügelte Forcierung der Windkraft verursachten, von der Windkraft-Mafia zu verantwortendem Raubbau an der Natur „KO“-Schläge „unter die Gürtellinie“ einstecken zu müssen, von denen sie sich kaum mehr erholen dürfte…


Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“






www.gegenwind-husarenhof.de

„Der Wind des Wandels weht in Bönnigheim“

Vorwiegend dem grün-roten Parteienspektrum nahestehende Windkraft-Euphorisierte schrecken vor N a t u r f r e v e l am „Rotenberg / Saukopf“ (Naturpark Stromberg - Heuchelberg) in Bönnigheim nicht zurück und wollen am für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb wegen relativer Windarmut völlig ungeeigneten Standort unter Abholzung Fußballfeld-großer Waldflächen 2 bis zu 230 m hohe Windindustrieanlagen errichten…

Läßt der p r o-Windkraft am „Rotenberg / Saukopf“ eintretende und daher     N a t u r f r e v e l großen Ausmaßes bewußt in Kauf nehmende  Bönnigheimer   B ü r g e r m e i s t e r Kornelius Bamberger angesichts der für die Zukunftsfähigkeit Bönnigheims äußerst wichtigen Frage einen       B ü r g e r e n t s c h e i d zu ? 

(wm / 151212) - So wie die Bietigheimer Zeitung in ihrer Ausgabe vom 1.12.2012  oder ähnlich pathetisch berichtete die Lokalpresse über eine von  -  dem grün-roten Parteienspektrum nahestehende  -  Windkraft-Initiatoren ausgerichtete Windkraft-Werbeveranstaltung in Bönnigheim.

Für die Teilnahme an der Windkraft-Werbeveranstaltung hatte auch der ebenfalls wohl eher dem grün-roten Parteienspektrum nahestehende BBMN e.V. (Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar) bei seinen Mitgliedern und Unterstützern geworben, wie folgendes Mail zeigt:

Gesendet: Donnerstag, 22. November 2012 um 16:51 Uhr
Von: "BBMN e.V."
<kontakt@bbmn.de>
An: Verborgene_Empfaenger:;
Betreff: Bürgerwindrad Bönnigheim

Liebe Freundinnen und Freunde,

eine Gruppe engagierter Bürger plant die Gründung einer
Energiegenossenschaft zum Betreiben von Windkraftwerken auf der
Gemarkung von Bönnigheim - 8 km vom Atomkraftwerk Neckarwestheim entfernt.

In diesem Zusammenhang findet am 29.11.12 um 19.30 Uhr ein Info-Podium
u.a. mit Vertretern der Windenergiegenossenschaft Ingersheim statt.


Herzliche Grüße
Wolfram Scheffbuch
BBMN e.V.

Während besonnene und angesichts euphorisierter Windkraft-Pläne „kühlen Kopf“ bewahrende Bönnigheimer Bürger weitgehend zu Hause geblieben sind, war es nicht weiter verwunderlich, wenn zur derart massiv in einschlägigen Kreisen unter „Bürgerwindrad Bönnigheim“ beworbenen Windkraft-Werbeveranstaltung neben  -  nicht in Bönnigheim wohnenden  -  Mitgliedern der Ingersheimer Windkraft-Genossenschaft vorwiegend Windkraft-Interessierte laut Bietigheimer Zeitung „aus der näheren Umgebung“  -  d.h. ebenfalls nicht aus Bönnigheim  - sowie (sogar) auch „Ludwigsburger“ und „Stuttgarter“ kamen.

Damit wenden die Bönnigheimer Windkraft-Initiatoren  -  wohl inspiriert und angeleitet durch die Ingersheimer Windkraft-Initiatoren  -  zur Werbung von Anteilszeichnern für die Finanzierung eines „Bürgerwindrads“ das gleiche Strickmuster wie seinerzeit in Ingersheim an: Unter dem Stichwort „Bürgerwindrad für I n g e r s h e i m e r Bürger“ sollte vor allem den I n g e r s h e i m e r Bürgern im Jahr 2010 / 2011 die Beteiligung an der Wind-Genossenschaft  -  zur Finanzierung der 3,6 Mio € teuren und wegen Einholung von Gutachten und Erfüllung von Auflagen u.a. wohl noch teureren Windindustrieanlage  -  schmackhaft gemacht werden. Ein Unterfangen, das kläglich scheiterte, wenn man die trotz massiver Bewerbung nur geringe und äußerst zurückhaltende Zeichnungs-Resonanz bei den I n g e r s h e i m e r Bürgern betrachtet…  

Denn ernüchterndes Resultat dort: An der nach Presseangaben rd. 3,6 Mio € teuren und möglicherweise weit unter den seinerzeit zur Windstrom-Produktion großspurig abgegebenen Prognosen bleibenden Ingersheimer Windindustrieanlage haben sich (und dies erst nach massiver Bewerbung zur Anteilszeichnung) gerade einmal 3 6 2 Wind-Genossen  -  ein Großteil davon selbst noch nicht einmal in Ingersheim wohnend  -  beteiligt, und dies auch erst, als die Betragshöhe der Anteilscheine im Nominalwert von 2500 € auf nur noch 250 € herabgesetzt wurde, nachdem aufgrund der zögerlichen Anteils-Zeichnung die Finanzierung der Ingersheimer Windindustrieanlage mangels Aufbringung des Eigenkapitals zu scheitern drohte…

Selbst die Herabsetzung des nominellen Zeichnungsbetrags je Anteilsschein von 2500 € auf nur noch 
250 € hat zu keinem größeren Anstieg der Ingersheimer Windkraft-Genossen geführt.

 So wurde die Finanzierung der rd. 3,6 Mio € teuren Ingersheimer Windindustrieanlage letztlich wohl erst durch Beitritt eines im Hintergrund agierenden, nicht in Ingersheim wohnenden aber gleichwohl an der Realisierung wirtschaftlich interessierten „großen Unbekannten“ gesichert, der wohl den „Löwenanteil“ des unter Berücksichtigung eines Bankkredits lt. Presseangaben i.H.v. von 700 000 € verbleibenden Eigenkapitals von rd. 2,9 Mio € übernommen hat…

 …denn es ist kaum vorstellbar, daß jeder einzelne der 362 Ingersheimer Windkraft-Genossen einen Betrag von 8011 € als Eigenkapital-Beitrag übernommen hat (Gesamtkosten 3 600 000 € abzüglich Fremdkapital / Bankkredit 700 000 € = Eigenkapital 2 900 000 €, = von den Genossen aufzubringen; Eigenkapital 2 900 000 € : 362 Genossen = 8011 € = rechnerischer Eigenkapitalanteil je Genosse bei Gleichverteilung auf alle Genossen).


bald vorbei mit der Ruhe am Rotenberg / Saukopf ?

beim Steinknickle - Schwäbisch-Fränkischer Wald © Foto: Thomas Schöller

Angesichts einer blamablen Beteiligung von schätzungsweise lediglich rd. 100 - 200 in Ingersheim wohnenden Genossen  -  von denen sich wiederum der Großteil davon nur mit dem Mindestanlagebetrag von 250 € beteiligt haben dürfte  -  und bei einer Einwohnerzahl von ca. 6000 Bürgern in Ingersheim von einem durch alle Bürger getragenen „Bürgerwindrad“ zu sprechen, grenzt schon an Volksverdummung, vor allem dann, wenn man sich die breite, wohl mehrheitliche Ablehnung in der Gemeinde vergegenwärtigt, die durch im Zeitablauf angesichts der  bekannter werdenden  -  zu Lasten der Bevölkerung durch Windkraft-Betrieb verursachten  -  Nachteile entstanden ist…

Zwar ist die Genehmigung von Windindustrieanlagen in Bönnigheim am „Rotenberg / Saukopf“  -  inmitten eines Landschafts-, Natur- und Vogelschutzgebiets, im Wald und am Fuße des Naturparks „Stromberg - Heuchelberg“  -  nach ersten Meinungsäußerungen des Landratsamts Ludwigsburg (Genehmigungsbehörde) äußerst fraglich, denn: Für den Bau einer ca. 230 m hohen Windindustrieanlage 
-  höher als der Stuttgarter Fernsehturm, das Ulmer Münster oder der Kölner Dom  -  müßten großflächige Waldgebiete gerodet, u.a. die Logistik-Infrastruktur neu angelegt und damit eine weitere massive Beeinträchtigung des Naturschutzes im ohnehin schon jetzt in Baden-Württemberg waldärmsten Landkreis Ludwigsburg akzeptiert werden, weil das vorhandene Straßen- und Feldwegenetz nicht ausreichend ist, um für Transport und Montage des Turms bzw. Beton-Fundaments durch schweres Gerät benutzt werden zu können…

Vor diesem Hintergrund und angesichts des dadurch verursachten Naturfrevels dürfte es auch dem ansonsten eher windkraft-freundlich eingestellten Landratsamt Ludwigsburg schwerfallen, eine WKA-Genehmigung für diesen äußerst landschaftssensiblen Standort auszusprechen…

Sollte jedoch wider Erwarten eine WKA-Genehmigung erteilt werden, dürfte Ähnliches wie in Ingersheim
-  wo bzgl. dieser nach wie vor kontrovers diskutierten Frage ein „Riss“ mitten durch die Gemeinde geht  -  auch in Bönnigheim bevorstehen…

…schon jetzt formiert sich in Bönnigheim angesichts der publik gewordenen Nachteile  -  denen wegen relativer jahresdurchschnittlicher Windarmut und dadurch verursachten Betriebsverlusten keinerlei Vorteile (wegen dauerhaftem Verlustbetrieb noch nicht einmal Gewerbesteuereinnahmen zu Gunsten der Kommune) gegenüber stehen  -  unter eher windkraft-kritisch eingestellten Bürgern eine Ablehnungshaltung, die im Zeitablauf ebenfalls wie in Ingersheim immer größer werden dürfte, je stärker die durch Windkraft-Betrieb  -  auch in Bönnigheim  -  verursachten Nachteile ins Bewußtsein der in der Standort-Kommune wohnenden Bürger gelangen…; vgl. hierzu unsere Rubrik  „Nachteile in Ingersheim“  und  „Bilanz WKA-belasteter Gebiete“ sowie unsere Beiträge vom  3.1.2013,  27.12.2012,  30.11.2012, 27.11.2012,  25.11.2012,  18.11.2012.  

Angesichts der für die Zukunftsfähigkeit von Bönnigheim und Umgebung sich nachteilig auswirkenden Windkraft-Pläne wird unter besorgten Bürgern die Möglichkeit diskutiert, zur Beantwortung der mit großer Tragweite versehenen Frage einen B ü r g e r e n t s c h e i d  durchzuführen, damit allein der Bönnigheimer Bürger in freier und geheimer Entscheidung „das letzte Wort“ hat, um zu verhindern, daß  -  wie in Ingersheim erfolgt  -  Auswärtige  -  d.h. nicht in Bönnigheim Wohnende  -  bzw. Vertreter der Windkraft-Lobby über die einheimische Bevölkerung hinweg darüber bestimmen, ob auf relativ windarmer und deshalb für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb völlig ungeeigneter Bönnigheimer Gemarkung an landschafts- und natursensiblen Stellen 230 m hohe Windindustrieanlagen gebaut werden sollen…

Ob allerdings der „glühend“ pro-Windkraft in Bönnigheim eintretende Bönnigheimer Bürgermeister Bamberger „den Mumm hat“ und angesichts der unter den Bönnigheimer Bürgern immer stärker werdenden Windkraft-Ablehnung es wagt, diese schwerwiegende und mit großer Tragweite versehene Entscheidung den Bönnigheimer Bürgern als dem allein dafür zuständigen Souverän vorzulegen, darf angesichts der jetzt sich schon abzeichnenden Abstimmungsniederlage bezweifelt werden…       


Walter Müller / Pressewart „Gegenwind Husarenhof“

 


www.gegenwind-husarenhof.de


Stellungnahme von Professor Dr. Claus König (Ornithologe; Ludwigsburg) gegen den Ausweis weiterer Windvorrang-Gebiete und gegen den Bau von 230 m hohen Windkraftanlagen 
im vergleichsweise windschwachen Landkreis Ludwigsburg

 An den Verband der Region Stuttgart und an die Mitglieder der Regionalversammlung Stuttgart gerichtete Einwendungen aus Sicht der Artenvielfalt und des Natur- und Umweltschutzes,  insbesondere den Vogel- und Fledermausschutz betreffend

 

(wm / 281112) - Der Verband der Region Stuttgart (VRS) hat in seiner letzten von insgesamt 10 im Verbandsgebiet durchgeführten Informationsveranstaltungen (separater Homepage-Beitrag folgt nach)  -  den nördlichen Teil des Landkreises Ludwigsburg betreffend  -  das Verfahren zur Findung und Festlegung von Windvorrang-Gebieten geschildert und den Stand seiner bisher vorliegenden Planung zur Teilfortschreibung des Regionalplans  -  die Ausweisung von Windvorrang-Gebieten zur Nutzung von Windenergie betreffend  -  dargelegt.

In seinem am 16.11.2012 im Kronenzentrum von Bietigheim-Bissingen gehaltenen Vortrag hat Verbandsdirektor Thomas Kiwitt die im nördlichen Teil des Landkreises Ludwigsburg belegenen Kommunen und die dort wohnenden  -  sich betroffen fühlenden  -  Bürger aufgefordert, 
E i n w e n d u n g e n

·         gegen den b i s h e r vom VRS vorgeschlagenen Ausweis (vgl. Umweltbericht des VRS i.d.F.v. 22.7.2009) von Windvorrang-Gebieten

·         und gegen den Ausweis z u s ä t z l i c h e r, von Kommunen und einzelnen Gruppierungen zwar noch nicht beantragter, aber bereits avisierter Anträge zum Ausweis weiterer, über die VRS-Planung hinausgehender Windkraft-Standorte

einzulegen.

Nachfolgende Stellungnahme betrifft aus der Sicht des Tierschutzes und der Bewahrung der Artenvielfalt  -  insbesondere den Vogel- und Fledermausschutz betreffend  -  zu erhebende Einwendungen gegen den Ausweis der vom VRS bisher geplanten Windvorrang-Gebiete und gegen weitere, im Landkreis Ludwigsburg von Kommunen und einzelnen Gruppierungen avisierte Windvorrang-Gebiete.

Sie wurde verfaßt von Professor Dr. Claus König (Ornithologe; Ehrenpräsident des DBV / NABU), Ludwigsburg.

Professor Dr. König ist Mitglied unserer Bürgerinitiative „Gegenwind Husarenhof“. Er hat die Ludwigsburger Vogelwarte gegründet und weiter ausgebaut und war lange Jahre Vorsitzender des DBV in Deutschland (Deutscher Bund für Vogelschutz), der Vorgängerorganisation des NABU. Bis zu seiner Pensionierung war er lange Jahre Direktor und Leiter des Naturkundemuseums in Stuttgart.

Neben anderen ist es vor allem seinen seinerzeit erhobenen Einwendungen zu verdanken, daß die in den 70-er Jahren in und in der Umgebung von Pleidelsheim favorisierten, zur großflächigen Landschaftsversiegelung (Verlegung des Neckars, Auffüllung eines still gelegten Baggersees, Bau einer mehrspurigen Neckarbrücke und einer neuen Umgehungsstraße u.a.) führenden Infrastrukturmaßnahmen zurückgezogen wurden, die unweigerlich als viel zu großer „Flächenfraß“ die Zerstörung des Pleidelsheimer „Wiesentals“ zur Folge gehabt hätte. Vor allem ihm und seinem Einsatz ist es zu verdanken, daß dieses Gebiet um den Pleidelsheimer Alt-Neckar herum zum Naturschutzgebiet, FFH-Gebiet und Europäischen Vogelschutzgebiet erhoben wurde, wo heute weitgehend ungestörte Natur herrscht und viele  -  vor allem auch seltene Vogelarten  -  ein Rückzugs- und Brutquartier haben.

Als langjähriger Kenner der Materie vor Ort und weit über Fachkreise hinaus anerkannter Experte hat er die nachfolgende, aus der Sicht des Vogelschutzes und der Aufrechterhaltung der Artenvielfalt gegen den Ausweis weiterer Windvorrang-Gebiete gerichtete Stellungnahme verfaßt.

Diese Stellungnahme wurde dem VRS zugeleitet. Sie wird ebenfalls den Mitgliedern der Regionalversammlung Stuttgart, den Mitgliedern des Kreistags Ludwigsburg, dem Landratsamt Ludwigsburg, dem Regierungspräsidium Stuttgart, Landtags- und Bundestagsabgeordneten, Bürgermeistern und Gemeinderäten im Landkreis Ludwigsburg und benachbarter Kreise u.a. sowie den Medien zugeleitet.

Weitere, ebenfalls gegen den Ausweis zusätzlicher Windvorrang-Gebiet im Landkreis Ludwigsburg gerichtete Stellungnahmen werden in nachfolgenden Beiträgen in unsere homepage eingestellt.

Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“ 


 

Beginn der Stellungnahme




Prof. Dr. Claus König                                                                  Ludwigsburg, den 22. November 2012

Museumsdirektor i.R.

Königsberger Str. 35
71638 Ludwigsburg

 

An

Verband der Region Stuttgart (VRS)

z. Hd. v. Herrn Verbandsdirektor Thomas Kiwitt

Kronenstraße 25

70174 Stuttgart

 

c/o:      info@region-stuttgart.org

            windenergie@region-stuttgart.org

  

Stellungnahme gegen die Errichtung weiterer Windkraftanlagen im nördlichen Kreis Ludwigsburg (einschließlich Bottwartal und den Naturpark Stromberg-Heuchelberg) sowie Einwendungen gegen mögliche Standorte auf Gemarkung der Städte und Gemeinden Besigheim, Bönnigheim, Bottwartal-Kommunen, Erligheim, Freudental, Gemmrigheim, Hessigheim, Hohenhaslach / Sachsenheim (Kirbachtal), Ingersheim, Kirchheim / Neckar, Löchgau, Mundelsheim und Walheim betreffend;  Stellungnahme aus der Sicht des Tier- und insbesondere des Vogelschutzes sowie der Artenvielfalt

  

Sehr geehrter Herr Verbandsdirektor Kiwitt,

zunächst vielen Dank für die Gelegenheit zur Stellungnahme gegen den Ausweis von Windvorranggebieten und den Bau von künftig bis zu 230 m hohen Windkraftanlagen im relativ windschwachen Landkreis Ludwigsburg, insbesondere auf Gemarkung der oben genannten Kommunen.

Meine ablehnende Stellungnahme wurde ausschließlich aus der Sicht des Tierschutzes und der Bewahrung der Artenvielfalt, insbesondere den Vogelschutz betreffend, abgegeben. Die Darstellung anderer Ablehnungsgründe (z.B. Wirtschaftlichkeit, mögliche Gesundheitsrisiken, Wertverluste von Immobilien oder Landschaftsverschandelung an landschaftssensiblen Standorten oder die Störung des ökologischen Gleichgewichts bei Waldrodungen zugunsten von Windkraft-Standorten u.a.) bleibt anderen Stellungnahmen vorbehalten.

Meine ablehnende Stellungnahme betrifft  -  neben den oben erwähnten Orten  -  hauptsächlich den Ausweis eines weiteren, zweiten Standorts in Ingersheim, der nach den Plänen der Ingersheimer Gemeindeverwaltung noch näher an Kleiningersheim bzw. an die dort lebenden Bürger und an die Höhen des Neckartals heranrücken soll. Vom VRS wurde bisher planerisch keine 2. Windkraftanlage in Ingersheim ausgewiesen.

Diese 2. Windkraftanlage würde von der gegenüberliegenden Neckarseite in Mundelsheim (Neckarschleife Mundelsheim) und von Hessigheim (Felsengärten) als noch markantere visuelle Zerstörung einer Jahrhunderte alten Kulturlandschaft gesehen, auch deshalb, weil der Ausblick von den auch vom VRS als Landmarken charakterisierten Felsengärten und von der Neckarschleife Mundelsheim aus wahrscheinlich für die nächsten 30 - 50 Jahre unwiderruflich zerstört wäre.    

Nachfolgende Stellungnahmen stellen zusammenfassende Auszüge aus Vorträgen, Gesprächen und Stellungnahmen dar, die ich bei öffentlichen Vorträgen und Anhörungen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens zum Bau des 1. Ingersheimer Windrads abgegeben habe. Sie treffen im wesentlichen auch auf die anderen oben genannten Standorte zu.

Die Einwendungen wurden vom Landratsamt Ludwigsburg (Genehmigungsbehörde; Untere Naturschutzbehörde) und vom Regierungspräsidium Stuttgart (Widerspruchsbehörde; Obere Naturschutzbehörde) zwar zur Kenntnis genommen. Sie blieben jedoch bei den Genehmigungs- und Widerspruchsentscheidungen der beiden Behörden letzten Endes weitgehend unberücksichtigt, weil beide Behörden bei ihren Entscheidungen meiner Meinung nach an politische Vorgaben der baden-württembergischen Landesregierung gebunden waren, deren Regierungsprogramm im Bereich der Energiewirtschaft bekanntermaßen den Bau von jährlich bis zu 150 neuen Windkraftanlagen in Baden-Württemberg vorsieht.

Dieses Programm läßt sich jedoch ohne Lockerung vieler  -  bisher für als Windkraft-Nutzung ausgeschlossener  -  und zugunsten des Artenschutzes beschlossener Tabu-Bereiche nicht umsetzen.  

 

Nachfolgend Auszüge aus einer im Dezember 2010 angefertigten Protokollnotiz über im Rahmen des Genehmigungsverfahrens mit dem Landratsamt Ludwigsburg (Untere Naturschutzbehörde) geführte Gespräche und Telefonate:

 

„Lieber Herr Gastel,

im Nachgang zu unserem heutigen Telefongespräch:

Ich habe im Raum Ludwigsburg mehrfach einzelne Kornweihen auf dem Zuge beobachtet. So auf der Hochfläche zwischen Ludwigsburg und Aldingen (wo auch Dr. Ertel einzelne Vögel gesehen hat), als auch bei Ingersheim und Pleidelsheim sowie auf der Hochfläche in der Nähe des Husarenhofs.

Außerdem beobachtete ich in der Nähe des Husarenhofs und im Raum Ingersheim-Pleidelsheim mehrfach auf dem Zuge befindliche Vogelarten: Sumpfohreule,  Baumfalke,  Rot- und Schwarzmilan, Sperber, Habicht, Wespenbussard, Rohrweihe, Fischadler,  Weißstorch, Schwarzstorch. All diese Arten zogen dort meist in einer Höhe zwischen etwa 100 und 300 m Höhe über dem Boden. Die Weihen habe ich dort vor allem auf der Hochfläche oberhalb von Ingersheim gesehen.

Außerdem sind Mäusebussard und Schwarzmilan Brutvögel im nur ca. 2 Km entfernt liegenden Pleidelsheimer Wiesental (Renaturierung stillgelegter Baggerseen bzw. von Seitenarmen des Alt-Neckars: Naturschutzgebiet / FFH-Gebiet / Europäisches Vogelschutzgebiet) und der Rotmilan hat in den Wäldern der Umgebung mehrfach gebrütet. Turmfalken sind hier ebenfalls zu Hause und Wanderfalken von nahegelegenen Brutplätzen (z.B. Marbach, Neckarrems) besuchen den genannten Raum immer wieder.

Ich sehe eine Gefahr für die genannten Arten vor allem darin, dass sie sich bevorzugt von Aufwinden in die Höhe tragen lassen und dann von einer Thermik zur nächsten segeln. Durch Rotoren erzeugte Luftbewegungen haben eine ähnliche Wirkung wie Thermiken, die häufig über Hochflächen entstehen. Vermutlich gehen viele Vogelverluste an Windrädern auf dieses Phänomen zurück. Deshalb sollte man am Husarenhof kein Windrad aufstellen, weil der Schaden für die Natur größer sein dürfte, als der wirtschaftliche Nutzen!“

 

Nachfolgend meine gegenüber der Gemeindeverwaltung Ingersheim am 30. März 2010 abgegebene Stellungnahme gegen den Bau der Windkraftanlage in Ingersheim:

„Sehr geehrter Herr Bürgermeister Godel,

wie ich der Presse entnommen habe, wird derzeit heiß über das geplante "Riesen-Windrad" beim Husarenhof diskutiert.

Ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich größte Bedenken gegen den Standort für dieses Projekt habe und zwar aus Gründen, die natürlich auch Ihnen bekannt sind. Trotzdem hier
nochmals einige Argumente, die mir wichtig erscheinen:

Grundsätzlich ist die Schaffung alternativer Energiequellen sehr wichtig und zu begrüßen. Man sollte aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten, indem man Orte auswählt, an denen Windkraftanlagen zur Gefährdung der freilebenden Tierwelt führen können und außerdem das Landschaftsbild negativ beeinträchtigen. Es geht hier u.a. um die Erhaltung einer historischen Kulturlandschaft mit hohem Erholungswert.

Es wäre m.E. zweckmäßiger und umweltverträglicher, bereits bestehende Windparks durch weitere Windräder zu erweitern.

Die Schlagschatten des riesigen Rotors beeinträchtigen zweifellos die Tierwelt der Umgebung. Dazu gibt es bereits entsprechende Ergebnisse aus dem Schwarzwald, wie mir einige Forstbeamte berichtet haben. Auch sind schädliche Auswirkungen des Infraschalls auf warmblütige Tiere und Menschen nicht auszuschließen.

Das Neckartal ist bekanntlich ein wichtiges Durchzugsgebiet für viele Zugvogelarten. Man weiß, dass Windräder für ziehende Vögel an solchen Stellen eine Gefahr darstellen und es zu erheblichen Verlusten kommen kann. Auch seltene Greifvögel werden durch an kritischen Stellen aufgestellte Windräder gefährdet. Der NABU hat in Norddeutschland
entsprechende Ergebnisse gesammelt.

Der geplante Standort für das Windrad von der Größe des Stuttgarter Fernsehturms liegt nahe bei den international bedeutenden FFH-Gebieten "Pleidelsheimer Wiesental" und "Altneckar", die nicht nur Naturschutzgebiete, sondern auch spezielle Vogelschutzgebiete sind. Dort kommen bedrohte Vogelarten vor, unter diesen beispielsweise der Schwarzmilan, der schon mehrfach dort gebrütet hat, oder der seit 2009 dort brütende Nachtreiher (einer von nur zwei Brutplätzen in Baden-Württemberg!).

Aus diesen Gründen bitte ich Sie, sich dafür einzusetzen, dass ein anderer Standort für das Windrad gefunden wird!

In der Hoffnung auf Ihre Unterstützung, grüße ich Sie sehr herzlich…“

Nachfolgend Auszüge bzw. eine fachliche Stellungnahme aus einem am 1. Februar 2011 gehaltenen Vortrag:

 
„F
achliche Stellungnahme aus der Sicht des Artenschutzes zum Windrad beim Husarenhof (Ingersheim). Meine Meinung als Zoologe und Kenner der o.g. Region seit nahezu 50 Jahren:

Das Neckartal ist eine wichtige Zugstraße für ziehende Vogelarten, vor allem im Frühling und Herbst. Im Winterhalbjahr halten sich dort viele Wintergäste aus dem Norden auf. Im Sommerhalbjahr finden hier viele selten gewordene Vogelarten Brut- und Lebensraum.

Es sind beispielsweise Schwarz- (Milvus migrans) und Rotmilan (Milvus milvus), Wespenbussard (Pernis apivorus)  und Baumfalke (Falco subbuteo) in der näheren Umgebung von Ingersheim Brutvögel. Auch der seltene, nur an 2-3 Stellen in Württemberg brütende Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) schreitet im nur knapp 3 km Luftlinie vom geplanten Standort des Windrades entfernten FFH-Gebiet "Pleidelsheimer Wiesental" zur Brut. Mehrere Brutzeitbeobachtungen des bei uns vom Aussterben bedrohten Wiedehopfs (Upupa epops) lassen darauf schließen, dass diese Vogelart vermutlich noch in der Umgebung brütet.

Vor allem im Winterhalbjahr sind regelmäßig einzelne Kornweihen (Circus cyaneus) im Neckartal zu beobachten. Es handelt sich dabei um umherstreichende Vögel, die ich auch auf der offenen Landfläche beim Husarenhof mehrfach gesehen habe. Ein bedeutender Überwinterungsplatz befindet sich auf der Baar, wo sich zu dieser Zeit auch Rotmilane versammeln. Zum Schutz dieser Vögel wurde durch Gerichtsbeschluss das Aufstellen weiterer Windräder in dem Gebiet untersagt.

Die Kornweihe ist eine in unserem Land vom Aussterben bedrohte Greifvogelart, die nur noch in wenigen Paaren im Taubergebiet brütet. Schon der Ausfall eines einzigen Exemplars könnte die winzige Restpopulation gefährden! Ähnliches gilt für den in der näheren Umgebung von Ingersheim brütenden Rotmilan, dessen Bestand in den letzten Jahren allgemein stark abgenommen hat. 

Der geplante Standort für das etwa 180 m hohe Windrad befindet sich auf einer vom Neckar teilweise umflossenen, relativ offenen Landfläche. Zugvögel ziehen dort im Allgemeinen zwischen ca. 50 und 300 m über dem Erdboden. Es wurden aber andernorts auch schon ziehende Gänse und Kraniche bis in über 
10 000 m Höhe beobachtet. Auf dem Zuge befindliche, größere Vogelarten (wie Bläss- (Anser albifrons) und Saatgänse (Anser fabalis) // nicht zu verwechseln mit den ortsansässigen Graugänsen 
(Anser anser)  //,  Störche, Greifvögel und Kraniche (Grus grus) folgen meist nicht den Windungen des Neckars, sondern "kürzen ab", indem sie über dazwischen liegende Landflächen fliegen. Ein dort befindliches, um 180 m hohes und entsprechend ausladendes Windrad würde eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die o.g. Vogelarten darstellen. Bei Nebel wäre die Gefährdung vor allem für in der Nacht ziehende Arten, darunter auch viele Kleinvögel, wie beispielsweise Drosseln und Lerchen, sehr groß.

Viele Greifvögel sowie Störche sind ausgesprochene "Thermiksegler". Sie lassen sich kreisend in aufsteigender Warmluft in die Höhe tragen und segeln dann weiter bis sie auf die nächste Thermik treffen. Auf diese Weise können sie Kräfte sparend größere Strecken zurücklegen.

Ein Windrad erzeugt durch die Rotoren aber ebenfalls kräftige Luftbewegungen, welche eine ähnliche Wirkung wie natürliche "Thermikschläuche" haben können, was deshalb nicht selten zu Unfällen führt. In einem Fernsehfilm über den Seeadler (Haliaeetus albicilla) in Norddeutschland, wurden Windräder zu den vier bedeutendsten Gefährdungen für diese Greifvögel gezählt. Bei uns gibt es zwar keine Seeadler, aber man kann diese Problematik ohne weiteres auf die hier regelmäßig durchziehenden Fischadler (Pandion haliaetus) übertragen, die sich oft tagelang im FFH-Gebiet "Pleidelsheimer Wiesental" aufhalten. Auch die in unserem Raum im Sommerhalbjahr lebenden Arten, wie Rot- und Schwarzmilan sowie Wespenbussard wären potenziell gefährdet.

Grundsätzlich sind Entwicklung und Nutzung alternativer Energiequellen zu begrüßen und zu fördern - aber nicht an Orten, an welchen sie sich im Hinblick auf den Artenschutz als sehr schädlich erweisen. An solchen Stellen muss der Gesetzgeber ein deutliches "Halt!" aussprechen!

Wir wissen heute, dass ein Großteil der einheimischen Vogelarten ständig im Bestand abnimmt und, dass Fledermäuse hochgradig vom Aussterben bedroht sind. Letztere sind nämlich ebenfalls durch an falschen Orten aufgestellte Windräder gefährdet. Einem kürzlich im TV gesendeten Beitrag zufolge werden jährlich rd. 200 000 Fledermäuse Opfer von Windkraftanlagen. Einem weiteren TV-Bericht zufolge sterben jährlich durchschnittlich je Windrad 42 Fledermäuse; bei jetzt in Deutschland in Betrieb befindlichen 24000 Windkraftanlagen wären dies jedes Jahr ca. 1 000 000 Fledermäuse ! Auf der  Fläche zwischen Pleidelsheim, Ingersheim und Besigheim jagen vor allem im Spätsommer größere Mengen von Abendseglern (Nyctalus noctula), die ihre Tagesquartiere in Baumhöhlen der Umgebung haben. Fledermäuse haben Sommer-, Übergangs- und Winterquartiere, zwischen den sie - je nach Jahreszeit- hin und her wechseln. Abendsegler sind deshalb in dem genannten Raum besonders im Spätsommer zu sehen, weil sie hier u.a. "Übergangsquartiere" haben, die auch von anderen Populationen aufgesucht werden. Die Abendsegler jagen dort besonders in aufsteigender Luft fliegende Insekten und wären durch ein dort befindliches Windrad gefährdet. Ob vorgesehene "Abwehrmaßnahmen" wirklich die Tiere abhalten, bedarf m.E. noch über längere Zeiträume betriebener Forschungsarbeit!

Das Landratsamt Ludwigsburg hat den Betreibern des Windrads mit der Genehmigung einige Auflagen erteilt.

Neben Schutzmaßnahmen für Fledermäuse, wurde die Anlage von Futterplätzen für Greifvögel (Fleischabfälle, evtl. Fallwild) verlangt, um die Vögel von dem Standort des Windrades fernzuhalten. Darüber kann man als erfahrener Ornithologe nur den Kopf schütteln! Die meisten Greifvögel haben bekanntlich recht große, feste Brutreviere, die sie nicht nur zur Nahrungssuche, sondern auch zur Anzeige des von ihnen besetzten Reviers und ggf. auch zur Verteidigung desselben gegen Rivalen "abfliegen". An speziellen Futterplätzen können sich durchaus mehrere Exemplare von Rot- oder Schwarzmilanen sowie von Mäusebussarden (Buteo buteo) einfinden. Gesättigt fliegen diese Vögel aber dann in ihre Reviere zurück, von denen es einige im Raum Ingersheim gibt. Zur Zeit der Jungenaufzucht fliegen die Altvögel auf der Nahrungssuche viel umher und würden sicher auch einen Futterplatz besuchen. Zur Brut- und Aufzuchtzeit vermutlich auch häufiger. Sie würden dadurch aber nicht davon abgehalten, ihr Revier "abzufliegen" und wären - je nach Lage des Horstes - dabei u.U. noch stärker durch  die Rotoren eines Windrades gefährdet. 

Wespenbussarde, Kornweihen oder gar Baumfalken werden sich kaum für Futterplätze interessieren, da sie keine Aasfresser sind. Baumfalken jagen außerdem nur in der Luft und Kornweihen in möwenartigem Flug über freien Flächen!

Zusammenfassend möchte ich sagen:
Der geplante Standort für das Windrad ist absolut falsch gewählt! Abgesehen davon, dass nach dem "Windatlas" dieser Platz nur sehr geringe Windbewegung aufweist, stellt eine dort errichtete, ca. 180 m hohe Windkraftanlage eine sehr ernst zu nehmende Gefahr für selten gewordene Vogelarten und Fledermäuse dar, die in unmittelbarer Nähe vorkommen, oder das Gebiet auf dem Zuge überfliegen.

Ohne auf potenzielle Gefährdungen für Menschen und Haustiere durch Infraschall und Schattenwurf sowie auf Beeinträchtigung des Landschaftsbildes einzugehen, muss jeder, dem die Erhaltung der heimischen Tierwelt am Herzen liegt, diesen Standort aus Gründen des Artenschutzes ablehnen! Ideologisch geprägte Vorstellungen von "modernem Umweltschutz" sind in diesem Fall fehl am Platz!

Ende des Vortrags



Nachfolgend Auszüge aus meiner gegenüber dem Regierungspräsidium Stuttgart abgegebenen Stellungnahme zum Windrad Ingersheim aus der Sicht des Artenschutzes:


„Herrn Regierungspräsident

Johannes Schmalzl

Regierungspräsidium Stuttgart

Ruppmannstraße 21

70565  Stuttgart

 

Stellungnahme zum Windrad Ingersheim aus der Sicht des Artenschutzes

 

Sehr geehrter Herr Regierungspräsident,

… Schon vor rund 50 Jahren habe ich mich als damaliger Leiter der Staatl. Vogelschutzwarte für Baden-Württemberg in Ludwigsburg (1962-1971) für die Erhaltung des Baggersees und des Altneckars im Wiesental bei Pleidelsheim eingesetzt und bereits 1965 eine zunächst auf 12 Jahre beschränkte Erklärung zum Naturschutzgebiet erreicht. Danach erfolgte die unbegrenzte Ausweisung als NSG, als spezielles Vogelschutzgebiet und als FFH-Gebiet.

Als studierter Zoologe, 30 Jahre hauptamtlicher Ornithologe (davon die letzten 5 Jahre auch als Direktor) am Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart und seit 1962 Kenner von Landschaft und Fauna  (vor allem der Vogelwelt) der Neckarregion um Freiberg, Pleidelsheim, Ingersheim, Besigheim, Hessigheim und Mundelsheim, liegen mir das Pleidelsheimer Wiesental und dessen Umgebung sehr am Herzen.

Während meiner 15-jährigen, ehrenamtlichen  Tätigkeit als Präsident des Deutschen Bundes für Vogelschutz (DBV, heute NABU) und heutiger Ehrenpräsident des NABU sowie durch Mitgliedschaft in internationalen Vereinigungen für Ornithologie und Naturschutz, sind mir aktuelle Probleme des Artenschutzes bestens vertraut. Aus Sorge um die Erhaltung im Bestand gefährdeter Tierarten, wende ich mich heute an Sie, weil jetzt eine Entscheidung der Höheren Naturschutzbehörde ansteht:

In der Nähe des Husarenhofs (Ingersheim) soll ein rund 180 m hohes Windrad aufgestellt werden. Das Landratsamt Ludwigsburg hat den Bau genehmigt, mit einer Reihe von Auflagen, von denen die den Artenschutz betreffenden aber kaum geeignet sein dürften, um wirklich gravierende Gefahren für Vögel und Fledermäuse abzuwenden. 

Grundsätzlich sind Entwicklungen zur Erschließung alternativer Energiequellen zu begrüßen und zu fördern – aber nicht an aus Naturschutzgründen „neuralgischen“ Stellen!

Ein solcher Platz ist das Gelände beim Husarenhof. Der vorgesehene Standort für das Windrad liegt nur knapp 3 km Luftlinie von den FFH-Gebieten „Pleidelsheimer Wiesental“ sowie „Altneckar“ entfernt und etwa 1 km vom NSG „Neckarhalde“. Dort sowie in der näheren Umgebung leben aber besonders geschützte Vogelarten, wie beispielsweise Wespenbussard (Pernis apivorus ),  Schwarz- (Milvus migrans ) und Rotmilan (Milvus milvus ), Baumfalke (Falco subbuteo), Nachtreiher (Nycticorax nycticorax), Schwarzspecht (Dryocopus martius) und Wiedehopf (Upupa epops) sowie Fledermäuse, darunter vor allem der Große Abendsegler (Nyctalus noctula).

Der Vogelzug in unserem Land erfolgt nahezu flächendeckend, wobei Konzentrationen ziehender Vögel im Rheintal und den in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Flusstälern festzustellen sind. Zu letzteren zählt der Neckar. Im Gegensatz zu dort ortsansässigen Wasservögeln, folgen Zugvögel dabei nicht den Windungen des Flusses, sondern fliegen in einer Höhe zwischen etwa 50 und 250 m (meist um 150 m) über die zwischen diesen befindlichen Landflächen, wohl um „abzukürzen“. Damit befinden sie sich in derselben Höhe wie der Rotor des geplanten Windrades, das auf einer solchen Fläche aufgestellt werden soll.

Unfälle sind somit dort – vor allem bei Nebel - vorprogrammiert. In einer 2010 erschienenen, wissenschaftlichen Publikation (HEINE, G. & G. LANG: Beobachtungen mit dem Radargerät: Die Flughöhe nachts ziehender Vögel. – Ornika 22: 9-10.) wird auf die Gefährdung von Zugvögeln, vor allem von nachts ziehenden Arten durch Windkraftanlagen hingewiesen.

Auch bei am Tage ziehenden Vögeln werden die Rotoren häufig nicht als Hindernisse angesehen – bei Nebel oft gar nicht bemerkt!

Unter den im genannten Raum brütenden Vogelarten, möchte ich eine besonders herausgreifen: den Rotmilan (Milvus milvus).

Die Verbreitung dieses großen Greifvogels (Spannweite etwa 160 bis 170 cm) ist – bis auf ein winziges Vorkommen in NW-Afrika – auf Europa beschränkt. Von der Weltpopulation kommen in Deutschland rund 60% vor. Die meisten davon gibt es in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Der Gesamtbestand in der Bundesrepublik ist aber in den letzten Jahren um etwa 30% zurückgegangen. Deutschland und damit auch die Landesregierung, tragen somit die Hauptverantwortung für die Erhaltung der Art Rotmilan, weil sich rund 60 % ihres Weltvorkommens in der Bundesrepublik befinden. Es besteht somit die Verpflichtung, ihr das Überleben zu ermöglichen!

Dazu gehört nicht zuletzt ein Schutz vor an falscher Stelle geplanten Windkraftanlagen! In der Umgebung um den Husarenhof wurden nämlich Brutvorkommen des Rotmilans nachgewiesen (RANDLER 1999, KOHL 2010).

Nachgewiesenermaßen sind Todfunde von Rotmilanen die häufigsten unter allen an Windrädern verunglückten Greifvogelarten. Das könnte vermutlich vor allem daran liegen, dass Rotmilane als ausgesprochene Thermiksegler in die von Rotoren erzeugte Luftbewegungen geraten und dabei verunglücken. Wenn von einem Rotmilanpaar, zur Zeit der Jungenaufzucht ein Partner umkommt, geht die gesamte Brut zu Grunde, weil die Jungen nicht mehr ausreichend mit Nahrung versorgt werden können. Schutz und Erhaltung des Rotmilans sind somit eine vordringliche Aufgabe von weltweiter Bedeutung! 

 

Das Landratsamt Ludwigsburg hat am 16.03. 2001 einen Antrag auf Bau einer Windkraftanlage ebenfalls beim Husarenhof damals u.a. mit folgender Begründung klar abgelehnt:

 
·         „…. Gerade der Rote Milan ist gemäß der Roten Liste eine bedrohte Art, die stark gefährdet ist. Laut der EU-Vogelschutz-Richtlinie von 1979, Art. 4, Abs. 1 ist der Rote Milan eine Vogelart, auf dessen Lebensräume besondere Schutzmaßnahmen anzuwenden sind. Aufgrund der o.g. Gründe kann dem geplanten Standort nicht zugestimmt werden Es wird angeregt, nach einem Alternativstandort zu suchen.“

 
Das Regierungspräsidium Stuttgart hat am 04.04.2001 diese Ablehnung bestätigt.

Es ist nicht zu verstehen, weshalb das Landratsamt Ludwigsburg jetzt dem Bau für ein noch größeres Bauwerk an fast derselben Stelle zugestimmt hat, wo doch die Argumente gegen den Standort heute nach wie vor gelten und z.T. sogar noch schwerwiegender sind!

Ich wäre Ihnen, sehr geehrter Herr Regierungspräsident, sehr verbunden, wenn Sie sich dafür einsetzen könnten, dass an der vorgesehenen Stelle beim Husarenhof (die nach dem „Windatlas“ übrigens in einer äußerst windarmen Region liegt !) keine Windkraftanlage erstellt wird, sondern dass die Betreiber einen anderen Standort suchen sollten, der im Hinblick auf den Artenschutz unbedenklicher ist!

Für weitere, fachliche Auskünfte stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Dazu sind auch der bisherige Leiter der Vogelwarte Radolfzell, Herr Prof. Dr. P. Berthold und der Vorsitzende der Ornithologischen Gesellschaft Baden-Württemberg, Herr Dr. Jochen Hölzinger bereit.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Claus König“

 

Abschließend bitte ich Sie als verantwortlicher Planer des Verbands der Region Stuttgart und die Mitglieder der Regionalversammlung Stuttgart, diese unter dem Gesichtspunkt des Tier- und Artenschutzes aus meiner Sicht sehr relevanten Gesichtspunkte als Einwendungen bei ihren weiteren Überlegungen zur Regionalplanung, den Ausweis von Windkraftstandorten im nördlichen Landkreis Ludwigsburg betreffend, einfließen zu lassen.

Sollten weitere Fragen entstehen, stehe ich jederzeit zur Verfügung. Ich bedanke mich für Ihre Bemühungen und verbleibe

 Prof. Dr. Claus König

 

Ende der an den VRS gerichteten Stellungnahme



Filmtipp: “Das grüne Wunder - unser Wald“

„Sechs Jahre Drehzeit  -  70 Drehorte  -  100 Nächte im Tarnzelt  -  250 Stunden Rohmaterial  -  Pirschgänge mit der Kamera  -  Neueste Filmtechnik“  …93 Minuten lang atemberaubende Eindrücke vom Öko-System „Wald“

 Erzählt von G r i m m e-Preisträger Benno Führmann…

 Und dies soll auf dem Altar abstruser Windwahn-Vorstellungen im windschwachen und deshalb für Windkraft-Betrieb völlig ungeeigneten Binnenland  -  auch im Landkreis Ludwigsburg und in Nachbarkreisen  -  geopfert werden ?

 …Nachhilfeunterricht für Bürgermeister und Gemeinderäte der Kommunen Bönnigheim, Besigheim, Erdmannhausen, Großbottwar (Bottwartal), Sachsenheim, Waiblingen u.a. sowie für selbsternannte Naturschützer von N A B U und B U N D, die Naturfrevel akzeptieren und großflächige, für das ökologische Gleichgewicht sorgende Wälder zu Gunsten von bis zu 230 m hohen unproduktiven Windindustrieanlagen an vergleichsweise windarmen Binnenland-Standorten opfern wollen 


(wm / 031112) - Der Kinostart des Naturfilms „Das grüne Wunder  -  unser Wald“ erfolgte am 13.9.2012, der Film wird mit überwältigender Resonanz in vielen Kinos mit anspruchsvollem Programm gezeigt. In der Filmbeschreibung  der Hochschule für Forstwissenschaften, Rottenburg, heißt es:

„Er liegt ganz in unserer Nähe, aber eröffnet bei genauem Hinsehen eine völlig neue Welt: Mit seinen edlen, poetischen Bildern ist der Kinofilm DAS GRÜNE WUNDER – UNSER WALD eine spektakuläre Entdeckungsreise durch den bekanntesten, schönsten und vielfältigsten heimischen Lebensraum, den Wald. Intime Verhaltensbeobachtungen wohl vertrauter Arten wie Fuchs, Wildschwein und Rothirsch wechseln mit den Geschichten der eher skurrilen Waldbewohner, darunter Schillerfalter, Blattläuse, Lebermoose, Rote Knotenameisen, Hirschkäfer und Lerchensporn. So entsteht ein raffiniertes naturkundliches Puzzle, das dem romantischen Mythos Wald ganz greifbaren Zauber verleiht.

Mit DAS GRÜNE WUNDER – UNSER WALD liefert der renommierte Naturfilmer Jan Haft eine einzigartige Bestandsaufnahme der Artenvielfalt im deutschen Wald. Während einer Drehzeit von insgesamt sechs Jahren (2005 – 2011) waren die international vielfach ausgezeichneten Kameramänner schwer filmbaren Motiven auf der Spur. Dabei verbrachten sie gut 100 Nächte im Tarnzelt und sammelten mit den neuesten Filmtechniken über 250 Stunden Filmmaterial.

Erzählt von Grimme-Preisträger Benno Fürmann ist DAS GRÜNE WUNDER eine wissenschaftlich exakte und emotional packende Einladung, die aufregenden Lebensformen unseres Waldes mit geschärftem Bewusstsein neu zu entdecken.“  

P r e s s e s t i m m e n: „Der Kinofilm »DAS GRÜNE WUNDER« gewährt atemberaubende Einblicke in das Familienleben der Waldbewohner.“ (Freiheit für Tiere), und:

„Auch Zuschauer, die sich nicht für „das stille Liebesleben“ der Fichten interessieren, werden aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. „Das grüne Wunder“ zeigt auf atemberaubende Weise das Zusammenleben von Pflanzen und Tieren. Im Zeitraffer sieht man Pilze und Erdbeeren wachsen, staunt über eine Hummel, die eine Maus aus ihrer Hölle vertreibt, und erfährt, dass  sich der Eichelhäher mit Ameisensäure besprühen lässt, um Parasiten aus seinem Gefieder zu vertreiben. Lehrreich und faszinierend zugleich – ein wahres Kinowunder." (Cinema)


jetzt droht Gefahr !! - unverbrauchte Landschaft bei Fichtenberg (Schwäbisch-Fränkischer Wald)

Foto: Thomas Schöller

Die unabhängige J u r y der „DEUTSCHEN FILM- UND MEDIENBEWERTUNG (FBW) gibt folgendes  
U r t e i l  ab:

„Um die Schönheit der Natur zu erleben, muss man nicht in die weite Ferne reisen. Direkt vor unserer Tür befindet sich eine faszinierende, schillernde und geheimnisvolle eigene Welt – der Wald. Heute immer mehr von Abrodung und Eingrenzung bedroht, gibt es in Europa doch immer noch fast unberührte Plätze, an denen sich eine Vielzahl an Tieren und Pflanzen tummelt. Sechs Jahre lang reiste der Naturfilmer Jan Haft quer durch Europa und tauchte ein in das „grüne Wunder“. Durch Super-Slow-Motion, Zeitraffer-Aufnahmen und durch neueste Teleskop-Technik sind ihm dabei brillante Bilder eines Öko-Systems gelungen, die so vorher noch nicht zu sehen waren. Der Kreislauf des Waldes, dessen Bewohner koexistieren, hat seinen eigenen Rhythmus. Und durch seine atmosphärischen und stimmungsvollen Bilder, die ruhige Erzählerstimme von Benno Fürmann sowie eine stimmige Musik kann der Zuschauer daran teilnehmen. Ein berauschendes Filmerlebnis, nach dem man mit offeneren Augen durch den Wald gehen wird.“

Wir empfehlen den Film  -  v o r dem Treffen von Entscheidungen  -  

  • dem in der Überschrift genannten Adressatenkreis
  • und allen kommunalen Entscheidungsträgern in Baden-Württemberg, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, 230 m hohe Windindustrieanlagen  -  höher als der Stuttgarter Fernsehturm, das Ulmer Münster oder der Kölner Dom  -  an vergleichsweise windschwachen und daher für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb ungeeigneten Standorten im windarmen Binnenland zu genehmigen und die  -  dem “grün-roten“ Zeitgeist bedingungslos und nahezu „blind“ folgend  -  bereit sind, hierfür über Generationen hinweg gewachsene Waldgebiete in einer irreparablen Kahlschlag-Aktion großflächig zu roden, um sie einer windkraft-industriellen gewerblichen Nutzung zuzuführen…

…die Windkraft-Lobby reibt sich einmal mehr ob dieses Naturfrevels die Hände… …und die nachfolgende Generation  -  der mit diesem behördlich verfügtem Windwahn-Unfug ein Stück ihrer Zukunftsfähigkeit genommen wird  -  wird sich angesichts dieser Fehlentscheidungen und der später ersichtlichen negativen Konsequenzen mit Grausen abwenden, nicht ohne massive Vorwürfe an ihre Vorgänger-Generation zu richten, vergleichbar den Vorwürfen, die wir heute angesichts der in den 50-er und 60-er Jahren behördlich verfügten Bausünden erheben, die  -  wäre es möglich  -  lieber gestern als heute rückgängig gemacht würden…

Auch hier gilt:

„… Herr schmeiß Hirn ra…“


Walter Müller  /  Pressewart „Gegenwind Husarenhof“


www.gegenwind-husarenhof.de




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